Ferdinand Falkson

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Ferdinand Falkson (* 20. August 1820 in Königsberg (Preußen); † 31. August 1900 ebenda) war ein deutsch-jüdischer Arzt, Schriftsteller und Politiker.

Leben[Bearbeiten]

Falkson studierte Medizin an der Albertus-Universität Königsberg und wurde Mitglied der burschenschaftlichen Allgemeinheit und 1839 der Burschenschaft Hochhemia Königsberg. 1842 promovierte er zum Dr. med.. 1845 ließ er sich taufen. Da ihm trotzdem die Heiratserlaubnis verweigert wurde, ging er nach England und heiratete dort im Jahre 1846. Bei seiner Rückkehr nach Königsberg wurde er angeklagt, gegen das Gesetz verstoßen zu haben. Der Prozess zog sich über drei Jahre hin und wurde von Falkson 1849 gewonnen.[1] Sein Kampf um die Anerkennung von interkonfessionellen Ehen erregte im Königreich Preußen Aufsehen, zumal er sich schon früh für den Liberalismus eingesetzt hatte. Von 1861 bis 1867 war er Vorsitzender des liberalen Handwerkervereins und Stadtverordneter in Königsberg.

Ein Sohn war Franz Falkson.

Werke[Bearbeiten]

  • Die liberale Bewegung in Königsberg
  • Tristan und Isolde, 1839
  • Gemischte Ehen zwischen Juden und Christen, 1845
  • Die Emancipation der Juden und die Emancipation der Denkenden, 1845
  • Aktenstücke meines Eheprocesses, 1845, 1847
  • Giordano Bruno, 1846
  • Neue Briefe des Junius [d. i. Ferdinand Falkson]., Samter 1849., 48 S. (gemeinsam mit L. Weyl-Liew)
  • Goethe und Charlotte Kestner, 1869
  • Drei Wochen in Brüsterort, 1874
  • Memoiren (1840–48), 1888
  • Reisebilder, 1890
  • Spätsommerfahrten, 1890

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jewish Encyclopedia

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Julius N. Weisfert: Biographisch-Litterarisches Lexikon für Königsberg und Ostpreussen, S. 61 f., Königsberg i. Pr. 1898

Literatur[Bearbeiten]

  • Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I Politiker, Teilband 2: F–H. Heidelberg 1999, S. 9–10.

Weblinks[Bearbeiten]