Frieden von Wien (1866)

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Der Frieden von Wien wurde am 3. Oktober 1866 zwischen Österreich und Italien geschlossen. Der Friedensvertrag beendete den Deutschen Krieg.

Am 20. Juni 1866 trat Italien an der Seite Preußens mit der Kriegserklärung an Österreich in den Deutschen Krieg ein. Österreich musste somit einen Zweifrontenkrieg führen. Nach den Friedensschlüssen von Nikolsburg und Prag zwischen Preußen und Österreich verhandelten der österreichische General Möring und der italienische General Revel in Venedig über die Beendigung des Krieges in Oberitalien.

Da Bismarck entgegen den preußischen Militärs erfolgreich gegen österreichische Territorialabtretungen an Preußen Einspruch erhob, war der Hauptpunkt die Abtretung Venetiens an Italien, das seine staatliche Einigung damit weitgehend vollenden konnte. Zu großen Schwierigkeiten kam es bei dem militärischen Teil des Vertrages, da die Überlassung der Festungen und die Ablösung des Materials Anlass zu Streitigkeiten gab. Das Land stand schon unter italienischer Herrschaft, war auch schon abgetreten, aber die Festungen blieben noch in den Händen der Österreicher. So kam es in Verona und Chioggia zu Straßenschlachten gegen die österreichischen Truppen. Auf Wunsch des französischen Kaisers Napoléon III. stimmte die Bevölkerung darüber ab, ob sie zu Italien gehören wolle, und 671.757 Stimmen erklärten sich dafür, 69 dagegen, 366 Stimmen waren ungültig. Österreich räumte daraufhin alle Festungen und gab auch die Eiserne Krone der Lombardei zurück, die 1859 nach Wien gebracht worden war.

Der endgültige Vertrag wurde dann am 3. Oktober 1866 in Wien unterzeichnet und am 12. Oktober 1866 ratifiziert.