VW Golf II

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Volkswagen
VW Golf GL Fünftürer (1983–1987)

VW Golf GL Fünftürer (1983–1987)

Golf (Typ 19E)
Produktionszeitraum: 1983–1992
Klasse: Kompaktklasse
Karosserieversionen: Kombilimousine
Motoren: Ottomotoren:
1,3–1,8 Liter
(40–155 kW)
Dieselmotoren:
1,6 Liter
(40–59 kW)
Länge: 3985–4040 mm
Breite: 1665–1680 mm
Höhe: 1415 mm
Radstand: 2475 mm
Leergewicht: 845–985 kg
Vorgängermodell: VW Golf I
Nachfolgemodell: VW Golf III

Der Volkswagen Golf II (VW-interne Bezeichnung: Typ 19E) ist ein Pkw der Marke Volkswagen, der zwischen August 1983 und Dezember 1992 über 6,3 Millionen mal gebaut wurde. Er löste in der Kompaktklasse den 1974 vorgestellten Golf I ab. Nachfolger des Golf II wurde der ab Herbst 1991 produzierte Golf III.

Trotz gleichem Erscheinungsbild mit charakteristischen Rundscheinwerfern und breiter C-Säule war der Cw-Wert gegenüber dem Vorgänger geringer; neue Ottomotoren mit Vierventiltechnik erweiterten das Angebot nach oben hin und sparsamere Turbodieselmotoren wurden eingeführt. Darüber hinaus waren erstmals gegen Aufpreis vielfältige Komfortausstattungen lieferbar wie Zentralverriegelung, Servolenkung, Sitzheizung und Allradantrieb (Golf syncro, Anfang 1986).

Wie der Vorgänger war der Golf II als drei- und fünftürige Schräghecklimousine erhältlich. Die auf dem Golf II basierende Stufenhecklimousine Jetta wurde ab Februar 1984 angeboten. Das noch von der ersten Generation abgeleitete Golf Cabriolet blieb dagegen unverändert bis August 1993 in der Produktion. Der Golf II war der erste VW, der auf eine automatische Fertigung mittels Industrierobotern ausgelegt wurde.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt lag der Bestand an Golf II in Deutschland am 1. Juli 1992 bei 3.826.551 Fahrzeugen. Davon war am 1. Januar 2005 noch ein Restbestand in Höhe von 945.642 Fahrzeugen bzw. 24,7 % übrig.[1] Am 31. Dezember 2008 waren in Deutschland 546.877 Golf II zugelassen.[2] Dank großer Stückzahlen und neuartiger, werterhaltender Maßnahmen (Nahtabdichtung, Wachsflutung und Radhausschalen) sollen laut Volkswagen Classic 20 Jahre nach Produktionseinstellung noch 450.000 Fahrzeuge in Deutschland zugelassen gewesen sein.[3] Laut VDA waren am 1. Januar 2013 gut 126.000 Golf II in Deutschland zugelassen. Damit sei er hinter dem Mercedes W 124 und dem Audi 80 B3/B4 der dritthäufigste Youngtimer in Deutschland.[4] Die Sicherheitsausstattung wird jedoch heute nicht mehr als zeitgemäß empfunden: So waren Airbags nicht lieferbar und ABS erst ab Anfang 1987 gegen hohen Aufpreis und nur für ausgewählte Motorisierungen erhältlich.

Allgemeines[Bearbeiten]

Als Nachfolgemodell des Golf I verfolgte auch die zweite Auflage weiterhin das Schrägheck-Grundkonzept des Vorgängers. Gegenüber dem Vorgänger wurde der Wagen um 17 cm länger, der Radstand nahm um 7,5 cm zu und das Leergewicht in der kleinsten Motorisierung stieg um 95 kg. Um den Luftwiderstandsbeiwert (Cw-Wert) niedrig zu halten, wurde der Wagen rundlicher gestaltet. Ein bereits im letzten Modelljahr 1983 des Golf I verbesserter Korrosionsschutz kamen hinzu. Besonders bis 1978 hatte der Vorgänger bereits nach wenigen Jahren erhebliche Rostprobleme gezeigt. In der Fertigung wurde der Automatisierungsgrad verstärkt – viele Montagevorgänge wurden in der neuen „Halle 54“ des Stammwerks Wolfsburg von Industrierobotern ausgeführt. Dazu war die Vorderachse an einem Fahrschemel montiert und der Bug des Wagen verschraubt und nicht verschweißt wie beim Golf I.

Im Unterschied zum Vorgänger waren bei allen Ausstattungsversionen einschließlich des Basismodells Golf C sämtliche Blechteile im Innenraum verkleidet. Ab Modelljahr 1989 erhielten alle Modelle ab 51 kW Leistung serienmäßig ein Fünfganggetriebe. Viele heute selbstverständliche Ausstattungen wie Servolenkung, ABS (ab Februar 1987), elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung und Pollenfilter wurden bei diesem Golf-Modell erstmals angeboten, wenn auch teilweise zu hohen Aufpreisen (1990: Servolenkung 795 DM, ABS 1.800 DM, elektrische Fensterheber vorn 595 DM (vorn und hinten: 995 DM), Zentralverriegelung Fünftürer 490 DM (Dreitürer: 460 DM), Pollenfilter 146 DM)[5]. Einen Airbag gab es erst ab 1992 mit dem Nachfolger Golf III.

Ab 1985 war beim 40-kW-Motor ein ungeregelter Katalysator für 720 DM und beim 66-kW-Motor ein G-Kat mit Lambdaregelung für 1.880 DM Aufpreis erhältlich.

Hinweis für die folgenden Ausführungen: Jahreszahlen bezeichnen, soweit nicht anders angegeben, immer das Modelljahr (MJ), welches jeweils nach den Werksferien des Vorjahres beginnt und im genannten Jahr vor den Werksferien endet.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

  • 1979: Festlegung des Designs. Ab 1980 werden handgefertigte Prototypen getestet
  • 1983: Der Golf II (Typ 19E) wird im August vorgestellt, zunächst in den Ausstattungsvarianten C, CL, GL und GLX (später als Carat bezeichnet)
  • 1984: GTI und der im Golf neuartige Katalysator
  • 1986: Syncro (Typ 19E-299 mit Allradantrieb), GTI 16V, Antiblockiersystem (ABS) für die Modelle GT, GTI und GTI 16V gegen Mehrpreis. Ausstattungsversion Carat wird zum Ende des Modelljahrs eingestellt, Aufwertung des GL.
  • 1987: Facelift im August für das Modelljahr 1988. Zu den Neuerung gehören die entfallenen Dreieckfenster in den vorderen Türen, weiter vorn nahe der A-Säule angebrachte Außenspiegel, und ein Kühlergrill mit nur noch fünf Rippen und größerem VW-Logo. Am Heck entfallen der Schriftzug „VOLKSWAGEN“ und das VW-Emblem auf der linken Seite; letzteres befindet sich nun – deutlich größer – mittig unter der Heckklappe, die Modellbezeichnung am Heck rechts wird in neuer schräg gestellter Schriftart ausgeführt. Im Innenraum gibt es neue Lenkräder, neue Sitze, dickere Lenkstockschalter und bessere Serienausstattungen
  • 1987: GT/GTD/GTI Special
  • 1988: 10 Millionen Golf
  • 1988: neuer Handbremshebel
  • 1989: Facelift im August für das Modelljahr 1990, zugleich neue VW-interne Typ-Bezeichnung 1G1 (statt 19E):

Neue Zentralelektrik, Lenksäulenverkleidung, Warnblinkschalter nun auf der Lenksäule, neue große Stoßfängerverkleidungen (teilweise in Wagenfarbe lackiert) für GL und GTI sowie neue Vordersitze mit größeren Kunststoffverkleidungen und stabilerem Innenleben der Rückenlehne.

  • 1989: Sondermodell Golf Limited im Januar, mit 16V-G60-Motor mit 210 PS und Allradantrieb (Syncro), limitiert auf 71 Stück, Preis 1989: 68.500 DM
  • 1989: Sondermodell Rallye Golf mit G60-Motor mit 160 PS, verbreiteter Karosserie und permanentem Allradantrieb (Syncro), limitiert auf 5.000 Stück
  • 1990: der geregelte Katalysator wird in Deutschland Serienausstattung (in Österreich bereits ab 1988), G60 Motor nun für (leicht modifizierte) GTI Serienkarosserie lieferbar
  • 1990: Golf Country (allradgetriebener Golf mit Offroad-Optik, höher gelegt für mehr Bodenfreiheit)
  • 1991: G60 auch mit Syncro erhältlich
  • 1992: Beginn der Kleinserienfertigung des Golf CityStromer mit Elektroantrieb und Bleiakkumulatoren speziell für Energieversorger
  • 1992: Ende der Produktion von Auslauf-Sondermodellen im Dezember im Volkswagenwerk Mosel bei Zwickau, nachdem in Wolfsburg schon seit Mitte 1991 der Nachfolger Golf III vom Band lief

Golf II Cabrio Bieber Umbau (ab 1983)

Technische Details[Bearbeiten]

Technische Daten Golf II bis 66 kW (90 PS) und Diesel[Bearbeiten]

Technische Daten Golf II syncro, GTI und G60[Bearbeiten]

Ausstattungsvarianten[Bearbeiten]

Die häufigsten Varianten des Golf II trugen die Bezeichnungen C, CL und GL in der Reihenfolge zunehmender Ausstattung. Spitzenmodell war zunächst der GLX, der sehr bald in Carat umbenannt wurde. Die sportlichen GTI-Varianten waren die Topmodelle in jeder Hinsicht, dazwischen lagen die GT- und GTD-Varianten, die GTI-Optik mit weniger leistungsstarken Motoren verbanden.

  • C (bis Modelljahr 1987)
  • CL
  • GL
  • GLX (August bis Oktober 1983), danach Carat (bis August 1986)
  • GT (ab 1986)
  • GTD
  • GTI (ab Januar 1984)

Golf C[Bearbeiten]

Das C-Modell war am einfachsten ausgestattet. Einfachste (aber langlebige) Sitzstoffe, minimale technische Ausstattung inklusive Heckscheibenwischer, selbst die Mittelkonsole vorn, Türablagen und eine Zeituhr fehlten. Benzinmotoren gab es bis 66 kW (90 PS), Dieselmotoren mit 40 kW (54 PS) und 51 kW (70 PS). Ab dem ersten Facelift im Modelljahr 1988 hieß diese Variante nur noch „Golf“, ab Modelljahr 1990 (zweites Facelift) entfiel sie komplett.

Golf CL[Bearbeiten]

Der Golf CL besaß eine Zeituhr, Innenverstellung für den fahrerseitigen Außenspiegel und eine Mittelkonsole (ab Modelljahr 1988) sowie Stoffeinsatz in den Türseitenverkleidungen als einzige Ausstattungsmerkmale. Ab Modelljahr 1988 wurden neue Stahlfelgen eingeführt, die ab Modelljahr 1990 eine silberne Radnabenabdeckung besaßen (vorher schwarz). Motoren wie beim Golf C. Den Golf CL gab es gegen einen Mehrpreis von 5700 DM auch mit dem Allradantrieb Syncro, dann war er mit dem 1,8-l-Motor mit zunächst 66 kW (90 PS), später 72 kW (98 PS) ausgerüstet. Preise 1990: 18.820 DM (40 kW (55 PS) mit 4-Gang-Schaltgetriebe) bis 22.635 DM (66 kW (90 PS) mit Automatikgetriebe), jeweils ohne Sonderausstattungen. Golf CL Syncro: 27.850 DM.

Golf GL[Bearbeiten]

Der Golf GL zeichnete sich bis Modelljahr 1987 außen durch Chrom-Zierkeder an den Fensterdichtungen, Chromeinlagen am Kühlergrill und in den Stossstangen sowie verchromten Radnabenabdeckungen aus. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der GL durch Einstellung des Carat die gehobenste Normalversion. Je nach Modelljahr ergänzten Wärmeschutzverglasung, hochwertige Bezugsstoffe, Brüstungen der (Tür-) Seitenverkleidungen mit schwarzem Kunstlederbezug und verchromter Zierlinie, Innenleuchte mit Abschaltverzögerung, ein besonderes Lenkrad (geschäumt), eine Schalthebelverkleidung aus Kunstleder (statt Gummi-Faltenbalg) und Felgenzierringe die Serienausstattung. Ab Modelljahr 1990 bekam der GL voluminöse, teilweise in Wagenfarbe lackierte Stoßfängerverkleidungen, die auch am GTI montiert wurden. Alle Motoren bis 66 kW (90 PS) waren verfügbar. Preise 1990: 20.720 DM (40 kW/55 PS mit 4-Gang-Schaltgetriebe) bis 24.535 DM (66 kW/90 PS mit Automatikgetriebe), jeweils ohne Sonderausstattungen.

Golf GLX[Bearbeiten]

Der GLX war als gediegene Top-Ausstattungsvariante mit nahezu allen lieferbaren Sonderausstattungen ab Werk versehen und wies damit unter anderem teillackierte Stoßfänger, 4-Speichen-Sportlenkrad mit Lederkranz, einen lederbezogenen Schaltknauf, Velourspolsterung, eine geteilte Rückbank mit Kopfstützen, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Servolenkung, Zentralverriegelung, ein Kombiinstrument mit dem Bordcomputer MFA und Drehzahlmesser sowie elektrische Fensterheber auf. Auch war er nur viertürig lieferbar. Den Golf GLX gab es nur mit dem 1,8-l-Benzinmotor mit 66 kW (90 PS) und nur von August bis Oktober 1983. Aufgrund des hohen Preises fand diese Version nur eine geringe Verbreitung.

Golf Carat[Bearbeiten]

Der Carat ersetzte bereits ab November 1983 den an sich identischen GLX, wurde aber mit Ende des Modelljahres 1986 wieder eingestellt, zumal sich auch diese neue Luxus-Variante nur selten verkaufte. Nach der Einstellung des Carat konnten Kunden durch Auswählen zahlreicher teurer Mehrausstattungen mit dem GL wieder ein ähnliches Ambiente wie beim GLX bzw. Carat generieren.

Einen indirekten Nachfolger fand der Carat erst Jahre später in der Highline-Variante des Golf 3 (hier allerdings nur in Verbindung mit dem VR6-Motor).

Golf GT[Bearbeiten]

Dieses Modell wartete auf mit einer leichten Tieferlegung um 20 mm, schwarzen Kunststoff-Kotflügelverbreiterungen, mit schwarzer Kunststofffolie beklebten Schwellern, schwarzen oder hellgrauen (je nach Lackierung) Zierstreifen in der seitlichen Sicke im Karosserieblech, einer schwarzen Klebefolie rund um das Heckfenster, einem Heckspoiler an der Oberkante der Heckklappe, dem 1,8-l-Benzinmotor mit 66 kW (90 PS), einem Drehzahlmesser, einem Bordcomputer (Multifunktionsanzeige „MFA“ mit Verbrauchs-, Fahrstrecken- und Öltemperaturanzeige) und zuerst Reifen der Größe 175/70R13 mit Zierringen, ab Modelljahr 1987 dann 14"-Stahlfelgen mit schwarzer Kunststoff-Mittelabdeckung und Breitreifen der Größe 185/60R14. Ab Modelljahr 1990 überarbeitete Stahlfelgen mit silberner Mittelabdeckung und Entfall der seitlichen und hinteren Zierstreifen in der Sicke. Den Golf GT gab es nur mit 5-Gang-Schaltgetriebe. Nach Einführung des Sondermodells GT Special 1987 und dessen späterer Übernahme in den regulären Verkaufsprospekt spielte der Standard-GT kaum noch eine Rolle, wurde aber bis zum Produktionsende 1991 beibehalten. Neben dem Golf CL wurde auch der Golf GT mit Allradantrieb („Syncro“) angeboten; er wurde dabei mit dem 1,8-l-Benzinmotor mit 72 kW (98 PS) ausgerüstet. Preis 1990: 24.795 DM ohne Sonderausstattungen. GT Syncro: 31.240 DM.

Golf GTD[Bearbeiten]

Den Golf GT gab es mit Turbodieselmotoren und wurde wie beim Vorgänger als GTD bezeichnet: zuerst mit 51 kW (70 PS), ab 1989 dann auch mit 59 kW (80 PS). Die Ausstattung war bis auf fehlende Tieferlegung und Bordcomputer (MFA) identisch mit der des GT. Im Gegensatz zum GT wurde der Standard-GTD deutlich häufiger gewählt als die Special-Variante, die eher selten anzutreffen war. Preis 1990: 24.945 DM (59 kW (80 PS): 25.695 DM) ohne Sonderausstattungen.

Golf GTI[Bearbeiten]

16V-Motor in einem Rechtslenker-Wagen (u. a. erkennbar an den rechts angeschlagenen Scheibenwischern)

Ab Januar 1984 wurde der Golf GTI der zweiten Generation angeboten, mit der auch erstmals eine größere Auswahl an Motoren einherging. Anfangs war nur der aus dem alten Modell bekannte 82 kW (112 PS) starke Motor mit acht Ventilen im GTI lieferbar; ab März 1986 zusätzlich der neue 16V-Motor mit Vierventiltechnik und 102 kW (139 PS) Leistung. Im Februar 1987 wurde der 16V mit Katalysator und 95 kW (129 PS) vorgestellt; eine Kat-Version der 82-kW-Motors kam im Januar 1987 mit nun 79 kW (107 PS) auf den Markt.

Ab 1990 war im GTI G60 mit 118 kW (160 PS) der bereits aus dem Rallye Golf bekannte Motor mit mechanischem G-Lader regulär erhältlich. Der G60 war unter anderem mit einem seilzuggeschalteten Getriebe und der 15"-Bremsanlage aus dem Passat ausgestattet und wies zur Erhöhung der Torsionssteifigkeit der Karosserie eine eingeklebte Windschutzscheibe auf. Er war als einzige GTI-Variante auch mit dem Allradantrieb syncro verfügbar. Die stärkste Motorisierung hatte der 1989 von der VW-Motorsport-Abteilung nur 71-mal gebaute Golf Limited, der Vierventiltechnik mit der Aufladung des G-Laders verband und so 155 kW (210 PS) leistete. Er beinhaltete serienmäßig nahezu jede mögliche Sonderausstattung, was sich auch deutlich im Preis von 68.500 DM niederschlug. Äußerlich zeigte er sich sehr unauffällig – lediglich der hellblaue Zierrahmen am Kühlergrill (mit Einfach-Scheinwerfern), die „VW-Motorsport“-Plaketten an Front und Heck sowie die zweiteiligen 15"-Aluminiumfelgen von BBS waren mehr oder weniger eindeutige Erkennungsmerkmale.

Die GTI-spezifische Optik, wie zum Beispiel vergrößerte Frontlippe am Stoßfänger, Heckspoiler oben an der Heckklappe, roter Zierrahmen am Doppelscheinwerfergrill etc., wurde mit den Facelifts zum Modelljahr 1988 bzw. 1990 des Golf II teilweise beibehalten und durch zum Beispiel großvolumige Stoßfängerverkleidungen mit eingelassenen Nebelscheinwerfern in DE-Technik vorn und hinten ergänzt. In den USA wurde ab Modelljahr 1990 der 2.0l-16V aus dem Passat im GTI eingebaut, da dieser auch mit Normalbenzin betrieben werden konnte, um der schlechteren Benzinqualität dort Rechnung zu tragen.

Der GTI war im Modelljahr 1989 auch als Sondermodell Special bestellbar, seit demselben Jahr gab es auch das Sondermodell Edition One, welches mit reichhaltiger Ausstattung und leichten optischen Änderungen bis zum Produktionsende im Oktober 1991 ausgeliefert wurde, dazu gesellte sich 1991 zum Abschluss der Baureihe das Sondermodell Edition Blue.

Während der GTI mit seinen zahlreichen Varianten in Deutschland nur etwa 2 % Anteil an der Golf-II-Gesamtproduktion hatte, war in Großbritannien jeder sechste Golf II ein GTI (etwa 16 %), wobei nur die katalysatorlosen Motorvarianten mit 82 kW / 112 PS und 102 kW / 139 PS (16V) angeboten wurden. In den letzten Modelljahren 1990 bis 1992 wurde die 16V-Variante und ab 1991 auch die 8V-Version zusätzlich zur deutschen Serienausstattung mit Elementen des Sondermodells GT Special aufgewertet: neben dessen 15"-BBS-Aluminiumfelgen mit Reifen der Größe 195/50R15 wurde auch die komplette Innenausstattung übernommen (sogenanntes rainbow interior). Ferner waren serienmäßig Servolenkung, elektrische Fensterheber und Außenspiegel, ein Panasonic-Autoradio sowie ein Stahlschiebedach vorhanden. Wählbar waren nur noch Anzahl der Türen und Lackierung. ABS war beim Golf II in Großbritannien nicht verfügbar, da für den Regelblock am hier rechts hinter dem Motor angebrachten Hauptbremszylinder kein Platz vorhanden war.

Die Varianten Rallye Golf und Limited sind keine GTIs im eigentlichen Sinne (sie tragen das Kürzel auch nicht im Namen), ähnlich wie der VR6 beim Golf III.

Preise 1990 (jeweils ohne Sonderausstattungen): GTI mit 79 kW (107 PS): 28.545 DM GTI 16V mit 95 kW (129 PS): 31.100 DM GTI G60 mit 118 kW (160 PS): 37.125 DM.

Sondermodelle (Deutschland)[Bearbeiten]

  • 1985: Match
  • 1986: Hit; Fun; Flair; Pikes Peak (Rallyefahrzeug, bis 1987)
  • 1987: Bistro; Memphis; Sky; GT/GTD/GTI Special (bis 1991); Berlin Golf; Brigitte
  • 1988: Tour; Manhattan; Champion; 10 Millionen
  • 1989: Öko Golf (Erprobungsfahrzeug, bis 1992); Atlanta; Boston; City Stromer; GTI Edition One (bis 1991); Limited (VW Motorsport, 71 Stk.); Rallye Golf
  • 1990: Black Line – Red Line; Country; Country Allround; Country Chrompaket; Country GTI (nur werksintern); Fire and Ice (bis 1991); Madison; Moda; Quadriga
  • 1991: Pasadena; Function; GTI Edition Blue; Barcelona; Dynamite (Kamei)

Sondermodelle: Logos[Bearbeiten]

Basis ist bei allen Sondermodellen der Golf CL, Ausnahmen: GT/GTD/GTI Special, GTI Edition One, GTI Edition Blue sowie die GTI-Varianten des Fire and Ice.

10 Millionen-Golf[Bearbeiten]

Zum Jubiläum des zehnmillionsten verkauften Golf brachte VW 1988 das Sondermodell 10 Millionen heraus. Dieses Modell gab es mit verschiedenen Benzinmotoren zwischen 40 kW (55 PS) und 66 kW (90 PS) (1,8 l 66 kW auch als Einspritzer, jedoch nie als GTI) sowie als Turbodiesel mit 51 kW (70 PS), wahlweise als 3- oder 5-Türer. Zu erkennen sind diese Modelle an der Sonderlackierung Starblue metallic (LD5T), an lackierten Außenspiegeln mit asphärischem (links) bzw. konvexem (rechts) Glas, blauer Wärmeschutzverglasung (einziger Golf II mit blau getönter Verglasung), Seitenblinkern, halb abgedunkelten Heckleuchten, blauem Streifen in den Stoßfängern, den speziellen 14"-Alufelgen mit blauen Tropfen (VW-LM-Rad Silverstone) und drei Aufklebern unterhalb des Golf-Schriftzugs auf dem Heckblech sowie oberhalb der Seitenblinker. Außerdem hatte der 10-Millionen-Golf immer die schwarzen Kunststoff-Radlaufverbreiterungen. Im Inneren unterscheidet er sich von den Serienmodellen durch blauen Velours-Teppich, Sportsitze mit Höhenverstellung am Fahrersitz in speziellem blau gestreiften Velours, blaue Hutablage, zu den Sitzen passende blau gestreifte Tür- und Seitenverkleidungen und beleuchtetem Makeup-Spiegel. Die besondere Lackierung war für kein anderes Golf-II-Modell zu haben, ebenso die Innenausstattung und die Felgen mit blauen Tropfen. Die Doppelscheinwerfer, wie sie auf dem Bild zu sehen sind, gehörten nicht zur Originalausstattung des 10-Millionen-Golf. Sie standen für alle Modelle mit Einfachscheinwerfern (CL, GL und Sondermodelle) ab Modelljahr 1985 als Sonderausstattung in der Preisliste und waren als Fern- oder Nebelscheinwerfer verfügbar. Beim Golf GL ab Modelljahr 1990 waren die Nebelscheinwerfer in DE-Ausführung in die großen Stoßfänger eingelassen, hier waren die optionalen Zusatzscheinwerfer im Kühlergrill dann immer Fernscheinwerfer.

Golf Country[Bearbeiten]

Volkswagen hat diese Version als Studie „Golf Montana“ vorgestellt, zunächst ohne ernsthaft an einen Bau zu denken. Danach liefen bei den Händlern sofort Bestellungen auf, obwohl das Auto gar nicht in Serie gehen sollte. Deswegen hatte man sich bei VW entschieden, eine Serie dieses Wagens zu bauen.

Der 1990 eingeführte und bis Dezember 1991 produzierte Golf Country ist eine Ausstattungsvariante des Golf CL syncro mit vier Türen. Die Serienfertigung bei Steyr-Daimler-Puch (jetzt Magna Steyr) in Graz (Österreich) begann im April 1990. Hierzu wurde jeweils ein komplett vormontierter Golf CL syncro mit einem 72-kW-Motor nach Graz geliefert und dort zum Golf II Country umgerüstet. Im Einzelnen wurde die Karosserie mittels Leiterrahmen um 120 mm höhergesetzt, vorne ein Schutzrohrrahmen („Rammbügel“) mit integriertem Triebwerkunterschutz montiert und am Heck links und rechts des abklappbaren Reserveradhalters zwei Schutzrohrrahmen in den Stoßfänger eingesetzt. Um den Antriebsstrang möglichst wenig zu ändern, wurde der Motor nach unten versetzt. Daraus resultierte eine im Vergleich zum normalen Golf (Syncro) um mindestens 63 mm erhöhte Bodenfreiheit (auf 180 mm). Die Geländeeigenschaften waren – mangels Differentialsperren – jedoch nie besonders gut. Wie der Golf Syncro hat der Golf Country einen deutlich kleineren Kofferraum (der Kofferraumboden befindet sich etwa auf Höhe der Stoßfänger-Oberkante, während er bei frontgetriebenen Modellen etwa auf Höhe der Stoßfänger-Unterkante sitzt). Dies war bei den Syncro-Modellen nötig, um an der Hinterachse das Differentialgetriebe unterzubringen.

Ab Juli 1990 kam die zweite Variante, der Golf II Country Allround hinzu. Diese Variante hatte eine auf Funktionalität und weniger auf Komfort zugeschnittene Ausstattung (zum Beispiel Kunstleder innen, Standard-Felgen in Wagenfarbe). Erhältlich war diese Variante nur in der Farbe „waldgrün“. Gebaut wurden von dieser Variante nur 160 Fahrzeuge [6].

Ab Anfang 1991 wurde seitens VW dann noch eine dritte Ausstattungsvariante auf den Markt gebracht – die Chrom-Edition. Deren Ausstattung mit cremefarbener Echtlederausstattung, elektrischem Faltschiebedach und verchromten Anbauteilen verursachte einen enormen Preisschub – diese Luxus-Variante kostete damals 52.200 DM und war nur in schwarz lieferbar. Gebaut wurden von dieser Sonderedition nur 558 Stück.

Es gab auch noch einige Sonderversionen und Sonderumbauten wie zum Beispiel den Golf II Country GTI mit 79 kW (107 PS), der in einer Auflage von 50 Stück exklusiv für VW-Mitarbeiter gebaut wurde (Wolfsburg-Edition), oder Sonderumbauten auf andere Otto- und Dieselmotoren.

Zweifelsohne ist der Golf II Country – was die Verkaufserfolge angeht – ein Flop in der VW-Firmengeschichte. Der damalige Marketingleiter Berthold Krüger ging im Jahre 1989, ein Jahr vor Produkteinführung, von jährlich 5000 auszuliefernden Einheiten in ganz Europa aus. Also sollten von Mai 1990 bis zur Produktionseinstellung der Golf-2-Reihe rund 15.000 Fahrzeuge verkauft werden – erreicht wurde mit exakt 7735 Einheiten nur ca. die Hälfte.

Dennoch muss der Golf II Country als Vorreiter des heutigen Trends der Sport Utility Vehicle gesehen werden, vor allem was die Kombination aus martialischem Aussehen, eher geringem Nutzwert und daraus entstehendem hohem Kraftstoffverbrauch anbetrifft. Schon im Jahre 1989 urteilte das Geländewagen-Magazin Off Road, dass sich dieser Wagen „exakt in die Lücke einfügt, die sich dann auftut, wenn man Geländewagen nach herkömmlicher Interpretation und straßengebundene Allrad-Personenwagen etwas weiter auseinanderrückt.“ [7] Betrachtet man die seit Mitte der 1990er-Jahre unaufhaltsam rollende SUV-Welle, so darf nur bedingt behauptet werden, dass der Golf II Country ein Trendsetter war, denn AMC brachte bereits im Jahr 1980 mit dem AMC Eagle ein Fahrzeug auf den Markt, welches dem Konzept des Golf II Country stark ähnelte. Dieses Fahrzeug war neben Limousine und Kombi auch als Coupé und Shooting Brake erhältlich. Toyota kopierte mit dem RAV 4 dieses Konzept in ähnlicher Form nur kurze Zeit später und erreichte damit auf dem Softroader-Markt großen Erfolg.

Golf GT/GTD Special[Bearbeiten]

Kombiinstrument des Golf II GT mit MFA (1988)

Basierend auf dem GT bzw. GTD wurde mit dem Modelljahr 1988 der GT/GTD Special ins Verkaufsprogramm aufgenommen. Die Bezeichnung „Sondermodell“ ist vielleicht nicht ganz korrekt, denn die Special-Ausstattung war regulär neben den normalen Standardausstattungen CL, GL, GT, GTD und GTI bis zum Produktionsende des Golf II mit dem 1,8-l-Motor mit 66 kW und den Turbodiesel-Motoren mit 51 (bis Modelljahr 1989) oder 59 kW (ab Modelljahr 1990) verfügbar. In den Modelljahren 1988 und 1989 gab es das Sondermodell Special zusätzlich auch als GTI und GTI 16V mit identischer Ausstattung.

Die Ausstattung (abweichend vom GT/GTD):

  • Sonderlackierungen Schwarzblau und Oakgrün metallic sowie Standardlackierungen Brillantschwarz metallic, Schwarz, Atlasgrau metallic und Royalblau metallic
  • Schriftzug „Special“ auf den C-Säulen
  • Colorverglasung grün
  • Rückleuchten partiell abgedunkelt
  • Innenausstattung in anthrazit mit „Color-GT-Streifen“, Sitzrückseiten und Seitenwangen mit schwarzem Kunstleder bezogen, Fußboden und Heckablage mit schwarzem Tufting-Velours verkleidet
  • Sportsitze vorn, Rücksitzbank mit Einzelsitzcharakter
  • Tieferlegung um 10 mm (nicht beim GTD Special)
  • dunkelgrauer Innenhimmel und schwarze C-Säulen-Verkleidungen, selten auch mit getönter Innenraumleuchte
  • wahlweise Recaro-Sportsitze in grau mit roten Streifen, dann Anpassung der Seitenverkleidungen an die Sitzstoffe, Entfall der Color-GT-Streifen
  • Multifunktionsanzeige (nicht für GTD Special)
  • Radio Gamma mit zwei Aktivlautsprechern in den vorderen Türen
  • Aluminiumfelgen mit Kreuzspeichendesign BBS RM 6J×15 mit Reifen 185/55R15
  • innenbelüftete Bremsscheiben vorn und Bremsscheiben hinten (GTD special: volle Bremsscheiben vorn, Trommelbremsen hinten)

Preis 1991: 28.085 DM (GT Special mit 90 PS), 29.050 DM (GTD Special mit 59 kW/80 PS).

Golf Fire and Ice[Bearbeiten]

Das Sondermodell „Fire and Ice“ wurde in den Modelljahren 1990 und 1991 angeboten. Namensgebend war der unter der Regie von Willy Bogner Junior entstandene Film Feuer, Eis & Dynamit mit Roger Moore und Simon Shepherd.

Als Motorisierungen kamen die 1,8-l-Ottomotoren mit 66 kW (90 PS), 79 kW (107 PS), 95 kW (129 PS), 118 kW (160 PS) sowie der 1,6-l-Turbodiesel mit Ladeluftkühlung und 59 kW (80 PS) zum Einsatz.

Der Golf Fire and Ice basierte motorisierungsabhängig auf den Modellen CL, GTD und GTI, die jedoch durch entsprechende optische Anpassungen äußerlich nicht unterscheidbar waren (sieht man hier von verschieden stark tiefer gelegten Fahrwerken, Ausführungen der Bremsanlagen und unterschiedlichen Auspuffendrohren ab)

  • Sonderlackierung „Dark Violet perleffect“ (Farbcode: LC4V) für alle Modelle
  • Optik des GTI (breite Schwellerverkleidungen, Radhausverbreiterungen, schmale Zierleisten auf den Türen, große teillackierte Stoßfänger, lackierte Griffleiste der Heckklappe)
  • in Wagenfarbe lackierte Außenspiegelgehäuse
  • große runde Logos als Aufkleber auf den C-Säulen
  • runde Embleme „Fire and Ice“ auf den vorderen Kotflügeln anstelle der Seitenblinker
  • Heckschriftzüge in pink
  • Grafikemblem neben dem Heckschriftzug „Golf“
  • spezielle Innenausstattung in violett/blau mit großen gestickten Emblemen auf den Rückenlehnen der Standard-Sportsitze, Teppich und Dachhimmel schwarz bzw. anthrazit
  • „Fire and Ice“-Emblem auf dem vorderen Aschenbecher

Golf Pasadena[Bearbeiten]

Der Golf Pasadena war ein sportliches Sondermodell des Golf 2 (Ausstattungscode E3K), welches im Modelljahr 1991 angeboten wurde. Besonderes Kennzeichen des Sondermodells waren, neben dem Doppelscheinwerfergrill mit den Zusatz-Fernscheinwerfern, die Sportsitze im sogenannten "Colibri-Design" und die vorderen weißen Blinkleuchten. Schwarze Kotflügelverbreiterungen, gelochte Stahlfelgen für 185er-Breitreifen und schwarze Schweller sorgten für einen sportlichen Eindruck. Im Innenraum wurde das Vierspeichen-Sportlenkrad eingebaut, die Schalthebelstulpe war in Kunstleder gehalten und der Schalthebelknauf geschäumt. Hinzu kamen die grüne Wärmeschutzverglasung, die höhenverstellbare Sitzkonsole auf der Fahrerseite sowie Drehzahlmesser und Digitaluhr im Instrumenteneinsatz. Der "Pasadena"-Schriftzug war an den C-Säulen sowie links unten am Heck angebracht.

Angebotene Motorvarianten und Preise:

Motorkennbuchstabe Hubraum Leistung Getriebe Neupreis (EUR)
NZ 1.272 cm³ 40 kW (55 PS) 4-Gang 9.004,43 €
NZ 1.272 cm³ 40 kW (55 PS) 5-Gang 9.243,51 €
PN 1.595 cm³ 51 kW (70 PS) 5-Gang 9.734,48 €
PN 1.595 cm³ 51 kW (70 PS) Automatic 10.261,73 €
RP 1.781 cm³ 66 kW (90 PS) 5-Gang 10.159,27 €
RP 1.781 cm³ 66 kW (90 PS) Automatic 10.686,53 €
Dieselmotoren:
JP 1.588 cm³ 40 kW (54 PS) 4-Gang 9.384,39 €
JP 1.588 cm³ 40 kW (54 PS) 5-Gang 9.623,47 €
1V 1.588 cm³ 40 kW (54 PS) Automatic 10.191,28 €
1V 1.588 cm³ 44 kW (60 PS) 5-Gang 9.935,13 €
MF 1.588 cm³ 51 kW (70 PS) 5-Gang 10.566,99 €
RA 1.588 cm³ 59 kW (80 PS) 5-Gang 10.897,85 €

Golf Function[Bearbeiten]

Kurz vor Einführung des Golf III brachte Volkswagen dieses Sondermodell heraus. Produktionsort war Wolfsburg und Mosel/Zwickau. Dort wurde er von 1991 bis 1992 gebaut, am Ende parallel zum Golf III. Käufer erwarteten aus diesem neuen Werk im „Osten“ besonders gute Qualität. Äußerlich ist der Golf II Function gut zu erkennen an dem silber-bunten „Function“-Schriftzug an der C-Säule, den verbreiterten Radläufen und dem fehlenden C- oder CL-Schriftzug am Heck. Lieferbar war er in sechs Farben (Tornadorot, Maritimblau, Alpinweiß, Caprigrün, Royalblau und Perlgrau) und mit vier verschiedenen Benzinmotoren (40 bis 66 kW) sowie vier Dieselmotoren (40 bis 59 kW). Kombiniert werden konnten diese mit 4- oder 5-Gang- oder einer Automatikschaltung. Zur weiteren Serienausstattung gehörten grüne Wärmeschutzverglasung, höheneinstellbarer Fahrersitz, von innen einstellbare Rückspiegel und Luftausströmer für den hinteren Fußraum. Hergestellt wurde dieses Modell als Drei- und Fünftürer. Der Preis lag für einen Dreitürer mit Serienausstattung zwischen 17.611 DM (4-Gang-Benziner, 40 kW) und 21.314 DM (5-Gang-Diesel, 59 kW).

GTI-Sondermodelle[Bearbeiten]

Golf GTI Special[Bearbeiten]

In den Modelljahren 1988 und 1989 waren der GTI und GTI 16V als Sondermodell GTI Special verfügbar; diese Kombination wurde allerdings nur sehr selten bestellt. Ausstattung wie GT Special.

Golf Limited[Bearbeiten]

VW Golf Limited

Wenn auch offiziell nicht als GTI geführt, gehört diese spezielle Ausgabe des Golf aufgrund der Motorisierung in diese Rubrik. Der Golf Limited wurde 1989 von VW-Motorsport in nur 71 Exemplaren von Hand gebaut. Sein Herzstück war der nur für dieses Modell gefertigte Motor: ein modifizierter 1,8-l-Motor mit 16 Ventilen und G60-Spirallader mit 155 kW (210 PS). Um diese Leistung sicher auf die Straße zu bringen, war der Limited mit dem Syncro-Allradantrieb ausgestattet. Die Torsionssteifigkeit der Karosserie wurde durch die geklebte Windschutzscheibe erhöht. Außen zeigte sich der Limited sehr unauffällig, lediglich der hellblaue Rahmen um den Kühlergrill mit Einzelscheinwerfern sowie die in schwarz mit hellblauer Schrift gehaltenen „VW-Motorsport“-Plaketten an Kühlergrill und Heckblech ließen den Kenner erahnen, womit er es zu tun hatte. Die serienmäßigen zweiteiligen BBS-Aluminiumfelgen RM012 mit 15" waren ab 1990 auch beim GTI G60 serienmäßig sowie bei den Sondermodellen Edition One und Edition Blue. Außerdem gab es serienmäßig den Frontstoßfänger der US-Version. Den Limited gab es nur in der fünftürigen Karosserievariante, er war immer in schwarz metallic lackiert (Farbcode LP9V) mit folgender Ausstattung (aufbauend auf GTI-Basisausstattung):

  • beheizbare Ledersitze vorn, manuell höhen-/neigungsverstellbar
  • Ledervollausstattung (Sitze vorne/hinten, Türverkleidungen, Lenkrad, Schaltknauf, Handbremshebelmanschette)
  • GTI-16V-Zündschlüssel mit VW-Motorsport-Schlüsselanhänger
  • elektrisches Schiebedach
  • Antiblockiersystem ABS
  • Servolenkung
  • elektrische Fensterheber (vorne und hinten)
  • Zentralverriegelung
  • Aluplakette mit laufender Nummer auf dem Schlossträger sowie gesonderte ABE-Plakette der VW-Motorsport AG Hannover
  • elektrisch verstellbare Außenspiegel, beheizbar
  • getönte Heckleuchten (schwarz oben, rot unten)
  • Radio-/Audioanlage Gamma mit VW-Aktivlautsprechern
  • US-Stoßfänger vorn
  • beheizbare Düsen für Wisch-/Waschanlage

Weitere Sonderausstattungen gab es wegen der Vollausstattung nicht. Nebelscheinwerfer oder Automatik waren nicht lieferbar.

Rallye Golf[Bearbeiten]

VW Rallye Golf

Auch der Rallye Golf wurde nicht als GTI bezeichnet, mit seinem 1,8-l-Motor mit G-Spirallader und 118 kW (160 PS) gehört aber auch er in diese Abteilung. Dieses Sondermodell für den Straßenverkehr wurde als Homologationsmodell in den Jahren 1989 bis 1991 für den Rallyeeinsatz in einer Auflage von 5000 Stück im VW-Werk Brüssel gebaut. Um nicht mit stärkeren Fahrzeugen konkurrieren zu müssen, wurde der Hubraum des Serien-G60-Motors von 1781 auf 1760 cm³ herabgesetzt, womit er noch in die Wertungsklasse 1700 cm³ fiel. Um die leichte Leistungseinbuße durch den geringeren Hubraum zu kompensieren, wurde ein größerer Ladeluftkühler verwendet. Es gab nur 50 Exemplare ohne Schiebedach sowie mit einer Volllederausstattung, welche nur in die Schweiz exportiert wurden. Es wurden auch noch zwölf Einheiten von VW-Motorsport gebaut, die mit dem modifizierten 1,8-l-16-Ventil-Motor und G60-Spirallader, der 155 kW (210 PS) leistet, ausgeliefert wurden.

Neben der bulligen Karosserie mit deutlich verbreiterten Kotflügeln und Seitenteilen (aber Standard-Türen) sowie breiten Schwellerverstärkungen fiel der in Wagenfarbe lackierte Kühlergrill mit den eckigen DE-Doppelscheinwerfern auf.

Die weitere Ausstattung:

  • nur als Dreitürer lieferbar
  • Allradantrieb – Syncro
  • Antiblockiersystem ABS
  • Servolenkung und Sportlenkrad
  • Aluminiumfelgen 6J×15 mit Reifen der Größe 205/50R15
  • Außenspiegel elektrisch verstellbar
  • Sportfahrwerk
  • in Wagenfarbe lackierte spezielle Stoßfänger mit Frontspoiler und Kühlluftführung für die vorderen Bremsen
  • ebenfalls in Wagenfarbe lackierter Heckspoiler
  • Sportsitze (auf Wunsch: Recaro-Sportsitze, elektrisch verstellbar), Sitz- und Lehnenflächen mit Karostoff, Seitenwangen mit Leder bezogen
  • Tür- und hintere Seitenverkleidungen mit Leder bezogen
  • Schiebedach

Als Sonderausstattungen waren neben den Recaro-Sportsitzen eine Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrische Spiegel und verschiedene Radios verfügbar.

Golf GTI Edition One[Bearbeiten]

VW Golf GTI Edition One
Innenraum

Mit dem Modelljahr 1989 wurde dieses Sondermodell in den regulären GTI-Verkaufsprospekt aufgenommen. Es war lieferbar als GTI mit 79 kW, als GTI 16V mit 95 kW und als GTI G60 mit 118 kW. Bis zum Produktionsende 1991 wurden etwa 12.000 Einheiten produziert.

Die Ausstattung umfasste zusätzlich zum serienmäßigen GTI/GTI 16V/GTI G60:

  • Sonderlackierung Quarzit metallic und Dark-Burgundy-Perleffekt oder Standard-Lackierung Brillantschwarz metallic und Perlgrau-metallic
  • Aufkleber Edition One vorn links auf der Motorhaube
  • Entfall des roten Zierrahmens am Kühlergrill
  • runde Embleme („Wolfsburg Edition“) an den Kotflügeln anstelle der Seitenblinker
  • Außenspiegel in Wagenfarbe lackiert
  • G60-Kotflügelverbreiterungen rundum (ab Januar 1990)
  • 16V-Auspuffanlage (55 mm, nur bis Juni 1990) auch für 79 kW (107 PS)
  • Aluminiumfelgen BBS RM012, zweiteilig, 6,5J×15 ET33 mit Reifen 195/50R15
  • Rückleuchten partiell abgedunkelt
  • weiße Blinkleuchten vorn
  • VW-Zeichen am Heck in schwarz
  • Servolenkung mit Vierspeichenlenkrad (370 mm) mit Lederkranz
  • Schaltknauf und Handbremshebelgriff mit Leder bezogen
  • Innenausstattung in blau: Seitenverkleidungen und Standard-Sportsitze rundum mit Stoff mauritiusblau bezogen und mit Schriftzug Edition auf der Rückenlehne (beim 79-kW-Motor manuelle Höhenverstellung Fahrerseite), elektrisch einstellbare Recaro-Sportsitze mit demselben Stoff mit Recaro-Schriftzug bei Ausführungen mit 95-kW- (16V-Logo in den Kopfstützen bis 08/89) und 118-kW-Motor (nicht in Verbindung mit Lederpolsterung). Rücksitzbank mit Einzelsitzcharakter (auch mit Kopfstützen erhältlich). Fußboden und Heckablage mit mauritiusblauem Tufting-Velours verkleidet.
  • Gepäckraumabdeckung und seitliche Konsolen mit Teppich mauritiusblau
  • Tür- und Seitenverkleidungen in Stoff Avantage-Streifen mauritiusblau-blaurotsilber mit zwei schwarzen Zierleisten
  • Die Dreitürer waren hinten seitlich und in der Heckklappe mit Siglachrome-Fensterscheiben ausgestattet, die, chrombedampft, deutlich stärker abgedunkelt waren als die normale grüne Wärmeschutzverglasung

Die normalen Sonderausstattungen wie zum Beispiel wahlweise drei- und fünftürig, Komplettleder, Schiebedach, elektrische Fensterheber, diverse Radios, Klimaanlage und ABS waren möglich.

Golf GTI Edition Blue[Bearbeiten]

Die Edition Blue war ein auf 2100 Fahrzeuge limitiertes Sondermodell im letzten Produktionsjahr 1991 anlässlich des Produktionsendes des Golf II. Es kam nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Verkauf und wurde ausschließlich in Wolfsburg produziert. 1749 Stück waren für den deutschen Markt bestimmt.

Ausstattungsmerkmale des Edition Blue:

  • ausschließlich als Dreitürer lieferbar
  • Lackierung LC5N (moonlightblue-perleffekt)
  • Motor: 1,8 l mit 79 kW (MKB: PF) für Deutschland; 1,8 l mit 118 kW (MKB: PG) (G60) für Österreich und Schweiz
  • 3 Edition-Blue-Embleme anstelle der GTI-Embleme an den Seitenleisten und am Heck
  • G60-Kotflügelverbreiterungen rundum
  • Aluminiumfelgen BBS RM012, zweiteilig, 6,5J×15 ET33 mit Reifen 195/50R15
  • Stahlschiebedach mit manueller Betätigung
  • Blinkleuchten seitlich
  • Schlussleuchten partiell abgedunkelt
  • Außenspiegel elektrisch und beheizbar in Wagenfarbe lackiert (rechts konvex, links asphärisch-Weitwinkel)
  • Innenausstattung ausschließlich in Leder mauritiusblau mit Sitzheizung vorn
  • Teppich in Tuftingvelours mauritiusblau
  • 3-Speichen-Sportlenkrad 360 mm Leder schwarz
  • Schalthebelknauf Leder schwarz
  • Handbremsgriff Leder schwarz

Die G60-Modelle für Österreich und die Schweiz hatten serienmäßig eine Klimaanlage und ABS. In der Schweiz konnte der Edition Blue ausschließlich als G60 geordert werden, nur dort war er mit Zusatzausstattungen konfigurierbar. ABS war (wie bei allen G60 in der Schweiz) nicht serienmäßig, sondern nur gegen Aufpreis erhältlich. In Österreich und Deutschland konnten für dieses Sondermodell keine zusätzlichen Sonderausstattungen geordert werden.

Passive Sicherheit[Bearbeiten]

Ein vom ADAC im Jahr 2003, zum 30. Jubiläum des Golf, durchgeführter Crashtest offenbarte, dass die Weiterentwicklung der Passiven Sicherheit für Insassen beim Golf II unzureichend war. Im Vergleich zum VW Käfer, mit einem mehr als 40 Jahren früheren Entwicklungszeitpunkt, schnitt er beim Frontalaufprall schlechter ab.[8]

Konkurrenzprodukte[Bearbeiten]

Konkurrenten des VW Golf II in Deutschland waren zum Beispiel Opel Kadett E, Ford Escort, Nissan Sunny, Mazda 323, Fiat Ritmo, Fiat Tipo, Peugeot 309, Renault 11 und Volvo 480.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahresbericht 2004. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 30, abgerufen am 31. März 2014 (PDF; 2,5 MB).
  2. Jahresbericht 2008. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 41, abgerufen am 31. März 2014 (PDF).
  3. Golf II Limousine/GTI. Volkswagen Classic, abgerufen am 31. März 2014.
  4. 30 Jahre VW Golf II. Wirklich reif fürs H-Kennzeichen? In: Auto Bild Klassik 1/2014. Bernd Wieland, Januar 2014, S. 51, abgerufen am 31. März 2014 (PDF).
  5. Golf-Preisliste Modelljahr 1991 (13. August 1990)
  6. Oldtimer-Magazin, Ausgabe April 1993
  7. Off Road, Ausgabe September 1989, S. 21
  8. Zwei Welten in punkto Sicherheit, auf autobild.de, abgerufen am 2. Dezember 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: VW Golf II – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien