Dongguan

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in der chinesischen Provinz Guangdong; für die Großgemeinde Dongguan (东官镇) im Stadtbezirk Shuangcheng der Stadt Harbin, siehe Dongguan (Shuangcheng). Der Asteroiden Dongguan wird unter (3476) Dongguan beschrieben.
Dongguan
Dongguan Avenue
Provinz: Guangdong
Einwohner: 8.200.000 (2010)
Fläche: 2.465 km²
BIP: 92,68 Mrd. RMB (2002)
Postleitzahl: 523000
Vorwahl: 0769
Kfz-Kennzeichen: 粤 S
Karte
Lage der Stadt Dongguan

Dongguan (chinesisch 东莞市) ist eine bezirksfreie Stadt in der chinesischen Provinz Guangdong.

Geographie[Bearbeiten]

Dongguan liegt östlich des Perlflusses bei dessen Mündung in das Chinesische Meer zwischen Guangzhou und Shenzhen. Im Osten und Nordosten grenzt es an die bezirksfreie Stadt Huizhou. Um von den starken Wasserschwankungen des unregulierten Perlflusses unabhängig zu werden, wurde parallel ein Schifffahrtskanal angelegt, der Dongguan ebenso mit dem Meer verbindet.

Das Klima ist subtropisch; die durchschnittliche Januartemperatur liegt bei 13,4 °C, die durchschnittliche Julitemperatur bei 28,4 °C. Die Niederschläge betragen 1800 mm pro Jahr.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Hafen Humen, Stadt Dongguan, wurde durch den Beamten Lin Zexu von den Briten beschlagnahmtes Opium vernichtet. Dies führte zum Ersten Opiumkrieg.

Die Stätten von Lin Zexus Wasserbecken zur Opiumzerstörung und Humen-Batterien stehen auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China.

Im Jahr 1985 wurde Dongguan zu einer Stadt erhoben.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Stadt Dongguan lebte lange von der Leichtindustrie. Aufgrund der zahlreichen Fabriken in und um Dongguan herum galt die Stadt auch als produktivste Stadt Chinas. Hergestellt werden vor allem elektrische Geräte, pharmazeutische Produkte, Lebensmittel, Spielwaren, Textilien und Schuhe. Dongguan hat ca. 2.000 Schuhfabriken, in den vier Produktionsstätten des größten Schuhproduzenten Pou Chen arbeiten etwa 160.000 Arbeiter. Vor allem durch Investitionen aus Hongkong wurde Dongguan ein Zentrum der Computerindustrie. Im Jahr 2008 erlebte der industrielle Sektor der Stadt einen beispiellosen Niedergang durch Betriebskonkurse und zunehmende Massenarbeitslosigkeit infolge der weltweiten Rezession[1]

New South China Mall, 2010

Inzwischen setzt man in der Stadt verstärkt auf den Handel, mit der New South China Mall (chinesisch: 新华南MALL; Pinyin: Xinhuánán MALL) und ihren 660.000 Quadratmetern Einkaufsfläche wurde das zur Zeit größte Einkaufszentrum (Shopping Mall) der Welt errichtet. Damit möchte man Käufer aus der gesamten Region des südlichen Perlflusses anziehen. Das Zentrum leidet jedoch unter Käufermangel, rund 98 Prozent der Verkaufsfläche sind unvermietet, die Lage der Mall ist zu sehr auf die Erreichbarkeit mit dem Pkw ausgerichtet.[2][3]

Daneben werden Bodenschätze wie Wolfram, Zinn oder Kupfer abgebaut.

Zwischen 2009 und April 2014 galt die Stadt in China wegen ihrer zahlreichen Bordelle als Sexhauptstadt Chinas mit einem geschätzten Wirtschaftsvolumen von 6[4] bis 20[5] Mrd. Euro Umsatz.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Dongguan ist der Heimatort vieler Auslandschinesen. 700.000 Menschen in Hongkong, Taiwan und Macao und weitere 200.000 im Ausland lebende Chinesen stammen aus Dongguan.

Administrative Gliederung[Bearbeiten]

Lage der Stadt Dongguan in der Provinz Guangdong

Obwohl Dongguan eine bezirksfreie Stadt ist, wurde sie nicht in weitere Verwaltungseinheiten auf Kreisebene (Stadtbezirke, Kreise, kreisfreie Städte) unterteilt. In Dongguan bilden Kreis- und Bezirksebene eine Einheit, die politisch-administrativ auf Bezirksebene angesiedelt wurde. Auf Gemeindeebene setzt sich Dongguan aus vier Straßenvierteln und 28 Großgemeinden zusammen. Diese sind:

Tourismus[Bearbeiten]

Keyuan in Dongguan

Sehenswert in Dongguan ist Keyuan, der Ke-Park, der zu den schönsten der Provinz Guangdong gehört. Er wurde für Zhang Jingxiu, einen Minister der Qing-Dynastie, gebaut und ist für die hellblauen Ziegel berühmt, aus denen die Pavillons und Räume gebaut sind. Zusammen mit den Alten Gebäuden der Dörfer Nanshecun und Tangweicun, der Quejin-Ting-Steintafel, sowie dem Ehemaligen Stützpunkt Dalingshan im Antijapanischen Krieg steht er auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dongguan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSybille Rothe: Einst produktivste Stadt Chinas steht vor dem Nichts - ARD-tagesthemen-Bericht. In: tagesthemen (23:00 Uhr). ARD Peking, 11. Dezember 2008, abgerufen am 5. Dezember 2013.
  2. Sophia Lee: Chinas Provinzen: Megastadt im Schuldenstrudel. In: Der Spiegel vom 7. November 2012
  3. Bernhard Zand: Die Ruine von Xinhuanan. In: Der Spiegel Nr. 14/2013, S. 91.
  4. http://www.handelsblatt.com/politik/international/razzia-in-dongguan-china-macht-seine-sexhauptstadt-dicht-seite-all/9757414-all.html
  5. https://de.finance.yahoo.com/nachrichten/china-macht-sexhauptstadt-dicht-145300716.html

23.033055555556113.71638888889Koordinaten: 23° 2′ N, 113° 43′ O