Landkreis Nordwestmecklenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Nordwestmecklenburg Deutschlandkarte, Position des Landkreises Nordwestmecklenburg hervorgehoben53.8211.25Koordinaten: 53° 49′ N, 11° 15′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Verwaltungssitz: Hansestadt Wismar
Fläche: 2.117 km²
Einwohner: 155.801 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS, Wismar: HWI Vorlage:Infobox Verwaltungseinheit in Deutschland/Wartung/Kfz enthält Kleinbuchstaben
Kreisschlüssel: 13 0 74
Kreisgliederung: 86 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Rostocker Straße 76
23970 Wismar
Webpräsenz: www.nordwestmecklenburg.de
Landrat: Kerstin Weiss (SPD)
Lage des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern
Polen Königreich Dänemark Schleswig-Holstein Niedersachsen Brandenburg Müritz Stettiner Haff Ostsee Schwerin Hansestadt Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Ludwigslust-ParchimKarte
Über dieses Bild

Der Landkreis Nordwestmecklenburg ist ein Landkreis im Nordwesten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern an der Ostseeküste. Zum Kreisgebiet gehört neben dem Festland die Ostseeinsel Poel. Nachbarkreise sind im Osten der Landkreis Rostock, im Süden der Landkreis Ludwigslust-Parchim und im Westen der schleswig-holsteinische Kreis Herzogtum Lauenburg sowie die kreisfreie Stadt Lübeck. Kreisstadt ist seit dem 4. September 2011 die Hansestadt Wismar. In der vorigen Kreisstadt Grevesmühlen besteht eine Außenstelle der Verwaltung weiter.

Geografie[Bearbeiten]

Nordwestmecklenburg gehört zum Landesteil Westmecklenburg und hat am Klützer Winkel sowie östlich von Wismar bei der Insel Poel Anteil an der Ostseeküste der Mecklenburger Bucht. Der im Gemeindegebiet Passee liegende 118 Meter hohe Lünenberg ist die höchste Erhebung des Landkreises. Größere Seen befinden sich mit dem Neuklostersee, Großen Wariner See und dem Groß Labenzer See im Bereich der Sternberger Seenlandschaft im Osten des Landkreises, zudem gehört der Schweriner Außensee zum Kreisterritorium. Im Westen grenzt der Landkreis an den Schaalsee. Größere Flüsse gibt es im Landkreis nicht. Erwähnenswerte Fließgewässer sind die Wakenitz als Grenzfluss zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, der Brüeler Bach, die Stepenitz und der Wallensteingraben sowie mehr unter historischen Aspekten die Harkenbäk.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Landkreis entstand 1994 durch Zusammenlegung der Kreise Gadebusch (GDB), Grevesmühlen (GVM) und Wismar (WIS) sowie Teilen der Kreise Sternberg (STB) und Schwerin-Land (SN).

Im Zuge der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 kam zum Landkreis Nordwestmecklenburg die bis dahin kreisfreie Hansestadt Wismar hinzu. Sie ist seitdem auch Kreissitz des Landkreises und löste Grevesmühlen ab. Dort verbleiben jedoch vorerst große Teile der Verwaltung im bisherigen Sitz, der historischen Malzfabrik.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Ämter und Gemeinden

(Einwohner am 31. Dezember 2012[2])

Amtsfreie Gemeinden

  1. Grevesmühlen, Stadt ** (10.621)
  2. Insel Poel (2503)
  3. Wismar, Hansestadt und Große kreisangehörige Stadt (42.433)

** Amt Grevesmühlen-Land ohne eigene Verwaltung – Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Grevesmühlen mit gleichzeitiger Übertragung der Aufgaben des übertragenen Wirkungskreises des Amtes auf die Stadt

Ämter mit amtsangehörigen Gemeinden und Städten
* Sitz der Amtsverwaltung

  1. Bad Kleinen (3652)
  2. Barnekow (608)
  3. Bobitz (2481)
  4. Dorf Mecklenburg * (2881)
  5. Groß Stieten (536)
  6. Hohen Viecheln (654)
  7. Lübow (1523)
  8. Metelsdorf (471)
  9. Ventschow (677)
  1. Dragun (798)
  2. Gadebusch, Stadt * (5510)
  3. Kneese (312)
  4. Krembz (876)
  5. Mühlen Eichsen (973)
  6. Roggendorf (1022)
  7. Rögnitz (189)
  8. Veelböken (689)
  1. Bernstorf (329)
  2. Gägelow (2566)
  3. Plüschow (500)
  4. Roggenstorf (444)
  5. Rüting (530)
  6. Stepenitztal (1743)
  7. Testorf-Steinfort (618)
  8. Upahl (1084)
  9. Warnow (639)
  1. Boltenhagen (2400)
  2. Damshagen (1245)
  3. Hohenkirchen (1281)
  4. Kalkhorst (1809)
  5. Klütz, Stadt * (3073)
  6. Zierow (751)
  1. Alt Meteln (1227)
  2. Brüsewitz (2100)
  3. Cramonshagen (506)
  4. Dalberg-Wendelstorf (529)
  5. Gottesgabe (766)
  6. Grambow (624)
  7. Klein Trebbow (898)
  8. Lübstorf (1492)
  9. Lützow * (1492)
  10. Perlin (375)
  11. Pingelshagen (507)
  12. Pokrent (705)
  13. Schildetal (794)
  14. Seehof (949)
  15. Zickhusen (533)
  1. Benz (619)
  2. Blowatz (1120)
  3. Boiensdorf (498)
  4. Hornstorf (1054)
  5. Krusenhagen (519)
  6. Neuburg * (2048)
  1. Bibow (408)
  2. Glasin (787)
  3. Jesendorf (457)
  4. Lübberstorf (208)
  5. Neukloster, Stadt * (3875)
  6. Passee (184)
  7. Warin, Stadt (3357)
  8. Zurow (1325)
  9. Züsow (297)
  1. Carlow (1190)
  2. Dechow (201)
  3. Groß Molzahn (355)
  4. Holdorf (380)
  5. Königsfeld (957)
  6. Rehna, Stadt * (3576)
  7. Rieps (347)
  8. Schlagsdorf (1101)
  9. Thandorf (164)
  10. Utecht (339)
  11. Wedendorfersee (648)
  1. Dassow, Stadt (4025)
  2. Grieben (168)
  3. Groß Siemz (303)
  4. Lockwisch (400)
  5. Lüdersdorf (5142)
  6. Menzendorf (251)
  7. Niendorf (310)
  8. Roduchelstorf (238)
  9. Schönberg, Stadt * (4317)
  10. Selmsdorf (2715)

Gebietsänderungen[Bearbeiten]

In den Jahren zwischen 1994 und 2005 fanden im Gebiet des Landkreises Nordwestmecklenburg wie im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern umfangreiche Gebietsänderungen statt.

Aus den ursprünglich 14 Ämtern wurden nach Abschluss der Gebietsreform am 1. Januar 2005 8 Ämter. Die Städte Gadebusch und Schönberg verloren ihre Amtsfreiheit. Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 112 auf 94. Durch weitere Eingemeindungen und Zusammenschlüsse im Verlauf des Jahres 2009 verringerte sich die Zahl der Gemeinden auf 91.

Ämterauflösungen, Ämterfusionen, Amtswechsel von Gemeinden[Bearbeiten]

Eingemeindungen, Gemeindeneubildungen[Bearbeiten]

Namensänderungen[Bearbeiten]

  • von Gemeinde Vitense Parber zu Gemeinde Vitense (11. Februar 1992)
  • von Gemeinde Köchelstorf b. Rehna zu Gemeinde Köchelstorf (1. August 1999)
  • von Gemeinde Neuburg-Steinhausen zu Gemeinde Neuburg (1. Januar 2002)
  • von Gemeinde Badow-Renzow zu Gemeinde Schildetal (1. Oktober 2009)

Politik[Bearbeiten]

Kreistag[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[Bearbeiten]

Der Kreistag des Landkreises Nordwestmecklenburg mit dem damaligen Gebietsstand bestand aus 53 Abgeordneten. Nach der Wahl vom 13. Juni 2009 setzte er sich wie folgt zusammen:

Partei Sitze
CDU 17
SPD 13
Die Linke 11
FDP 5
Bauernverband und ländlicher Raum NWM (BV) 3
Bündnis 90/Die Grünen 2
NPD 2

Der Landkreis (Wahlkreisnummer 58) bestand aus 142 Wahlbezirken mit 99.443 Wahlberechtigten. Zur Wahl gingen 50.727 Wähler, die 4.905 ungültige und 144.223 gültige Stimmen abgaben. Dies entspricht einer Wahlbeteiligung von 51,0 %.[3]

Kreistagswahl 2011[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2011
Vorläufiges Ergebnis (%) [4]
 %
40
30
20
10
0
36,4
24,2
18,3
7,2
4,3
3,9
5,7
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009[5]
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+10,3
-5,0
-1,9
+3,2
+1,8
-5,3
-3,1

Aufgrund der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 wurde eine Neuwahl des Kreistags erforderlich. Der Kreistag des neuen Landkreises Nordwestmecklenburg besteht aus 61 Abgeordneten. Gemäß dem vorläufigen Ergebnis der Wahl vom 4. September 2011 setzt sich der Kreistag wie folgt zusammen:

Partei Sitze
SPD 22
CDU 15
Die Linke 11
Bündnis 90/Die Grünen 4
NPD 3
FDP 3
LUL 2
Freie Wähler 1

Die Wahlbeteiligung betrug 52,0 %.[4]

Näheres zum Wahlverfahren und zu rechtlichen Bestimmungen: Kreistag (Mecklenburg-Vorpommern)

Landräte[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 16. Februar 2012 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 341 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten; vorn in Gold ein halber hersehender, goldgekrönter schwarzer Stierkopf am Spalt mit aufgerissenem roten Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge, in Spitzen abgerissenem Halsfell und silbernen Hörnern; hinten in dreifach geteiltem Feld von Silber und Rot, ein Krummstab in verwechselten Farben.“

Der Stierkopf steht für die Herrschaft und das spätere Herzogtum Mecklenburg, während der auf der anderen Hälfte des Wappens abgebildete Bischofsstab (Krummstab) die einst zum Hochstift Ratzeburg zählenden Gebiete symbolisiert. Die Historie der Hansestadt Wismar wird durch den dreifach geteilten Hintergrund des Bischofsstabs in den Farben Silber und Rot verdeutlicht. Ursprünglich war dies im Mittelalter die Seeflagge der Wismarer Schiffe.

Das Wappen wurde von dem Freudenberger Heraldiker Manfred Gerth gestaltet.

Zu den einzelnen Wappen der Städte und Gemeinden im Landkreis siehe: Liste der Wappen im Landkreis Nordwestmecklenburg.

Historisches Wappen[Bearbeiten]

siehe auch Wappen des Landkreises Nordwestmecklenburg

Das Wappen wurde am 1. Juli 1996 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 116 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Gespalten; vorn in Gold am Spalt ein halber herschauender schwarzer Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, geöffnetem Maul, silbernen Zähnen, ausgeschlagener roter Zunge und abgerissenem Halsfell, dessen Randung bogenförmig ausgeschnitten ist; hinten in Blau ein stehender goldener Bischofsstab.“

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Heinz Kippnick gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge des Landkreises ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Blau und Gelb gestreift. In der Mitte des Flaggentuchs liegt, auf jeweils ein Drittel der Länge des blauen und des gelben Streifens übergreifend, das Landkreiswappen. Die Höhe des Flaggentuchs verhält sich zur Länge wie 3:5.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Von Bedeutung sind die Ansiedlung von Firmen im östlichen Einzugsgebiet von Lübeck (in Selmsdorf, Lüdersdorf, Dassow, Herrnburg und Schönberg ) sowie der Tourismus an der Ostsee (Boltenhagen, Insel Poel).

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet führen die Bundesautobahnen 20 und 14, die Bundesstraßen 104, 105, 106, 192 und 208 sowie die Bahnstrecken Lübeck–Bad Kleinen, Bad Kleinen–Rostock, Wismar–Bad Kleinen–Schwerin–Ludwigslust/Hamburg, Wismar–Rostock und Schwerin–Rehna.

Religion[Bearbeiten]

Im Landkreis Nordwestmecklenburg gibt es evangelisch-lutherische Kirchgemeinden, diese gehören zum Ev.-Luth. Kirchenkreis Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Die katholischen Gemeinden gehören zum Dekanat Schwerin des Erzbistums Hamburg. Im Landkreis gibt es vier Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, sie gehören zum Bezirk Schwerin in der Gebietskirche Mecklenburg-Vorpommern, die dem Apostelbezirk Norddeutschland untersteht.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 12. Juni 1994 wurde dem Landkreis das Unterscheidungszeichen NWM zugewiesen. Es wird dort mit Ausnahme der Hansestadt Wismar, die ihr HWI behielt, durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis etwa zum Jahr 2005 erhielten Fahrzeuge aus den Altkreisen besondere Erkennungsnummern:

Gebiet Buchstaben Zahlen
Altkreis Grevesmühlen A bis H 1 bis 999
AA bis HZ 1 bis 99
Altkreis Wismar J bis S 1 bis 999
JA bis SZ 1 bis 99
Altkreis Gadebusch T bis Z 1 bis 999
TA bis ZZ 1 bis 99

Seit dem 2. April 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen GDB (Gadebusch), GVM (Grevesmühlen) und WIS (Wismar, für den damaligen Landkreis) erhältlich.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Nordwestmecklenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011)
  3. Wahlergebnis sowie gewählte Bewerber und Ersatzpersonen der Kreiswahl am 7. Juni 2009 (PDF; 33 kB) nordwestmecklenburg.de
  4. a b Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 5. September 2011
  5. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, Endergebnis der Kreistagswahl 2009, umgerechnet auf das Wahlgebiet 2011, abgerufen am 5. September 2011