Gander International Airport

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Gander International Airport
Gander International Airport (satellite view).jpg
Kenndaten
ICAO-Code CYQX
IATA-Code YQX
Koordinaten
48° 56′ 13″ N, 54° 34′ 5″ W48.936944444444-54.568055555556151Koordinaten: 48° 56′ 13″ N, 54° 34′ 5″ W
151 m ü. MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km südöstlich von Gander
Straße Trans-Canada Highway
Basisdaten
Eröffnung 1938
Betreiber Gander Airport Authority
Passagiere 124.440[1] (2012)
Luftfracht 220 t[2] (2012)
Flug-
bewegungen
30.847[3] (2012)
Beschäftigte 45[4] (2014)
Start- und Landebahnen
03/21 3109 m × 61 m Asphalt
13/31 2713 m × 61 m Asphalt

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Gander International Airport ist ein Flughafen auf der kanadischen Insel Neufundland. Die nächste Stadt ist Gander, die als Wohnort für die Bauleute und Flughafenangestellten gegründet wurde. Der Flughafen wurde insbesondere erbaut, um bei Transatlantikflügen als Zwischenstopp zum Auftanken zu dienen. Wenige Jahre nach der Eröffnung war der Flughafen von Gander der größte Flughafen der Welt.

Heute macht der Flughafen hohe finanzielle Verluste. Mehr als 50 % des Flugverkehrs stammt von militärischen Maschinen, die keine Landegebühren bezahlen müssen. Gander International Airport wird nur von einer Regionalfluggesellschaft regelmäßig angeflogen (2007). Im Sommer kommen Charter-Flüge hinzu.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Gander International Airport hat einen 24-Stunden-Betrieb.

Der Flughafen verfügt heute über zwei Landebahnen. Eine dritte, kurze Landebahn 09/27 wurde zwischenzeitlich geschlossen.[5]

Gander Control kontrolliert und reguliert zusammen mit Shanwick Oceanic Control in Irland und Schottland den Flugverkehr über dem Nordatlantik. Jeder Transatlantikflug zwischen Europa und Nordamerika muss mit einer dieser oder beiden Flugsicherungszentralen Kontakt aufnehmen.

Der zivile Flughafen wird auch vom Canadian Forces Base 9 Wing Gander der kanadischen Streitkräfte als Basis genutzt. Es handelt sich um die wichtigste militärische Einrichtung auf Neufundland. 9 Wing Gander erledigt Such- und Rettungsaufgaben in den Seeprovinzen, Neufundland und Labrador, Nordost-Québec, Teilen der Arktis und in den Meeresgebieten rund um diese Regionen.

Kanada und die US Air Force betreiben zudem eine Radaranlage im Rahmen der nordamerikanischen Luft- und Weltraumverteidigung.

In Jahr 2012 wurde die Piste 03/21 für zehn Millionen kanadische Dollar saniert und dabei mit einer Sicherheitsfläche (englisch runway end safety area , RESA) am Ende von Start- und Landebahn 21, befestigten Seitenstreifen und neuer Rollhalt-Befeuerung (englisch runway guard lights) ausgestattet.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Mahnmal, das an der Absturzstelle unweit des Flughafens der Opfer des Unglücks vom Dezember 1985 gedenkt
Lufthansa Airbus A340 Gander Halifax

Im Juni 1936 wurde mit den Bauarbeiten am Flughafen begonnen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Flughäfen wurde dieser nicht in der Nähe einer Großstadt errichtet, sondern in der menschenleeren Wildnis. Das Flughafengelände lag einzig an einer Eisenbahnlinie und im äußersten Nordosten Nordamerikas. Flugzeuge auf der Great Circle Route, der direkten Flugroute über den Nordatlantik, sollten hier einen Zwischenstopp einlegen und auftanken; die Maschinen der damaligen Zeiten hatten keine genügenden Reichweiten für Direktflüge. Am 11. Januar 1938 landete erstmals ein Flugzeug in Gander. Im November des gleichen Jahres nahm der Flughafen seinen Betrieb auf. Bald darauf hatten die Bauarbeiter vier gepflasterte Flugpisten erstellt und damit den größten Flughafen der damaligen Zeit.

Während des Zweiten Weltkriegs war die RCAF Station Gander als einzige Landemöglichkeit in den Seeprovinzen und Neufundland von großer strategischer Bedeutung. Beinahe alle Flugzeuge, die während des Krieges über den Nordatlantik nach Großbritannien und an die europäische Front oder zurück flogen, mussten in Gander einen Stopp zum Auftanken einlegen. Im November 1940 verließen die ersten sieben amerikanischen Militärflugzeuge den Flughafen nach Europa. 20.000 weitere, in Nordamerika gebaute Jagdflugzeuge und Bomber sollten folgen. Rund um die Flugbasis der USAAF lebten damals rund 10.000 Menschen in Baracken.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Kontrolle über den Flughafen wieder zurück an die Behörden von Neufundland. Gleichzeitig nahm auch der zivile Flugverkehr über den Atlantik mit Landflugzeugen zu. Für Fluggesellschaften wie TCA (heute Air Canada), BOAC (heute British Airways), Pan Am und TWA war Gander neben dem Flughafen Shannon in Irland die wichtigste Zwischenstation zum Auftanken. Von Gander konnte man die meisten Metropolen an der amerikanischen Ostküste und Westeuropas erreichen. Ein Passagieraufkommen von 250.000 Personen und rund 13.000 Flugzeugen jährlich veranlassten die kanadische Regierung, einen neuen Terminal zu bauen, der im Juni 1959 eröffnet wurde.

Der Flughafen, der damals mit dem Slogan „Crossroads of the World“ (Kreuzung der Welt) warb und zu den verkehrsreichsten der Welt zählte, erlebte in den 1960ern einen schnellen Niedergang: die letzte Generation der viermotorigen Propellerverkehrsflugzeuge ab 1956 und die neuen Düsenflugzeuge ab 1958 hatten genug Reichweite, um den Atlantik ohne Zwischenlandungen zu überqueren, und so nahm das Verkehrsaufkommen auf dem Flughafen von Gander schnell wieder ab. In der Folge benutzten vor allem noch Militärflugzeuge und Passagierflugzeuge aus dem sozialistischen Osteuropa und der Sowjetunion auf dem Weg nach Kuba den Flughafen von Gander als Zwischenstopp. Zahlreiche Osteuropäer nutzten die Zwischenlandung, um in den freien Westen zu flüchten. Bekannte Flüchtlinge waren 1980 der Schachgroßmeister Igor Wassiljewitsch Iwanow und die Vietnamesin Phan Thị Kim Phúc.

In der Region von Gander kam es zu mehreren Flugzeugabstürzen. Am 18. September 1946 starben 27 Personen, als eine DC-4 der Sabena 20 Meilen vom Flughafen entfernt abstürzte. Am 5. September 1967 verunglückte eine Iljuschin Il-18 der Československé aerolinie beim Start. 37 Personen fanden dabei den Tod. Zur schwersten Luftkatastrophe über kanadischen Boden kam es am 12. Dezember 1985: Eine gecharterte Douglas DC-8 mit US-Soldaten der Sinai-Friedenstruppe auf dem Flug nach Hause in die Weihnachtsferien stürzte unmittelbar nach dem Start ab. 256 Menschen kamen ums Leben. Ein Mahnmal erinnert an dieses Ereignis.

Während der Betriebszeit des Space Shuttle war Gander ein möglicher Notlandeplatz bei einem Startabbruch.[7]

Als am 11. September 2001 nach den Terroranschlägen in den USA der amerikanische Luftraum gesperrt wurde, wurden im Rahmen der Operation Yellow Ribbon 39 Flugzeuge nach Gander umgeleitet. Außer Halifax musste an diesem Tag kein anderer kanadischer Flughafen mehr Flugzeuge aufnehmen. 6122 Passagiere und 473 Crew-Mitglieder strandeten in Gander, das weniger als 10.000 Einwohner hat. Die unfreiwilligen Gäste berichteten von unglaublicher Gastfreundschaft und Aufopferungsbereitschaft der lokalen Bevölkerung. Als Würdigung dieser außerordentlichen Betreuung taufte die Lufthansa am 16. Mai 2002 einen neuen Airbus 340-300 auf den Namen „Gander/Halifax“. Dies ist das erste Flugzeug der Lufthansa, das nicht nach deutschen Bundesländern, deutschen Städten oder nach Kontinenten benannt wurde. Das Flugzeug trägt die Registrierung D-AIFC.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gander International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. CANSIM - 401-0044 - Air passenger traffic and flights. In: .statcan.gc.ca. Abgerufen am 16. März 2014 (englisch, Selektion nach "Geography= Gander International, Newfoundland and Labrador").
  2. CANSIM - 401-0045 - Air cargo traffic and flights. In: .statcan.gc.ca. Abgerufen am 16. März 2014 (englisch, Selektion nach "Geography= Gander International, Newfoundland and Labrador").
  3. Total aircraft movements by class of operation. NAV CANADA towers. In: statcan.gc.ca. Abgerufen am 16. März 2014 (englisch).
  4. Stephan Seiler: Die Kreuzung der Welt. In: lhm-lounge.de. März 2014, S. 7, abgerufen am 16. März 2014 (pdf).
  5. Gander Intl. In: World Aero Data. Abgerufen am 29. Oktober 2013 (englisch).
  6. Annual Report 2012. In: ganderairport.com. GANDER INTERNATIONAL AIRPORT AUTHORITY INC., 2013, S. 12, abgerufen am 16. März 2014 (pdf, englisch).
  7. Justine Whitman: Space Shuttle Abort Modes. Aerospaceweb.org, 25. Juni 2006, abgerufen am 7. Oktober 2011 (englisch).