VW Corrado

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Volkswagen
VW Corrado 16V (1992)

VW Corrado 16V (1992)

Corrado
Produktionszeitraum: 1988–1995
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Kombicoupé
Motoren: Ottomotoren:
1,8–2,9 Liter
(79–140 kW)
Länge: 4030 mm
Breite: 1674 mm
Höhe: 1318 mm
Radstand: 2470 mm
Leergewicht: 1115–1284 kg
Vorgängermodell: VW Scirocco II
Nachfolgemodell: VW Scirocco III
Heckansicht

Der VW Corrado (Typ 53i) ist ein Sportcoupé der Marke Volkswagen. Das Kraftfahrt-Bundesamt ordnet den Corrado in das Segment Mittelklasse ein.[1]

Allgemein[Bearbeiten]

Im Mai 1981 begann VW unter dem Entwicklungsauftrag (EA) 494 mit den Arbeiten an einem Nachfolgemodell für den gerade eingeführten VW Scirocco II. Technische Basis für den als Nachfolger des Scirocco geplanten Wagen war wieder der Golf, diesmal die zweite Generation, der Scirocco II basierte noch auf dem Golf I.

Der Scirocco III (später Corrado genannt) sollte als technologischer Imageträger 1986 beziehungsweise im Modelljahr 1987 zu einem günstigeren Preis als der aktuelle Scirocco II in Serie gehen. Allerdings geriet der Wagen zu teuer für die direkte Nachfolge. Außerdem war die Motorenauswahl nicht mit der der Scirocco-Palette zu vergleichen. Diese Quadratur des Kreises wurde im Dezember 1984 durch die Formel: „Scirocco 3 plus Scirocco 2 Weiterlauf“ aufgelöst. Der Scirocco III bzw. Corrado sollte als Technologieträger und als hochwertiges Sportcoupé am Markt positioniert werden.

Geplant war ferner, neben dem neuen Modell den Scirocco II mindestens bis 1988 weiter zu produzieren und auf Basis der Polo-Plattform einen Nachfolger für das preisgünstige Sportcoupé zu finden. Da sich jedoch kein günstiges Coupé unterhalb des Corrado zur Marktreife entwickeln ließ, blieb der Scirocco vier Jahre länger als vorgesehen im Angebot. Mit der Höherpositionierung des Corrado zum Sportwagen und nach den bis September 1991 rückläufigen Absatzzahlen des Scirocco II wurde dessen Produktion im September 1992 eingestellt.

Ab März 1986 wurde der EA 494 in der Tradition der Namen von Winden bei VW (Passat, Scirocco usw.) unter dem Projektnamen „Taifun“ geführt. Da jedoch ein Taifun vor allem mit Zerstörung in Zusammenhang gebracht wird, entschied man sich zugunsten von „Corrado“ um. Die Bezeichnung Corrado stammt vom spanischen Wort correr (deutsch „laufen“).

Bei der Präsentation des Corrado im Herbst 1988 waren die Besonderheiten der Heckflügel, der beim europäischen Modell ab 120 km/h (75 km/h beim US-Modell) automatisch aus- und ab 20 km/h wieder einfährt (in ähnlicher Form wenige Monate später auch am Porsche 911 (Typ 964) zu finden), der den Auftrieb an der Hinterachse um bis zu 64 % reduzieren soll, sowie der G-Lader, mit dem als einziges Modell der Corrado G60 versehen war, und die für damalige Verhältnisse umfangreiche Serienausstattung: ABS, Servolenkung, höhenverstellbare Sportsitze, Nebelscheinwerfer, grüne Color-Wärmeschutzverglasung und (in Wagenfarbe lackierte) elektrisch einstellbare und beheizte Außenspiegel.

Insgesamt war der Corrado in seinen sieben Jahren Bauzeit ein technisches Gemisch aus Golf II, III und Passat B3/B4.

Produktionszeit:

  • Beginn: 10/1988 (Modelljahr 1989)
  • Ende: 07/1995 (Modelljahr 1995)

Modellvarianten[Bearbeiten]

Corrado G60 (1988–1993)
Corrado VR6 "Storm"
Vollleder-Recaro-Sitze im Corrado VR6
Corrado 16V mit BBS-Rädern

Corrado:

Corrado, Sondermodelle:

  • E 4 D Leder

Gebaut 1990–1991 in 1.846 Exemplaren.

  • E 3 V Flockdiagonale (Teilleder)

Gebaut 1990–1991 in 1.734 Exemplaren.

  • E 4 E Flockdiagonale (Vollstoff)

Gebaut 1990–1991 in 676 Exemplaren.

  • E 3 Q Jet

Gebaut 1991–1992 in 1.419 Exemplaren.

  • E 0 L Exclusiv 93

Gebaut 1992–1993 in 1.338 Exemplaren.

  • E 8 R Edition

Gebaut 1995 in 505 Exemplaren.

Alle Angaben basieren auf dem Karmann-Museum (Scirocco Zeitung 04/1997).

Modellpflege[Bearbeiten]

Nach den Werksferien im August 1991 wurden in Deutschland Modelle mit 16V- und VR6-Aggregat vorgestellt. Dabei wurden einige Änderungen vorgenommen:

Für den Einbau des größeren VR6-Motors war eine Neukonstruktion des vorderen Querträgers und eine Änderung der Motorhaube notwendig. Ergänzt wurde die Maßnahme durch breitere, vordere Kotflügel, breitere Frontschürze mit modernerem Kühlergrill, leicht abgeänderte Heckstoßstange, neue Nebelscheinwerfer- und Frontblinkereinheit, sowie neue Scheinwerfer.

Weitere Merkmale dieses Facelifts:

  • der Tank wurde von 55 l auf 70 l vergrößert
  • der Kofferraum wurde dadurch von 300 l auf 235 l verkleinert
  • neue Farbvarianten bei den Stoffausstattungen
  • EDS bei VR6 Motorisierung Serie

Nach den Werksferien August 1992 bekam der Corrado ein neu gestaltetes Interieur.

Die Änderungen umfassten unter anderem:

  • Mittelkonsole neu gestaltet
  • Fensterheberschalter direkt auf den Türtaschen oberhalb der Lautsprecher, anstatt innerhalb der Türverkleidung
  • Türverkleidung überarbeitet
  • Spiegelverstellschalter im neu geformten Türzuziehgriff anstatt in der Mitte der Türverkleidung
  • Lüftung (Dreh- statt Schieberegler)
  • Kippschalter durch Druckschalter ersetzt
  • Luftaustrittsdüsen im Armaturenbrett rundlicher und erhabener
  • Anzeigeinstrumente mit neuer Schriftart, roten Zeigern sowie prägnantem „Corrado“-Schriftzug im Drehzahlmesser
  • Nur noch bei VR6-Modellen eine geteilte Rücksitzbank als Serienausstattung

Mit der Präsentation des 2.0 8V im August 1993 wurde der G60 und nur ein Jahr später, im August 1994, der 16V aus dem Programm genommen. Ab August 1994 gab es den Corrado auch auf Wunsch mit Airbags für Fahrer und Beifahrerseite. Hierbei entfiel das Handschuhfach.

Technik[Bearbeiten]

Motoren[Bearbeiten]

Modell Kenn-
buchstaben
Zylinder /
Ventile
Hubraum Leistung Drehmoment Bemerkung Bauzeit
1.8 PF 4 / 8 1781 cm³ 079 kW (107 PS) bei 5400/min 154 Nm bei 3800/min Ausschließlich für den Export
1.8 PB 4 / 8 1781 cm³ 082 kW (112 PS) bei 5400/min 159 Nm bei 4000/min Ausschließlich für den Export
1.8 16V PL 4 / 16 1781 cm³ 095 kW (129 PS) bei 6300/min 168 Nm bei 4800/min Ausschließlich für den Export
1.8 16V KR 4 / 16 1781 cm³ 102 kW (139 PS) bei 6300/min 168 Nm bei 4800/min Ausschließlich für den Export
1.8 G60 PG 4 / 8 1781 cm³ 118 kW (160 PS) bei 5600/min 225 Nm bei 3800/min 10/88–07/93
2.0 2E / ADY 4 / 8 1984 cm³ 085 kW (115 PS) bei 5400/min 166 Nm bei 3200/min Nicht für Österreich 04/93–07/95
2.0 16V 9A 4 / 16 1984 cm³ 100 kW (136 PS) bei 5800/min 180 Nm bei 4400/min 08/91–07/94
2.8 VR6 AAA 6 / 12 2792 cm³ 128 kW (174 PS) bei 5800/min 235 Nm bei 4200/min Ausschließlich für den Export
2.9 VR6 ABV 6 / 12 2861 cm³ 140 kW (190 PS) bei 5800/min 245 Nm bei 4200/min 08/91–07/95

Technische Daten[Bearbeiten]

Statistik[Bearbeiten]

Produktionszahlen[Bearbeiten]

  • Vom Corrado wurden 97.521 Fahrzeuge in acht Jahren gefertigt
  • Im Oktober 1988 verließ der erste Corrado das Fließband bei Karmann in Osnabrück
  • Im Juli 1995 wurde die Produktion eingestellt.

Auslieferung nach Regionen[Bearbeiten]

  • Inland: 44.025
  • Europa: 29.030
  • USA: 19.814
  • Kanada: 2.817
  • andere: 1.835

Bestandszahlen (Deutschland)[Bearbeiten]

Angegeben sind die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes zum 1. Januar des jeweiligen Jahres nach Hersteller- und Typschlüsselnummer. Die Zulassungszahlen wurden bis 2007 inklusive der vorübergehend stillgelegten Fahrzeuge erfasst. Seit 2008 werden diese nun nicht mehr in der Statistik berücksichtigt, daher rührt also ein großer Teil der stark zugenommenen Verluste von 2007 auf 2008. Ausgewiesen werden vom KBA nur Typen mit mindestens 100 gemeldeten Fahrzeugen.

TSN Bezeichnung Leistung (PS / kW) Bestand 2001 Bestand 2002 Bestand 2003 Bestand 2004 Bestand 2005[2] Bestand 2006[3] Bestand 2007 Bestand 2008[4] Bestand 2009[5] Bestand 2010[6] Bestand 2011[7] Bestand 2012[8] Bestand 2013[9]
730 1,8 107 / 79 4 5 4 2 3
731 1,8 112 / 82 3 2 2 3 3
732 1,8 16V 139 / 102 16 12 15 18 15
756 G60 160 / 118 16.220 14.788 13.258 12.082 10.616 9.260 8.129 4.712 4.373 3.928 3.403 3.059 2.886
904 2,0 16V 136 / 100 3.973 3.823 3.641 3.516 3.305 3.079 2.876 1.959 1.795 1.595 1.445 1.313 1.216
905 VR6 190 / 140 4.648 4.341 3.978 3.779 3.535 3.265 3.004 2.019 1.899 1.823 1.696 1.617 1.501
925 2,0 115 / 85 1.833 1.794 1.730 1.719 1.654 1.569 1.499 1.169 1.102 979 887 822 771
Summe 26.697 24.765 22.628 21.113 19.131 17.173 15.508 9.859 9.169 8.325 7.431 6.811 6.374
Veränderung ggü. Vorjahr - 7,24 % - 8,36 % - 6,70 % - 9,39 % - 10,23 % - 9,70 % - 7,00 % - 9,20 % - 10,74 % - 8,34 % - 6,42 %

Nach dem Abschlussbericht des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wurden 364 VW Corrado zugunsten der Umweltprämie zwischen dem 27. Januar 2009 und dem 31. Juli 2010 verschrottet.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • R.M. Clarke (Hrsg.): VW Corrado Limited Edition. Brooklands Books, 2004, ISBN 1-85520-673-0.
  • Heinz Hormann: Das große VW Corrado-Buch. Heel Verlag, 1990, ISBN 3-89365-187-X.
  • Eberhard Kittler: Deutsche Autos seit 1990, Bd. 5, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02128-5, S. 263–265.
  • Claudia Böhler/Manfred Grieger/Dirk Schlinkert/Ulrike Gutzmann: Scirocco: Aufregend vernünftig. Der Volkswagen Scirocco 1974/1992. Gebundene Ausgabe: 128 Seiten Verlag: Heel ISBN 3-935112-33-5.
  • Oldtimer-Markt 1/2009 Kaufberatung S. 36 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: VW Corrado – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Abschlussbericht – Umweltprämie. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und Kraftfahrt-Bundesamt, 1. November 2010, abgerufen am 30. September 2013 (PDF; 1,6 MB).
  2. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2005 nach Herstellern und Typen mit ausgewählten Merkmalen. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 102–103, archiviert vom Original am 21. Dezember 2005, abgerufen am 30. September 2013.
  3. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2006 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraumklassen. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 80, 119–120, archiviert vom Original am 20. August 2006, abgerufen am 30. September 2013.
  4. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2008 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, Juni 2008, S. 85, 129, abgerufen am 13. Juni 2013 (PDF; 4,8 MB).
  5. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2009 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2009, S. 90, 137, abgerufen am 12. Juni 2013 (PDF; 4,9 MB).
  6. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2010 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2010, S. 89, 137–138, abgerufen am 12. Juni 2013 (PDF; 4,1 MB).
  7. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2011 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, S. 94, 145, abgerufen am 13. Juni 2013 (PDF; 4,9 MB).
  8. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2012 nach Herstellern, Handelsnamen, ausgewählten Merkmalen und Hubraum. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2012, S. 98, 150, abgerufen am 13. Juni 2013 (PDF; 5,4 MB).
  9. Bestand an Personenkraftwagen am 1. Januar 2013 nach Herstellern, Handelsnamen und ausgewählten Merkmalen. Kraftfahrt-Bundesamt, Juli 2013, S. 129, abgerufen am 30. September 2013 (PDF; 4,2 MB).