Gisbert Hasenjaeger

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Gisbert Hasenjaeger (* 1. Juni 1919 in Hildesheim; † 2. September 2006) war ein deutscher mathematischer Logiker.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Hasenjaeger machte 1937 in Mülheim an der Ruhr sein Abitur, wo sein Vater Edwin Renatus Hasenjaeger, ein Verwaltungsjurist, zeitweise Oberbürgermeister war. Hasenjaeger war danach freiwillig beim Arbeitsdienst und leistete seinen Wehrdienst. Im Zweiten Weltkrieg wurde er im Russlandfeldzug, den er bei der Artillerie mitmachte, im Januar 1942 schwer verwundet. Danach war er auf Verwendung von Heinrich Scholz hin im Referat IV a der Chiffrierabteilung des Oberkommandos der Wehrmacht bei Karl Stein, zuständig für die Sicherheit der Enigma, deren von den Engländern zur Entzifferung genutzte Sicherheitslücken der Dienststelle aber entgingen[1]. Ab Ende 1945 studierte er Mathematik und speziell mathematische Logik bei Heinrich Scholz an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, bei dem er schon 1950 promovierte (Topologische Untersuchungen zur Semantik und Syntax eines erweiterten Prädikatenkalküls[2]) und sich 1953 habilitierte. Er kannte Scholz noch von seiner Schulzeit und korrespondierte mit ihm während seiner Einberufung im Krieg. In Münster wurde er dessen Assistent. Mit Scholz schrieb er an dessen Lehrbuch Grundzüge der Mathematischen Logik in Springers Grundlehren Reihe, das er 1961 nach dessen Tod herausgab. 1962 wurde er Professor an der Universität Bonn und war dort Direktor am neu geschaffenen Seminar für Logik und Grundlagenforschung. 1964/65 war er Gastprofessor an der Princeton University. 1984 wurde er emeritiert, hielt aber noch zehn Jahre lang weiter Vorlesungen.

Unabhängig und gleichzeitig mit Leon Henkin entwickelte er 1949 einen neuen Beweis des Vollständigkeitssatzes von Kurt Gödel für die Prädikatenlogik.

Hasenjaeger befasste sich auch mit philosophischen Fragen und entwickelte auch selbst frühe Computer, Registermaschinen nach dem Vorbild der Turing-Maschinen, die von seinem Mitarbeiter Rödding hergestellt wurden.

Zu seinen Doktoranden zählen Ronald Jensen und Alexander Prestel.

Schriften[Bearbeiten]

  • Einführung in die Grundbegriffe und Probleme der modernen Logik. Alber, Freiburg, München 1962 (englische Übersetzung: Introduction to the basic concepts and problems of modern logic, Reidel 1972)
  • mit Heinrich Scholz: Grundzüge der mathematischen Logik, Springer 1961

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus Schmeh Enigma´s Contemporary Witness- Gisbert Hasenjaeger, Cryptologia Bd.33, 2009, S.343

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Friedrich Bauer Entzifferte Geheimnisse, Springer 2000. Die Dienststelle war unterbesetzt mit nur vier Mitarbeitern und Hasenjaeger selbst war damals noch völlig unerfahren als Kryptologe. Immerhin gelang es ihm gleich am Anfang, einige Enigma Botschaften in einer vereinfachten Version zu entschlüsseln. Eine inhärente Schwäche der Enigma, die 1942 von Gordon Welchman für die Entzifferungsarbiet in Bletchley Park gefunden wurde, entging aber damals sogar Alan Turing.
  2. Gisbert Hasenjäger im Mathematics Genealogy Project (englisch)