Militär

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Icon tools.svg
Dieser Artikel wurde aufgrund von inhaltlichen Mängeln in der Qualitätssicherung des Portals Militär zur Verbesserung eingetragen. Dies geschieht, um die Qualität auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Bitte hilf mit, diesen Artikel zu verbessern! Artikel, die nicht signifikant verbessert werden, können gegebenenfalls gelöscht werden. Bitte hilf mit, die inhaltlichen Mängel dieses Artikels zu beseitigen, und beteilige dich an der Diskussion.

Als Streitkräfte oder Militär (von lat. militaris „den Kriegsdienst betreffend“, von lat. milesSoldat“ und von lt. militia „Militärdienst“) bezeichnet man die bewaffneten Verbände eines Staates oder eines Bündnisses, die aufgestellt werden, um die äußere Sicherheit und zum Teil auch die innere Sicherheit zu gewährleisten.

Der Begriff Militär (frz. militaire, Maskulinum: der Militär; Plural: die Militärs) wird auch als Synonym für eine Zahl von Angehörigen der Streitkräfte (Soldaten) verwendet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Bedeutung des Militärs

Zweck des Militärs ist typischerweise die Gewährleistung der äußeren Sicherheit, also der Verteidigung des Landes, oder Bündnisses vor Gefahren von Außen. Dem Gegenüber steht die Gewährleistung der inneren Sicherheit, bei der die Gesellschaft vor Gefahren, die sich im Land selber entwickeln, geschützt werden muss.

Als Aufgaben sind beispielsweise in der Bundeswehr festgelegt:

  • Internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, einschließlich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus,
  • Unterstützung von Bündnispartnern,
  • Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger,
  • Rettung und Evakuierung,
  • Partnerschaft und Kooperation,
  • Hilfeleistungen (Amtshilfe, Naturkatastrophen, besonders schwere Unglücksfälle).

Das Instrument, das den Streitkräften zu diesem Zweck zur Verfügung steht und nach dem (nach den Genfer Konventionen) grundsätzlich Kombattanten von Zivilisten unterschieden werden ist traditionell die Waffengewalt. Insbesondere Spannungen zwischen Staaten können kriegerische Auseinandersetzungen hervorrufen, allerdings werden zunehmend auch andere Gefahren, wie Terrorismus für Kampfeinsätze ursächlich, wodurch die Streitkräfte heutzutage mehr und mehr mit der sogenannten unkonventionellen Kriegsführung konfrontiert werden. Außerdem beschränkt sich die Aufgabe des Militärs auch nicht mehr ausschließlich auf bewaffnete Konflikte, sondern es rücken ebenfalls Techniken der Informationsgewinnung, internationale Friedensmissionen, oder andere Arten der militärischen Auseinandersetzung, zum Beispiel der sogenannte "Cyberwar" in den Vordergrund. Näheres siehe: Militärgeschichte.

In der Öffentlichkeit hat das Militär vor allem in der Vergangenheit eine wichtige Komponente für das Nationalverständnis ausgemacht. Während die heutige westliche Gesellschaft dem Militär eher kritisch gegenübersteht, war es oftmals (z.B. zur Zeit des Deutschen Kaiserreichs) ein wichtiger Faktor des Patriotismus (näheres siehe: Militarismus). Vor allem in militärisch geprägten Ländern, wie China spielen die Streitkräfte eine entscheidende Rolle, um Macht zu demonstrieren. Die Streitkräfte sind von Natur aus ein wichtiges Standbein der Politik, insbesondere in der Außen- und Sicherheitspolitik. Eine Ausuferung der Macht des Militärs kann von der Unterdrückung eines Volkes bis hin zu Putschs und Militärregierungen führen.

Neben der Verteidigung hat das Militär aber auch weitreichendere Aufgabengebiete, wie die Friedenssicherung (z.B. bei Internationalen Blauhelmeinsätzen), Katastrophenhilfe (so auch Hurrican Katrina), Durchsetzung der politischen Interessen eines Landes/Bündnisses (wie die oft kritisierten "Öl-Kriege") und zeremonielle Zwecke (u.a. Staatsempfänge).

Es gilt immer zu bedenken, dass die Unterhaltung eines Militärs sehr kostenaufwändig ist und einen großen Teil der Staatsausgaben ausmacht. Aus diesem Grund gibt es vermehrt Staaten ohne Militär und Militärbündnisse, wie der NATO, die die Aufgaben auf mehrere Mitglieder verteilen und ein gegenseitiges Schutz-Verhältnis gewährleisten. Die aktuell quantitativ größte Streitkraft der Welt hat China mit ca. 2,3 Mio Soldaten, gefolgt von den Vereinten Staaten, die mit 574,9 Mrd US$ den höchsten Militär-Etat der Welt haben (siehe: Liste der Streitkräfte der Welt).

Und auch die Militärtechnik hat traditionell eine wichtige Vorreiter- und Schrittmacherrolle bei der allgemeinen technischen Entwicklung inne. So wurden beispielsweise das Fernsehen, das Internet oder GPS ursprünglich im militärischen Auftrag entwickelt und anfangs nur vom Militär genutzt.

[Bearbeiten] Unterscheidungsmöglichkeiten

[Bearbeiten] Teilstreitkräfte

Zwar ist jede Streitkraft unterschiedlich, allerdings kann in der heutigen Zeit allgemein nach Teilstreitkräften unterschieden werden. Dies sind zumeist Landstreitkräfte (Heer), Seestreitkräfte (Marine) und Luftstreitkräfte (Luftwaffe). Manche Staaten ergänzen ihre Streitkräfte durch weitere Teilstreitkräfte, wie einer Küstenwache.

[Bearbeiten] Streitkräfte/Polizei

In demokratisch organisierten Gesellschaften wird die Rolle des Militärs von der der innerstaatlichen Sicherheitskräfte (Polizei) abgegrenzt. Außerdem bestehen Schutzmechanismen, um das Militär zu kontrollieren. Dies zeigt sich in der Eigenschaft einer sogenannten Parlamentsarmee. Dagegen sind in vielen repressiven Staaten diese beiden Funktionen vermischt und das Militär übernimmt innenpolitische Aufgaben. Ausdruck für diesen Dualismus ist die Gendarmerie. Gendarmen sind ebenfalls häufig Teil der Streitkräfte wie in Frankreich oder unterstanden historisch einmal dem Verteidigungsressort wie die frühere Bundesgendarmerie in Österreich. Verfassungs- und verwaltungsrechtliche Normen stellen dabei sicher, dass solche Einheiten im Frieden dem Innen- bzw. dem Justizressort unterstehen.

[Bearbeiten] Paramilitär

Sogenannte paramilitärische Organisationen (offiziell nicht-militärische Einheiten, die aber dennoch ähnliche Aufgaben haben), die in vielen nicht als Krieg bezeichneten bewaffneten Konflikten (etwa Bürgerkriegen) teilnehmen, gelten offiziell nicht als Streitkraft und werden nach internationalen Konventionen auch anders behandelt.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Streitkräfte zeichnen sich in der Regel (und nach internationalen Standards) durch folgende Eigenschaften aus:

  • Sie stehen unter einem einheitlichen Kommando, das dem Staat gegenüber für die Führung der Unterstellten verantwortlich ist,
  • Die Angehörigen unterscheiden sich durch Uniformen, Abzeichen, Zeichen oder andere aus der Ferne erkennbare äußere Merkmale von der Zivilbevölkerung,
  • Die Soldaten unterliegen einem internen Disziplinarsystem, das im Einsatzfall auch die Regeln der Kriegsführung durchsetzt,
  • Sie sind bewaffnet (ein Soldat muss seine Waffe offen führen).
Hierarchie

Militärische Organisationen zeichnen sich außerdem durch eine hierarchische Struktur mit einer Befehlsgewalt der Militärführung aus. Mitglieder einer militärischen Organisation haben im Allgemeinen weitgehende Einschränkungen ihrer Freiheiten und Grundrechte hinzunehmen. Alle Militärapparate reproduzieren ihren inneren Zusammenhalt durch die periodische Veranstaltung verschiedener Militärrituale. Werden Letztere als öffentliches Zeremoniell veranstaltet, dann dienen sie darüber hinaus der symbolischen Unterstreichung der Bedeutung von Militär im nicht-militärischen Teil der Gesellschaft und sind daher oft umstritten.

Militärrecht

Das Militär hat in den meisten Staaten und auch nach internationalen Übereinkommen einen gesonderten Status. Soldaten (nach den Genfer Konventionen sogenannte Kombattanten) nehmen einen Sonderstatus ein, indem sie in vielen Staaten einer speziell eingerichteten Militärjustiz unterliegen (Militärgerichtsbarkeit). Die sogenannte Innere Führung wird geprägt von Rangordnung und Gehorsam, allerdings haben Soldaten in Deutschland die Möglichkeit sich außerhalb des normalen Dienstweges an den Wehrbeauftragten zu wenden, der die Behandlung der "Staatsbürger in Uniform" nach gültigem Recht überwacht.

[Bearbeiten] Streitkräfte auf dem Gebiet des heutigen Deutschland (Auswahl)

Deutschlandlastige Artikel Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

[Bearbeiten] Siehe auch

Größe der Streitkräfte nach Staaten

[Bearbeiten] Literatur

  • Hans Delbrück: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, 4 Bde., [Berlin 1900–1920], Neuaufl.: Walter de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-016886-3.
  • Autorenkollektiv: Wörterbuch zur Deutschen Militärgeschichte, 2 Bde. (Schriften des Militärgeschichtlichen Instituts der Deutschen Demokratischen Republik) , Militärverlag der DDR, Berlin (Ost) 1985, ISBN 3-327-00239-8.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Militär – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Militär – Zitate
 Wikisource: Militär – Quellen und Volltexte
Wiktionary Wiktionary: Militär – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Streitkraft – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen