Fuchsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Fuchsen (auch anmäuerln, ditschen, Groschenklick, kitschen, klimpern, klingeln, pfennigfuchsen, pimpern, pingeln, pinschern, schangeln, schummeln oder schebbeln, webbeln) ist der Name eines Spieles, bei dem es darum geht, aus einem zuvor vereinbarten Abstand eine Münze (oder auch Kronkorken) an eine Wand zu werfen, und zwar so, dass das Geldstück möglichst nahe vor ihr liegen bleibt.

Kind beim Fuchsen-Spiel (Zeichnung)

Regeln[Bearbeiten]

Wie bei allen überlieferten Spielen herrschen keine allgemein gültigen Regeln vor. Grundsätzlich gilt jedoch: Im Abstand von 1,50 bis 3m wird vor einer Mauer/Wand eine Abwurflinie gezogen. Nun werfen alle Spielteilnehmer (2 - viele) nacheinander ihre Münze im Stehen oder im Knien an die Wand. Derjenige, dessen Münze am nächsten an der Mauer liegt, gewinnt und darf die Münzen der anderen Mitspieler behalten. [1]

Es gibt diverse Ableitungen dieser Regeln - beispielsweise können Spielsteine oder Gogos statt Münzen verwendet und entsprechend Punkte für den oder die besten Werfer vergeben werden. [2]. Letztendlich bestehen die genauen Regeln aus einer kurzen Vereinbarung bei Spielbeginn.

Geschichte[Bearbeiten]

Spiele mit Münzen waren seit dem Altertum bekannt. Eine genaue Datierung für das Fuchsen lässt sich nicht eruieren. Sicher ist jedoch, dass es nahezu weltweit verbreitet ist. Quellen aus England besagen, dass es zumindest vom Beginn des 18. Jahrhunderts bekannt war, als arbeitslose Bergarbeiter dieses und andere Spiele, obwohl in der Öffentlichkeit verboten und von den Ordnungshütern geahndet, in ihren Bezirken spielten. Das Spiel erfreut sich auf Schulhöfen großer Beliebtheit, ist dort aber häufig verboten.

Regionale Bezeichnungen[Bearbeiten]

knippen (Aken/Elbe)um 1950
  • anmäuerln (Wien)
  • ditschen (Hamburg; NO-Niedersachsen)
  • fuchsen (Pforzheim)
  • Groschenklick (Ostfriesland)
  • kitschen (Dortmund)
  • klimpern (Berlin)
  • klingeln (Cottbus)
  • pfennigfuchsen (München)
  • schebbeln (Essen)
  • webbeln (Mittelfranken)
  • bretteln (Oberfranken, Unterfranken, Süd-Thüringen)
  • MounzBounz (Baden-Württemberg)

Literatur[Bearbeiten]

  • M. Clapson: A bit of a flutter : Popular gambling and English society c. 1823 – 1961. Manchester, University Press, 1992.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Spielbeschreibung für Penny Pitch bei www.nelson.usf.edu engl.
  2. Spielbeschreibung für Fuchsen bei www.gruppenspiele-hits.de