Goldcorp

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Dieser Artikel behandelt ein kanadisches Bergbau-Unternehmen; für das australische staatliche Edelmetall-Unternehmen siehe Gold Corporation.
Goldcorp Inc.
Logo von Goldcorp
Rechtsform Aktiengesellschaft (Kanada)
ISIN CA3809564097
Gründung 1954[1]
Sitz KanadaKanada Kanada, Vancouver
Mitarbeiter 9000[2]
Umsatz 2.206.800 USD (2007)[3]
Bilanzsumme 18.998.000 USD (2007)[3]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Bergbau
Produkte GoldVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.goldcorp.com

Goldcorp Inc. ist ein Bergbauunternehmen aus Kanada mit Firmensitz in Vancouver, das in ganz Amerika tätig ist. Das Unternehmen ist im Aktienindex S&P/TSX 60 gelistet und war im Jahr 2006 drittgrößter Goldproduzent Nordamerikas.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Besitz der Goldcorp befindet sich die Mine von Red Lake, Ontario, die reichste Goldmine der Welt.[4] Begründet u.a. durch einen vierjährigen Streik der Mitarbeiter von 1996 bis zum Jahr 2000[5], sowie durch sich erschöpfende Goldvorräte war die Mine gegen Ende des 20. Jahrhunderts sehr angeschlagen.

CEO Rob McEwen[wp 1] hatte den Streik ausgelöst, als er den Mitarbeitern neue Verträge anbot, die sie schlechter stellten, als die vorherigen. Er war es jedoch auch, der das Unternehmen rettete: Nachdem er die Geologen des Unternehmens für 10 Millionen Dollar Probebohrungen im entlegensten Winkel des 22.000 Hektar großen Grundstücks hatte durchführen lassen, vermuteten diese zwar weitere reichhaltige Goldvorkommen, konnten jedoch deren Lage und Volumina nicht genau bestimmen. McEwen hatte während eines Kongresses am Massachusetts Institute of Technology einen Vortrag über Linux, das Open-Source-Betriebssystem gehört, das von Linus Torvalds initiiert wurde.

Inspiriert von der Idee des offenen Quellcodes, veröffentlichte McEwen im März 2000 die kompletten Daten der Mine in einer 400 MB großen Datei und rief damit die Goldcorp Challenge aus. Dabei handelte es sich um einen Wettbewerb im Internet, der ein Preisgeld von insgesamt 575.000 Dollar denjenigen versprach, die die besten Vermutungen und Vorschläge zur Exploration neuer Vorkommen abgaben. Von den 110 durch den Wettbewerb identifizierten Punkten, versprachen 80 % Gold in substanziellen Mengen und brachten der Goldcorp Funde von insgesamt 8 Millionen Unzen seit Beginn der Ausschreibung. 50 % der eingereichten 110 Punkte waren den Mitarbeitern von Goldcorp noch nicht einmal aufgefallen. Durch diesen Wettbewerb gelang es Goldcorp den Explorationszeitraum um 2 bis 3 Jahre zu kürzen, was zu einer Reduktion der Produktionskosten um 600 % in 4 Jahren führte.[4][6]

2004 wurde der Unternehmensteil des Silberbergbaus als eigenständiges Unternehmen unter dem Firmennamen Silver Wheaton abgespalten.

Peñasquito-Mine[Bearbeiten]

Am 23. März 2010 eröffnete Goldcorp die Arbeiten an der Peñasquito-Mine im Bundesstaat Zacatecas in Mexiko. Geplant sind ein Produktionszeitraum von 20 Jahren und jährliche Ausbeuten von 500.000 Unzen Gold, 28 Millionen Unzen Silber, 200.000 t Zink und 91.000 t Blei.[7]

Glamis Gold[Bearbeiten]

Am 31. August 2006 erwarb Goldcorp das Bergbauunternehmen Glamis Gold. Die Übernahme, die im November 2006 abgeschlossen wurde, kostete das Unternehmen ungefähr 8,2 Milliarden USD. [8] Mit Glamis Gold kaufte Goldcorp Inc. unter Anderem auch Cyanide-Tagebaue in Honduras, Guatemala und Nevada wo Glamis ihren Unternehmenssitz hatte. [9]

Anfang Mai 2006, kurz vor der Übernahme, traten auf der Hauptversammlung von Glamis Gold, Vertreter von betroffenen Gemeinden in Honduras und Guatemala auf und thematisierten die schwerwiegenden Folgen der Goldausbeutung in der Region. [10]

Minerales Entre Mares de Honduras[Bearbeiten]

2006 zeigte, eine Studie über das Proyecto San Martin, im Valle de Siria in Francisco Morazán in Honduras, wo Glamis unter der Filialenbezeichnung, Minerales Entre Mares de Honduras ausbeutet, dass jede der fünf genommenen Wasserproben, die unter anderem am Abfluss einer Mine, aus einem Fluss und einem Gemeindebrunnen genommen worden waren, alle Schwermetall- und/oder Cyanidkonzentrationen über den Grenzwerten für Trinkwasser enthielten und etwa die Hälfte der Proben auch die international anerkannten Grenzwerte für Bergbauaktivitäten überschritten. [11]

2007 riefen die kanadischen Organisation Development for Peace die britische Catholic Agency for Overseas Development und die Caritas Tegucigalpa, zu einer verantwortungsbewussten Schließung des Tagebaus der Coldcorp in Honduras auf. [12]

Montana Exploradora de Guatemala, S.A.[Bearbeiten]

In Guatemala tritt Goldcorp Inc. als Montana Exploradora de Guatemala, S.A. auf, hier wird eine Ausbeutung bis 2015 erwartet. [13] Den Cyanidetagebau Marlin in San Marcos (Departamento), erwarb Goldcorp 2006 mit Glamis Gold.

2007 klagten Anwohner von Sipacapa (Guatemala) gegen Glamis Gold bei der Compliance Advisor Ombudsman (CAO), einer Schiedsstelle der Internationale Finanz-Corporation und der Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur auf Einstellung des Betriebes und Entschädigung. Die Klageschrift stellte fest, dass die Anlage ohne angemessene Konsultation und durch Verletzung der Rechte der indigene Bevölkerung entwickelt wurde.

Die CAO stellte in ihrem Schiedsspruch fest, dass sich Glamis Gold ausgiebig mit den örtlichen Gemeinden ausgetauscht hätte, sowie dass die öffentliche Auslegung welche durch Glamis vorgenommen wurde einschließlich einer Umweltverträglichkeitsprüfung sehr technisch gewesen seien und hätten damals keine ausreichende Information darüber enthalten um über die wahrscheinlich abträglichen Auswirkungen zu informieren.

Die schon mit Glamis Gold entstandenen Konflikte wurden durch Goldcorp Inc. nicht abgebaut. Goldcorp Inc. weigerte sich, das Ergebnis eines Referendums von 2005 in welchem 11 von 13 Gemeindeversammlungen in San Marcos (Departamento) den Tagebau in ihrem Gebiet ablehnten, umzusetzen. [14]

Am 27. Juli 2009 wurde der Montana Exploradora de Guatemala, S.A. vom guatemaltekischen Umweltministerium die Einfuhr von Cyanid untersagt. Der Umweltminister von Luis Alberto Ferraté Felice (*1939) erklärte, dass seit 2005 das Umweltministerium der vorangegangenen Regierung die Einfuhr von Natriumcyanid erlaubt hat. Der Minister erklärte, dass das Unternehmen bis zum 27. Juli 2009, 320 Tonnen Cyanid eingeführt hat, worauf Abgaben von drei Quetzales pro Kilogramm erhoben werden, welche für die Überwachung des Cyanideinsatzes vorgesehen sind. Die Abgabenschuld des Unternehmens wurde mit 12,3 Millionen Quetzales beziffert. [15]

Weitere Informationen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. goldcorp.com: goldcorp inc. - Timeline, Zugriff am 13. April 2008
  2. goldcorp.com: Annual Report 2007
  3. a b goldcorp.com: goldcorp inc. - Financials, Zugriff am 13. April 2008
  4. a b c Don Tapscott, Anthony D. Williams, S. 271
  5. : Alaska Airlines Workers Hold Information Pickets, In: The Militant Vol.63/No.32 vom 20. September 1999, Zugriff am 13. April 2008
  6. Don Tapscott, Anthony D. Williams (US-Ausgabe), S. 268
  7. goldcorp.com
  8. goldcorp.com: Goldcorp Closed the Agreement with Glamis Gold Ltd to Combine, Thus Creating One of the World’s Largest Gold Companies, Zugriff am 13. April 2008
  9. International Herald Tribune, August 2006, Gold firm in Canada to buy rival
  10. miningwatch, May 3, 2006 Statement to Glamis Gold Shareholders from Honduras and Guatemala
  11. Flaviano Bianchini, Contaminación de agua en el área de expoltación minera del proyecto San Martin, en el Valle de Siria y repercusiones sobre la salud humana, Álvaro Revenga Sipakapa No Se Vende
  12. Development for Peace, May 2, 2007, Three Catholic Organizations on Three Continents, Including Canadian-based DEVELOPMENT AND PEACE, call on GOLDCORP Inc to Ensure Environmental and Socially Responsible Closure of Honduran Mine
  13. Goldcorp Inc., Marlin
  14. Shin Imai, Ladan Mehranvar, Jennifer Sander, Breaching Indigenous Law: Canadian Mining in Guatemala
  15. en:Prensa Libre, 29/07/2009, Ministerio de Ambiente prohíbe a minera Montana importar cianuro

Verweise[Bearbeiten]

  1. en:Rob McEwen