Gander

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Gander (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gander
Motto: "Volet Gander"
Lage in Neufundland und Labrador
Gander (Neufundland und Labrador)
Gander
Gander
Staat: Kanada
Provinz: Neufundland und Labrador
Koordinaten: 48° 57′ N, 54° 37′ W48.95712-54.61128Koordinaten: 48° 57′ N, 54° 37′ W
Höhe: 128 m
Fläche: 104,25 km²
Einwohner: 11.054 (Stand: 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 106 Einw./km²
Zeitzone: Newfoundland Time (UTC-3:30)
Postleitzahl: A1V
Bürgermeister: Claude Elliot
Website: www.gandercanada.com

Gander ist eine Stadt auf Neufundland in der kanadischen Provinz Neufundland und Labrador. Sie liegt am nordöstlichen Ufer des 56 Kilometer langen Sees Gander Lake. Heute ist Gander ein regionales Zentrum. Entstanden ist die Siedlung aber erst, als entschieden wurde, dort einen Flughafen zu bauen. Noch heute ist die Geschichte des Orts eng mit dem Flughafen Gander verbunden. Auch das lokale North Atlantic Aviation Museum widmet sich der Luftfahrt.

Geschichte[Bearbeiten]

Gander wurde gegründet, als im Juni 1936 Arbeiter begannen, Gelände an der heute eingestellten Newfoundland Railway urbar zu machen und einen Flugplatz zu bauen: Ihr Auftrag war, den größten Flughafen der Erde zu bauen, der bei den neu aufkommenden Transatlantikflügen als erster respektive letzter Zwischenstopp westlich des Atlantiks dienen sollte. Im Januar 1938 landete erstmals ein Flugzeug in Gander auf dem Newfoundland Airport.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Jahr 1941 aus dem Flughafen die RCAF Station Gander, die das RAF Ferry Command primär als Zwischenstation bei der Überführung von US-amerikanischen Flugzeugen verwendete. Tausende Flugzeuge der United States Army Air Forces starteten von dort zur Überführung Richtung Europa. Zusätzlich waren auf Neufundland Einheiten für die U-Boot-Jagd stationiert. Während dieser Zeit lebten auf der RCAF Station Gander rund 10.000 Personen in Baracken.

Nach dem Krieg wurde der Flughafen wieder von zivilen Behörden übernommen. Mehrere Fluggesellschaften nahmen noch vor Ende 1945 den regulären Flugdienst über Gander auf. Zu dieser Zeit war die Reichweite der Flugzeuge noch sehr beschränkt, so dass keine Nonstop-Flüge zwischen den Metropolen auf beiden Seiten des Atlantiks möglich waren. 1958 wurde Gander an einer neuen, etwas weiter vom Flughafen entfernten Stelle neu gegründet. Die alte Flughafensiedlung wurde aufgegeben.

Ende der 1950er Jahre erhöhte sich die Reichweite der Flugzeuge. Die Propeller-Langstrecken-Verkehrsmaschinen der letzten Generation und die neuen Düsenflugzeuge ermöglichten Nonstop-Flüge, wodurch die Bedeutung Ganders als transatlantisches Luftfahrt-Drehkreuz zurückging. Im Dezember 1985 stürzte ein US-Transportflugzeug ab. Dabei kamen 248 Soldaten der 101. US-Luftlandedivision ums Leben.

Als nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA der US-amerikanische Luftraum gesperrt wurde, wurden insgesamt 39 Transatlantikflüge auf den Flughafen von Gander umdirigiert. In kürzester Zeit mussten über 6500 „gestrandete“ Passagiere und Besatzungsmitglieder in der Stadt mit nicht einmal 10.000 Einwohnern untergebracht und verpflegt werden. Den Aussagen der unfreiwilligen Gäste zufolge geschah dies mit unglaublicher Gastfreundschaft und Aufopferungsbereitschaft. Die Lufthansa hat diesem Verhalten der Bürger zu Ehren eine ihrer Maschinen nach der Stadt benannt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gander - Census 2011, abgerufen am 25. Dezember 2012