Goldensee

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Goldensee
Blick über den Goldensee
Blick über den Goldensee
Geographische Lage Landkreis Nordwestmecklenburg
Zuflüsse Groß Thurower Bach, Daugner Graben
Abfluss Graben zum Niendorfer Binnensee
Orte am Ufer Groß Thurow, Goldensee
Daten
Koordinaten 53° 41′ 25″ N, 10° 56′ 5″ O53.69027777777810.93472222222236.1Koordinaten: 53° 41′ 25″ N, 10° 56′ 5″ O
Goldensee (Mecklenburg-Vorpommern)
Goldensee
Höhe über Meeresspiegel 36,1 m ü. NHN
Fläche 0,94 km²dep1f5
Maximale Tiefe 12 Meterf10
Mittlere Tiefe 3-4 Meterf11
Besonderheiten

Naturschutzgebiet, EU-Vogelschutzgebiet, Biosphärenreservat

f4

Naturschutzgebiet Goldenseeufer, Heidberg und Umgebung

IUCN-Kategorie IV − Habitat-/Species Management Area

Lage Schleswig-Holstein, Deutschland
Fläche 136 ha
Kennung NSG Nr. 162
WDPA-ID 163276
Einrichtungsdatum 2009
Verwaltung LLUR

Der Goldensee ist ein polytropher See innerhalb des Biosphärenreservates Schaalsee. Das Westufer befindet sich in Schleswig-Holstein. Der See ist auf der Mecklenburger Seite ausschließlich im Bereich des Roggendorfer Ortsteiles Groß Thurow zugänglich. In diesem Bereich befinden sich sowohl ein Steg als auch eine Badestelle. Auf dem See ist Angeln nur in einem klar abgegrenzten Bereich mit gültiger Seekarte möglich, Bootsangeln ist verboten. Das Südwestufer des Gewässers ist bewaldet. Auf der Westseite befindet sich das Gut Goldensee, heute ein Ortsteil von Kittlitz.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Der Goldensee ist seit dem 15. Mai 1990 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Gebietszustand wird als befriedigend eingestuft, da umfangreiche Nährstoffeinträge - unter anderem aus Moorentwässerung angrenzender Flächen - die Wasserqualität belasten.

Grünes Band[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet ist aufgrund der für mehrere Jahrzehnte abgeschiedenen Lage an der innerdeutschen Grenze heute Teil des sogenannten Grünen Bandes. Die Naturschutzgebiete im Bereich des Grünen Bandes in Mecklenburg-Vorpommern sind (von Nord nach Süd) im Biosphärenreservat Schaalsee die NSG Wakenitzniederung, Kammerbruch, Campower Steilufer, Kiekbuschwiesen bei Neuhof, Mechower See, Goldensee, Techin weiterhin die NSG Wallmoor, Pipermoor/Mühlbachtal, Stecknitz-Delvenau sowie im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal die NSG Elbhang "Vierwald", Elbdeichvorland, Rüterberg, Binnendünen bei Klein Schmölen und Löcknitztal-Altlauf.

Tod eines Kindes an der deutsch-deutschen Grenze[Bearbeiten]

Am 31. Januar 1951 wurde ein zehnjähriger Junge, der auf dem zugefrorenen Goldensee Schlittschuh fuhr, von einem Grenzsoldaten erschossen. Schlittschuhfahren war auf dem See wegen der Nähe der Grenze offiziell verboten; es wurde jedoch von den Grenzposten toleriert. An diesem Tag jedoch war ein Grenzposten neu in diesem Grenzabschnitt, der den Schießbefehl ernstnahm. Der Fall wurde 2013 durch ein Buch der Politologin Sandra Pingel-Schliemann wieder bekannt.[1][2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (Hrsg.): Goldensee 155. In: Die Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern. Demmler-Verlag, Schwerin 2003, ISBN 3-91-015052-7, S. 420f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Bericht über eine Lesung von Pingel-Schliemann in svz.de
  2. Hier auf Pingel-Schliemann fußend auch Frank Pergande: Tod durch den Schießbefehl : Forscher vermuten, dass es mehr Opfer des DDR-Grenzregimes gegeben hat als bisher vermutet, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung 19. April 2014, Seite 8