Fluch des Gewinners

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Der Fluch des Gewinners, auch Fluch des Meistbietenden (engl. Winner's curse) ist ein Modell der Verhaltensökonomik und beschreibt den Effekt, dass der Meistbietende in Versteigerungen bei unvollständiger Information systematisch einen zu hohen Preis zahlt. Er trifft auch bei anderen Preisfindungsprozessen wie Ausschreibungen auf. Im Rahmen der Spieltheorie werden Methoden diskutiert, diesen Effekt zu vermeiden.

Modell[Bearbeiten]

Das Modell basiert darauf, dass einzelne Marktteilnehmer unterschiedliche Informationen haben, die dazu führen, dass sie den Wert des zu versteigernden Gegenstandes unterschiedlich einschätzen. Diejenigen, die den Wert hoch einschätzen, unterliegen der Gefahr, den wahren Wert zu überschätzen, diejenigen, die ihn niedrig einschätzen, ihn zu unterschätzen. Sieger in der Auktion wird der Meistbietende. Bei diesem ist das Risiko, dass er den Wert überschätzt hat, am höchsten.

Gegenmaßnahmen[Bearbeiten]

Um nicht dem Fluch des Gewinners zum Opfer zu fallen, ist es sinnvoll, nicht den vollen geschätzten Wert zu bieten, sondern einen Sicherheitsabschlag abzuziehen. Die Höhe dieses Sicherheitsabschlags ist sinnvollerweise von dem Maß an Ungewissheit abhängig zu machen. Daher ist es aus Verkäufersicht sinnvoll, möglichst große Transparenz herzustellen.

Beispielsweise erfolgt der Zuschlag bei Zwangsversteigerungen üblicherweise unterhalb des Schätzwertes. Da die Bieter das Objekt selbst nicht gesehen haben, nehmen sie eben einen Sicherheitsabschlag auf den Schätzwert vor, um sich vor dem Fluch des Gewinners zu schützen. Dieser fällt höher aus, wenn der Eigentümer auch dem Sachverständigen die Besichtigung des Versteigerungsobjektes versagt hat.

Literatur[Bearbeiten]