Georg Clemens Perthes

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Perthes um 1900

Georg Clemens Perthes (* 17. Januar 1869 in Moers; † 3. Januar 1927 in Arosa) war ein deutscher Mediziner.

Leben[Bearbeiten]

Georg Clemens Perthes − ein Nachkomme der Gelehrtenfamilie Perthes − verlor früh seine Eltern: sie starben an Tuberkulose. Nach seiner Schulzeit in Moers und Bonn studierte er Medizin an den Universitäten in Freiburg im Breisgau, Berlin und Bonn, wo er 1891 promoviert wurde. In Bonn wurde er 1887 Mitglied der Burschenschaft Alemannia Bonn.[1] Danach arbeitete er in Bonn an der Chirurgischen Klinik als Assistent von Friedrich Trendelenburg, mit dem er 1895 nach Leipzig übersiedelte. Hier habilitierte sich Perthes im Jahr 1898. [2]

Perthes nahm 1900 als Militärarzt im internationalen Expeditionskorps gegen den Boxeraufstand in China teil. Nach Deutschland zurückgekehrt wurde er 1903 Außerordentlicher Professor und Direktor der Chirurgischen Poliklinik Leipzig. 1910 wechselte er nach Tübingen. Während des Ersten Weltkriegs war Perthes als beratender Chirurg tätig. Nach seinem plötzlichen Tod während eines Skiurlaubes erhielt Martin Kirschner als Nachfolger 1927 einen Ruf nach Tübingen.[3]

1910 beschrieb Perthes den nach ihm benannte Morbus Perthes, eine Nekrose des Hüftkopfes. Auch der Perthes-Test geht auf den Gelehrten zurück. Weitere Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit waren die Saugbehandlung des Empyems, die schon die Grundlage seiner Habilitation gebildet hatte, die plastische Chirurgie insbesondere des Kiefers, die Untersuchung der Fernwirkung von Geschossen und die Entwicklung von Operationstechniken zur Therapie der habituellen Luxation der Patella, der habituellen Schulterluxation sowie der Sehnentransplantation bei Radialislähmung.

Perthes war auch der erste Arzt, der Lotusfüße radiologisch untersuchte und Karzinome durch Röntgenbestrahlung behandelte. Auf seine Experimente und Überlegungen geht das Prinzip der Strahlenfilterung bei Röntgenanwendungen zurück.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Über den Einfluss der Röntgenstrahlen auf epitheliale Gewebe, insbesondere auf das Carcinom. [von Langenbeck’s] Archiv für klinische Chirurgie, Berlin, 1903, 71: 955-1000
  • Über Operationen bei habitueller Schulterluxation. Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, Leipzig, 1906, 85: 199-227
  • Verletzungen und Krankheiten der Kiefer. Deutsche Chirurgie Bd. 33a, Stuttgart, 1907; 2. Aufl. hg. von Eduard Kurt Borchers, 1932
  • Über Arthritis deformans juvenilis. Deutsche Zeitschrift für Chirurgie, Leipzig, 1910, 107: 111-159
  • Chirurgia externa. In: Handbuch der gesamten Therapie. 4. Aufl., Band 6, Jena 1911
  • Die Chirurgie der Zähne, des Zahnfleisches und der Kiefer. In: Handbuch der praktischen Chirurgie, 4. Aufl., Band 1, Stuttgart, 1913; 6. Aufl. 1926 (mit Oskar Römer)
  • Über den Tod. Tübingen 1920; 2. Aufl. Stuttgart 1927
  • Über plastischen Daumenersatz insbesondere bei Verlust des ganzen Daumenstrahles. Archiv für orthopädische und Unfall-Chirurgie, München 1921, 19: 198-214

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Detmar Philippi: Alemannenalbum 1969 Zum 125 Stiftungsfest der Burschenschaft Alemannia zu Bonn, 1969, S. 44
  2. Hans Killian: Meister der Chirurgie. 2. Aufl., Thieme, Stuttgart 1989, S. 208.
  3. Hans Killian: Meister der Chirurgie. 2. Aufl., Thieme, Stuttgart 1989, S. 98.