Gennadi Andrejewitsch Sjuganow

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Gennadi Sjuganow nimmt am 1. Mai 2012

Gennadi Andrejewitsch Sjuganow (russisch Геннадий Андреевич Зюганов, wiss. Transliteration Gennadij Andreevič Zjuganov; * 26. Juni 1944 in Mymrino, Oblast Orjol) ist ein russischer Politiker und derzeit Vorsitzender der KPRF.

Laufbahn[Bearbeiten]

Gennadi Sjuganow im Gespräch mit Russlands Präsident Dmitri Medwedew (Juni 2008)

Sjuganow ist studierter Physiker. Nach Abschluss der Schule arbeitete er zunächst ein Jahr als Lehrer bevor er sich 1962 an der Staatlichen Universität Orjol einschrieb. Von 1963 bis 1966 leistete er seinen Militärdienst bei der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland und schloss das wiederaufgenommene Studium 1969 mit Auszeichnung ab. 1966 trat er in die KPdSU ein und war im Komsomol aktiv. Ab 1972 arbeitete er im Parteiapparat, von 1974 bis 1983 war er Zweiter Sekretär des Stadtparteikomitees von Orjol. Ab 1983 arbeitete er in der Abteilung für Agitation und Propaganda des Zentralkomitees, 1989 wurde er deren stellvertretender Leiter.

Nach der Auflösung der KPdSU war er einer der Gründer der neuen Kommunistischen Partei der Russischen Föderation (KPRF), seit dem 14. Februar 1993 ist er deren Vorsitzender. Seit 1993 ist er Mitglied der Duma, bei der Präsidentschaftswahl 1996 und der Präsidentschaftswahl 2000 kandidierte er. 1996 erreichte er im ersten Wahlgang 32,0 % und im zweiten Wahlgang 40,3 %, 2000 im ersten Wahlgang 29,2 % (bei dieser Wahl wurde Wladimir Putin bereits im ersten Wahlgang gewählt). 2008 und 2012 kandidierte er erneut für das Amt des Präsidenten, blieb jedoch beide Male chancenlos (18,5 % 2008 und 17,7 % 2012).

Position zur Sowjetunion[Bearbeiten]

Anlässlich des 80. Geburtstags von Michail Gorbatschow bezeichnete Sjuganow diesen als „Verräter“ und „Zerstörer“, der mit schweren politischen Fehlern die Auflösung der Sowjetunion verschuldet habe.[1]

Privatleben und Herkunft[Bearbeiten]

Der ethnische Russe Gennadi Sjuganow stammt aus einer Lehrerfamilie. Sein Vater Andrei Michailowitsch Sjuganow (1910-1990) war während des Zweiten Weltkrieges Artilleriekommandeur bei der Roten Armee. Nach dem Krieg wurde er Mittelschullehrer. Seine Mutter Marfa Petrowna (1915-2004) war Grundschullehrerin.

Gennadi Sjuganow ist seit 1967 mit Nadeschda Iwanowna Sjuganowa (geborene Amelitschewa) verheiratet. Aus der Ehe sind zwei Kinder hervorgegangen: Sohn Andrei (* 1968) und Tochter Tatjana (* 1974). Darüber hinaus hat Sjuganow eine Enkeltochter und sieben Enkelsöhne.

In seiner Freizeit beschäftigt sich Sjuganow mit Volleyball, Billard und Blumenzucht.

Ungeachtet seiner kommunistischen Einstellung ist Gennadi Sjuganow bekennender russisch-orthodoxer Christ.[2] Am 12. September 2014 überreichte ihm Kyrill I. den kirchlichen Orden der Ehre und der Würde.[3]

Im Juni 2012 überlebte Sjuganow einen Herzinfarkt. Medienangaben zufolge erlitt er den Herzinfarkt am 4. Juni 2012 während eines Urlaubs in Kislowodsk.[4]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format80. Geburtstag: Gorbatschow ist bedrückt über Russland. In: fr-online.de. 2. März 2011, abgerufen am 19. Dezember 2014.
  2. http://www.zavtra.ru/cgi/veil/data/zavtra/00/328/14.html (Version vom 28. Juli 2013 im Internet Archive)Vorlage:Webarchiv/Wartung/Linktext_fehlt
  3. www.mr7.ru
  4. www.topnews.ru

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gennadi Andrejewitsch Sjuganow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien