Controlled flight into terrain

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Ein controlled flight into terrain (englisch für gesteuerter Flug ins Gelände), kurz CFIT, ereignet sich, wenn ein intaktes Luftfahrzeug von einem ausgebildeten Piloten ins Gelände geflogen wird, während dieser sich des bevorstehenden Zusammenstoßes nicht bewusst ist.[1]

Wenn sich der Pilot der gefährlichen Situation bewusst ist, aber wegen technischen oder menschlichen Versagens den Aufprall nicht vermeiden kann, spricht man von einem uncontrolled flight into terrain, kurz UFIT.

Beispiele für einen CFIT[Bearbeiten]

Fehlinterpretation der Flughöhe[Bearbeiten]

Während eines Landeanfluges missverstehen die Piloten die Höhenvorgaben der Flugsicherung, fliegen infolgedessen mit nicht ausreichender Höhe und erkennen diesen Umstand aufgrund eingeschränkter Sicht und Ablenkung durch andere Aufgaben im Cockpit entweder gar nicht oder erst, wenn ein Bodenkontakt nicht mehr zu vermeiden ist.

In diesem Fall liegt kein technischer Defekt vor. Die zulässige Flughöhe wurde falsch interpretiert und deren Verifikation über die mitgeführten Karten entweder unterlassen oder die Karte falsch gelesen.

Fehlbedienung des Autopiloten[Bearbeiten]

Aufgrund fehlerhafter Bedienung des Autopiloten steuert das Flugzeug selbständig in den Boden oder gegen einen Berg, ohne dass die Crew es rechtzeitig bemerkt.

Hier liegt ein klassischer Bedienungsfehler vor: Die Systemzusammenhänge der Avioniksteuerung wurden entweder nicht verstanden oder fahrlässig falsch bedient, was zur Folge hatte, dass der Autopilot den eingestellten Anweisungen nach zwar systematisch korrekt handelte, jedoch nicht im Sinne dessen, was die Piloten eigentlich erreichen wollten.

Beispiele, die keinen CFIT darstellen[Bearbeiten]

Rauchentwicklung im Cockpit[Bearbeiten]

Aufgrund von Rauchentwicklung im Cockpit sind die Piloten durch die Einschränkung der Sicht nicht mehr in der Lage, die an sich korrekt arbeitenden Instrumente abzulesen. In Folge stürzt das Flugzeug ab.

In diesem Fall sind zwar alle Instrumente und Systeme des Flugzeuges intakt, jedoch war es den Piloten objektiv unmöglich, diese korrekt zu lesen.

Mehrfacher Hydraulikausfall[Bearbeiten]

Aufgrund eines mehrfachen Hydraulikausfalles sind die Piloten nicht mehr in der Lage, Pitch und Trimmung über die Steuerorgane direkt zu beeinflussen.

In diesem Fall sind die Steuerungssysteme nicht mehr intakt – die Piloten verlieren zwangsläufig die Herrschaft über das Flugzeug. Ein uncontrolled flight into terrain ist die Folge.

Häufigkeit[Bearbeiten]

Zwischen 1946 und 1955 gab es jährlich im Durchschnitt 3,5 Fälle, in denen ein flugtaugliches, steuerbares Passagierflugzeug ins Gelände geflogen wurde.[2] Diese Häufung von CFIT-Unfällen führte in den 1970er-Jahren zur Entwicklung und Einführung des Bodenannäherungswarnsystems GPWS. Bis 1980 wurde das Risiko trotz der starken Zunahme des Luftverkehrs auf etwa zwei CFITs pro Jahr gesenkt.

Tatsächliche Unfälle durch CFIT[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Definition der FAA: „CFIT occurs when an airworthy aircraft is flown, under the control of a qualified pilot, into terrain (water or obstacles) with inadequate awareness on the part of the pilot of the impending collision.“
  2. Nicholas Sabatini: FAA associate administrator for aviation safety: Downward Pressure on the Accident Rate (englisch, Rede vom 12. Mai 2006)
  3. Accident Investigation Report Gulf Air Flight Gf-072. bea.aero. Abgerufen am 18. Mai 2011.
  4. Vijay Shrestha: Yeti Airlines' 9N AFE Twin Otter Aircraft met with a fatal accident. In: yetiairlines.com. Yeti Airlines, 10. August 2008, archiviert vom Original am 11. Oktober 2008, abgerufen am 29. August 2012 (englisch).
  5. vgl. Aero 12/2008, Seite 61