Ferrotypie

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Beispiel für eine Ferrotypie circa 1870

Die Ferrotypie (Tintype, Melanotypie oder Blechfotografie) ist ein fotografisches Direktpositiv-Verfahren, das zwischen 1855 und den 1930er Jahren verwendet wurde. Die Ferrotypie wurde 1856 von Hamilton L. Smith (1819–1903) erfunden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam zum manuellen Verfahren die Verarbeitung durch Automaten auf. Einen ersten solchen mechanisch betriebenen Automaten konstruierte Conrad Bernitt in Hamburg im Jahr 1890. Der Bosco-Automat wurde über Jahrzehnte weltweit genutzt und gilt als Vorläufer der heutigen Fotoautomaten. Die preiswerten Ferrotypien wurden in ein Album eingeklebt oder mit der Post verschickt; sie wurden rasch populär und traten vor allem als Schnellfotografie und als Jahrmarktattraktion in Erscheinung.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Die Ferrotypie basiert auf einer knapp belichteten und entwickelten iod- und bromsilberhaltigen Kollodiumschicht, die sich auf einem - meist mit Asphalt abgedunkelten - lackierten Eisenblech befindet. Das (fotochemische) Negativ erscheint aufgrund des Dunkelfeldprinzips vor dem dunklen Hintergrund als lichtwertrichtig. Ferrotypien sind Unikate, denn sie werden direkt belichtet und können in dieser Technik nicht kopiert werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Edward M. Estabrooke: The Ferrotype and How to Make It. Gatchell & Hyatt, Cincinnati Ohio 1872.

Siehe auch[Bearbeiten]

Andere frühe Fotografieverfahren:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ferrotypie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien