Eduard Dietl

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Eduard Dietl April 1943.

Eduard Wohlrath Christian Dietl (* 21. Juli 1890 in Aibling; † 23. Juni 1944 nahe Waldbach, Steiermark) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generaloberst im Zweiten Weltkrieg sowie Kommandeur von Gebirgsjägertruppen an verschiedenen Kriegsschauplätzen.

Leben[Bearbeiten]

Bayerische Armee[Bearbeiten]

Eduard Dietl war der Sohn des Finanzrates Eduard Dietl und dessen Frau Lina, geborene Holzhausen. Das Abitur legte er am Rosenheimer Gymnasium ab. Er trat am 1. Oktober 1909 als Fahnenjunker in das 5. Infanterie-Regiment „Großherzog Ernst Ludwig von Hessen“ der Bayerischen Armee in Bamberg ein. Für seinen Eintritt als Offizieranwärter[1] benötigte er zwei Anläufe; von einem anderen Regiment wurde seine erste Bewerbung abgelehnt.

Er besuchte die Kriegsschule München und wurde am 26. Oktober 1911 zum Leutnant ernannt. Der Erste Weltkrieg begann für Dietl 1914 als Zugführer einer MG-Kompanie an der Westfront. Dietl wurde dreimal verwundet und wurde nach der Schlacht an der Somme mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Bis zum Ende des Krieges wurde er zum Hauptmann befördert und stieg, nach mehreren Adjutantenstellungen,[1] zum Kompanieführer auf.

Weimarer Republik[Bearbeiten]

1919 trat er als Kompanieführer in das Freikorps des Franz von Epp ein, das im Mai 1919 an der Zerschlagung der Münchner Räterepublik beteiligt war. Hitler erschien erstmals am 12. September 1919 bei einer Versammlung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP); Hauptmann Dietl besuchte wohl erstmals am 7. Oktober 1919 eine Versammlung der DAP, die ab dem 24. Februar 1920 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) genannt wurde. Angeblich haben einige Männer aus Dietls Einheit in Zivil Saalschutz betrieben.[1] 1920 wurde Dietl in die Reichswehr übernommen und dort Kompaniechef im III. (Gebirgsjäger-)Bataillon des Infanterie-Regiments 19.

Frühe Mitgliedschaft in der NSDAP[Bearbeiten]

In dieser Zeit lernte er Adolf Hitler kennen. 1921 musste Dietl, wegen des Verbots politischer Betätigung für Militärangehörige, aus der NSDAP austreten, blieb der Partei und Hitler jedoch eng verbunden. Er war maßgeblich am Aufbau der Münchener Sturmabteilung (SA) beteiligt.

Geplante Teilnahme am Hitler-Ludendorff-Putsch[Bearbeiten]

Am 9. November 1923 stand Dietl mit seiner Kompanie bereit, den Hitler-Ludendorff-Putsch zu unterstützen, kam jedoch nicht zum Einsatz. Danach wurde Dietl Inspekteur und Taktiklehrer an der Münchner Infanterieschule.

Dietl war ein guter Skifahrer und nahm an vielen nationalen und internationalen Wettkämpfen teil. Am 1. April 1931 wurde ihm zum Abschluss des ersten Heeresbergführerlehrgangs der Reichswehr das Heeresbergführerabzeichen verliehen. 1926 heiratete er Gerda-Luise Hannicke, mit der er vier Kinder hatte.

Am 1. Oktober 1928 wurde er Kommandeur des III. Bataillons des 19. Infanterie-Regiments. Am 1. Februar 1930 wurde Dietl zum Major ernannt, am 1. Januar 1933 folgte seine Beförderung zum Oberstleutnant.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Vorkriegszeit[Bearbeiten]

Ab April 1934 gehörte er zum Stab des Infanterie-Regiments 19 und im November 1934 wurde Dietl Kommandeur des Infanterie-Regiments 20 in Regensburg. Am 1. Januar 1935 wurde Dietl zum Oberst befördert und er übernahm im Oktober 1935 als Kommandeur das Gebirgsjäger-Regiment 99 in Füssen. Am 1. April 1938 stieg Dietl zum Generalmajor auf und im Mai 1938 zum Kommandeur der 3. Gebirgs-Division in Graz ernannt, mit der er u.a. 1938 in das Sudetenland einmarschierte.[1][2]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Eduard Dietl (links) und Albert Speer Februar 1944

Als Kommandeur dieser Division nahm er 1939 am Polenfeldzug teil. Anfang April 1940 wurde er mit 2.000 Mann seiner Division von zehn Zerstörern der Kriegsmarine im Rahmen des Unternehmens „Weserübung“ nach Narvik gebracht. Nach der Anlandung in Norwegen am 9. April 1940 war er drei Monate lang in schwere Kämpfe mit den Alliierten verwickelt. In der Schlacht um Narvik gelang es 2.000 Gebirgsjägern und 2.500 Marinesoldaten, sich gegen eine fünffache Übermacht zu behaupten. Dafür erhielt Dietl das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und die Beförderung zum Generalleutnant. Am 19. Juli 1940 wurde Dietl mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet und zum General der Gebirgstruppe befördert.

Eduard Dietl (links) und Oiva Willamo, Finnland 1943

Beim Unternehmen Barbarossa überquerte Dietls Verband die finnisch-sowjetische Grenze am nördlichen Eismeer. Anfang 1942 übernahm er die Armee Lappland, später umbenannt in 20. Gebirgs-Armee.

Stilisierung zum Kriegshelden[Bearbeiten]

Der überzeugte Nationalsozialist Dietl wurde nach den Kämpfen um Narvik zum Volkshelden aufgebaut. Am 10. Juni 1940 gab das Oberkommando der Wehrmacht bekannt:

„Der heldenhafte Widerstand, den die Kampfgruppe des Generalleutnants Dietl seit vielen Wochen, vereinsamt unter schwersten Bedingungen, in Narvik gegen eine überwältigende feindliche Übermacht geleistet hat, erhielt heute seine Krönung durch den vollen Sieg. Ostmärkische Gebirgstruppen (...) haben einen Beweis ruhmvollen Soldatentums für alle Zeiten gegeben.“

Joseph Goebbels machte den „Helden von Narvik” zum Propagandaprodukt, er verklärte seine Taten zu einem „modernen Nibelungenlied”. Unter dem tosenden Beifall des Großdeutschen Reichstages wurde Dietl am 19. Juli 1940 als erstem Soldaten der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen.[3]

Nach dem 22. Juni 1941 tönte die Nazipropaganda: Im Norden steht die Wehrmacht „im Bunde mit finnischen Divisionen [...] mit dem Sieger von Narvik am nördlichen Eismeer.”

Beförderung zum Generaloberst[Bearbeiten]

Als Hitler am 4. Juni 1942 zum 75. Geburtstag des finnischen Oberbefehlshabers von Mannerheim nach Finnland reiste, beförderte er Dietl an derselben Stelle in derselben Zeremonie zum Generaloberst. Dietl enttäuschte das Vertrauen seines „Führers“ nicht:

„Wir müssen aus innerster Überzeugung an unseren obersten Befehlshaber glauben und mit heiliger Begeisterung die Aufgabe, die der Führer der Wehrmacht gestellt hat – die Erringung des Endsieges – erfüllen.“

Die Schlacht von Stalingrad leitete im Winter 1942/43 die Wende des Krieges ein. Den zehnten Jahrestag der Machtergreifung wollte man im Januar 1943 feierlich begehen. Dazu wurde etlichen Generälen, darunter Schörner und Dietl, das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP verliehen. Als Goebbels nach der Kapitulation von Stalingrad am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“ verkündete, telegraphierte ihm Dietl die „uneingeschränkte Sympathie der Front“. Nach der Niederlage an der Wolga wurde im Frühjahr 1943 der Heldengedenktag nur sehr verhalten gefeiert. Ausgleich schuf im November ein großangelegter Propagandafeldzug mit Kundgebungen von Ritterkreuzträgern und Kriegshelden zum zwanzigsten Jahrestag des Hitler-Putsches von 1923. Auch hier tat sich Generaloberst Dietl hervor: Als Oberbefehlshaber der 20. Gebirgsarmee ließ er zum 9. November 1943 verkünden:

„Das deutsche Volk gedenkt am 9. November des Tages, an dem der Führer das große Wagnis unternahm, mit einer Handvoll entschlossener Männer die Führung des Reiches an sich zu reißen und damit das deutsche Schicksal entscheidend zum Guten zu wenden. [...] Wir feiern [...] den Tag der unbedingten Treue zum Führer, zur Idee des Reiches, zur Ehre der Nation und zur nationalen Gemeinschaft des deutschen Volkes.“

Höhepunkt des Propagandafeldzuges war die Durchhalterede, die Dietl auf den Stufen der Feldherrnhalle in München hielt:

„Der Frontsoldat weiß, daß es sich um den Schicksalskampf des deutschen Volkes handelt, daß sich die Juden der ganzen Welt zusammengeschlossen haben zur Vernichtung Deutschlands und Europas. [...] Der Krieg ist der unerbittliche Läuterer der Vorsehung. Ich erkläre feierlich: Ich glaube an den Führer!“

Dieses öffentliche Bekenntnis zum „Führer“ verkündete Dietl ebenso in Rosenheim, Ingolstadt und Graz.

Tod[Bearbeiten]

Für den 23. Juni 1944 wurde Dietl zu einer Besprechung mit Hitler auf den Berghof befohlen. Auf dem Weg dahin zerschellte sein Flugzeug vom Typ Junkers 52 auf der steirischen Seite des Hochwechsels, in Waldbach-Breitenbrunn. Mit Dietl starben die Generale Karl Eglseer, Franz Rossi und Thomas-Emil von Wickede. Sein Tod wurde zuerst aus propagandistischen Gründen geheim gehalten. Die Schwerter zum Ritterkreuz wurden ihm postum am 1. Juli 1944 verliehen, und die Gebirgsjägerbrigade 139 erhielt den Namen „Generaloberst Dietl“. In Hitlers Tagesbefehl zum 1. Juli 1944 hieß es:

„Am 23. Juni 1944 ist Generaloberst Dietl bei einem Flugzeugunfall tödlich verunglückt. Als hervorragender Soldat im Ringen um unser nationalsozialistisches Großdeutschland hat sich Generaloberst Dietl besonders im Kampf um Norwegen und Finnland ausgezeichnet [...]. Generaloberst Dietl wird für alle Soldaten und für das ganze deutsche Volk der Inbegriff des Glaubens an unser nationalsozialistisches Deutschland und seinen Sieg sein. [...] Als fanatischer Nationalsozialist hat sich Generaloberst Dietl in unwandelbarer Treue und leidenschaftlichem Glauben seit Beginn des Kampfes unserer Bewegung für das Großdeutsche Reich persönlich eingesetzt. Ich verliere deshalb in ihm einen meiner treuesten Kameraden aus langer, schwerer, gemeinsamer Kampfzeit.“

Noch während des Zweiten Weltkrieges gab es Gerüchte, dass es sich bei dem Absturz um eine auf Hitler zurückgehende Sabotage handeln könnte.[4]

Begraben liegt Dietl auf dem Münchener Nordfriedhof. Sein Grabstein zeigt lediglich seinen Nachnamen und den "Narvik-Schild.

Hitlers Nachruf auf Dietl[Bearbeiten]

„Als ich zum ersten Mal diesem Mann gegenüberstand, da ermöglichte er mir mit seiner Kompanie die erste Einflußnahme auf ein deutsches Regiment. Als erster Offizier der deutschen Wehrmacht hat er mir seinen Verband zur Verfügung gestellt, um politisch auf ihn einzuwirken. Eine Stunde nachdem ich damals zur dritten Kompanie seines Regiments gesprochen hatte, gab mir dieser Mann seine Hand und erklärte, er würde von jetzt an mein Gefolgsmann und Anhänger sein. Und dabei ist es dann geblieben, Jahr für Jahr (...) Er ist für mich der erste Offizier der deutschen Wehrmacht, der in meine Gedankenwelt eingedrungen war und sich blind und ohne Kompromisse zu ihr bekannte.(...) Dietl hat eigentlich den Typ des nationalsozialistischen Offiziers geschaffen, eines Offiziers, der nicht weichlich ist im Verlangen und Fordern, nicht schwächlich im Einsatz der Menschen, sondern der genau weiß, daß für diesen Kampf kein Opfer zu groß oder zu teuer ist, um nicht gebracht zu werden, jenes Offiziers, der auf der einen Seite die harten und härtesten Forderungen stellt, auf der andern aber das Schicksal seiner Untergebenen als ihr wahrer Freund und Vater zu seinem eigenen gestaltet, ein Nationalsozialist also nicht der Phrase, sondern dem Willen, der Überlegung und doch auch dem Herzen nach.“ (Staatsakt auf Schloss Kleßheim (bei Salzburg) am 1. Juli 1944)

Der Staatsakt mit Hitlers Rede wurde live vom Radio übertragen. In Militäreinheiten kam es auf betreiben der NS-Führungsoffiziere zum Gemeinschaftsempfang dieser Propaganda-Rede.[5]

Gesinnung[Bearbeiten]

Aufschluss über Dietls rassistische Gesinnung gibt seine „sehr ernste Mahnung an die Vorgesetzten aller Dienstgrade“, in der er kurz vor Weihnachten 1942 die allgemein geltenden Bestimmungen über die Heirat deutscher Soldaten mit Frauen aus nordischen Staaten verschärfte. Er lehnte Ehen deutscher Soldaten mit Norwegerinnen kategorisch ab, zum einen weil „es sich [...] nur um recht geringwertige Vertreterinnen der Nachbarvölker“ und um „rassisches Treibholz“ handele, zum anderen, weil in der Heimat „Hunderttausende frischer deutscher Mädels und leider auch zahlreiche junge Kriegerwitwen auf unsere heimkehrenden Soldaten“ warten.

Dietl galt als sehr volkstümlich; das gute Verhältnis zu seinen Untergebenen wurde von der Propaganda stark herausgestellt und deswegen wurde er ohne Zweifel einer der populärsten deutschen Heerführer und der "NS-Mustergeneral".

Kriegsverbrechen[Bearbeiten]

In zwei Fällen wird Dietl die Beteiligung an Kriegsverbrechen vorgeworfen:

Der erste betrifft die Weitergabe des Kommissarbefehls, der im Juni 1941 auf Initiative der Heeresführung ausgearbeitet worden war. Hitler hatte in einer Rede am 30. März 1941 ein kriegsverbrecherisches Vorgehen gegen die UdSSR gefordert; er hatte erklärt, das Heer müsse in diesem „Kampf zweier Weltanschauungen (...) von dem Standpunkt des soldatischen Kameradentums abrücken“. Über das Gebirgskorps Norwegen unter Generaloberst von Falkenhorst wurde der Befehl auch an General Dietl weitergegeben und dort bekanntgemacht. Auch im Befehlsbereich von Dietls 20. Gebirgsarmee wurden Kriegsgefangene zur Erschießung an den berüchtigten Sicherheitsdienst (SD) übergeben.

Der zweite Tatbestand betrifft die als „Konzentrationslager für die Wehrmacht“ bezeichneten Feldstraflager in Finnland und Nordnorwegen. In Norwegen ließ Dietl Rückzugswege bauen. Dabei wurden Einheiten von Strafgefangenen („Moorsoldaten“ aus den Emslandlagern) der Organisation Todt eingesetzt. Weitere Einheiten wurden in Zinna/Torgau aufgestellt; es waren Arbeitssklaven aus den Feldstraflagern I und II in Finnland und Norwegen, für die Dietl truppendienstlich verantwortlich war. Diese Feldstraflager waren die militärische Variante der Vernichtung durch Arbeit. Zum sogenannten Bewährungsprogramm gehörte der Fußmarsch von Rovaniemi nach Petsamo am Eismeer, auf dem immer wieder zu schwache Strafsoldaten mit Genickschüssen getötet wurden. Auch kam es ab Sommer 1942 in Finnland und Nordnorwegen zu willkürlichen Erschießungen und sadistischen Misshandlungen deutscher Strafsoldaten durch Wachpersonal der Wehrmacht. Dietl hatte am 16. Juni 1942 den Strafsoldaten unverhohlen mit Erschießen gedroht, wenn sie bei den Märschen nicht mitkommen sollten.

Dietl als Namenspatron[Bearbeiten]

Im Mai 1964 wurde eine Kaserne der Bundeswehr in Füssen nach Dietl benannt.[6] Ein Jahr später wurde sein militärischer Rang „Generaloberst“ der Namensgebung hinzugefügt.

Im Januar 1982, anlässlich der Neubenennung einer Straße in Dietls Geburtsort Bad Aibling, begann der öffentliche Meinungskampf. Im Juli 1987 forderte eine Bürgerinitiative in Kempten (Allgäu) die Umbenennung der „General-Dietl-Straße“. Pax Christi forderte im Februar 1988 die Umbenennung der „Generaloberst-Dietl-Kaserne“ in Füssen.[6]

Wütende Reaktionen folgten: Wer für die Umbenennung öffentlich Stellung bezog, stieß auf erbitterten Widerstand in Form von anonymen Anrufen, Zuschriften und Morddrohungen. Der Petitionsausschuss des Bundestages hingegen empfahl, durch Aufklärung der Truppe Verständnis für die Umbenennung der Kaserne zu wecken. Eine Umbenennung wäre zugleich ein Beitrag zur „Aufarbeitung der jüngsten deutschen Vergangenheit“. Der örtliche CSU-Abgeordnete Kurt Rossmanith hielt dagegen: „Generaloberst Dietl war und ist für mich auch heute noch Vorbild in menschlichem und soldatischem Handeln.“

Schließlich ging am 9. November 1995 der Kampf um Dietl zu Ende. Bundesminister der Verteidigung Volker Rühe entschied, die Generaloberst-Dietl-Kaserne in Füssen und die General-Kübler-Kaserne in Mittenwald umzubenennen. Die Kaserne in Füssen erhielt den Namen Allgäu-Kaserne, die in Mittenwald den Namen Karwendel-Kaserne.[6] Diese Entscheidung stieß auf herbe Kritik des Kameradenkreises der Gebirgstruppe.

Im März 1990 wurde Dietls Ehrenbürgerschaft von der Landeshauptstadt Graz (Steiermark) getilgt. Die General-Dietl-Straße in Kempten (Allgäu) wurde im Januar 1993 umbenannt (neu: Prälat-Götz-Straße). In Bad Aibling heißt die frühere General-Dietl-Straße nach vielen Diskussionen seit Januar 1996 „Am Sonnenfeld“. Einzelne fordern aber nach wie vor eine Rückbenennung. Im Januar 1997 stimmte der Rat der Stadt Füssen für die Umbenennung der Dietlstraße (neu: Baumeister-Fischer-Straße). Die General-Dietl-Straße in Freyung wurde im Januar 1998 in Ahornöder Straße umbenannt. Die Dietl-Gedenktafel in Ringelai (Bayerischer Wald) – bis 1977 eine Gedenkstätte für Albert Leo Schlageter – wurde im Sommer 1997 abmontiert. In Harthausen, einem Stadtteil Bad Aiblings, existiert weiterhin eine Dietl-Gedenktafel.

Denkmal "Dietler Kreuz"

Eine skurrile Gedenkstätte für Dietl befindet sich inmitten einer Touristenattraktion, der Miniaturwelt „Wiedners Wasserspiele“ in Waldbach, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, Steiermark. Sie ist allerdings nur ein Modell des so genannten „Dietl-Kreuzes“ an der Absturzstelle des Flugzeuges im Waldbacher Ortsteil Breitenbrunn, die über einen rund 500 Meter langen, markierten Fußweg abseits der Straße zur Rablkreuz-Hütte erreichbar ist. Bis zum Jahr 2002 wurde beim Dietl-Kreuz alljährlich an einem Sonntag rund um das Absturzdatum eine Gedenkmesse gehalten. In einem kritischen Bericht der Kleinen Zeitung[7] wird der Pfarrer von Waldbach, Franz Rechberger, mit einer Rechtfertigung zitiert: „Es war nie eine Dietl-Messe, sondern immer eine Sonntagsmesse mit Gebeten für den Frieden und die Gefallenen.“

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Deutsche Auszeichnungen vor 1933[Bearbeiten]

Deutsche Auszeichnungen im Dritten Reich[Bearbeiten]

Ausländische Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Chilenischer Verdienstorden, Kommandeurkreuz mit Trageerlaubnis vom 16. März 1934
  • Finnisches Großkreuz der Weißen Rose mit Schwertern und Bruststern am 9. November 1941
  • Finnisches Freiheitskreuz I. Klasse mit Stern, Eichenlaub und Schwertern und Bruststern am 20. Januar 1944
  • Finnisches Großkreuz des Freiheitskreuzes mit Schwertern

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Eduard Dietl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Fritz-Otto Busch: Narvik. Bertelsmann. Gütersloh 1940. S. 351 f.
  2. Angaben nach: Johannes Hürter, Hitlers Heerführer. Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42. R. Oldenbourg Verlag: München 2006, S. 624 f.
  3. Gerhard von Seemen: Die Ritterkreuzträger 1939 bis 1945, ISBN 3-7909-0051-6.
  4. siehe z.B. die Darstellung in Alexander Stahlberg: Die verdammte Pflicht, 14. Auflage, Ullstein, 2009, S. 388.
  5. Christoph Rass: „Menschenmaterial“: Deutsche Soldaten an der Ostfront. Innenansichten einer Infanteriedivision 1939–1945, Schöningh Verlag, 2003, ISBN 978-3506744869. S. 323.
  6. a b c Jakob Knab: „Zeitlose soldatische Tugenden“ – Traditionspflege in der Bundeswehr. Die Zeit vom 10. November 2005 Nr. 46.
  7. Kleine Zeitung, Bezirksausgabe Hartberg, 15. Juli 2003, S. 19.
  8. a b c d e f Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Mittler & Sohn, Berlin 1930, S. 125.
  9. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 272.