Russisch-Orthodoxe Kirche

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Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau

Die Russisch-Orthodoxe Kirche (russisch Русская Православная Церковь), wiss. Transliteration Russkaja Pravoslavnaja Cerkov') ist eine christliche Kirche. Als Russisch-Orthodoxe Kirche werden zumeist die autokephale orthodoxe Kirche von Moskau und Russland (Patriarchat von Moskau und ganz Russland) und die ihr nachgeordneten Kirchen einschließlich der Diözesen der Diaspora bezeichnet. Diese Kirchen bilden gemäß dem allen orthodoxen Kirchen gemeinsamen Glaubensbekenntnis zusammen mit den anderen orthodoxen Kirchen die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche. Vor allem durch ihre lange eigenständige Tradition entwickelten sie einen eigenen Charakter. Der Patriarch als Vorsteher hat seinen Sitz im Danilow-Kloster in Moskau, größter russisch-orthodoxer Kirchenbau ist die Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale.

Geschichte[Bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten]

Wiktor Wasnezow: Taufe Wladimirs (1890)
Russisch-orthodoxes Kreuz. Der untere, schräge Querbalken symbolisiert den Übergang von der „Hölle“ zum „Himmel“

Entstanden ist die Russisch-Orthodoxe Kirche, als Großfürst Wladimir I., Herrscher der Kiewer Rus, 988 die Taufe empfing und seine Untertanen taufen ließ. Die Annahme des griechisch-orthodoxen Christentums in Dogma, Kultus, Kirchenlehre, Kirchenrecht und Verfassung prägte die Kultur der Ostslawen in vielfältiger Weise. Die herrschaftsstützende Lehre der Russisch-Orthodoxen Kirche, dass alle Obrigkeit von Gott komme, festigte die Stellung des Fürsten von Kiew erheblich. Durch die Annahme des Glaubens steigerte sich das Prestige der Kiewer Fürsten, wodurch das Kiewer Reich Ebenbürtigkeit mit den anderen christlichen Völkern erhielt. Besonders während der Tatarenherrschaft wurde das Zusammenwachsen der russischen Fürstentümer unter Moskauer Führung durch den einigenden Glauben vorangetrieben. Gleichzeitig grenzte sich das Kiewer Reich durch die Annahme des Christentums griechisch-orthodoxer Glaubensrichtung vom lateinisch geprägten Abendland ab. Diese religiöse Grenze führte zu einer Eigenentwicklung der russischen Kultur, die sich erst ab dem 18. Jahrhundert unter den Säkularisierungsbemühungen Peters I. verringerten.[1]

Die Kirche Kiews wurde als Teilkirche des Patriarchates von Konstantinopel zunächst von Exarchen verwaltet, was keine Auswirkungen auf die politische Selbständigkeit der Kiewer Großfürsten hatte. Die ersten Metropoliten kamen noch aus Griechenland und Bulgarien. Metropolitensitz war als erstes Kiew, ab 1326 auf Wunsch des Metropoliten Peter Moskau. Der letzte griechische Metropolit war Isidor von Kiew, der 1441 wegen seiner Zustimmung zur Kirchenunion von Florenz vom Moskauer Großfürsten Wassili II. abgesetzt wurde. Am 15. Dezember 1448, fünf Jahre vor dem Fall des bereits zunehmend handlungsunfähigen Konstantinopel, wählte die Synode der russischen Bischöfe ohne voriges Einverständnis des Patriarchen von Konstantinopel Bischof Iona von Rjasan zum „Metropoliten von Kiew und ganz Russland“, was eine faktische Trennung von der byzantinischen Mutterkirche bedeutete. Im Januar 1589 schlug eine Moskauer Kirchensynode dem Zaren Fjodor I. drei Kandidaten für die Besetzung des neu errichteten Patriarchats in Moskau vor. Der Zar wählte den bisherigen Moskauer Metropoliten Iov. Eine ökumenische Synode in Konstantinopel unter Beteiligung aller Patriarchen der Ostkirche bestätigte 1590 die Errichtung des neuen Patriarchats in Moskau und wies ihm – nach Jerusalem – den fünften Rang zu.

Sophienkathedrale im Nowgoroder Kreml: das zweitälteste erhaltene Gebäude einer russisch-orthodoxen Kirche

Aufgrund seiner vielen Kirchen und Klöster und seiner Bedeutung für die orthodoxe Christenheit war Kiew seit dem Mittelalter als Jerusalem des Nordens bezeichnet worden (heute hört man häufiger Jerusalem des Ostens, von Konstantinopel aus liegt Kiew aber fast exakt im Norden). Ferner wird Kiew aufgrund seiner geschichtlichen Rolle als Mutter aller russischen Städte bezeichnet.

Spaltung[Bearbeiten]

1652 initiierte der damalige Patriarch Nikon die erste Reform des russischen Ritus. Es wurde behauptet, der russische Ritus wäre – wegen Fehlern beim Kopieren der Kirchenbücher – abgewichen vom griechischen Urtext und Ritus. Dieser Standpunkt diente für Nikon und seine Anhänger als Rechtfertigung, Kirchenreformen durchzuführen. Diejenigen, die die Rechtmäßigkeit dieser Revisionen bestritten, wurden auf dem Konzil von 1666–1667 mit dem Anathema belegt. Diese Ereignisse haben zu einem Schisma geführt, und seitdem existieren die Altorthodoxen (auch Altritualisten oder Altgläubigen genannt) getrennt von der Großkirche. Gegner dieser Kirchenreformen wurden verfolgt, und Zehntausende wurden hingerichtet. 1971 hat die Großkirche vom Patriarchat Moskau den Fluch über den altrussischen Ritus aufgehoben.

Abschaffung des Patriarchats[Bearbeiten]

Bereits 1721, 132 Jahre nach Gründung des Patriarchats, wurde der Patriarch unter dem westlich denkenden Zaren Peter I. nach deutsch-lutherischem Vorbild durch einen Heiligen Synod ersetzt, der weltlicher Kontrolle unterstand. Die Folge war eine immer stärkere Verweltlichung der Kirche und ihre Verquickung mit dem russischen Establishment; als Sprecherin der Armen und Unterdrückten fiel sie damit weitgehend aus.

Wiedereinführung des Patriarchats[Bearbeiten]

Patriarch Tichon

Nach der ersten russischen Revolution 1905 entstanden in der Kirche allmählich weitreichende Reformbestrebungen. Daraufhin wurde 1917 das Patriarchat wieder eingeführt und mit dem zuvor lange in den USA lebenden Erzbischof Tichon besetzt, der als modern und tatkräftig galt; 1918 wurde die Trennung von Kirche und Staat in Russland vollzogen. Die meisten weiteren geplanten Reformen fanden wegen der einsetzenden Verfolgung nicht mehr statt, die damaligen Pläne werden aber teilweise seit dem Ende der Sowjetunion vorsichtig wieder aufgegriffen.

Sowjetzeit[Bearbeiten]

Nach der Oktoberrevolution von 1917 war das Verhältnis von Kirche und Staat meist sehr gespannt. Die Bolschewiki betrieben besonders in den frühen Jahren der Sowjetunion massive Christenverfolgungen, unter Lenin und Stalin gab es Massenhinrichtungen und Deportationen in den Gulag. Im Vergleich zur Zeit vor 1917, als es 54.174 Kirchen und ca. 26.000 Kapellen sowie 1025 Klöster gab, gab es 1936 nur ca. 100 Kirchen, in denen noch regelmäßig die Liturgie gefeiert wurde („arbeitende Kirchen“) und kein einziges Kloster. Tausende kirchlicher Gebäude fielen einer Art Bildersturm zum Opfer, indem man sie abriss oder profan umfunktionierte. Diese Zahlen änderten sich allenfalls durch die Einverleibung ostpolnischer Gebiete infolge des Deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts von 1939.

Die eigentliche Veränderung trat nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion ein. 1941/42 entfaltete sich das Glaubensleben erneut. Das gläubige Volk eröffnete ca. 10.000 Kirchen wieder, ohne von den deutschen Besatzern daran gehindert zu werden. Stalin reagierte darauf, auch mit politischer Perspektive hinsichtlich des Nahen Ostens und Osteuropas. Am 4. September 1943 führten drei hochrangige Bischöfe ein nächtliches Gespräch mit Stalin, bald danach wurde der Patriarchatsverweser Metropolit Sergius (Stragorodskij) zum Patriarchen gewählt. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche wieder eingeschränkt geduldet, stand aber unter strenger staatlicher Kontrolle und hatte stets mit Unterdrückungsmaßnahmen zu rechnen. Allerdings festigten die Solidaritätserklärungen von Bischöfen gegenüber dem angegriffenen Vaterland und seiner kommunistischen Führung die Reputation der Kirche. Nachdem Metropolit Sergius zu Spenden für die Finanzierung einer Panzerkolonne aufgerufen hatte, wurde diese Panzereinheit 1944 der Roten Armee zur Verfügung gestellt. Im Januar 1945 wurde Alexij I. zum Patriarchen gewählt. Die kommunistische Führung in Moskau setzte die Kirchenleitung im Sinne eigener außenpolitischer Interessen ein. Erst anti-ökumenistisch (Konzil 1948), ab 1961 im Weltkirchenrat pro-ökumenistisch. Im In- und Ausland befand sich die Kirche und, vor allem, ihre offizielle Leitung in einer ambivalenten Situation. Den Verfolgungen unter Chruschtschow Anfang der 1960er Jahre folgte weitere Bedrängnis in der Breschnew-Ära. Die Zahl der Kirchen nahm von ca. 14.000 im Jahre 1948 immer weiter ab, bis 6794 im Jahre 1987. Im Zuge der Vorbereitungen zur 1000-Jahr-Feier der Taufe Russlands im Jahr 1988 änderte sich die Situation allmählich, und dann rapide mit dem Umbruch in Russland, der 1990-1991 folgte.[2] Die UdSSR war territorial kleiner als das Zarenreich. In den Randgebieten zur Sowjetunion, aber auch in anderen Teilen der Welt gab es zahlreiche Gemeinden, auch solche, die sich aus Flüchtlingen nach der Revolution bildeten. 1920 erfolgte die Bildung einer auslandsrussischen Kirchenleitung, der ca. 1000 Gemeinden und 24 Klöster unterstanden.

Die selbstverwaltete Russisch-Orthodoxe Auslandskirche, betrachtete sich weiterhin als unabtrennbaren Teil der Russischen Gesamtkirche, sah sich aber gezwungen, die von der Kirchenleitung in Moskau herausgegebene „Loyalitätserklärung“ 1927 zurückzuweisen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Gemeinden im kommunistischen Machtbereich (Osteuropa, Ostdeutschland) in das Moskauer Patriarchat eingegliedert. Gleichzeitig bildeten sich in anderen Ländern (v.a. Deutschland, USA, Südamerika, Australien) zahlreiche neue Flüchtlings-Gemeinden, ca. 400.

Das Höhlenkloster von Kiew

Besonders scharf war der von der sowjetischen Politik bedingte Konflikt im Heiligen Land. Im 19. Jahrhundert hatte sich in Russland ein sehr aktives Pilgerwesen mit Reisen an die alten heiligen Stätten entwickelt und die Zaren betrachteten sich gegenüber dem Osmanischen Reich als Schutzherren der orthodoxen Christen im Heiligen Land (welche dort die überwiegende Mehrheit der Christen darstellen). Entsprechend hatte die russische Kirche, aber auch der russische Staat, umfangreichen Landbesitz in Palästina, darunter viele Klöster mit russischen Mönchen. Nach der Anerkennung Israels durch die Sowjetunion 1948 wurde russisch-orthodoxes Kircheneigentum durch den Staat Israel an den Sowjetstaat übergeben. Mönche und Nonnen flohen nach Jordanien, kamen aber auch nach England. Am 27. Januar 1964 verkaufte die Sowjetunion das in Israel befindliche Eigentum der Russisch-Orthodoxen Kirche im Umfang von 4,5 Mio. US-Dollar an Israel. Nach dem 6-Tage Krieg 1967 übereignete Israel zwar keine auslandsrussischen kirchlichen Besitztümer in Ostjerusalem und den besetzten Gebieten an die UdSSR.[3]. Vergleichbares unternahm jedoch die palästinensische Autonomiebehörde unter Arafat: Die Klöster in Hebron 1997 und Jericho 2000 wurden gewaltsam eingenommen, wodurch der 1993-1997 angelaufene Annäherungsprozess zwischen den beiden Teilen der Russischen Kirche empfindlich gestört wurde. Die Vorgespräche, die zwischen den beiden russisch-orthodoxen Diözesen in Deutschland stattfanden, wurden unterbrochen.[4]

Nach dem Moskauer Konzil vom Jahre 2000, auf dem auch die Heiligsprechung von Neumärtyrern, die zum offiziellen Moskauer Patriarchat in Opposition standen, stattfand sowie in der „Sozialdoktrin“ die Positionen der „Loyalitätserklärung“ (1927) faktisch desavouiert worden waren, unternahmen beide Seiten erneut Schritte zur Annäherung. Zunächst durch zwei historische Konferenzen (2001 in Szentendre/Ungarn, und 2002 in Moskau). 2004 kam es zur Einsetzung von Dialog-Kommissionen, deren Arbeit von den Konzilien beider Teile der Russischen Kirche angenommen wurden, so dass im „Akt der kanonischen Gemeinschaft“ die durch die Sowjetzeit bedingte Trennung am 17. Mai 2007 in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale, in Gegenwart des New Yorker Metropoliten Laurus (Lawr, Laurus Schkurla) und des Patriarchen Alexius II. und im Beisein von Russlands Präsident Wladimir Putin, offiziell für beendet erklärt wurde.[5]

Gegenwart[Bearbeiten]

Kyrill I., Moskauer Patriarch, 2009

Das Landeskonzil von 1991 wählte Alexius II. zum Patriarchen der russischen orthodoxen Kirche. Nach dessen Tod am 5. Dezember 2008 wurde Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad am 6. Dezember 2008 als übergangsweiser Statthalter („locum tenens“) des Patriarchenamtes für eine Amtszeit von maximal sechs Monaten gewählt. Am 27. Januar 2009 wurde Kyrill von Smolensk und Kaliningrad zum neuen Patriarchen der russischen orthodoxen Kirche gewählt.[6]

Seit dem Niedergang der Sowjetunion erlebt die Russisch-Orthodoxe Kirche eine Renaissance. Heute hat sie wieder etwa 100 Millionen Mitglieder und hat mit dem Wiederaufbau und Neubau mehrerer großer Kathedralen begonnen. Hierzu gehört beispielsweise die Kaliningrader Christ-Erlöser-Kathedrale.

Eines der bekanntesten russisch-orthodoxen Klöster ist das seit 1993 als Weltkulturerbe ausgezeichnete Dreifaltigkeitskloster von Sergijew Possad.

Zur Russisch-Orthodoxen Kirche gehören als abhängige Teilkirchen die Weißrussisch-Orthodoxe Kirche, Moldauisch-Orthodoxe Kirche, die autonome Ukrainisch-Orthodoxe Kirche und die ebenfalls autonome orthodoxe Kirche in Japan. Die orthodoxe Kirche in Amerika wurde 1970 in die volle Unabhängigkeit entlassen.

Innerkirchlich stark umstritten war die Heiligsprechung des letzten Zaren und seiner Familie, die unter Lenin getötet worden waren. Als Kompromiss wurden sie zwar heiliggesprochen, aber nicht offiziell als Märtyrer benannt. Wladimir Putin gibt sich heute betont gläubig.

In ihren ökumenischen Kontakten distanziert sich die Kirche von anderen Kirchen, deren Amtsträger nicht im Einklang mit russisch-orthodoxen Vorstellungen über die Rollen von Männern und Frauen leben (so z. B. Gene Robinson und Margot Käßmann).

Im Juli 2008 beschloss die russische orthodoxe Kirche ihre Grundlagenlehre über die Würde, die Freiheit und die Menschenrechte.[7] Dieses Lehrdokument knüpft an die im August 2000 verabschiedete Sozialdoktrin[8] an und dient als Basis des gesellschaftlichen Dialogs zu Menschenrechtsfragen auf nationaler und internationaler Ebene. An der Ausarbeitung der Russischen Erklärung der Menschenrechte[9], die 2006 vom Weltkonzil des Russischen Volkes beschlossen wurde, hatte die russische orthodoxe Kirche wesentlichen Anteil.[10]

Hinsichtlich der Beziehungen zum Staat orientiert sich die Russisch-Orthodoxe Kirche, der orthodoxen Tradition entsprechend, am Ideal der Symphonie zwischen Kirche und Staat.[11]

Bildung[Bearbeiten]

Seit 2006 ist der Religionsunterricht in russischen Schulen wieder eingeführt. Die Russisch-Orthodoxe Kirche plädiert auch für eine Stärkung des russischen Staates und eine Entwicklung von nationalen geistigen Werten.

Die bedeutendsten Bildungseinrichtungen der Russisch-Orthodoxen Kirche sind die Moskauer Geistliche Akademie, die Geistliche Akademie Sankt Petersburg sowie die 1990 gegründete Orthodoxe Universität „Hl. Johannes der Theologe“ in Moskau.[12] Daneben existieren das Orthodoxe Seminar St. Tichon, die Orthodoxe Universität Wolgograd, die Höhere Theologische Schule St. Philaret und die Theologische Fakultät Minsk.[13]

Rückgabe von Kircheneigentum[Bearbeiten]

Im November 2010 verabschiedet die russische Duma ein Gesetz zur Rückgabe von 1917 enteignetem Kircheneigentum.[14] Dieses Gesetz sorgte insbesondere in der Oblast Kaliningrad, die 1917 nicht zu Russland gehörte und wo die Russisch-Orthodoxe Kirche keinen Besitz hatte, für Diskussionen, da dort ehemals von evangelisch-lutherischen oder römisch-katholischen Gemeinden genutzte Besitztümer an die orthodoxe Kirche fielen. Dies wurde damit begründet, dass die genannten Glaubensrichtungen im Gegensatz zur orthodoxen Kirche heute nicht mehr in großem Maße in dieser Region präsent seien.

Außerhalb Russlands[Bearbeiten]

Das kulturelle Leben Wiens war einst auch von russischen Einflüssen geprägt: Es befindet sich hier die größte russisch-orthodoxe Kirche Mitteleuropas.

Die deutsche Eparchie der Kirche befindet sich heute in Berlin. Der Berliner Diözese steht Erzbischof Feofan (Galinski) vor. Die Berliner Diözese wurde 1992 aus den vormals drei in Deutschland bestehenden Diözesen des Moskauer Patriarchats gegründet. Insgesamt gibt es in Deutschland über 70 aktive russisch-orthodoxe Gemeinden.[15]

Die Russisch-Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats ist in Deutschland als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. In Österreich ist sie eine „staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft“.

Zur autonomen Russisch-Orthodoxen Auslandskirche siehe: Russische Orthodoxe Kirche im Ausland

Eparchien der Russisch-Orthodoxen Kirche[Bearbeiten]

Die Russisch-Orthodoxe Kirche umfasst folgende 164[16] Eparchien, also lokale Körperschaften, in Russland und im Ausland:

Russland[Bearbeiten]

Eparchien der Russisch-Orthodoxen Kirche in Russland

Abakan und Kyzyl, (Alatyr) und (Poezkoje), (Aleksandria) und (Svetovodsk), Anadyr, Archangelsk und Cholmogory, (Ardatow), Arsenjew und Dalnegorsk, (Almetjevsk) und (Bugulma),Amursk und Čegdomin, Astrachan und Jenotajevka, (Ahtubinsk und Jenotjevka) Balaschow und Rtiševsk, Barnaul und Altai, (Barys) und (Insa) Belgorod und Stary Oskol, Beljow und Alexin, (Berdjansk) und (Primorsk), Beschezk und Wessjegonsk, Birobidschan und Kuljdursk, Blagoweschtschensk und Tynda, Bratsk und Ust-Ilimsk, Brjansk und Sewsk, Tscheboksary und Cuvas, Tscheljabinsk und Slatoust, Cita und Sabajkalje, Chabarowsk und Priamurje, Chanty-Mansijsk und Surgut, Elista und Kalmückien, (Georgijevsk) und (Praovejesk), (Gubin) und (Graiworon), Irkutsk und Angara, Ischewsk und Udmurtien, Iskitim und Tšerepanovo, Iwanowo, Wosnessensk und Kineschma, Jakutsk und Lensk, (Jaranz) und (Luza), Jaroslawl und Rostow, Jekaterinburg und Werchoturje, (Kalacinsk) Und ((Muromtsevo)), (Katlas) und (Velosk),Jekatarinodar und Kuban, Jenisseisk und Norilsk, Joschkar-Ola und Mari El, Juschno-Sachalinsk und Kurilen, Diözese Kaliningrad und Baltijsk, Kaluga und Borovsk, Karasuk und Ordynskoje, Kasan und Tatarstan, Kassimow und Sasow, Kainsk und Barabinsk, Kemerowo und Nowokusnezk, (Kinesma) und (Palech), Kirow, Kostroma und Galic, (Kotlas) und (Velsk), Krasnodar, Krasnojarsk und Jenisejsk, Krasnoslobodsk und Ardatow, Krutizy und Kolomna, Kurgan und Schadrinsk, Kursk und Rylsk, (Kuznetzk) und (Nikolsk),Lipezk und Jelezk, Ljudinowo und (Kaluga), Magadan und Sinegorsk, (Magnitogorsk) und (Verchnij), (Mahatschkala) und (Grozny), Maikop und Adygeja, (Melekess und Cerdakly), (Morinsk) und (Surga), Moskau, Murmansk und Montschegorsk, Narjan-Mar und Mesen, Neftekamsk und Belebei, Nischni Nowgorod und Arzamas, Weliki Nowgorod und Staraja Russa, (Noworosijk und Gelendzik), Nowosibirsk und Berdsk, Omsk und Tara und (Tjukalinsk), Orenburg, Orjol und Livny, Orenburg und Busuluk, Orsk und Gajsk, Pensa und Kuznezk, Perm und Solikamsk, Petropawlowsk-Kamtschatski, Petrosawodsk und Karelien, Pokrowsk und Nikolajew, Pskow und Welikije Luki, Rjasan und Kassimow, Rostow am Don und Nowotscherkassk, Salechard und Nowy Urengoi, (Salechard) und (Nowy), Samara und Sysran, Sankt Petersburg und Ladoga, Saransk und Mordwinien, Saratow und Wolsk, Simbirsk und Melekess, Skopin und Šatsk, Smolensk und Wjasma, Stawropol und Wladikawkas, (Suja) und (Tejkovo), Syktywkar und Vorkuta, Tambow und Micurinsk, Tobolsk und Tjumen, Tomsk und Asino, Tscheboksary, Tscheljabinsk, Tschita, Tula und Beljow, Twer und Kasin, Ufa und Sterlitamak, Uljanowsk, (Urengoi), (Urzum) und (Omutninsk), Ust-Kamenogorsk und Semipalatinsk, (Uvarovo) und (Kirsanov), Wjatka und Slobodskoi, (Voznesensk)) und (Pervomajsk), (Voznesensk) und (Pervonajsk), Wladimir und Suzdal, Wladiwostok und Primorje, Wolgograd und Kamyschin, Wologda und Weliki Ustjug, Woronesch und Borisoglebsk (Zeleznogorsk) und (Lojovski).

Diaspora[Bearbeiten]

Außerdem existieren noch folgende Eparchien als Titularbistümer: Alatyr, Balachna, Baltijsk, Balašiha, (Banceni), (Borodjanka), Sadonsk, Bikin, Bronnizy, Daugavpils, Dmitrow, (Fastiv), Gacina, (Irpin), Istra, Jegerevsk, Jejsk, Kaschira, Klin, Krasnogorsk, (Lodejnoje Pole), Luberstsi, Ljudinovo, (Makarjev), Moschaisk, (Murom), (Nikolajewsk), Odinzowo, Orechowo-Sujewo, (Ovidiopol), Peterhof, Podolsk, Ramenskoje, Satura, Sergijew Possad, Serpuchow, Solnetschnogorsk, Troitsk, Wereja, Widnoje, Wolokolamsk, Zaraisk, Swenigorod, Tichwin, Ussur, Kertsch (Krim), Korsum (Krim), Surosh (Krim).

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hyacinthe Destivelle: Le Concile de Moscou (1917–1918): la création des institutions conciliaires de l'Église orthodoxe russe, Cerf, Paris, 2006, ISBN 2-204-07649-X.
  • Antoine Nivière: Les Orthodoxes russes, Brepols, Bruxelles, 1993, ISBN 2-503-50310-1
  • Jean-Claude Roberti: Histoire de l'Église russe, Nouvelle Cité (col. Historiques), Paris, 1995, ISBN 2-85313-187-4.
  • Erich Felix Beck: Die russische Kirche. Ihre Geschichte, Lehre und Liturgie mit besonderer Berücksichtigung ihrer Unterscheidungslehren und ihres Verhältnisses zur römischen Kirche. Bühl in Baden: Unitas Verlag, 1922; 2. Aufl. 1926.
  • Metropolit Pitirim von Volokolamsk und Jurjev (Hrsg.): Die russische orthodoxe Kirche, Berlin – New York: De Gruyter – Evangelisches Verlagswerk GmbH 1988. (Die Kirchen der Welt; Bd. 19)
  • Peter Hauptmann & Gerd Sticker: Die Orthodoxe Kirche in Rußland. Dokumente ihrer Geschichte (860–1980). Göttingen: Vandenhoech & Ruprecht, 1988. ISBN 3-525-56179-2.
  • Joachim Losehand: Symphonie der Mächte. Kirche und Staat in Rußland (1689–1917), Herne: Schäfer, 2007. (Studien zur Geschichte Ost- und Ostmitteleuropas; Bd. 7) ISBN 978-3-933337-57-3
  • Thomas Bremer: Kreuz und Kreml. Kleine Geschichte der orthodoxen Kirche in Russland. Freiburg – Basel – Wien: Herder 2007.
  • Ernst Benz: Geist und Leben der Ostkirche, Hamburg: Rowohlt 1957
  • Erzpriester Michail Pomazanskij Orthodoxe Dogmatische Theologie'. Hrsg. Kloster des hl. Hiob von Pocaev. München. ISBN 3-926165-96-0
  •  Rudolf Prokschi: Die Russische Orthodoxe Kirche. In: Thomas Bremer, Hacik Rafi Gazer, Christian Lange (Hrsg.): Die orthodoxen Kirchen der byzantinischen Tradition. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-23816-3, S. 33-44, DNB 1029060711.
  • Die Russisch Orthodoxe Kirche im Ausland unter besonderer Berücksichtigung der deutschen Diözese. Hrsg. Kloster des hl. Hiob von Pocaev. München
  • Verantwortung in der Diaspora. Die Russische Orthodoxe Kirche im Ausland. Hrsg. Kloster des hl. Hiob von Pocaev, München
  • Johannes Preiser-Kapeller: Das Patriarchat von Konstantinopel und die russischen Kirchen 13. bis zum 15. Jahrhundert. Historicum. Zeitschrift für Geschichte 96 (2008), S. 71-77 (mit umfangreicher weiterer Bibliographie) (PDF; 3,1 MB)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andrea Hapke, Evelyn Scheer: Moskau und der Goldene Ring: Altrussische Städte an Moskva, Oka und Volga, S.18
  2. Dmitry Konstantinow, Die Kirche in der Sowjetunion nach dem Kriege, München 1973; Tausend Jahre Kirche in Russland, Evangelische Akademie Tutzing 1987; Ieromonach Damaskin (Orlovskij), Mučeniki, ispovedniki i podvižniki blagočestija Russkoj Pravoslavnoj Cerkvi XX stoletija, Bd. 3, Einleitung, S. 6-36, Tver 1999.
  3. Gernot Seide, Geschichte der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland von der Gründung bis in die Gegenwart, Wiesbaden 1983; G. Seide, Monasteries and Convents of the Russian Orthodox Church Abroad, München 1990.
  4. Bote der deutschen Diözese der Russischen Auslandskirche, 1997-1998 und 2000.
  5. Bote der deutschen Diözese der Russischen Auslandskirche, 2002-2007.
  6. n-tv:Kirill ist neuer Patriarch
  7. Die Grundlagen der Lehre der Russischen Orthodoxen Kirche über die Würde, die Freiheit und die Menschenrechte (englisch)
  8. Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche (englisch)
  9. The Russian Declaration of Human Rights (deutsche Übersetzung)
  10. Human Rights and Moral Responsibility. Paper read by Metropolitan Kirill of Smolensk and Kaliningrad, Chairman of the Department of External Church Relations of the Moscow Patriarchate, at the X World Russian People’s Council
  11. Interfax: Russian Orthodox Church will continue crafting “symphony” with state - priest (updated)
  12. Vgl. http://www.pro-oriente.at/?site=ps20051021072958
  13. Vgl. http://www.rondtb.msk.ru/info/en/education_en.htm
  14. Sueddeutsche:Russland gibt Kirche Eigentum zurück
  15. http://www.russische-kirche-l.de/l-adressen.htm
  16. Fünf neue Diözesen – Moskauer Patriarch stärkt russisch-orthodoxe Kirche
  17. „Russisch-orthodoxe Kirche gründet Diözese Italien“, Radio Vatikan: kap 18. Juli 2008