Königsberg (Preußen)

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der bis 1946 Königsberg (Pr) genannten früheren deutschen Stadt. Für die heutige russische Stadt siehe Kaliningrad.
Königsberg (1925)
Schlossteich (1912)
Umgebung von Königsberg um 1910

Königsberg in Preußen war seit 1724 die Königliche Haupt- und Residenzstadt in Preußen. Bis 1936 hieß die Stadt offiziell Königsberg i. Pr., danach Königsberg (Pr).

Die Stadt liegt im Südosten der Halbinsel Samland in der Pregelniederung. Bis 1945 war sie als Hauptstadt der preußischen Provinz Ostpreußen deren kulturelles und wirtschaftliches Zentrum. Mit der Reichsgründung wurde sie 1871 zur nordöstlichsten Großstadt des Deutschen Reiches. Im April 1945 fiel die durch zwei verheerende britische Luftangriffe schon 1944 weitgehend zerstörte Stadt nach schweren Kämpfen in die Hand der Roten Armee. Durch das Potsdamer Abkommen wurde Ostpreußen mit den anderen deutschen Gebieten östlich der Oder-Neiße-Linie von Deutschland faktisch abgetrennt. Das nördliche Ostpreußen mit der Provinzhauptstadt Königsberg kam unter sowjetische Verwaltung und wurde militärisches Sperrgebiet. Die bei Kriegsende in Königsberg verbliebene deutsche Bevölkerung, welche die Anfangszeit der sowjetischen Besatzung überlebt hatte, wurde bis 1948 in die vier Besatzungszonen Deutschlands zwangsweise ausgesiedelt. Die Stadt, die seit 1946 Kaliningrad heißt, wurde wie das gesamte nördliche Ostpreußen in der Nachkriegszeit mit Menschen aus verschiedensten Teilen der Sowjetunion neu besiedelt. Heute ist der Oblast Kaliningrad mit der Hauptstadt Kaliningrad eine russische Exklave, die im Süden an Polen und im Norden und Osten an Litauen grenzt.

Geschichte[Bearbeiten]

Stadtgründung und Deutschordenszeit[Bearbeiten]

Königsbergs älteste Siegel: Altstadt 1360, Löbenicht 1413, Kneiphof 1383
Hauptartikel: Deutscher Orden

Nach den Schilderungen Wulfstans, der um 900 nach Truso reiste, gab es in dem Land der westbaltischen Prußen zahlreiche Burgen, die jeweils einem kynig unterstanden und den Kern einer Siedlungszelle in der näheren Umgebung bildeten.[1] Eine solche Wallburg mit Namen Twangste bestand an der Mündung des Pregels vor der Einmündung in das Frische Haff.[2] Zu ihr gehörte ein Dorf und ein Hafenplatz, der von den Wikingern als auch Lübecker Kaufleuten frequentiert wurde. Als der Deutsche Orden 1230 mit der Eroberung Preußens begann, planten die Lübecker die Gründung einer Tochterstadt, kamen jedoch nicht dazu, dies rechtzeitig umzusetzen. 1255 erreichte der deutsche Orden die Pregelmündung und errichtete am Platz der Burgwallanlage eine Ordensburg. Ihren Namen erhielt die Stadt durch den Deutschen Orden, der seine Ordensburg an der Pregelmündung zu Ehren des Kreuzzugsführers König Ottokar II. von Böhmen Königsberg nannte.[3]

Die Altstadt wurde 1256 im Gebiet des späteren Steindammes angelegt und nach der Zerstörung durch die Prußen während des Großen Prußenaufstandes im Jahre 1263 in dem Tal unterhalb des Schlossbergs wieder aufgebaut.[4] Sie erhielt 1286 das Stadtrecht und wurde 1340 Mitglied der Hanse. Nachdem ab 1330 der Ordensmarschall in Königsberg residierte, wurde nach Verlust der Marienburg 1457 dessen Schloss Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens.

Im Hoch- und Spätmittelalter verstand man unter der Bezeichnung „Königsberg“ zumeist die Ordensburg, obwohl der Name zunehmend auf die umgebenden Kommunen übertragen wurde.

1283 erfolgte die Gründung der zu Ehren von König Ottokar Königsberg genannte Stadt, die 1286 das Kulmer Recht erhielt. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Altstadt wurde 1300 Löbenicht und 1327 Kneiphof gegründet, die jedoch erst 1724 mit Königsberg vereint wurden.[5] Jede Ansiedlung verfügte ursprünglich über eigene Verwaltung, Befestigungsanlagen, einen Markt sowie eine Kirche. Die Bewohner waren vorwiegend vom Orden angesiedelte Deutsche. Diese besondere Verwaltungsform blieb bis zum Zusammenschluss der Kommunen unverändert.

Die Kneiphofinsel war seit 1322 geistlicher Bezirk, wo zwischen 1330 und 1380 der Dom entstand. Die Burg, seit 1330 Sitz des Ordensmarschalls, wurde im 14. Jahrhundert ein zentraler Sammlungspunkt der litauerreisenden Adligen.[6] So bildete Königsberg eine der Basen der Litauerkriege des Deutschen Ordens.[7] 1370 wurde ein auf Königsberg zielender Vorstoß litauischer Heere durch städtische Aufgebote sowie die Streitmacht des Deutschen Ordens in der Schlacht bei Rudau abgewendet.[8]

Als Mitte des 15. Jahrhunderts die preußischen Stände gegen die Herrschaft des Ordens aufbegehrten, den Preußischen Bund gründeten und sich bei Garantie großzügiger Privilegien der polnischen Krone unterstellten, waren die drei Städte im Umfeld der Burg Königsberg zunächst beteiligt. Dagegen wehrten sich trotz bereits erfolgter Huldigung die Handwerker der Teilstadt Altstadt und Löbenicht. In schweren Kämpfen konnten sie zusammen mit den Freien des Samlandes und dem Orden die von Danzig unterstützte Teilstadt Kneiphof niederringen. So bekannte sich Königsberg 1456 erneut zum Orden und ermöglichte ihm, seine Machtpositionen im Samland zu behaupten.[9]

Nach dem Dreizehnjährigen Krieg wurde 1466 im Zweiten Frieden von Thorn Preußen geteilt. Königsberg verblieb bei dem vom Deutschen Orden verwalteten Teil Preußens. Nach dem Verlust der Marienburg 1457 wurde die Burg Sitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Mit dem Einzug des Hochmeisters Ludwig von Erlichshausen auf dem Königsberger Schloss war das Domizil des Ordens und somit die gesamte Ansiedlung schon seit 1457 Zentrum des Ordensstaates.

Herzogtum Preußen[Bearbeiten]

1523 führte der letzte Hochmeister Albrecht von Hohenzollern, Prinz von Ansbach, die Reformation ein. Im Vertrag von Krakau wandelte er den Rest des Ordensstaates in das weltliche Herzogtum Preußen unter polnischer Lehnshoheit um. Da das Herzogtum sich nur auf den östlichen Teil Preußens erstreckte, führten er und seine Nachfolger den Titel „Herzog in Preußen“ und nicht „Herzog von Preußen“.

1544 gründete Herzog Albrecht die nach Marburg zweite evangelische Universität in Europa, die Albertus-Universität. Auch um die Astronomie machte er sich verdient, die Preußischen Tafeln von Erasmus Reinhold wurden durch den Herzog teilfinanziert, Königsberg wurde durch die Wahl als Nullmeridian[10] deren Bezugspunkt. Sie trugen maßgeblich zur Verbreitung der Lehre des 1543 gestorbenen Nikolaus Kopernikus bei. Dieser hatte als Domherr im Fürst-Bistum Ermland gewirkt, das der Krone Polen unterstand, aber fast rundherum vom Herzogtum Preußen umschlossen wurde.

Der Rektor des Gymnasiums in Elbing, Willem van de Voldersgraft, kam zur Albertus-Universität und war gleichzeitig ein Rat des Herzogs. Der preußische Historiker Christoph Hartknoch beschrieb das Leben des Rates und Rektors in seiner Vita Guilielmi Gnaphei.[11]

Der zweite Herzog, Albrecht Friedrich, litt unter Depressionen und wurde aus diesem Grund durch Administratoren vertreten. Als er 1618 ohne männliche Nachkommen starb, wurde durch Erbfolge Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg Herzog in Preußen.

Wie auch ihre Vorgänger, die Hochmeister des Deutschen Ordens seit dem Zweiten Thorner Frieden 1466, mussten die Herzöge die polnische Lehnshoheit über das Herzogtum anerkennen. Durch geschickte Politik gelang es dem später als „Großer Kurfürst“ bezeichneten Friedrich Wilhelm von Brandenburg, die volle Souveränität des Herzogtums Preußen zu erlangen (Verträge von Labiau 1656, Wehlau und Bromberg 1657 und Oliva 1660). Dazu gehörte Königsberg, das damals noch aus den drei selbständigen Teilstädten Altstadt, Kneiphof und Löbenicht bestand.

Die Königsberger Stände wehrten sich gegen die absolutistischen Bestrebungen des Kurfürsten und versuchten, wie zweihundert Jahre zuvor der Preußische Bund, Unterstützung aus Polen zu bekommen. Der Kurfürst schlug diesen Königsberger Aufstand mit militärischen Mitteln nieder und konnte so seinen Machtanspruch und die Steuererhebung zur Finanzierung seines stehenden Heeres durchsetzen.

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Königskrönung von Herzog Friedrich III.
Einrücken der Russen in Königsberg am 5. Januar 1813
Blick auf Königsberg um 1850
Hauptartikel: Königreich Preußen

1701 wurde das Herzogtum mit der Königskrönung Friedrichs III. zum Königreich erhoben.[12] Der Kurfürst Friedrich III. krönte sich am 18. Januar in der Königsberger Schlosskirche als Friedrich I. zum König in Preußen, da es noch das zum Königreich Polen gehörende Preußen Königlichen Anteils gab, welches ebenso wie das Königreich Preußen nicht Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war. Mit dem Erwerb des preußischen Königstitels setzte sich für die vom brandenburgischen Kurfürsten beziehungsweise König in Preußen regierten Territorien die Bezeichnung Königlich Preußische Staaten, kurz Preußen, durch, so dass 1701 Preußen im Sinne des preußischen Gesamtstaates entstand. „Preußen“ ist somit politisch aus dem hohenzollernschen Brandenburg hervorgegangen, verdankt aber seinen Namen dem östlichen Preußen um Königsberg.

1708 bis 1710 hatte Ostpreußen große Bevölkerungsverluste durch die Große Pest (Preußen). Diese wurden unter dem „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I. im Rétablissement (Ostpreußen) größtenteils wieder ausgeglichen, unter anderem mit Salzburger Exulanten. In den Kriegen Friedrichs des Großen 1740 bis 1763 wurde Ostpreußen mit Königsberg wiederholt Kriegsschauplatz und von 1758 bis 1763 von russischen Truppen besetzt und von Nikolaus Friedrich von Korff als Generalgouverneur verwaltet.

1724 wurden am 13. Juni die drei Städte Altstadt, Kneiphof und Löbenicht zur Stadt Königsberg vereinigt. Im selben Jahr wurde in Königsberg der wohl berühmteste Sohn der Stadt, der Philosoph Immanuel Kant geboren. Kant hat in seinem Leben seine Heimatstadt nie dauerhaft verlassen.[13] Durch ihn wurde die Königsberger Universität zu einem Zentrum der Philosophie. 1730 wurde in Königsberg Johann Georg Hamann geboren. Er war Philosoph und Schriftsteller.

Als sich Friedrich II. 1772 an der ersten polnischen Teilung beteiligte, kam das Land an der unteren Weichsel als Westpreußen unter die Herrschaft der Hohenzollern. Friedrich titulierte sich fortan „König von Preußen“ statt, wie sein Vater und Großvater, „König in Preußen“. Seitdem unterschied man die Provinzen Westpreußen und Ostpreußen. Hauptstadt der Letzteren war Königsberg. Um 1800 zählte Königsberg mit etwa 60.000 Einwohnern zu den größten deutschen Städten (zum Vergleich: Berlin ca. 170.000, Köln und Frankfurt/Main je ca. 50.000, München ca. 30.000).

In den Koalitionskriegen war Königsberg ein wichtiger Schauplatz: Zunächst wurde das Königsberger Umland Flucht- und Rückzugsgebiet der in der Schlacht bei Jena und Auerstedt geschlagenen preußischen Armee.[14] Hier begann die Reorganisation und Restrukturierung des Preußischen Staatswesens. Die Preußischen Reformen wurden im Luisenhaus beraten und beschlossen.[15]

Unmittelbar nach der Niederlage von Napoleons Grande Armée im Russlandfeldzug 1812 und nach der Unterzeichnung der Militärkonvention von Tauroggen ritt General Yorck von Wartenburg in die Stadt ein. Wiederum in Königsberg begann die organisierte Befreiungsbewegung gegen Napoleon, indem Yorck im Haus der Ostpreußischen Landschaft die Aufstellung der Ostpreußischen Landwehr forderte.

1829 wurden die beiden Provinzen Ost- und Westpreußen als Provinz Preußen mit der Hauptstadt Königsberg vereinigt. Nach der erneuten Teilung der Provinz 1878 war die Stadt wiederum nur Provinzhauptstadt Ostpreußens.

1848 verfügten die in Königsberg niedergelassenen Reeder über 38 Handelsschiffe.[16] Im November 1852 erhielt Königsberg eine Gasbeleuchtung.[17]

Königsberg war über Jahrhunderte die geistige Mitte Preußens. Mit der Vollendung der Preußischen Ostbahn im Jahre 1860 begann seine Provinzialisierung durch Berlin. Die Ostbahn endete in Eydtkuhnen und verband Königsberg und Ostpreußen mit Berlin. Königsberg wurde zu einem Knotenpunkt im nordosteuropäischen Verkehr.

Wilhelm I. ließ sich am 18. Oktober 1861 in der Schlosskirche krönen. Die eigens für die Zeremonie angefertigten Kronkarkassen sind seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen.

Deutsches Reich[Bearbeiten]

Der 1834 gegründete Deutsche Zollverein und der 1867 gegründete Norddeutsche Bund umfassten im Gegensatz zum Heiligen Römischen Reich und dem 1815 gegründeten Deutschen Bund auch Ostpreußen. Ab 1871 gehörte es zum Deutschen Reich. In der Folge erlebte Königsberg einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Nach dem Versailler Vertrag wurde Ostpreußen (mit östlichen Teilen Westpreußens) durch den Polnischen Korridor vom Hauptteil des Deutschen Reichs abgetrennt, was die ohnehin großen wirtschaftlichen Probleme der agrarwirtschaftlich geprägten Region noch verschärfte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges war Königsberg Deutschlands östlichste Großstadt.

Selbsthilfe[Bearbeiten]

Neue Reichsbahnbrücke (1929)

Das schwierigste Problem der Provinzialverwaltung, der Regierung und der Stadtverwaltung war die Insellage Ostpreußens in der Zwischenkriegszeit. Um trotzdem die Entwicklung im Rahmen der Möglichkeiten voranzutreiben, entwickelten ihr Bürgermeister Hans Lohmeyer und sein Stellvertreter, der spätere Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler, eine frühe Form des „Verwaltungsunternehmens“, das sogenannte Königsberger System.[18] Die Stadt gründete eine GmbH, deren alleiniger Eigentümer sie blieb und deren Gesellschafter sich aus den Vertretern des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung zusammensetzten. So entstanden die Königsberger Werke GmbH, Straßenbahn GmbH, Stiftung für gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH, Königsberger Hafengesellschaft mbH. Die Verwaltung der städtischen Betriebe erfolgte nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen, die viele gesellschaftliche Gruppen mit einbezog. Dieses verwaltungswirtschaftliche Prinzip war ein Meilenstein und Vorbild für andere Städte.

Zielgerichtet wurde die Infrastruktur der Stadt verbessert: Die Festungsanlagen wurden geschleift und in einen Grüngürtel mit zahlreichen Parks umgewandelt, der schließlich 602 Hektar umfasste. Die umliegenden Orte wurden eingemeindet und der Seedienst Ostpreußen ins Leben gerufen. 1919 wurde der von Hanns Hopp entworfene erste zivile Flughafen Deutschlands in Königsberg-Devau in Betrieb genommen. Der Zugverkehr wurde verbessert: 1926 wurde die neue Reichsbahnbrücke dem Verkehr übergegeben. 1929 wurde der neue Hauptbahnhof am südlichen Stadtrand und 1930 der Nordbahnhof am Hansaplatz eröffnet. Das Hafenbecken wurde erweitert, die Zufahrtsrinne vertieft und das größte Silo des Kontinents erbaut. Eisbrecher sorgten nun dafür, dass auch im Winter der Hafen immer erreichbar war. Auch die Warenwirtschaft wurde gezielt gefördert. Im Jahr 1920 eröffnete Reichspräsident Friedrich Ebert die erste Ostmesse, die bis 1941 regelmäßig abgehalten wurde. Auf dem Messegelände wurde das Haus der Technik errichtet. 1930 wurde für die nach Königsberg einströmenden Geschäftsleute neben vielen anderen Investitionen im Beherbergungs- und Gastronomiesektor das Parkhotel von Hanns Hopp am Schlossteich gebaut. Im Rahmen der Ostmesse wurde auch die Ostmarken Rundfunk AG gegründet, deren Aktienmehrheit schließlich auch von der Stadt übernommen wurde. 1932 wurde sie in dem von Hanns Hopp gebauten „Neuen Funkhaus“ am Hansaplatz untergebracht. Königsberg erreichte durch gezielte staatliche und städtische Förderung eine Dynamik, die unter den Städten des Deutschen Reiches einmalig blieb.

Hilfe aus dem Reich[Bearbeiten]

Königsberg widerfuhr in der Weimarer Republik besondere Anteilnahme und Förderung durch das Reich. Prominentenbesuche, Sportveranstaltungen, Flugtage, Marinebesuche, Musikfeste, Tagungen und Kongresse lösten einander ab.[19]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Dokument aus der „Festung Königsberg“, Februar 1945
Gefangene Wehrmachtsoffiziere am Königstor, 12. April 1945
Das Grab Immuanuel Kants und Schlossruine mit Haberturm in der zerstörten Stadt nach Ende des Zweiten Weltkrieges, nach Sprengung des Schlossturms - vermutlich um 1955

In der Zeit des Nationalsozialismus war Königsberg Sitz der Gauleitung für Ostpreußen unter Gauleiter Erich Koch. Das Fort Quednau wurde zwischen März und Juni 1933 als provisorisches Gefängnis für Gegner der NSDAP genutzt. Fast 400 Funktionäre der SPD und der KPD wurden im Großraum Königsbergs inhaftiert. Die Festung Quednau war somit eine Vorstufe zum Konzentrationslager. Die Grenadierkasernen auf der Cranzer Allee wurden im hinteren Bereich stark erweitert. Im Rahmen der NS-Kriegsvorbereitungen wurde eine umfangreiche Verteidigungsstruktur angelegt, wie etwa die später als Lasch-Bunker bezeichnete Bunkeranlage.

Mit der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ kam es zu offenem antisemitischem Terror gegen die ca. 3200 Juden Königsbergs. Auf die Alte Synagoge und auf jüdische Geschäfte wurden Brandanschläge verübt. Max Neumann, der Besitzer des „Passage“-Kinos, wurde von SA-Männern so schwer misshandelt, dass er seinen Verletzungen erlag. Im April 1933 kam es auch in Königsberg zu Boykottierungen jüdischer Geschäfte. In der Reichspogromnacht wurden die Alte und die Neue Synagoge in Brand gesteckt, auch das Jüdische Waisenhaus wurde zerstört und die Bewohner des Jüdischen Altenheims vertrieben. Am 24. Juni 1942 fand die erste Deportation von 465 Königsberger Juden statt, die in das Vernichtungslager Maly Trostenez bei Minsk verschleppt und drei Tage später ermordet wurden.

Als der Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945 begann, kam es schon am 23. Juni 1941 zu einigen Bombenangriffen auf Königsberg durch die Luftstreitkräfte der Sowjetunion, die mit dem Verlust ihrer Flugplätze infolge des schnellen Vorrückens der deutschen Wehrmacht allerdings bald zum Erliegen kamen. In den Jahren danach blieb Königsberg aufgrund seiner entfernten Lage im Nordosten des Deutschen Reichs lange Zeit von unmittelbarer Luftkriegseinwirkung verschont.

Massive Luftangriffe auf Königsberg erfolgten jedoch in den Nächten vom 26. zum 27. August 1944 sowie insbesondere vom 29. zum 30. August 1944 durch britische Bomberverbände, welche über Schweden geflogen waren unter Verletzung von dessen Neutralität. Insbesondere die in der zweiten Nacht abgeworfenen 480 Tonnen Phosphor gefüllter Stabbrandbomben und Sprengbomben zogen starke Zerstörungen nach sich. Weite Teile Königsbergs brannten über mehrere Tage. Der Stadtkern, bestehend aus den historischen Innenstadtteilen Altstadt, Löbenicht und Kneiphof, wurde fast vollständig zerstört. Stark in Mitleidenschaft gezogen wurden der Dom, das Schloss, sämtliche Kirchen der Innenstadt, die alte und die neue Universität sowie das alte Speicherviertel. Etwa 200.000 Königsberger waren im Ergebnis der Bombenangriffe obdachlos geworden.

Die Ende Januar 1945 in der Schlacht um Ostpreußen durch sowjetische Truppen eingeschlossene Stadt wurde zur „Festung“ erklärt, eine Flucht aus Ostpreußen wurde lange Zeit untersagt. Über zwei Monate lang verteidigten unter General Otto Lasch Wehrmacht, Waffen-SS und Volkssturm die Stadt bis zur Kapitulation vor der 3. Weißrussischen Front in der Schlacht um Königsberg vom 6. bis 9. April 1945. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich erste sowjetische Einheiten bereits auf dem Paradeplatz, unter dem sich der Lasch-Bunker befand. Der vorangegangene, erbittert geführte Straßen- und Häuserkampf hatte auf beiden Seiten hohe Verluste gefordert und die Stadt weiter zerstört. Auch die verbliebene Zivilbevölkerung wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Schlacht um Königsberg war durch zahlreiche Grausamkeiten wie Vergewaltigungen und Kriegsverbrechen seitens der sowjetischen Soldaten gekennzeichnet. Die überlebenden Waisenkinder retteten sich als Wolfskinder nach Litauen, wurden durch russische Familien adoptiert oder kamen, soweit sie noch auffindbar waren, in russische Kinderhäuser. Auch die SS ermordete im Januar/Februar 1945 zwischen 5000 und 7500 größtenteils jüdische Häftlinge (aus Königsberger Lagern und evakuierten Außenlagern des KZ Stutthof) auf einem Todesmarsch von Königsberg an den Ostseestrand bei Palmnicken. Viele der Opfer wurden noch Monate danach von sowjetischen Truppen geborgen.

Oft wird Königsberg als letzter nachweislicher Aufbewahrungsort des seit 1945 verschollenen Bernsteinzimmers erwähnt.

Sowjetunion[Bearbeiten]

Ab Mai 1945 wurde Brot verteilt, 400 g und wasserhaltig, unregelmäßig und nur an arbeitsfähige Erwachsene. Alte, Kinder und Arbeitsunfähige lebten von Roggenkörnern und Gräsern. Der heiße Sommer brachte eine Fliegen-, Ratten- und Mäuseplage. Die Wasserversorgung war knapp; von den wenigen Brunnen waren die meisten verunreinigt. Die Kanalisation war zerstört. Die Elektrizitätsversorgung kam erst 1946 in Teilbezirken in Gang.[24]

Von den im April 1945 noch gebliebenen 150.000 Bewohnern kamen die meisten durch Hunger, Krankheiten und Übergriffe der Roten Armee ums Leben. Im Dezember 1945 lebten noch etwa 20.000 Deutsche in der Stadt. Im Oktober 1947 befahl Josef Stalin ihre Deportation, die 1948 in die Sowjetische Besatzungszone (die spätere DDR) erfolgte. Ein literarisches Gedächtnis jener Jahre ist das Ostpreußische Tagebuch. Aufzeichnungen eines Arztes aus den Jahren 1945–1947 des Grafen Lehndorff. Russische Dokumente aus jener Zeit in Königsberg wurden 1994 veröffentlicht.

Im Russischen traditionell Кёнигсберг (Kjonigsberg) (jo = ö) genannt, wurde die Stadt 1946 in Kaliningrad umbenannt. Auch alle anderen Ortschaften im nördlichen, nun russischen Ostpreußen erhielten andere Namen. Kaliningrads Einwohner, die 2005 750 Jahre Kaliningrad feierten, haben große Identitätsprobleme und setzen sich immer mehr mit der Königsberger Geschichte vor 1945 auseinander.[25][26]

Auf der Potsdamer Konferenz hatten die Siegermächte beschlossen, das nördliche Ostpreußen unter die Verwaltung der Sowjetunion zu stellen. Am 17. Oktober 1945 annektierte die UdSSR dieses Gebiet, gliederte es am 7. April 1946 der Russischen Sowjetrepublik an und machte Königsberg zum Verwaltungssitz der neu gegründeten Kjonigsbergskaja Oblast (dt. „Königsberger Gebiet“; nach der Umbenennung der Stadt im Juli 1946 Kaliningradskaja Oblast, „Oblast Kaliningrad“). Am 4. Juli 1946, gut einen Monat nach dem Tod des formellen Staatsoberhauptes der Sowjetunion, Michail Kalinin, wurde Königsberg zu seinen Ehren per Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR in Kaliningrad umbenannt. Die Umbenennungskampagne für die übrigen Städte und Ortschaften im Königsberger Gebiet begann dagegen erst im Herbst 1947[27] und zog sich bis Sommer 1950 hin.[28]

Nach einer Zählung im August 1945 befanden sich noch ca. 110.000 deutsche Zivilisten, überwiegend Frauen, Kinder und Alte, in der Stadt. Diese wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht festgehalten, um als Zwangsarbeiter benutzt zu werden. Im Oktober 1947 hob man das bis dahin geltende Ausreiseverbot auf und begann damit, die noch in Kaliningrad und dem umliegenden Gebiet verbliebene deutsche Bevölkerung nach Westen abzutransportieren. Von den zuvor 110.000 Menschen waren nur noch etwa 15.000 am Leben. Die restlichen 95.000 waren Seuchen, Hungersnöten und Übergriffen zum Opfer gefallen, sodass nach der Massenflucht aus Ostpreußen und der schrittweisen Aussiedlung 1947 die Deutschen 1948 aus Königsberg fast vollständig vertrieben worden waren.[29]

Nur wenige Königsberger verblieben in der Stadt. Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1990 und der Öffnung der Region (Oblast) Kaliningrad war es dieser verbliebenen deutschen Minderheit möglich, ihre ethnische Identität zu offenbaren. Ihr Schicksal war Mitte der 1990er Jahre Medienereignis in russischen und deutschen Magazinen. Die Mehrzahl der Deutschen (0,6 % laut letzter Volkszählung) in der Stadt Kaliningrad sind jedoch Zuwanderer aus anderen Regionen der ehemaligen Sowjetunion bzw. deren Nachkommen. Ein russischer Architekt will die Innenstadt von Königsberg exakt so aufbauen, wie sie vor der Zerstörung war.[30][31][32]

Name der Stadt[Bearbeiten]

Der amtliche Name war bis 1936 Königsberg i. Pr. danach Königsberg (Pr). Von 1945 bis 1946 trug sie den russifizierten Namen Кёнигсберг („Kjonigsberg“). Aufgrund der multikulturellen Gemeinschaft dieser Region trug und trägt die Stadt noch weitere lokale Namen. Im Niederpreußischen, dem dortigen Dialekt der niederdeutschen Sprache, ist der Name Königsbarg (/ˈkʰeˑnɪçsba͡ɐç/) üblich. Der litauische Name ist Karaliaučius, der polnische Królewiec, der tschechische Královec. Die latinisierte Form des Namens ist eine Übersetzung in die lateinische Sprache: Regiomontium Prussorum. Seit 1946 trägt die Stadt offiziell den Namen Kaliningrad, in kyrillischer Form Калининград, nach dem im selben Jahr verstorbenen sowjetischen Politiker Michail Iwanowitsch Kalinin.

Die traditionelle polnische Bezeichnung Królewiec ist im Namen des in Polen gelegenen Weichselarms Wisla Królewiecka (auch auf Deutsch Königsberger Weichsel) oder in den historischen Bezeichnungen traditioneller Verkehrsmagistralen als (ulica) Królewiecka (deutsch Königsberger Straße) in der heutigen Woiwodschaft Ermland-Masuren lebendig.

Seit einiger Zeit gibt es eine heftige Debatte über die Rückbenennung der Stadt und des Gebietes in Königsberg, wobei auch russische Politiker immer häufiger erklären, der Stadt den alten deutschen Namen zurückgeben zu wollen.[33][34]

Wappen[Bearbeiten]

Stadtwappen

Das historische Stadtwappen von Königsberg zeigt die drei Wappen der vormals unabhängigen Städte Altstadt, Löbenicht und Kneiphof unter dem preußischen Adler vereint. Es wurde 1724 von Friedrich Wilhelm I. zur Vereinigung der Städte als Siegel gestiftet und 1906 vom Magistrat zum Stadtwappen erklärt. Der Adler trägt die Initialen FRW (Friedrich Wilhelm Rex) auf der Brust, darüber die Herzogs- und auf dem Haupt die Königskrone Preußens.

In der Mitte steht das Wappen Altstadts: oben in Silber eine rote Krone, unten ein silbernes Kreuz in rotem Feld; links (Wappen liest man aus Sicht des Wappenträgers) das Wappen der ehemaligen Stadt Löbenicht, zwischen zwei Sternen eine Krone; rechts das der ehemaligen Stadt Kneiphof: in Grün eine aus Wellen aufsteigende Hand mit goldener Krone, jederseits begleitet von einem abgewendeten goldenen Hifthorn.

Verwaltung[Bearbeiten]

Als Provinzialhauptstadt der Provinz Ostpreußen war Königsberg Amtssitz des Oberpräsidenten, des Regierungspräsidenten im Regierungsbezirk Königsberg und des Stadtkreises Königsberg. Die wichtigsten Ämter waren Oberpostdirektion, Postscheckamt, Reichsbahndirektion Königsberg, Eichamt, Landesfinanzamt, Hauptzollamt, Polizeipräsidium, Oberlandesgericht Königsberg (mit Amts- und Landgericht), und Ostpreußische Regierung (Justizbehörde).

Wichtige öffentliche Einrichtungen waren Ostpreußische Generallandschaftsdirektion, Preußisches Staatsarchiv Königsberg, Otto Braun-Haus, Ostpreußische Landgesellschaft, Stadtarchiv Königsberg, Stadtgeschichtliches Museum und Stadtbibliothek Königsberg.

Bis zum November 1918 oblag die Verwaltung dem Magistrat Königlicher Haupt- und Residenzstadt Königsberg in Preußen, danach Magistrat. Der Oberbürgermeister war Vorsitzender des Magistratskollegiums. Wichtige Beschlüsse wurden in Übereinstimmung von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung gefasst. Infolge einer neuen Gemeindeordnung wurde die Verwaltung ab 1934 nicht mehr durch einen Magistrat, sondern vom Oberbürgermeister geführt. Haupt- und ehrenamtliche Beigeordnete entsprachen den bisherigen Magistratsmitgliedern. Anstelle der gewählten Stadtverordneten wurde Ratsherren berufen, die nicht mehr beschlossen, sondern nur angehört wurden. Nach wie vor hatten sie Selbstverwaltungsaufgaben und staatliche Auftragsangelegenheiten wahrzunehmen.

Zu den zahlreichen Dienststellen gehörten das Standesamt, das Schulamt für die Ober-, Mittel-, Volks-, Hilfs-, Berufs- und Fachschulen, das Kulturamt mit den Städtischen Büchereien, das Stadtarchiv, die Städtischen Kunstsammlungen, das Stadtgeschichtliche Museum, die Städtischen Bühnen, die Stadthalle, das Sportamt, das Wohlfahrtsamt, das Gesundheitsamt mit Fürsorgerinnen, die Städtische Krankenanstalt, der Gemeindefriedhof und der Tiergarten (seit 1933 in städtischer Verwaltung), das Gartenamt, der Schlacht- und Viehhof, die Feuerwehr und das Stadtsteueramt.

Im Bau- und Grundstückswesen gab es Ämter für Hochbau, Straßenbau, Wasserbau und Brücken, Baupolizei, Stadtplanung, Vermessungswesen, Grundstücksverkehr und -verwaltung, Wohnungs- und Siedlungswesen.

Im Zweiten Weltkrieg kamen das Ernährungs- und Wirtschaftsamt sowie die Abteilung für Familienunterhalt mit ihren Außenstellen in den Stadtbezirken hinzu.

In einigen neu eingemeindeten Stadtteilen (die letzten von 1939) wurden Bezirks-Verwaltungsstellen eingerichtet.

Die zentralen Ämter waren seit 1927 im Stadthaus am Hansaring untergebracht.[19]

Siehe auch: Kategorie:Stadtteil von Königsberg (Preußen)

Bürgermeister
1464–1465 Georg Steinhaupt (Altstadt)
um 1704 Carl Drost vom Fisch (Kneiphof)
 ?–1710 Michael Kongehl (Kneiphof)
~1710–1724 Christoph Aegidius von Negelein (Königsberg)
1780–1796 Theodor Gottlieb von Hippel der Ältere (Königsberg)
1796–1809 Bernhard Gervais
Oberbürgermeister
1809–1810 Martin Gottlieb Deetz
1810–1813 August Wilhelm Heidemann
1814–1826 Carl Friedrich Horn
1826–1838 Johann Friedrich List
1838–1842 Rudolf von Auerswald
1843–1848 August Friedrich Krah
1853–1864 Carl Gottfried Sperling
1865–1866 Adolf Ernst von Ernsthausen (komm.)
1867–1872 Friedrich Kieschke (komm.)
1872–1874 Carl Johann Eduard Szepansky
1875–1893 Johann Karl Adolf Selke
1893–1902 Hermann Theodor Hoffmann
1903–1918 Siegfried Körte
1919–1933 Hans Lohmeyer
1933–1945 Hellmuth Will

Festungsgarnison[Bearbeiten]

Sämtliche Fahnen der Garnison Königsberg

Bis in das 20. Jahrhundert war Königsberg die größte und am stärksten befestigte Garnison Preußens. Bereits im Jahr 1360 wurde der Deutschordensritter Henning Schindekopf vom Deutschen Orden zum Ordensmarschall mit Amtssitz in Königsberg berufen und koordinierte von dort den Krieg gegen das noch heidnische Großfürstentum Litauen (Schlacht bei Rudau 1370). Königsberg wurde nur im Siebenjährigen Krieg und im Zweiten Weltkrieg erobert. Die Oberbürgermeister Siegfried Körte und Hans Lohmeyer ließen die 605 ha großen Wallanlagen in Grünanlagen umwandeln.

Im Deutschen Kaiserreich waren der Oberbefehlshaber der 8. Armee sowie folgende altpreußische Regimenter in Königsberg stationiert:

Die Truppenfahnen und Totenschilde der Regimenter hingen am Altar der Schlosskirche.

Auch nach der im Versailler Vertrag erzwungenen Abrüstung blieb Königsberg eine Festung und die größte Garnison des Reiches. Höhere Stabsabteilungen der Reichswehr waren das Wehrkreiskommando I, die 1. Division, der Artillerieführer 1 und die Festungskommandantur. Truppenteile waren zwei Bataillone des Infanterie-Regiments 1, eine Abteilung des Artillerie-Regiments 1, Pionier-Bataillon 1, Nachrichten-Abteilung 1, Kraftfahr-Abteilung 1, Fahrabteilung 1 und Sanitäts-Abteilung 1.

Diese Stärke wurde im „Dritten Reich“ ausgebaut. Königsberg war eine der letzten ostpreußischen Städte, die von der Roten Armee erobert wurden (bis 9. April 1945; danach folgten nur noch Fischhausen am 16. und Pillau am 25. April).

Bevölkerung[Bearbeiten]

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Parallel mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung ist die Bevölkerungszahl von Königsberg kontinuierlich gestiegen. Um 1400 lebten ungefähr 10.000 Einwohner in der Stadt. 12.000 Menschen starben 1601/02 bei einer Pestepidemie. Im Jahr 1813 zählte Königsberg mit 50.000 Einwohnern zu den größten Städten im deutschen Sprachraum und hatte mehr Einwohner als Frankfurt am Main, Stuttgart oder München. In der Folgezeit blieb das Wachstum der Stadt insbesondere durch die Ost-West-Wanderung im Gefolge der Industrialisierung jedoch hinter dem Wachstum mittel- und westdeutscher Industriestädte zurück. Im Jahr 1864 überschritt Königsberg die 100.000-Einwohner-Grenze und wurde damit zur Großstadt nach heutiger Definition. Durch zahlreiche Eingemeindungen stieg die Bevölkerungszahl bis 1910 auf 246.000 Einwohner an. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Wachstum durch die ungünstige Insellage aufgrund des neu geschaffenen polnischen Korridors behindert. 1925 lebten 287.000 Einwohner in Königsberg. Bis 1933 stieg die Einwohnerzahl durch zahlreiche Eingemeindungen auf 316.000. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebten 372.000 Menschen in Königsberg.

Im Jahr 1722 wurde eine täuferische Mennonitengemeinde gegründet, obschon es bereits im 16. Jahrhundert immer wieder Mennoniten in Königsberg gab.[35] Die Jüdische Gemeinde Königsberg existierte bis 1948.

Aus dem Jahre 1925 ist eine Aufgliederung der Bevölkerung nach Konfessionen bekannt. Demnach waren 92 % evangelisch, 5 % katholisch und 1 % der Bevölkerung jüdisch. Nach Berlin und Breslau hatte Königsberg die größte Judengemeinde des Reichs. Weitere Konfessionen machten 2 % der Bevölkerung aus.

Königsberger[Bearbeiten]

Käthe Kollwitz; Porträtfoto von Robert Sennecke

Ehrenbürger von Königsberg[Bearbeiten]

Siehe auch: Walther Ausländer: Die Ehrenbürger der Stadt Königsberg im ersten Jahrhundert der Städteordnung., 1912.

Medien[Bearbeiten]

Rundreise des Reichssenders Königsberg
Hauptartikel: Königsberger Zeitungen

Die wichtigsten Zeitungen waren die Königsberger Allgemeine Zeitung, die Hartungsche Zeitung (1640), die Ostpreußische Zeitung (1848), das Königsberger Tageblatt (1897), die Königsberger Volkszeitung (1901), die Königsbergische Avisen, der Königsberger Express und das Echo des Ostens.

Am 2. Januar 1924 wurde in einer kleinen Baracke auf dem Messegelände die Ostmarken Rundfunk AG (ORAG) als Aktiengesellschaft gegründet. Die Stadt Königsberg als Miteigentümer war die einzige deutsche Stadt, die einen eigenen Rundfunksender betrieb. 1933 ging die ORAG im Reichssender Königsberg auf. Die letzte Sendung wurde am 7. April 1945 ausgestrahlt.

Kultur[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das bedeutendste Museum in Königsberg war das Ostpreußische Provinzialmuseum im Königsberger Schloss. Dort wurde im Prussia-Museum die berühmte Prussia-Sammlung gezeigt. Es war eine reiche Sammlung zur Landes- und Volkskunde sowie zur Geschichte und Vorgeschichte des Landes. Der Moskowitersaal diente der Darstellung von Kriegs- und Militärgeschichte. In den Königsberger Kunstsammlungen, untergebracht bis 1945 im Königsberger Schloss, wurden unter anderem Werke von Lucas van Leyden, Michael Willmann mit Heilige Barbara, Anton Möller, dem preußischen ›Pieter Brueghel‹, mit drei Werken (Jugendliche Frau, Kniebild von 1608, Patriziertanz in Danzig und Bildnis einer jungen Frau) ausgestellt. Dem Maler Lovis Corinth widmete man eine eigene Abteilung (Lovis-Corinth-Saal) mit sechzehn Gemälden. Im Bernsteinmuseum wurden Pokale, Schatullen und Kunstwerke aus Bernstein ausgestellt.

Oper und Schauspiel[Bearbeiten]

Hauptartikel: Musik in Königsberg

Das erste Stadttheater Königsbergs wurde später in ein Opernhaus umgewandelt. Das Opernhaus verhalf der Oper Carmen mit ihrer deutschen Erstaufführung am 26. Oktober 1876 zum Durchbruch, im Gegensatz zur Uraufführung in Paris, wo sie durchgefallen war. Auch war das Opernhaus unter der Leitung von Hans Schüler in den Jahren von 1928 bis 1932 die avantgardistischste Oper Deutschlands: Strawinski, Hindemith und Busoni standen auf dem Programm. Dort wirkten die Opernkomponisten Otto Nicolai und Hermann Goetz und Komponisten wie Herbert Brust, Erich Börschel, Fritz Ihlau und Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Hans Knappertsbusch, Karl Böhm und Hermann Abendroth. Die Stadt verfügte über zwei gute Klangkörper, das „Städtische Orchester Königsberg“ und das Orchester am Reichssender Königsberg, das von Hermann Scherchen aufgebaut wurde.[37]

Mit dem Bau des Neuen Schauspielhauses wurde auch dieser Sparte eine eigene Spielstätte eingeräumt. Im Neuen Schauspielhaus sah man unter Leitung des Intendanten Leopold Jessner Künstler wie Agnes Straub, Emil Jannings und Paul Wegener; es entwickelte sich zu einem der modernsten Theater Deutschlands.[38]

Bildende Künstler und Literaten in Königsberg[Bearbeiten]

Das Wirken vieler bildender Künstler ist mit Königsberg verbunden, wie etwa Lovis Corinth, Käthe Kollwitz, Hermann Brachert, Fritz Burmann, aber auch das vieler Literaten wie Simon Dach, Johann Gottfried Herder, E. T. A. Hoffmann, Heinrich von Kleist, Ernst Wiechert, Agnes Miegel. Die Stadt besaß sowohl eine Kunst- und Gewerkschule als auch eine Kunstakademie. Während des Dritten Reiches weilten viele Künstler in Königsberg, um im deutschsprachigen Memelgebiet unabhängig von staatlicher Zensur und Kontrolle zu schaffen. Dies war auch ein Entstehungsfaktor der Künstlerkolonie Nidden.

Bauwerke[Bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten]

Königsberg ließ dem großen Philosophen Immanuel Kant für 7.300 Taler das berühmte Kant-Denkmal errichten, das der Berliner Bildhauer Christian Daniel Rauch schuf. Das Standbild ging in den Nachkriegswirren verloren. Den verwaisten Sockel besetzte die Sowjetunion vorübergehend mit einer Büste des Kommunistenführers Ernst Thälmann. Anfang der 1990er Jahre regte Marion Gräfin Dönhoff die Aufstellung eines Neugusses der Immanuel-Kant-Statue an. Sie wurde nach Vorlagen aus der Berliner Gipsformerei von Hermann Noack geschaffen und nach Restaurierung des alten Sockels am 27. Juni 1992 rechts vor der Universität in Kaliningrad aufgestellt. Ursprünglich stand das Denkmal links vor der Universität an der Stelle des Lasch-Bunkers. Berühmt war auch das als Replik wiedererstandene Herzog-Albrecht-Denkmal.

Gotteshäuser[Bearbeiten]

Die Steindammer Kirche, die Polnische Kirche, ging auf die älteste Gemeinde Königsbergs zurück. An die frühere Nikolaus-Kapelle von 1236 am selben Ort erinnerte nur noch ein Gedenkstein. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde darüber eine einschiffige, verputzte Backsteinkirche mit geschlossenem Chorraum errichtet. Sehenswert war zuletzt der dreiflüglige Altar mit den Gemälden des Königsbergers Malers Anton Möller. Im 17./18. Jahrhundert diente sie den geflüchteten evangelischen Litauern und Polen als Pfarrkirche.

Im Jahre 1523 wurde die erste evangelische Predigt in der Altstädtischen Kirche St. Nikolaus gehalten. Die (nach der Reformation erste) katholische Propsteikirche entstand 1616. Das erste mennonitische Bethaus Königsbergs wurde 1770 eingeweiht.[35] Die Alte Synagoge wurde als erste Synagoge im Dezember 1756 eingerichtet. Die Liberale Synagoge Königsberg wurde 1896 eingeweiht. Die Juden spielten durch ihre Handelsbeziehungen zu den Juden in Russland eine bedeutende Rolle für das soziale Wohlergehen und das wirtschaftliche Erstarken der Stadt im 19. und 20. Jahrhundert.[39]

Friedhöfe[Bearbeiten]

Im Mittelalter wurden Adel und bedeutende Beamte innerhalb der Kirchen bestattet, Bürger außen an der Kirche und schließlich auf dem Platz um die Kirchen. 1780 wurden Beisetzungen in den Kirchen verboten.[19]

Friedhöfe im Nordosten
Friedhöfe im Westen
  • Alter Altstädtischer Friedhof
  • Alter Haberberger Friedhof
  • Alter Katholischer Friedhof
  • Alter Kneiphöfscher Friedhof
  • Alter Militär-Friedhof (vor dem Königstor)
  • Neuer Militär-Friedhof (vor dem Sackheimer Tor)
  • Altroßgärter Friedhof (I, II)
  • Altstädtischer Friedhof (I–III)
  • Deutscher reformierter Friedhof, 1629 auf Veranlassung von Herzog Georg Wilhelm angelegt[19]
  • Dom-Friedhof
  • Französischer reformierter Friedhof
  • Friedhof der freien Gemeinde
  • Friedhof der Tragheimer Gemeinde
  • Garnison-Friedhof (I, II)
  • Gemeinde-Friedhof (am Krematorium)
  • Israelitischer Friedhof
  • Katholischer Friedhof (Amalienau)
  • Kommunalfriedhof mit Krematorium in Rothenstein, 1913[19]
  • Löbenichtscher Friedhof (I, II)
  • Löbenichtscher ref. Friedhof
  • Luisen-Friedhof (I, II)
  • Neuer Friedhof der Haberberger evangelischen Gemeinde
  • Neuer Friedhof der Haberberger katholischen Gemeinde
  • Neuer Israelitischer Begräbnisplatz
  • Neuer Katholischer Friedhof
  • Neuroßgärter Friedhof (I–III; 1817); der alte Teil war der Gelehrtenfriedhof (Königsberg)
  • Sackheimer Friedhof (I, II)
  • Neuer Steindammer Friedhof
  • Tragheimer Friedhof (I, II)

Sport[Bearbeiten]

Im 19. und 20. Jahrhundert entstanden in Königsberg Vereine für unterschiedliche Sportarten, wobei Mannschaftssportarten wie Fußball oder Hockey, aber auch aufgrund der örtlichen Gegebenheiten Rudern, Segeln und Reitsport dominierten.

Fußball
SpVgg ASCO Königsberg
SV Concordia Königsberg
SV Prussia-Samland Königsberg
VfB Königsberg
Verband Königsberger Ballspiel-Vereine
Rudern
Königsberger Ruder-Club
Segeln
Segelclub Rhe, der älteste Segelclub Deutschlands lebt in Hamburg weiter
Turnen
Königsberger Männer-Turnverein (1842), einer der ältesten Turnvereine in Deutschland

Speis und Trank[Bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Als erster moderner Verkehrsweg entstand 1828 die Chaussee nach Berlin (die spätere Reichsstraße 1). In den folgenden Jahrzehnten wurde das Straßennetz in Richtung Tilsit (1832), Gumbinnen (1835) und Labiau (1853) verlängert. Am 3. Dezember 1938 konnte schließlich der Abschnitt Elbing – Königsberg der Reichsautobahn Berlin–Königsberg dem Verkehr übergeben werden, allerdings in beiden Richtungen zunächst nur einspurig. Zahlreiche Straßennamen der Innenstadt verweisen auf die Entstehungsgeschichte der Stadt sowohl im Zusammenhang mit der Ansiedlung von Handwerkern als auch aus der Geschichte der Hanse.[40]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Deutsche Reichsbahn: Fahrplan Berlin–Königsberg (1938/39)
Hauptbahnhof

Die erste Eisenbahn in Ostpreußen verkehrte am 2. August 1853 von Königsberg nach Braunsberg. 1857 war die Preußische Ostbahn bis Berlin durchgehend befahrbar. Am 1. Oktober 1867 wurde die durchgehende Bahnstrecke nach Sankt Petersburg eröffnet. 1868 konnte die von privaten Investoren erbaute Ostpreußische Südbahn nach Lyck und Prostken fertig gestellt werden, die auf russischer Seite weiter bis Odessa führte. Diese Bahngesellschaft wurde 1903 verstaatlicht und der staatlichen Reichsbahndirektion Königsberg unterstellt.

Königsberg war in der Zeit des deutschen Kaiserreiches an die internationale D-Zuglinie von Berlin über Königsberg und Wilna nach Sankt Petersburg angebunden, die im deutschen Teil auf der Preußischen Ostbahn verlief. Die Fahrzeit von Berlin nach Königsberg mit D-Zügen betrug 1914 nur rund 8 Stunden.

Am 19. September 1929 wurde der neue Königsberger Hauptbahnhof und ein Jahr später der neue Nordbahnhof am Hansaplatz eröffnet. Als größter Privatbahnhof des Deutschen Reiches diente er der Samlandbahn. Königsberg war auch der Sitz der Ostdeutschen Eisenbahn-Gesellschaft.

Am 22. Januar 1945 verließ der letzte Zug den Königsberger Hauptbahnhof vor der Kapitulation in Richtung Berlin.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Am 26. Mai 1881 fuhr in Königsberg die erste normalspurige Pferdestraßenbahn. Die Elektrifizierung und Umspurung auf Meterspur erfolgte ab 1895. Am 15. Oktober 1943 folgte die erste Obus-Linie.

Schifffahrt[Bearbeiten]

Fischmarkt

Dem Seehandel Königsbergs dienten die Lastadie am Hundegatt und der Seehafen Pillau. Noch heute findet man in anderen Hansestädten zahlreiche Hinweise auf die alte Verbindung, beispielsweise im Hamburger Rathaus. Mitten in der Stadt, am altstädtischen Pregelufer, lag der Fischmarkt, den Segelkähne mit Fang aus dem Frischen Haff belieferten.

Der Verein für die Rettung Schiffbrüchiger wurde 1866 von Karl Heinrich Burow und Robert Kleyenstüber gegründet. Das in Pillau stationierte Motorrettungsschiff wurde „Konsul Kleyenstüber“ benannt.[19]

Die Abtrennung Ostpreußens vom deutschen Reichsgebiet nach dem Friedensvertrag von Versailles machte den Ausbau des Königsberger Hafens zum Hochseehafen erforderlich. In Contienen wurden drei Hafenbecken geschaffen, ein Handels-, ein Industrie- und ein Holzhafen. Für die „Insel Ostpreußen“ waren der See- und Luftverkehr zum übrigen Reichsgebiet von 1920 bis 1939 ein wichtiger Faktor des wirtschaftlichen Lebens.

Flugverkehr[Bearbeiten]

Ebenfalls nach dem Ersten Weltkrieg wurde der schon bestehende Militärflugplatz 1919 zu dem zivilen Flughafen Devau umgebaut, von dem Verbindungen nach Berlin, Stockholm und Moskau unterhalten wurden. Der Flughafen Devau war somit einer der ersten Flughäfen überhaupt und unterstreicht die Brückenfunktion der Stadt als Drehkreuz zwischen Ost und West.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die exponierte geographische Lage Königsbergs als Schnittpunkt des Handels mit Osteuropa prägte das Wirtschaftsleben der Stadt. Es begann mit der Verleihung der Markt- und Stadtrechte an die drei Siedlungen vor über 700 Jahren und setzte sich in der herausragenden Stellung zur Hansezeit fort. Das Zunftwesen, die Einführung bestimmter wirtschaftspolitischer Maßnahmen wie Stapelrecht und Pfundzoll sowie die politische Vereinigung der drei Städte im Jahre 1724 waren die Grundlage für eine prosperierende Entwicklung. Auch die Industrielle Revolution und die damit verbundene moderne Verkehrsentwicklung wirkten sich für Königsberg weiter positiv aus. Diese Voraussetzungen im Zusammenspiel mit nachhaltiger Förderung der Stadt durch die jeweiligen Machthaber führten dazu, Königsberg zu einem wirtschaftlichen Zentrum des östlichen Ostseeraums zu machen.

Königsberger Hafen[Bearbeiten]

Königsberger Stauer mit Krätzchen

Überregionale Bedeutung erlangte der Königsberger Hafen bereits im Mittelalter. Eine erste Erwähnung erfolgte bereit 1339. 1440 wurde der Pregel durch Altstadt und Kneiphof vertieft. An der Lastadie, am Hundegatt wurden nicht nur die Schiffe der Hanse be- und entladen. 1730 liefen 872 Schiffe in Königsberg ein. 1811 wurde die Verwaltung des Hafens der Königsberger Kaufmannschaft übertragen. 1828 lief das erste Dampfschiff, die Coppernicus, in den Hafen ein.[19] Seit 1840 bestand eine regelmäßige Dampferverbindung nach Pillau und Danzig. 1872 wurden 3741 Schiffe im Hafen gelöscht. 1901 wurde der Königsberger Seekanal eröffnet. 1904 wurden die Werfthallen gebaut, 1921 der Hafenausbau begonnen. 1924 wurde am Unterlauf des Pregels ein neues Seehafenbecken angelegt. Der maßgebliche Grund dafür war der polnische Korridor mit seinen schleppenden, störanfälligen Grenzabfertigungen. Von einem reinen Flusshafen (Pregel) wurde er nun einer der modernsten Seehäfen der Ostsee. Es entstanden drei moderne Hafenbecken nebst Lagergebäuden und modernen Verladeanlagen. Das neue Hafenbecken III diente mit seinen flachen Lagerhallen dem Stückgutverkehr und erhielt an der Westseite 1939/40 einen Getreidespeicher. Das Hafenbecken IV, an dem der größte Getreidespeicher Europas entstand, diente ausschließlich dem Getreidehandel, das ganz im Westen gelegene Hafenbecken V dem Holzhandel. Der neue Hafen verfügte nunmehr über fast acht Kilometer Kaimauern, 160.000 Quadratmeter Schuppen- und Speicherraum, ein Kühlhaus, Tankanlagen, 30 mechanische Kräne und einen Hafenbahnhof. Durch eine weitere Vertiefung des Seekanals im Jahre 1930 um acht Meter war auch die seewärtige Verbindung des Hafenplatzes Königsberg entscheidend verbessert worden. Die Fahrrinne wurde selbst im strengsten Winter von Eisbrechern ständig offen gehalten. Der Hafen galt in den 1930er Jahren als der modernste Hafen der Ostsee mit 4210 gelöschten Schiffen 1938. Dennoch konnten nach wie vor Seeschiffe bis 3000 BRT auf dem neuen Pregel quer durch die ganze Innenstadt bis zur Feldmühle Sackheim fahren. Der alte Pregel war bis zu den holzverarbeitenden Fabriken am Viehmarkt für Hochseeschiffe erreichbar, aber auch Gemüsekähne aus der Niederung wurden am Fischmarkt und am Junkergarten gelöscht.

Ein besonderer Vorzug des Königsberger Hafens gegenüber den weiter nordöstlich gelegenen Häfen war seine „Eisfreiheit“, d. h. der Hafen war auch im Winter erreich- und befahrbar. Der neue Königsberger Handels-, Industrie- Holz- und Freihafen, der fünf große Hafenbecken umfasste, galt mit seinen modernen Getreidespeichern (der größte in Europa), die einen schnellen maschinellen Umschlag, eine Reinigung, Veredelung und Umstapelung des Getreides ermöglichten, als der modernste Hafen der Ostsee. Der Umschlag des Seeverkehrs belief sich 1938 auf 3,9 Mio Tonnen, der Umschlag des Binnenwasserverkehrs von Pregel, Deime, Großem Friedrichsgraben, Kurischem Haff, Memel und den Masurischen Kanälen auf 3400 Kähne mit 950.000 Tonnen.

Die Sackträger nahmen auf der Lastadie eine Sonderstellung ein. Sie unterstanden dem Trägeramt der Kaufmannschaft, waren Freiarbeiter und wurden verhältnismäßig hoch bezahlt. Es war keine Kleinigkeit, tagaus tagein Zweizentnersäcke auf den Schultern die steilen Leitern der Dampfer hinauf und zu den Rollenaufzügen der Speicher zu tragen. Wer nicht mithalten konnte, schied von selbst aus. Sie bildeten Riegen von zehn bis sechzehn Mann unter einem Vormann. Sie hatten die blauen Leinenhosen gegen den Staub über den Knien abgebunden, trugen gemusterte Hemden und auf dem Kopf das Krätzchen; denn natürlich waren diese Riesen Soldaten gewesen. Sie wurden meist alt, waren gutmütig, verfügten über einen trockenen Humor und große Schlagfertigkeit. Eine Ruhepause hieß „en Piepke Tobak“. Ihre Spezialschnäpse waren Blutgeschwür (Eierkognak und Kirschlikör), Speicherratte und Elefantendubs mit Setzei.[41]

Das Haus der Stauer für den gesamten Hafenbetrieb war in der Friedrichsburgstraße 19, neben der alten Feste Friedrichsburg.

Siehe auch: Schauerleute

Deutsche Ostmesse Königsberg (DOK)[Bearbeiten]

Deutsche Ostmesse Königsberg

Die erste Deutsche Ostmesse wurde 1920 von Reichspräsident Friedrich Ebert eröffnet. Handelte man anfangs nur mit landwirtschaftlichen Investitions- und Verbrauchsgütern, so entwickelte sich die DOK schnell zur zweitgrößten Messe des Deutschen Reiches, nach Leipzig. Neben dem Großhandel hatten auch der Handel mit Kolonialwaren, Eisen und Eisenwaren, Flachs, Hanf, Häuten, Fellen und Leder, Baumaterialien und Kohlen, Textilwaren sowie der Holz- und Brennstoffhandel eine große Bedeutung. Des Erfolges wegen erweitere man die Palette auch durch Industriegüter. Diesem zusätzlichen Ansatz folgend erbaute man 1925 das Haus der Technik. Die DOK stärkte die wirtschaftlichen Verbindungen der Exklave Ostpreußen mit dem Reich und ebnete gleichzeitig der deutschen Wirtschaft die Wege zu den osteuropäischen Märkten. 1930 kamen 120.000 Besucher, davon 2.500 Ausländer. 1937 stieg die Zahl der Besucher auf 204.000. Die letzte Messe fand 1941 statt.

Industrie und Gewerbe[Bearbeiten]

Die Industrie trat in Königsberg hinter Handel und Verkehr zurück. Dennoch hatten sich in der Stadt einige Industriezweige entwickelt. Von jeher war die Holzwirtschaft für Königsberg von großer Bedeutung. In ihrer Folge entstanden zwei große Zellstoff-Fabriken. Dazu gehörten die Säge- und holzverarbeitende Industrie. Auch die landwirtschaftliche Verarbeitungsindustrie, Landmaschinen- und Waggonbau, Werften, Ziegeleien sowie eine Textil- und Maschinenindustrie bedürfen der Erwähnung. Zwei Güter produzierte Königsberg, deren Handelsbeziehungen sich praktisch auf nahezu alle Länder der Erde erstreckte: Bernstein und Marzipan. Kleinere Betriebe stellten aus Bernstein Gebrauchs- und Schmuckgegenstände her. Dagegen stellte die staatliche Bernstein-Manufaktur Schmuck und Schnitzarbeiten vorzugsweise aus größeren Bernsteinstücken her. Auch das Königsberger Marzipan als zierliches Teekonfekt trug den Namen der Stadt in alle Welt. Die „Union Gießerei Königsberg“ war das bedeutendste Maschinenbauunternehmen der Stadt. Königsberg war Sitz der ostpreußischen Bernsteinmanufaktur.

Dienstleistungssektor[Bearbeiten]

Reichsbank-Hauptstelle

Weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt war das „Haus der Bücher“, die Buchhandlung Gräfe und Unzer. Im Jahre 1722 als Buchhandlung Gottfried Eckart gegründet, vergrößerte sich das Unternehmen kontinuierlich und firmierte vom frühen 19. Jahrhundert an im Studentenjargon als „Gräfin Unzer“. Otto Paetsch, seit 1902 Teilhaber und seit 1927 Alleininhaber der Firma, machte das Unternehmen zu Europas größter und modernster Sortimentsbuchhandlung. Bei den Luftangriffen der Royal Air Force im August 1944 wurde sie nicht vollständig zerstört.

Die Reichsbank war mit einer Hauptstelle vertreten. Andere Banken waren die Hypothekenbank der Ostpreußischen Landschaft, die Königsberger Vereinsbank (1871) und die Norddeutsche Creditanstalt (1895). Königsberg war der Hauptsitz der Nordstern (Versicherung).

Telekommunikation[Bearbeiten]

Das Königsberger Telefonnetz wurde mit 25 Teilnehmern 1883 eröffnet. Acht Jahre später (1891) waren es bereits 563 Anschlüsse, gefolgt von 3.226 im Jahre 1908 und steigerte sich auf 11.300 Teilnehmer im Jahr 1928. Ab 1893 war Königsberg telefonisch mit Berlin verbunden. Wurden 1893 täglich noch 6.677 Gespräche von Telefonistinnen (Hand-)vermittelt, so waren es 1928 bereits 80-90.000. In den 1920er Jahren entstanden folgende „Selbstanschlussämter“:

  • „Amt Hindenburg“ im Postamt 9 in der Hindenburgstraße
  • „Amt Pregel“ im Postamt 6 in der Slekesstraße (1926)
  • „Amt Schlossteich“ im Telegraphenamt am Gesekusplatz (1930)

Bildung[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

Die Albertus-Universität Königsberg war eine der ältesten Hochschulen im deutschen Sprachraum. Mit ihr verbunden war die herausragende Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg. Zu ihren Beständen gehörte die traditionsreiche Silberbibliothek und die Wallenrodtsche Bibliothek. Daneben bestanden die Kunstakademie Königsberg und die Handelshochschule Königsberg.

Schulen[Bearbeiten]

Das Altstädtische Gymnasium, das Collegium Fridericianum und das Kneiphöfische Gymnasium waren berühmte humanistische Schulen. Eigens für sie hatte der preußische Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt den Königsberger Schulplan vorgelegt.

Die Stadt Königsberg unterhielt auch andere Schulen, zum Beispiel das Königliche Wilhelms-Gymnasium, das Königliche Hufengymnasium, die Städtische (Bessel-) Oberschule in Königsberg, die Hindenburg-Oberrealschule in Königsberg, die Burgschule, das Löbenichtsche Realgymnasium, die Körte-Schule, die Ostpreußische Mädchengewerbeschule und die Königin-Luise-Schule.

Quellen[Bearbeiten]

Zeitgenössische Chroniken[Bearbeiten]

Quelleneditionen[Bearbeiten]

  • Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores Rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Bände 1–5, Leipzig 1861–1874.
  •  Klaus Scholz, Dieter Wojtecki: Peter von Dusburg. Chronik des Preußenlandes. Übersetzung und Erläuterung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1984, ISBN 3-534-00604-6 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Band XXV).

Literatur[Bearbeiten]

  • Eberhard Beckherrn, Aleksej Dubatov: Die Königsberg-Papiere. Neue Dokumente aus russischen Archiven. Schicksal einer deutschen Stadt. Langen Müller, München 1994, ISBN 3-7844-2479-1.
  • Christopher Clark: Preussen. Aufstieg und Niedergang 1600–1947. Deutsche Verlags-Anstalt, München 2007, ISBN 978-3-421-05392-3.
  • Kurt Falcke: Die Bürgermeister von Königsberg. In: Preußenland.' 1 (1963), S. 49–67.
  • Fritz Gause: Königsberg in Preußen. Die Geschichte einer europäischen Stadt. Leer, Rautenberg 1987, ISBN 3-7921-0345-1.
  • Fritz Gause: Die Geschichte der Stadt Königsberg in Preussen. 3 Bände, Böhlau, Köln 1996, ISBN 3-412-08896-X.
  • Gerhard von Glinski, Peter Wörster: Königsberg – Die ostpreußische Hauptstadt in Geschichte und Gegenwart. Westkreuz-Verlag, Bad Münstereifel 2. Aufl. 1992, ISBN 3-922131-68-9.
  • Anneliese Kreutz: Das große Sterben in Königsberg 1945–47. Arndt, Kiel 1988, ISBN 3-88741-137-4.
  • Hans Graf von Lehndorff: Ostpreußisches Tagebuch. Aufzeichnungen eines Arztes aus den Jahren 1945–1947. 21. Auflage. C.H. Beck, München 2006.
  • Jürgen Manthey: Königsberg – Geschichte einer Weltbürgerrepublik. Hanser, München 2005, ISBN 3-446-20619-1.
  • Martin Schmitke: Königsberg in Preußen. Personen und Ereignisse 1255–1945 im Bild. Husum Verlag, Husum 1997, ISBN 3-88042-802-6.
  • Wolfgang Sonthofen: Der Deutsche Orden. Rombach, Freiburg im Breisgau 1990, ISBN 3-7930-0588-7.
  • Caspar Stein: Das alte Königsberg. Eine ausführliche Beschreibung der drei Städte Königsberg samt ihren Vorstädten und Freiheiten wie sie anno 1644 beschaffen waren. In: Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreussen (Hrsg.): Sonderschriften des Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Nr. 91 (Nachdruck der Ausgabe Königsberg 1911), Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreussen, Hamburg 1998, ISBN 3-931577-14-7.
  • Christian Tilitzki: Alltag in Ostpreußen 1940–1945. Die geheimen Protokolle der Königsberger Justiz. Flechsig-Verlag, Würzburg 2003, ISBN 3-88189-481-0.
  • Christian Tilitzki: Die Königsberger Kant-Tradition 1904–1945. Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands 50 (2004), S. 191–287.
  • Wulf D. Wagner: Das Königsberger Schloss. Eine Bau- und Kulturgeschichte. Band 1: Von der Gründung bis zur Regierung Friedrich Wilhelms I. (1255–1740). Schnell + Steiner, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-1936-3 (Publikationen des Museums Stadt Königsberg 5), (Zugleich: Karlsruhe, Univ., Diss., 2005).
  • Wulf D. Wagner, Heinrich Lange: Das Königsberger Schloss. Eine Bau- und Kulturgeschichte. Band 2: Von Friedrich dem Großen bis zur Sprengung (1740–1967/68). Das Schicksal seiner Sammlungen nach 1945. Schnell + Steiner, Regensburg 2011, ISBN 978-3-7954-1953-0.
  • Wulf D. Wagner: Das Schloss Königsberg/Kaliningrad. In: Schnell: Kunstführer. Nr. 2711, Regensburg 2008, ISBN 978-3-7954-6787-6.
  • Wulf D. Wagner (Red.): Reise durch Königsberg und Ostpreußen in 1000 Bildern. Brandenburgisches Verlagshaus, Bonn 2011, ISBN 978-3-941557-25-3.
  • Heinz Schön: Königsberger Schicksaljahre. Der Untergang der Hauptstadt Ostpreußens 1944–1948. Arndt Verlag, Kiel 2005, ISBN 3-88741-053-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Königsberg (Preußen) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Königsberg (Preußen) – Quellen und Volltexte

Bildersammlungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Hartmut Boockmann: Ostpreussen und Westpreussen. Siedler Verlag, 1992, ISBN 3-88680-212-4, S. 82.
  2. Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 3, S. 560.
  3. Kossert 2008, S. 33.
  4. Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 1, S. 103.
  5.  Hartmut Boockmann: Königsberg. In: LexMA. Bd. V, J. B. Metzler, 1999, ISBN 3-423-59057-2, Sp. 1326.
  6. Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 3, S. 172.
  7. Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 2, S. 568.
  8. Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 2, S. 96.
  9. Theodor Hirsch, Max Toeppen, Ernst Strehlke: Scriptores rerum Prussicarum. Die Geschichtsquellen der preußischen Vorzeit bis zum Untergang der Ordensherrschaft. Band 3, S. 664.
  10. Uni Halle, FB Math./Inf., History
  11. Acta Borussica III
  12. Christopher Clark: Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600–1947., S. 93.
  13.  Fritz Gause: Die Geschichte der Stadt Königsberg in Preussen. 3 Bände, Böhlau, Köln 1996, ISBN 3-412-08896-X.
  14. Max Toeppen: Erinnerung an die Leiden Königsbergs im Jahr 1807. Bericht des Polizeidirektors Frey an den Kammerpräsidenten v. Auerswald. In: Preußische Provinzial-Blätter. Band 73, Königsberg 1870, S. 703–716.
  15. Richard Armstedt: Geschichte der königl. Haupt- und Residenzstadt Königsberg in Preußen. Reprint der Originalausgabe, Stuttgart 1899.
  16. Übersicht der Preußischen Handelsmarine. (E. Wendt & Co., Hrsg.), Stettin 1848, S. 11–12..
  17. N. H. Schilling: Statistische Mittheilungen über die Gas-Anstalten Deutschlands, der Schweiz und die Gas-Anstalten einiger anderer Länder. 2. Auflage. München 1868, S. 176, (online).
  18. Hans Lohmeyer: Zentralismus oder Selbstverwaltung. Ein Beitrag zur Verfassungs- und Verwaltungsreform. Berlin 1928.
  19. a b c d e f g Robert Albinus: Königsberg Lexikon, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1.
  20. Chronik der Jahrestagungen. Deutsche Mathematikervereinigung, abgerufen am 21. April 2014.
  21. Hans Reichenbach: Tagung für Erkenntnislehre der exakten Wissenschaften in Königsberg. Naturwissenschaften (1930), 18(50), S. 1093-1094, link
  22. Tagungsnachlese, Königsberg 1930. Abgerufen am 21. April 2014 (englisch).
  23. Bericht über die 2. Tagung für Erkenntnislehre der exakten Wissenschaften in Königsberg 1930: Die Logizistische Grundlegung der Mathematik + Die intuitionistische Grundlegung der Mathematik + Die formalistische Grundlegung der Mathematik. [In: Erkenntnis. Zweiter Band - Heft 2-3 (Annalen der Philosophie - Band X Heft 2-3) herausgegeben von Rudolf Carnap und Hans Reichenbach. Felix Meiner Verlag, Leipzig, 1931
  24. Herbert Marzian: Der Tod in Königsberg 1945–1947. In: Ostpreußenblatt. 20. August 1955.
  25. Waleri Iwanowitsch Galzow: The problems of people’s identification in the Kaliningrad region. In: Anthropological Journal on European Cultures 5. (1996), Nr. 2.
  26. In einem Gespräch mit dem Moskauer Sender Echo Moskwy am 9. Mai 2009 äußerte der Leiter der Kaliningrader Stadtgebietsverwaltung, Felix Felixowitsch Lapin, den Wunsch, die Stadt solle „Kjonigsberg“ (jo = ö) und der Verwaltungsbezirk „Preussen“ heißen.
  27. Bert Hoppe: Auf den Trümmern von Königsberg: Kaliningrad 1946–1970., Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2000, S. 27 f. vgl. I. Krivoruckaja: Kampanija pereimenovanij. Kaliningrad 1998, S. 90–106.
  28. Erlass Nr. 745/3 Zur Umbenennung von Ortschaften der Oblast Kaliningrad. vom 5. Juli 1950 (russisch, online)
  29. Königsberg – Wir spürten nur Hass. 9. April 2005.
  30.  Wie Kaliningrad zum neuen Königsberg werden könnte. In: Die Welt. 25. Oktober 2010 (online bei welt.de, abgerufen am 5. Mai 2012).
  31.  Dankwart Guratzsch: Königsberg will Altstadt und Schloss zurück. In: Die Welt. 15. August 2007 (online bei welt.de, abgerufen am 5. Mai 2012).
  32.  Eckhard Fuhr: Königsberg. Die Red' ist uns gegeben. Wie man eine Stadt erzählt: Jürgen Manthey läßt Königsberg auferstehen. In: Die Welt. 13. März 2005 (online bei welt.de, abgerufen am 5. Mai 2012).
  33. n24.de
  34. russland-heute.de
  35. a b  Mennonitisches Lexikon, Band 2, Stichwort Königsberg. Selbstverlag, 1937, S. 538.
  36. Bernhard von Poten: Stutterheim, Ludwig August von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 37, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 75 f.
  37. Werner Schwarz: Königsberger Musikleben zwischen den beiden Weltkriegen. 1971.
  38. Alexander Wyneken: Aus Königsbergs Theatergeschichte.. 1925 und 1926.
  39. Stefanie Schüler-Springorum: Assimilation and Community Reconsidered: The Jewish Community in Königsberg, 1871–1914., In: Jewish Social Studies. New Series 5/3 (199), S. 107.
  40. Walter Franz: Woher stammt der Name Hundegatt? Was Könígsberger Straßen erzählen. (PDF; 12,4 MB) In: Preußische Allgemeine. 25. Juni 1953; abgerufen am 22. Februar 2013.
  41. Herbert Meinhard Mühlpfordt: Königsberg von A bis Z – ein Stadtlexikon. Leer 1970.

54.73333333333320.483333333333Koordinaten: 54° 44′ N, 20° 29′ O