George Lippard

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George Lippard

George Lippard (geboren am 10. April 1822 in West Nantmeal Township, Chester County, Pennsylvania; gestorben am 9. Februar 1854 in Philadelphia) war ein amerikanischer Sozialreformer und Schriftsteller. Mit zahlreichen sensationalistischen Romanen und Kurzgeschichten wurde er zu Lebzeiten zu einem der meistgelesenen Autoren der USA, heute ist er jedoch in Vergessenheit geraten.

Leben und Werk[Bearbeiten]

George Lippard wurde als Sohn eines Farmers im ländlichen Pennsylvania geboren. Nach einem Arbeitsunfall war sein Vater erwerbsunfähig, verkaufte seinen Hof und zog nach Philapdelphia. George und seine Schwestern wuchsen in ärmlichen Verhältnissen bei ihren deutschsprachigen Großeltern in Germantown auf. Später besuchte er Schulen in Philadelphia und Rhinebeck (New York). Eine Ausbildung zum methodistischen Priesteramt brach er ab, ebenso ein Rechtsstudium. Schließlich wurde er Journalist bei der in Philadelphia ansässigen Zeitung Spirit of the Times. Mit scharfzüngigen Kommentaren und lebhaften Berichten über Kriminal- und Gerichtsfälle machte er sich bald einen Namen und begann 1842 mit der in der renommierten Saturday Evening Post veröffentlichten ersten Kurzgeschichte Philippe de Agramont seine schriftstellerische Laufbahn.

Sein Erstling The Ladye Annabel (1844) war ein Schauerroman, der keines der Klischees – Hexerei, Folterkeller, Geheimgesellschaften, Alchemie – dieses Genres ausließ, diese aber in besonders drastischer Manier schilderte. Berühmt wurde er mit seinem zweiten Roman The Monks of Monks Hall (1845), in dem er in ebenso greller Manier die Verfehlungen der besseren Gesellschaft Philadelphias „bloßstellte“, deren Mitglieder sich darin in Morden, Vergewaltigungen und heidnischen Geheimritualen ergehen. Die pornografischen Qualitäten des Buches stellte Lippard hier in den Dienst seiner weltanschaulichen Überzeugungen, nach denen sich die Industriekapitalisten der Oberschicht in einer Verschwörung zusammengeschlossen hätten, um die einfachen Fabrikarbeiter in die Sklaverei zu zwingen. The Monks of Monks Hall verkaufte sich ausnehmend gut, allerdings waren die meisten verkauften Exemplare Raubdrucke. Bis heute ist diese Werk vor allem unter dem Titel The Quaker City bekannt, wie es als eine dieser illegalen Ausgaben betitelt war.

In den folgenden Jahren schrieb Lippard eine große Zahl von Kurzgeschichten und historische Romane, die sich jedoch weniger nach geschichtlichen Tatsachen als nach Lippards utopischen Idealen richteten. Auch sie waren ungemein populär und gingen teils sogar in die amerikanische Folklore ein – so vor allem die Geschichte “The Fourth of July, 1776 (heute unter dem Titel Ring, Grandfather, Ring). Der darin geschilderte Umstand, die Liberty Bell wäre am Tag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung so lange geläutet worden, bis die Glocke gesprungen sei, wird bis heute oftmals fälschlich für eine historische Tatsache gehalten.

1850 gründete Lippard die Geheimgesellschaft Brotherhood of the Union, die sich der Durchsetzung sozialer Reformen, insbesondere der Besserung der Lebensverhältnisse der Fabrikarbeiter verschrieb. Diese Organisation erfreute sich sogar einigen Zulaufs und soll um 1917 30.000 Mitglieder gehabt haben. Lippards letzte Jahre verliefen jedoch tragisch. 1847 heiratete er Rose Newman und zeugte mit ihr zwei Kinder, die beide im Säuglingsalter starben. Seine Frau starb 1851. Lippard starb 1854 in Philadelphia an Tuberkulose[1].

Werke[Bearbeiten]

  • The Ladye Annabel; or, The Doom of the Poisoner (1844)
  • The Quaker City; or, The Monks of Monk-Hall (1845)
  • The Nazarene (1846)
  • Blanche of Brandywine (1846)
  • Legends of Mexico (1847)
  • Memoirs of a Preacher (1849)
  • Washington and His Generals (1847)
  • Paul Ardenheim, the Monk of Wissahikon (1848)
  • Washington and His Men: A New Series of Legends of the Revolution (1849)
  • The Killers (1850)
  • The Empire City (1850)
  • Thomas Paine, Author-Soldier of the American Revolution (1852)
  • New York: Its Upper Ten and Lower Million (1853)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George Lippard – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.omnigatherum.com/LippardsGrave.html