Nekrose

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Klassifikation nach ICD-10
M31 Sonstige nekrotisierende Vaskulopathien
ICD-10 online (WHO-Version 2013)
Übergeordnet
Zelltod
Gene Ontology
QuickGO
Nekrose nach einer Verbrennung

Unter einer Nekrose (auch Nekrobiose) (griechisch νέκρωσις nékrosis „das Töten“, auch „das Absterben einzelner Glieder“, zu νέκρόω nekroo „ich töte“) wird in der Biologie und Medizin der am lebenden Organismus stattfindende pathologische Untergang einzelner oder mehrerer Zellen verstanden. Der Begriff der Apoptose wird dagegen als physiologischer Untergang einzelner Zellen oder bestimmter Zellpopulation definiert und darum auch als programmierter Zelltod bezeichnet. Nekrosen werden nicht nur beim Menschen und bei Tieren, sondern ebenso bei Pflanzen beobachtet.

Schädigende Einflüsse wie Gifte, Bakterien, Nährstoff- und Sauerstoffmangel, Radioaktivität und vieles mehr können unter Umständen zum Zelltod führen. Die Folge ist eine Entzündungsreaktion des umliegenden Gewebes. Durch die Entzündungsreaktion werden Fresszellen (Makrophagen) angelockt, die entzündliche Botenstoffe wie Tumornekrosefaktor (TNF) ausschütten. Dadurch entsteht im Bereich der Nekrose auch Apoptose. Die Apoptose kann pharmakologisch blockiert werden, dies kann auch zur Therapie von Nekrosen eingesetzt werden. Je nach Gewebeart heilt die Nekrose durch Nachwachsen der Zellen komplett ab (beispielsweise Darmzellen nach einer Virusinfektion) oder der nekrotische Gewebeteil wird durch eine bindegewebige Narbe ersetzt (beispielsweise Herzmuskel nach einem Herzinfarkt – mit entsprechenden Funktionseinschränkungen). Durch Entzündungsreaktion können auch Gewebestammzellen zur Vermehrung gebracht werden, aus diesen entstehen dann wieder die entsprechenden Gewebezellen.

Nekroseformen[Bearbeiten]

Koagulationsnekrose[Bearbeiten]

Gerinnungsnekrose in Geweben mit hohem Eiweiß- und geringem Fettanteil, durch Eiweißgerinnung beispielsweise bei Ischämie, Säure-, Salz- oder Hitzeeinwirkung.

  • Ischämiebedingte Nekrose: bei arteriellen Verschlüssen (z. B. Mesenterialinfarkt, Myokardinfarkt)
  • Hämorrhagische Nekrose (Nekrose und Einblutung): bei Venenverschlüssen (Nierenvenenthrombose).
  • Fibrinoide Nekrose: beispielsweise beim Herzinfarkt oder beim peptischen Magen-/Duodenalulkus.
  • Käsige Nekrose: Nekrotisches Gewebe ist von weißlich-krümeligem Aussehen, das an Quark (Topfen) erinnert (z. B. bei Tuberkuloseinfektion).
  • Gangränöse Nekrose: Nekrotisches Gewebe ist trocken.

Kolliquationsnekrose[Bearbeiten]

Verflüssigungsnekrose entweder in Geweben mit hohem Fettanteil und geringem Eiweißanteil, zum Beispiel im Gehirn bei Sauerstoffminderversorgung oder in Geweben mit hohem Eiweißanteil durch Laugeneinwirkung, zum Beispiel in der Speiseröhre. Auch Selbstverdauung (Autolyse) durch Freisetzen von Verdauungsenzymen (Lipase) beispielsweise bei der Pankreatitis oder durch lysierende Bakterien (zum Beispiel A-Streptokokken, Staphylococcus aureus). Des Weiteren finden sich Kolliquationsnekrosen der Haut infolge Verätzungen mit starken Laugen (z. B. konzentrierte Natron- oder Kalilauge). Die Folge sind tiefgreifende Gewebezerstörungen.

Fettgewebsnekrose[Bearbeiten]

Durch Frakturen, Fettgewebstraumen mit Ölzysten, örtlicher Fettgewebstod, zum Beispiel als Folgegeschehen nach Quetschung, Erfrierung, Injektion nekrotisierender Medikamente, vor allem aber als Nekrose infolge Lipase-Aktivierung bei der akuten Pankreasnekrose.

Panzernekrose[Bearbeiten]

Darunter versteht man absterbendes Panzergewebe bei Schildkröten, beispielsweise durch Nässe, Pilze oder Entzündungen.

Tumornekrose[Bearbeiten]

Tumornekrose eines großen Bronchialtumors in der FDG-PET/CT-Darstellung

Im Zentrum größerer Tumoren oder Metastasen herrscht oft eine Mangelversorgung mit Blut, so dass der Tumor zentral einschmilzt.

Verkäsung[Bearbeiten]

Sonderform von Granulomen mit zentraler Nekrose mit weißlich-krümeligem Aussehen; gilt im Allgemeinen als spezifisch für die Tuberkulose (Tbc), kann aber auch bei verschiedenen Pilzinfektionen (Mykosen) vorkommen, zum Beispiel bei Histoplasmose, Blastomykose oder Kokzidoidomykose.

Phosphornekrose[Bearbeiten]

Eine nekrotische Zerstörung des Unterkieferknochens; Berufskrankheit[1] bei Zündholzherstellern, bis ins frühe 20. Jahrhundert verbreitet und erst durch Verbot der Herstellung von Zündhölzern aus weißem Phosphor 1907 verschwunden.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zur Ablehnung der Entschädigung von Phosphornekrose in der gesetzlichen Unfallversicherung im 19. Jahrhundert vgl. Quellensammlung zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1867 bis 1914, II. Abteilung: Von der kaiserlichen Sozialbotschaft bis zu den Februarerlassen Wilhelms II. (1881-1890), 2. Band, Teil 2: Die Ausdehnungsgesetzgebung und die Praxis der Unfallversicherung, bearbeitet von Wolfgang Ayaß, Darmstadt 2001, Nr. 306.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nekrose – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Nekrose – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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