Forces françaises de l’intérieur

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Flagge der FFI
Ein Kämpfer der FFI (1944)

Forces françaises de l'intérieur (FFI; deutsch: Französische Streitkräfte im Inneren) ist der Name der am 1. Februar 1944 durch beharrliche Arbeit Jacques Bingens gegründeten, alle heimlichen militärischen Résistancegruppierungen vereinigende Organisation. Sie vereinte Gruppen, die sich im besetzten Frankreich entwickelt hatten:

In den FFI spielte auch der gaullistische General Jacques Chaban-Delmas eine wichtige Rolle.

Die FFI, die ab März 1944 von General Marie-Pierre Kœnig befehligt wurden, spielte eine nicht unwesentliche Rolle in der Vorbereitung der alliierten Invasion (Op. Overlord/D-Day) von Juni 1944 und bei der Befreiung Frankreichs.

Oberst Henri Rol-Tanguy befehligte die FFI während der Befreiung von Paris 1944.

Kombattantenstatus und Erschießungen von Kriegsgefangenen[Bearbeiten]

Das Deutsche Reich hatte nach dem Waffenstillstand 1940 mit Frankreich angekündigt, weiterkämpfende Franzosen als Freischärler zu behandeln und erschießen zu lassen. Den Frei-Franzosen war es im November 1943 jedoch gelungen, vom Deutschen Reich als Verhandlungspartner anerkannt zu werden, das IKRK übernahm weitgehend die Schutzmachtfunktion gegenüber Deutschland. Die Frei-Franzosen hielten nach der Kapitulation der deutschen Verbände in Nordafrika an die 20.000 deutsche Soldaten gefangen und hatten damit ein Druckmittel, um diese Anerkennung zu erreichen. Am 9. Juni 1944 erklärten sie auch die FFI zu Kombattanten unter westalliiertem Oberbefehl. Die deutsche Seite erkannte diesen Status jedoch nicht an.

Als bekannt wurde, dass französische Gefangene in Lyon ermordet worden waren, erschossen die FFI am 28. August und am 2. September 1944 als Repressalie 80 Deutsche, überwiegend Angehörige der Sicherheitspolizei und des SD, sowie des SS-Polizei-Regiments 19, die zuvor an der brutalen Verfolgung französischer Widerständler beteiligt waren.[1]

Die Führung der Frei-Franzosen in Algier stellte sich hinter diese Erschießungen. Im September 1944 musste die Reichsregierung schließlich nachgeben. Sie sicherte den FFI den Kombattantenstatus zu. Am 1. November 1944 fand der erste Kriegsgefangenenaustausch statt. Anfang 1945 anerkannte sie gegenüber dem IKRK die Frei-Franzosen sogar als „kriegführende Partei“.[2][3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walther Flekl: Artikel Libération (Befreiung). In: Bernhard Schmidt u.a.: Frankreich-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Wirtschaft, Gesellschaft, Politik, Geschichte, Kultur, Presse- und Bildungswesen. 2. Aufl. Erich Schmidt, Berlin 2005, S. 560–565 (Lit.), ISBN 3-503-06184-3.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Peter Lieb: Konventioneller Krieg oder NS-Weltanschauungskrieg? Kriegführung und Partisanenbekämpfung in Frankreich 1943/44 (Quellen und Darstellungen zur Zeitgeschichte; Bd. 69). Oldenbourg Wissenschaftsverlag, München 2007, ISBN 3-486-57992-4, Seite 467 (zugl. Dissertation, Universität München 2005).
  2. Rüdiger Overmans: Die Kriegsgefangenenpolitik des Deutschen Reiches. In: Jörg Echternkamp (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg, Bd. 9: Die deutsche Kriegsgesellschaft 1939 bis 1945, 2. Halbbd.: Ausbeutung, Deutungen, Ausgrenzung. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 2005, ISBN 978-3-421-06528-5, S. 769f. (im Auftrag des MGFA)
  3. International Committee of the Red Cross: Report of the International Committee of the Red Cross on its activities during the Second World War. No. 1-2 (1948), S. 522