Funai Electric

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Funai Electric
Logo
Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
Gründung April 1951/September 1961[1]
Sitz Daitō
Leitung Tomonori Hayashi
Mitarbeiter 3.990 (Stand: Ende März 2012)[2]
Branche Elektronik
Website http://www.funai.jp/
Hauptsitz

Funai Denki K.K. (jap. 船井電機株式会社, Funai Denki Kabushiki-gaisha, engl. Funai Electric Co. Ltd.) ist ein japanischer Hersteller und Distributor für Heimelektronik und Unterhaltungselektronik.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im April 1951 von Tetsurō Funai in Ōsaka als Funai Mishin Shōkai (船井ミシン商会, engl. Funai Sewing Machine Company) gegründet. Im September 1961 erfolgte die Umfirmierung in den heutigen Namen.[1] 1976 zog der Hauptsitz von Ōsaka in das benachbarte Daitō um.

1959 – 1969[Bearbeiten]

Ab April 1959 produzierte die Firma Transistorradios, und war damit außerordentlich erfolgreich. Im August 1961 folgte die Umfirmierung und Gründung von Funai Electric Co. in Osaka, Japan. Kurz darauf expandierte Funai auf den nordamerikanischen Markt, auf dem das „Funai Clock Radio“ in den sechziger Jahren ein erster Verkaufshit wurde. Nordamerika war der größte Absatzmarkt weltweit und Tetsuro Funai hatte dort schnell das Potential erkannt. Im März 1964 folgte sowohl die Gründung von Chugoku Funai Electric Co. als erste Fabrik in Hiroshima (Japan), als auch die Gründung der Funai Group. Ein weiterer großer Verkaufserfolg das „Achtspur-Autokassettenradio“, bei dem Funai weltweit die Nummer 1 wurde.[2]

Das „Funai Production System“[Bearbeiten]

Als es im August 1971 zu einer Wirtschaftskrise kam, in deren Zusammenhang die feste Wechselkursbindung zum US-Dollar aufgegeben und der Yen aufgewertet wurde, wurde der weltweite Export japanischer Produkte beeinträchtigt. Die Folge aus der Krise war für Funai ein Wechsel vom sogenannten „Work Order System“, hin zum „Sales Order System“. Die einzelnen Tochtergesellschaften mussten effizienter werden, mehr verkaufen und der interne Konkurrenzdruck wurde erhöht. 1977 wurden Funai-Manager im Toyota-Werk in Hamura geschult. Als Ergebnis dieser Schulung wurde das „Funai Production System“ eingeführt mit dem Ziel, eine höhere Effizienz in der Produktion zu bewirkent. Funais Firmenleitlinie war damals wie heute: „Die Menschen sind der Schlüssel zum Erfolg“.[2]

Expansion nach Europa, Asien und USA[Bearbeiten]

Funai baute ab Anfang der 80er Jahre als einer der ersten Hersteller einen CVC- und später VHS-Videorecorder. Im Januar 1980 setzte sich die Expansion des Unternehmens in Europa fort. Funai Electric Trading (heute Funai Deutschland) wurde in Hamburg gegründet. Des Weiteren wurden die Verkaufsstrukturen im Westen ausgebaut und verbessert. Es entstanden Vertriebsstellen in Großbritannien, Frankreich, Polen und Deutschland. In Übersee wurden neue Fabriken errichtet wie beispielsweise in Polen, China und Thailand. Im April 1989 wurde Funai Electric Sdn. Bhd. in Malaysia gegründet. [2]

Im Mai 1991 wurde die Funai Corporation Inc. auf dem amerikanischen Markt gegründet. Diese ist heute in Nordamerika verantwortlich für die Produktion und den Vertrieb der Marken „Emerson“, „Sylvania“, „Philips“ und „Magnavox“. Im Juni 1991 wurde in Japan ein erstes eigenes Forschungsinstitut errichtet um damit die Stellung als Innovator in der Elektronikbranche zu gewährleisten. In den Jahren 1992 und 1994 wurde, mit der Errichtung der Fabrik in Dongguan (China) und der Gründung der Fabrik in Zhong Shan (China), auf die stark gestiegene Nachfrage reagiert. Einhergehend mit der Errichtung der neuen Fabriken in China kam es zu einer Weiterentwicklung des „Funai-Production-System“. Um ein breiteres Servicespektrum anbieten zu können, wurde im Januar 1996 der Funai Service in Japan gegründet. Des Weiteren wurden ab dem Oktober 1997 in den USA neue Vermarktungskanäle durch große Handelspartner wie beispielsweise Walmart erschlossen. 1999 ging das Unternehmen in Japan an die Börse.[2]

2001 stieg das Unternehmen in den LCD-Markt ein.

Die weitere Expansion des Unternehmens führte im Juli 2003 zur Gründung von Funai Thailand Co. Ltd. Die Expansion in Europa schritt voran. Im Juli 2005 kam es zur Gründung der Funai Europe GmbH UK in London sowie der Funai Europe GmbH in Warschau im Oktober 2005. Kurz darauf folgte im Juli 2006 die Gründung der Funai Europe GmbH in Paris sowie im Oktober 2006 der Funai Electric (Polska) sp. z. o. o. in Polen.

Der Juni 2007 markierte den Produktionsstart bei Funai Electric (Polska) sp. z. o. o. in NowaSol, Polen. Um sich besser an die Marktbedingungen des jeweiligen Landes anpassen zu können, wurden die europäischen Niederlassungen in Deutschland, England, Polen und Frankreich im Juli 2007 selbständig und unabhängig von der Zentrale in Hamburg. Im April 2008 folgte im Headquarter in Japan ein weiterer, großer Schritt in der Firmengeschichte. Es kam zum Führungswechsel an der Spitze des Konzerns. Tetsuro Funai wurde zum Chairman und neuer Präsident wurde Tomonori Hayashi.

Um die Marktposition in Nordamerika weiter auszubauen, wurde im April 2008 die Philips LCD-Sparte für Nordamerika übernommen. Als nächsten Schritt in der Fortentwicklung des Unternehmens sieht Funai die Verringerung der Abhängigkeit von China, da die Kosten für die fünf chinesischen Werke weiter steigen. In Nordamerika wurde die Expansion im April 2009 mit der Gründung von P&F Mexicana, S.A. DE C.V. in Mexico weiter vorangetrieben. Im Februar 2012 wurde Funai India Private Limited als Produktionsstätte in Mumbai, Indien gegründet.[2]

Gegenwart[Bearbeiten]

In Reaktion auf die tiefgreifenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen des digitalen Zeitalters, rückt heute die Produktentwicklung und Forschung verstärkt in den Fokus des Unternehmens. Sowohl neue Standorte für Fertigungsfabriken als auch die weitere, weltweite Expansion sind auf dem Prüfstand und werden zukünftigen globalen Veränderungen angepasst.[3] Im Januar 2013 versuchte Philips seine Sparte Unterhaltungselektronik an Funai zu verkaufen.[4] Dieser Verkauf scheiterte allerdings aufgrund von Vertragsverletzungen seitens Funai.[5]

Produkte[Bearbeiten]

Funai produziert und vertreibt in Nordamerika unter anderem auch Produkte unter den Marken Emerson, Sylvania, Magnavox und Symphonic. Des Weiteren vertreibt Funai in Nord- und Lateinamerika exklusiv TV- und Videoprodukte der Marke Philips. In Europa und Indien vertreibt Funai Produkte unter der Eigenmarke Funai. In Japan werden Produkte auch unter der Marke DX Broadtec verkauft.

Funai stellt auch die meisten Drucker für Dell und Lexmark her.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b よくあるご質問. Funai, abgerufen am 10. Oktober 2012 (japanisch).
  2. a b c d e f Annual Report 2012. Funai, abgerufen am 30. Oktober 2012 (PDF; 5,4 MB, englisch).
  3. History of Funai. Funai, abgerufen am 30. Oktober 2012 (englisch).
  4. Philips kappt seine Wurzeln FAZ.net, 29. Januar 2013, abgerufen am 1. Februar 2013
  5. Philips verklagt Funai wegen Vertragsverstößen Handelsblatt, 25. Oktober 2013, abgerufen am 28. Dezember 2013