Fritz-Reuter-Literaturmuseum

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Ehemaliges Rathaus von Stavenhagen mit Fritz-Reuter-Denkmal, heute als Fritz-Reuter-Literaturmuseum dem Dichter gewidmet
Fritz Reuter. Lithografie von Josef Kriehuber nach einer Zeichnung von Emil Haertel, 1874

Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum in Stavenhagen widmet sich dem bedeutendsten Schriftsteller niederdeutscher Sprache Fritz Reuter (1810–1874) und befindet sich in dessen Geburtshaus am Marktplatz.

Heute gilt das Fritz-Reuter-Literaturmuseum neben dem Reuter-Wagner-Museum in Reuters letzten Wohnhaus in Eisenach und weiteren ständigen Reuter-Ausstellungen in Altentreptow, Neubrandenburg und Dömitz als das bedeutendste Reuter-Museum.

Museumsleitung[Bearbeiten]

Die bisherigen Museumsdirektoren:

Gebäude[Bearbeiten]

Das Gebäude ist das ehemalige Stavenhagener Rathaus, ein imposanter zweigeschossiger Putzbau mit Mansarddach aus dem Jahre 1785-1788, in dem Reuters Vater fast 40 Jahre lang als Bürgermeister und Stadtrichter gearbeitet und mit seiner Familie gelebt hat. Im Erdgeschoss links befindet sich Reuters Geburtszimmer, das heute als Wohnzimmer des Biedermeier gestaltet ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits 1910, zum 100. Geburtstag des Dichters, richtete die Stadt im Geburtszimmer eine „Reuterstube“ ein, die in der Folgezeit jedoch immer wieder als Amtsraum genutzt wurde.

1949 wurde das Museum gegründet und 1954 um einige Räume erweitert. Bereits 1955 hatte das Museum 5 000 Besucher.[1]

Um 1955 wurde begonnen, eine Präsenzbibliothek zur niederdeutsche Literatur und Philologie und zur Reuter-Rezeption anzulegen, „damit das Fritz Reuter Museum mit der Zeit eine wirkliche Forschungsstelle für Fritz Reuters Werk und niederdeutsche Sprache werden kann ...“[2]

Ab 1960 stand nach dem Auszug der Stadtverwaltung fast das gesamte Gebäude als Museum zur Verfügung.

In den 1970er Jahren konnten Reste der auf Karl Theodor Gaedertz zurückgehenden Reuter-Sammlung in den Bestand des Stavenhagener Museums übernommen werden.

Im Jahr 2001 wurde das gesamte Haus saniert, die Räume wurden neu gestaltet und viele technische Details verändert.

Sammlung[Bearbeiten]

Das Fritz-Reuter-Literaturmuseum bewahrt eine umfangreiche Sammlung von Reuters Handschriften, Dokumenten und Sachzeugen seiner Zeit und eine Fachbibliothek mit einem Bestand von etwa 15 000 Bänden.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Die im Jahr 2001 völlig erneuerte ständige Ausstellung dokumentiert das Leben und Schaffen Reuters und die Rezeption seines Werkes. In einer modernen literarischen Ausstellung werden Handschriften, Gemälde von Reuters Hand, Zeitdokumente und Gegenstände aus Reuters Besitz gezeigt.

Innerhalb der Ausstellung gibt es Stationen für Kinder und seit 2009 auch ein Filmkabinett, in dem mehrere Filme und eine Fernsehserie nach Reuters Werken abgerufen werden können.

In einem Nebengebäude befindet sich die Dauerausstellung Ernst Lübbert – Leben und Werk“, und im Gewölbe des Stavenhagener Schlosses ist die Ausstellung „Franzosenzeit in Mecklenburg 1806–1813“ zu besichtigen.

Publikationen[Bearbeiten]

Als Publikation des Museums wird seit 2000 (Band 23) das um den Untertitel „Nieges ut de Reuterstadt“ erweiterte Jahrbuch kikut – Plattdütsch gistern un hüt“ herausgegeben. Das traditionsreiche Periodikum erscheint seit 1976 in (fast) jährlicher Folge. Einst gegründet von der Bezirksleitung Neubrandenburg des Kulturbunds der DDR als Arbeitsmaterial für Interessengemeinschaften und Freunde der niederdeutschen Sprache, später gemeinsam mit dem Volkskulturinstitut Rostock herausgegeben, wurde das Jahrbuch stets von einem in Stavenhagen beheimateten Redaktionskollegium betreut. Zuletzt erschien Band 34 (2012).

Fritz-Reuter-Literaturpreis[Bearbeiten]

Seit 1999 wird jährlich zum Geburtstag von Fritz Reuter am 7. November in einer festlichen Veranstaltung der Fritz-Reuter-Literaturpreis der Stadt Stavenhagen und des Fritz-Reuter-Literaturmuseums übergeben. Der Preis wird für niederdeutsche Literatur bzw. Arbeiten über niederdeutsche Sprache und Literatur verliehen und durch die Sparkasse Neubrandenburg-Demmin gefördert.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nenz, Cornelia: „…auf Beschluß von Rath und Bürgerschaft…“. Die Stadt Stavenhagen und ihr berühmter Sohn. Beginn einer Bilanz. In: Fritz Reuter und die Reformbestrebungen seiner Zeit. Beiträge der Fritz Reuter Gesellschaft. Band 11. Rostock 2002. S. 126-143.
  2. Fritz-Reuter-Literaturmuseum, Archiv: Schreiben vom Kreisheimatmuseum Demmin an das Fritz-Reuter-Museum am 9. Dezember 1955.

53.6952512.908776Koordinaten: 53° 41′ 43″ N, 12° 54′ 32″ O