Flugzeugkatastrophe von Nikosia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

35.10828933.287094Koordinaten: 35° 6′ 30″ N, 33° 17′ 14″ O

Flugzeugkatastrophe von Nikosia
Globe Air Bristol 175 Britannia 313 at Schiphol.jpg

Die verunglückte Bristol Britannia im Jahr 1965.

Unfall-Zusammenfassung
Unfallart CFIT
Ort Nikosia, Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern
Datum 20. April 1967
Todesopfer 126
Verletzte 4
Überlebende 4
Luftfahrzeug
Luftfahrzeugtyp Bristol Britannia-313
Betreiber Globe Air, SchweizSchweiz Schweiz
Kennzeichen HB-ITB
Passagiere 117
Besatzung 9
Liste von Katastrophen der Luftfahrt

Bei der Flugzeugkatastrophe von Nikosia stürzte eine Bristol Britannia-313 der schweizerischen Globe Air nahe dem Flughafen Nikosia in Zypern ab. Der Absturz gilt bis heute als das größte Flugzeugunglück in Zypern[1].

Der Flugverlauf[Bearbeiten]

Die Maschine war vom Flughafen Mumbai in Indien gestartet und auf dem Weg zum Flughafen Kairo in Ägypten. Die Piloten entschieden sich aufgrund des schlechten Wetters in Kairo, auf dem Flughafen Nikosia in Zypern zu landen. Am Flughafen Nikosia herrschte am 20. April 1967 um 01:13 Uhr ebenfalls schlechtes Wetter, wobei die Maschine im schweren Regen einen Landeversuch abbrach. Beim zweiten Versuch auf der Landebahn 32 zu landen, flog die Maschine zu niedrig an, brach den Landeversuch ab und begann nach dem Überfliegen der Landebahn eine Linkskurve einzuleiten und kollidierte dabei mit dem Gelände. Bei dem Absturz kamen 123 Passagiere und drei Besatzungsmitglieder ums Leben. Drei Passagiere und eine Flugbegleiterin überlebten das Unglück. Die Fluggesellschaft ging als Folge des Absturzes im Oktober 1967 in Konkurs.

22 unter den Opfern befindliche Schweizer wurden in Einzelgräbern auf dem Friedhof der Commonwealth War Graves Commission in Larnaka begraben. Diese Einzelgräber wurden im September 2009 aufgelassen[2] und die Leichname in ein Gemeinschaftsgrab mit einer Gedenktafel umgebettet[3][4].

Ursache[Bearbeiten]

Die zypriotische Flugunfallkommision stellte keine technischen Defekte an der Maschine fest, welche zum Unglück geführt haben könnten. Warum die Piloten nach Nikosia und nicht wie im Flugplan angegeben zum Flughafen Beirut ausgewichen waren, konnte ebenfalls nicht mehr geklärt werden. Zum Unfallzeitpunkt hatte der Kopilot keine gültige Verkehrsfluglizenz und der Pilot des Flugzeuges hatte den Beginn seiner vorgeschriebenen Ruhezeit um mindestens 2 Stunden und 47 Minuten überzogen[5].

Das Fluggerät[Bearbeiten]

Die Bristol Britannia mit dem Luftfahrzeugkennzeichen HB-ITB wurde 1957 gebaut und war bis zum Unfallzeitpunkt 20.632 Stunden geflogen[6].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eintrag bei aviation-safety.net. 22. August 2008, abgerufen am 13. April 2011.
  2. admin.ch: Bundesblatt Nr. 30, S. 5671, vom 28. Juli 2009 (PDF; 456 kB)
  3. tagesanzeiger.ch: 42 Jahre nach Absturz Gemeinschaftsgrab für Schweizer Opfer geplant, vom 28. Juli 2009
  4. famagusta-gazette.com: Communal grave for crash victims complete, vom 9. März 2011
  5. flightglobal.com: FLIGHT International S. 123 vom 25. Juli 1968
  6. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network