Ernst Lübbert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst Lübbert (* 26. Juli 1879 in Warin; † 29. August 1915 bei Grodno am Njemen) war ein deutscher Maler und Illustrator.

Leben[Bearbeiten]

Ernst-Lübbert-Denkmal in Warin
Von Ernst Lübbert gestaltetes Plakat, 1911

Lübbert schlug früh die Zeichnerlaufbahn ein. Unterstützt wurde er darin von seinem Vater, einem Amtmann im mecklenburgischen Warin. Nach privatem Unterricht studierte er seit 1896 an der „Königlichen akademischen Hochschule für die bildenden Künste“ in Berlin, u. a. bei Adolf Schlabitz, Joseph Scheurenberg, Max Koner und Friedrich Kallmorgen. Seine große Begabung trat rasch hervor. Seit 1904 arbeitete als freischaffender Künstler. Ausgedehnte Studienreisen führten ihn nach Dalmatien, Montenegro, Italien, Tirol, Schottland und Paris.

Lübberts Hauptwerke sind diverse Ölgemälde, die auf Kunstausstellungen in Hamburg und Berlin gezeigt wurden. Um des Broterwerbs willen war er aber hauptsächlich als Karikaturist und Illustrator tätig. Zahlreiche Zeichnungen für Werbeanzeigen erschienen in der Tagespresse.[1] Bekannt ist Lübbert heute vor allem noch durch seine Mitwirkung an dem Werk "Die Welt in hundert Jahren" (Berlin 1910), zu dem u.a. Bertha von Suttner, Ellen Key, Bjørnstjerne Bjørnson, Eduard Bernstein und Hermann Bahr Beiträge beisteuerten.[2]

Am 2. August 1914 wurde Lübbert zum Kriegsdienst einberufen. Am selben Tag heiratete er seine langjährige Freundin Hedwig Techel. Von patriotischen Gefühlen erfüllt, trat er den Dienst an. Im Morgengrauen des 29. August 1915 kam er bei einem Sturmangriff auf Lipsk bei Grodno am Njemen (heute: Hrodna, Weißrussland) ums Leben. Sein Leichnam wurde nach Schwerin überführt und auf dem dortigen Alten Friedhof beigesetzt. Das Grab wird von einem außergewöhnlichen Grabmal nach Entwurf von Wilhelm Wandschneider geschmückt.

Publikationen[Bearbeiten]

  • Eine Nacht im Puppenlager des K.D.W. [Illustr.:] Ernst Lübbert [u.a.], Berlin: Verl.-Anstalt Buntdruck [ca. 1910].
  • Arthur Brehmer (Hrsg.): Die Welt in hundert Jahren. Mit Illustrationen von Ernst Lübbert, Berlin: Verlagsanstalt Buntdruck [ca. 1910].
  • Kalender der "Berliner Morgenpost" für das Jahr 1914, gestaltet von Ernst Lübbert, Berlin o.J. [1913].

Literatur[Bearbeiten]

  • Arthur Brehmer: Dem liebenswürdigen mecklenburgischen Künstler Ernst Lübbert, Stiller, Schwerin 1927.
  • Margret von Thünen: Ernst Lübbert - Ein mecklenburgischer Porträt- und Genremaler, in: Neubrandenburger Mosaik, Neubrandenburg 1983, S. 67-75.
  • Christian Madaus: Der Maler Ernst Lübbert [erschienen aus Anlaß des 80. Todestages], Stock und Stein, Schwerin 1995 (ISBN 3-910179-22-3).
  • Thomas Zahn: Neues zu Ernst Lübbert (1879 - 1915), in: Reuterstädter Amtsblatt. Malchow: Wittich, Bd. 1.2005, 2, S. 15.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernst Lübbert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siehe zum Beispiel: Berliner Lokal-Anzeiger vom 11. Januar 1916. Abendausgabe. Erste Beilage, S. 4: "Gut bei Stimme". Anzeige für Wybert-Halstabletten.
  2. Andreas Platthaus, Wir wollen leider keine Weltmacht sein. Was ein Buch von 1910 über die Welt von heute zu erzählen versucht. In: FAZ, 7. August 2010.