Francesco Fracanzano

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Francesco Fracanzano: Aus dem Leben des Heiligen Gregorius von Armenien. 1635, Chiesa di San Gregorio Armeno, Neapel
Francesco Fracanzano: Dionysius Cato

Francesco Fracanzano (* 1612 in Monopoli; † 1656 in Neapel) war ein neapolitanischer Maler und gilt als wichtiger Vertreter des Naturalismus in der Barockzeit der Stadt. Er wurde in Apulien geboren, kam aber schon 1622 nach Neapel, wo er wie sein Bruder Cesare ab ungefähr 1630 in der Werkstatt des wegen seiner Herkunft aus Spanien auch Spagnoletto genannten Malers Jusepe de Ribera arbeitete. 1632 heiratete Fracanzano die Schwester des Malers Salvator Rosa. Beide Maler werden wie auch Ribera der Neapolitanischen Schule zugerechnet.[1]

Der Stil Fracanzanos steht dem von Ribera sehr nahe, auch zeigt er eine enge Verbindung zum Meister der Verkündigung an die Hirten. Wie dieser stellt Fracanzanos in naturalistischem und detailgetreuem Stil neben der Religiosität auch die realen gesellschaftlichen Zustände der Stadt dar. Dabei verwendet er oft einen typisch dunklen Hintergrund und beispielsweise kräftige Farben für die Kleidung seiner Figuren. Sein Werk drückt die Anteilnahme am damals oft harten Los der einfachen Bevölkerung aus.

Fracanzano nahm 1647 am Masaniello-Aufstand der armen Bevölkerung Neapels gegen die spanischen Steuererhöhungen teil, nach dessen Niederschlagung er nur durch einflussreiche Freunde vor einer Bestrafung bewahrt werden konnte. Jedoch war er dann an einem weiteren Aufstand 1656 beteiligt und wurde dafür hingerichtet.[2]

Fracanzano ist auch manchmal unter seinem Spitznamen oder Pseudonym Ciccio Fracanzano genannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Neben den als seine Meisterwerke geltenden Bildern in den Kirchen Chiesa di San Gregorio Armeno und Trinità dei Pellegrini in Neapel sind zahlreiche der Bilder Francesco Fracanzanos in Museen erhalten. Des Weiteren befinden sich mehrere Werke in Privatbesitz. Der Werkkatalog enthält beispielsweise folgende Arbeiten:

  • Apostel (Museo di Capodimonte, Neapel)
  • Der Verlohrene Sohn (Pinacoteca Provincial, Bari)
  • Der Verlohrene Sohn (Museo di Capodimonte, Neapel)
  • Dionysius Cato (Privatbezitz[3])
  • Ecce Homo (1647) (Harris Collection, New York)
  • Heraklit (1640, Kunsthistorisches Museum, Wien)
  • Mann mit einem Spiegel (Sokrates?) (Privatbezitz, London. (Kopie nach einem verschollenen Original seines Lehrers Jusepe de Ribera))
  • Paulus (The Bowes Museum, Barnard Castle (zugeschrieben))
  • Petrus (c. 1635, Kollektion Boblot, Paris)
  • Tod des Heiligen Josef (1652, Chiesa di Trinità dei Pellegrini, Neapel)
  • Zwei Bilder aus dem Leben des Heligen Gregorius von Armenien (1635, Chiesa di San Gregorio Armeno, Neapel)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Touring Club of Italy (Hrsg.): Naples and the Amalfi Coast (Heritage Guides to Italy). Mailand 2003, S. 18
  2. Maria Farquhar (R. N. Woenum (Hrsg.)): Biographical catalog of the principal Italian Painters. Designed as a Handbook to the Picture Gallery by a Lady. London 1855, S. 63
  3. Auktionshaus Sotheby's New York, Verkaufsangebot January 25, 2008, Los 228

Literatur[Bearbeiten]

  • B. de Dominici: Vite dei Pittori, Scultori, ed Architetti Napolitani. Band 3. Neapel 1742, S. 82ff
  • R. Longhi: G. B. Spinelli e i naturalisti napoletani del Seicento. In: Paragone. Arte, 20.1969, S. 42–52
  • Francesco Fracanzano. In: The Grove Dictionary of Art. Oxford 2000
  • Touring Club of Italy (Hrsg.): Naples and the Amalfi Coast (Heritage Guides to Italy). Mailand 2003, S. 18