Giovanni Tonucci

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Giovanni Tonucci

Giovanni Tonucci (* 4. Dezember 1941 in Fano, Provinz Pesaro und Urbino, Italien) war ein vatikanischer Diplomat und ist amtierender Prälat der Territorialprälatur Loreto.

Leben[Bearbeiten]

Tonucci wurde in Fano im Bistum Pesaro geboren. Nach seinem Abitur in Fano trat er in das Päpstliche Römische Priesterseminar in Rom ein und studierte Katholische Theologie und Philosophie. Er empfing die Priesterweihe am 19. März 1966 durch Costanzo Micci. 1968 trat er in den Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach einer Ausbildung an der Päpstlichen Diplomatenakademie studierte er an der Päpstlichen Lateranuniversität, an der er in Katholischer Theologie und Kanonischem Recht promoviert wurde. Von 1971 bis 1989 war Tonucci in Kamerun, Großbritannien, Jugoslawien und den USA tätig.

1989 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Torcello ernannt und zum Apostolischen Nuntius in Bolivien bestellt. Die Bischofsweihe am 6. Januar 1990 spendete ihm Papst Johannes Paul II. selbst; Mitkonsekratoren waren die Kurienerzbischöfe Giovanni Battista Re und Miroslaw Marusyn.

1996 wurde er Nuntius in Kenia. Tonucci arbeitete auch im Vatikan, unter anderem im Staatssekretariat und als ständiger Beobachter für UNEP und UN-HABITAT. 2004 wurde er Nuntius für die skandinavischen Länder Schweden, Dänemark, Finnland, Island und Norwegen.

Papst Benedikt XVI. ernannte Tonucci am 18. Oktober 2007 zum Prälaten der Territorialprälatur Loreto und zum Päpstlichen Gesandten für das Heiligtum Loreto. Dieses Amt trat er am 1. Dezember desselben Jahres an. Am 8. März 2014 ernannte ihn Papst Franziskus zusätzlich zum Päpstlichen Gesandten für die Basilika des Heiligen Antonius in Padua.[1]

Familie[Bearbeiten]

Sein Bruder, Don Paolo Maria Tonucci, war von 1965 bis 1994 Missionar in Brasilien und engagiert sich für die Rechte der Armen. Die brasilianische Militärdiktatur erklärte ihn zur „Unerwünschten Person“ und erkannte ihm die Staatsbürgerschaft ab.[2]

Schriften[Bearbeiten]

  • Giovanni Tonucci, „God’s letter to me – 101 questions and answers on the Bible“.
  • Giovanni Tonucci; Roberto Ansuini, „Don Paolo“. Text von Paolo Tonucci [et al.], Fondazione Cassa di Risparmio di Fano, Grapho 5, 2004.
  • Giovanni Tonucci, „Visioni di un pellegrino. Le foto di Mzee Mwenda“. Gegliedert italienisch/englische, Velar, 2006. ISBN 88-7135-233-5.
  • Giovanni Tonucci; Massimo Ciavaglia, „El Vangel cum l’ha scrit San Marc“. (en dialecto de Fano), Ven. Confraternitas Sanctae Mariae Suffragii, Fano, 2007.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Ernennungsmeldung, in: Presseamt des Heiligen Stuhls, Tägliches Bulletin vom 8. März 2014
  2. http://www.ildiso.it/paolo.htm

Weblinks[Bearbeiten]

  • Eintrag zu Giovanni Tonucci auf catholic-hierarchy.org, gesehen am 16. September 2010 (englisch)
Vorgänger Amt Nachfolger
Gianni Danzi Prälat von Loreto
seit 2007