Friedrich Adolf Richter

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Werbung vom Hof- und Kammerlieferant F. Ad. Richter & Cie. mit Anker-Steinbaukasten (1908)
Die Villa Friedrich Adolf Richters (2003)
Werbung für Richter`s Anker-Pain-Expeller und für den Anker-Steinbaukasten (1891)

Friedrich Adolf Richter (* 1847 in Herford; † Dezember 1910 in Jena) war ein deutscher Unternehmer und Produzent der Anker-Steinbaukästen.

Biografie[Bearbeiten]

Friedrich Adolf Richter, Sohn eines Bäckermeisters, erhielt 1876 vom örtlichen Prinzen die Erlaubnis, im thüringischen Rudolstadt eine chemisch-pharmazeutische Fabrik zu bauen.

Nachdem die Brüder Otto und Gustav Lilienthal 1880 eine Methode entwickelt hatten, aus Quarzsand, pulverisiertem Kalk und Leinölfirnis stabile Bausteine herzustellen, mussten sie aus Geldmangel ihre Erfindung verkaufen. Der Unternehmer Richter erwarb die Idee für die Bauklötzchen und baute für die Produktion ein neues Werk in Rudolstadt. 1882 wurden die ersten Baukästen hergestellt und zunächst als „Patent-Baukästen“ mit der von Gustav Lilienthal entwickelten Bildmarke eines roten Eichhörnchens vertrieben. Mit Beginn der Neuen Folge 1895 wurde das Eichhörnchen durch den inzwischen von anderen Produkten aus dem Hause Richter bekannten Anker ersetzt.

In Österreich-Ungarn war das Spielzeugunternehmen F. Ad. Richter & Cie. dann k.u.k. Hof- und Kammerlieferant des Kaisers und Mitgliedern der kaiserlichen Familie sowie Hoflieferant weiterer europäischer Höfe. Anker schaffte es also bis in die allerhöchsten Kinderzimmer.

Als Richter 1910 starb, hinterließ er ein Unternehmensimperium mit Niederlassungen in ganz Europa, den USA und Japan.

Erben der Richterschen Villa versuchten nach der deutschen Wiedervereinigung, das Haus durch Rückübertragung auf der Grundlage des Vermögensgesetzes zurückzuerlangen. Aufgrund der Nutzung als Kindergarten war dies jedoch nicht möglich. Von einer gerichtlichen Auseinandersetzung darüber hatten die Mitglieder der Erbengemeinschaft dann abgesehen, erhielten jedoch ein Vorkaufsrecht. Nach der Nutzung als Kindergarten entstand das Spielhaus Richtersche Villa. 2009 plante die Stadt jedoch, das Haus zu verkaufen und einer gewerblichen Nutzung zuzuführen. In diesem Zusammenhang musste der Verein Spielhaus Richtersche Villa e. V. umziehen und nahm entsprechend seinem neuen Vereinssitz den Namen Spielhof Debrahöhe e.V.[1] an. Nach einem zwei Jahre dauernden Rechtsstreit mit der Stadt hat 2011 ein Teil der Erben aus den alten Bundesländern von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und die Villa von der Stadt gekauft.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Digitalisate[Bearbeiten]

  • J.F. Procházka: Topographisch-statistischer Schematismus des Grossgrundbesitzes im Königreiche Böhmen, zugleich Adressenbuch sämmtlicher bei demselben angestellten Beamten, des Forstpersonals, u.s.w. Selbstverlag J.F. Procházka, Prag 1891, Anzeigenteil Seite 181 Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. die Website des Spielhof Debrahöhe e. V.
  2. Heike Enzian: Richtersche Villa in Rudolstadt steht vor dem Verkauf. In: Ostthüringer Zeitung, 29. Januar 2011