G-Lader
Der G-Lader ist ein Scrollverdichter - also ein Bauteil zur Verdichtung von Gasen - das in verschiedene Volkswagen-Modelle (zuerst im Corrado, später dann auch im Passat, Golf und Polo) eingebaut wurde, um bei gleichbleibendem Hubraum die Leistung des Motors zu erhöhen[1] .
Die Bezeichnung „G-Lader“ rührt von der Bauform des Laders her, die dem Buchstaben „G“ ähnelt.
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Geschichte [Bearbeiten]
Am 3. Oktober 1905 ließ sich der Franzose Léon Creux diese Art des Luftverdichters patentieren (Patentnummer 801.182), welcher sich durch ein geringes Arbeitsgeräusch und einen hohen Wirkungsgrad auszeichnet. Aufgrund der damals noch sehr ungenauen Fertigungsmethoden, war er jedoch lange Zeit nicht fertigbar, da sich zum Beispiel der Verdränger im Lader auf Zehntelmillimeter der Gehäusewand nähert, ohne sie zu berühren. Erst mit dem Stand der Technik der 1980er Jahre war es möglich, eine entsprechende Maschine, den G-Lader, zu fertigen.
Am 1. Juli 1989 ließ sich Georg Jetzer beim Europäischen Patentamt eine "Verdrängermaschine nach dem Spiralprinzip" patentieren[2]. 1985 wurde der G-Lader zum ersten mal im VW Polo G40 verbaut. Um 2007 griff Handtmann dieses Prinzip neu auf und entwickelte den Handtmannspirallader (HSL)[3] .
Funktionsweise [Bearbeiten]
Da zur Leistungssteigerung des Motors nicht einfach mehr Kraftstoff eingespritzt werden kann, weil sich sonst das Kraftstoff-Luft-Gemisch verfettet, muss gleichzeitig mehr Ansaugluft zugeführt werden. Dies erreicht man durch einen Abgasturbolader oder durch einen Kompressor. Der G-Lader ähnelt eher einem Kompressor, da er riemengetrieben ist und gegenüber dem Turbolader nicht das sogenannte Turboloch als Nachteil hat.
Im Ladergehäuse befindet sich die sogenannte Verdrängerplatte (Verdränger), auf welcher sich beiderseits Spiralen mit Dichtungen zum Ladergehäuse befinden. Das Ladergehäuse selbst enthält ebenfalls beiderseitig Spiralen, welche mit denen des Verdrängers ineinandergreifen. Der Verdränger bewegt sich, angetrieben durch die Exzenterwelle, welche durch einen kleinen Riemen mit der Verdrängerwelle verbunden ist, auf einer kleinen Kreisbahn, ohne sich dabei selbst zu drehen. Die Fast-Berührungsstellen jeder Verdrängerspirale mit der jeweiligen feststehenden Spirale wandern spiraleinwärts, die zwischen diesen Stellen liegenden Kammern fördern und komprimieren Luft bis zu einem End-Überdruck von maximal 0,65 bis 0,72 bar[4].
Modellvarianten [Bearbeiten]
Die Spiralen des Verdrängers haben eine Tiefe von jeweils 40 mm bzw. in der größeren Version 59,50 mm, also annähernd 60 mm. Daher kommen die Modellbezeichnungen G40 und G60 der VW-Modelle, in denen er eingebaut war:
- Golf GTI G60 (Golf II)
- Golf Rallye G60 (Golf II – limitiert auf 5000 Stück)
- Golf Limited 16V G60 (Golf II – limitierte Sonderserie von Volkswagen Motorsport)
- Golf III 2.0 16V G60 (Sonderserie Volkswagen Motorsport)
- Corrado 53i G60
- Polo II 86c GT G40 (erste regulär verkaufte Serie limitiert auf 500 Stück, 3 Prototypen, diverse Presse- und Vorserienmodelle)
- Polo II 86c G40 Cup (limitiert auf 40 Stück)
- Polo II 86c Öko-Polo
- Polo II 86c Studie „Polo Sprint“
- Polo IIF G40 (Polo 86c)
- Passat G60 syncro (Passat 35i)
Probleme in der Praxis [Bearbeiten]
Die von Volkswagen verbauten G-Lader zeigten sich im laufenden Betrieb entgegen den Erwartungen als relativ reparaturanfällig, obwohl Volkswagen sie als wartungsfrei bezeichnet hatte. Abhängig von Drehzahl und Laufleistung verschlissen konstruktiv bedingt diverse Bauteile, was zu eingeschränkter Funktion bis hin zur Zerstörung des G-Laders führte.
Durch turnusmäßige, maßvolle Revisionen mit geeigneten Ersatzteilen kann die Funktion des G-Laders auf mehrere hunderttausend Kilometer hin gesichert werden.
In Tuningkreisen wurde häufig die Drehzahl des Laders durch geänderte Übersetzungen erhöht, was eine kostengünstige Leistungssteigerung ermöglichte, jedoch auch ein Überschreiten der konstruktiv bedingten Höchstdrehzahl zur Folge hatte und insbesondere beim G60-Lader häufig zum Totalschaden führte.
Die relative Reparaturanfälligkeit war für Volkswagen später einer der Gründe für den Verzicht auf diese Technik.
Einzelnachweis [Bearbeiten]
- ↑ "Der G-Lader bei www.g-laderseite.de" abgerufen am 14. Dezember 2012
- ↑ "Verdrängermaschine nach dem Spiralprinzip" abgerufen am 14. Dezember 2012
- ↑ "Comeback des Spiralladers?". Abgerufen am 19. Dezember 2012.
- ↑ "Der G-Lader bei www.aufgeladen.de" abgerufen am 14. Dezember 2012
