Roggendorf (Mecklenburg)

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Roggendorf führt kein Wappen
Roggendorf (Mecklenburg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Roggendorf hervorgehoben
53.69361111111111.01548Koordinaten: 53° 42′ N, 11° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Nordwestmecklenburg
Amt: Gadebusch
Höhe: 48 m ü. NHN
Fläche: 31,13 km²
Einwohner: 1022 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 33 Einwohner je km²
Postleitzahl: 19205
Vorwahl: 038876
Kfz-Kennzeichen: NWM, GDB, GVM, WIS
Gemeindeschlüssel: 13 0 74 068
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19205 Gadebusch
Bürgermeister: Rico Greger
Lage der Gemeinde Roggendorf im Landkreis Nordwestmecklenburg
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Roggendorf ist eine Gemeinde im Südwesten des Landkreises Nordwestmecklenburg in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Gadebusch mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Roggendorf liegt nahe der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein im Biosphärenreservat Schaalsee zwischen den Städten Ratzeburg und Gadebusch. Westlich des Ortsteils Groß Thurow an der Grenze zu Schleswig-Holstein befindet sich der Goldensee.

Zu Roggendorf gehören die Ortsteile Breesen, Groß Thurow, Klein Salitz, Klein Thurow, Lützowhorst, Marienthal und Neu Thurow. Am 1. Januar 2004 wurden die ehemals Dechower Ortsteile Groß Thurow und Neu Thurow in die Gemeinde Roggendorf eingegliedert. Durch Korrekturen am Grenzverlauf zwischen der britischen und sowjetischen Besatzungszone (Barber-Ljaschtschenko-Abkommen im November 1945) kamen Groß- und Klein Thurow zusammen mit Dechow zu Mecklenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Herrenhaus Roggendorf
Dorfkirche Roggendorf

Roggendorf wird im Isfriedschen Teilungsvertrag von 1194 als Rotgentorp erstmals urkundlich erwähnt. Die Kirche ist im Ratzeburger Zehntregister von 1230 aufgeführt, welches die damals zum Bistum Ratzeburg gehörenden Ortschaften geordnet nach Kirchspielen auflistet. 1369 besiegte Herzog Albrecht II. von Mecklenburg bei Roggendorf den Herzog Magnus II. von Lüneburg.[2] Das Gut Roggendorf mit dem Patronat an der Kirche stand vom Anfang des 15. Jahrhunderts bis 1694 im Eigentum der Familie von Lützow und wurde dann durch Asmus von Lützow seinem Schwager, dem Hofrat von Fabrice, für 9000 Taler verkauft. Die Familie von Fabrice blieb bis 1888 auf Roggendorf. Dann ging das Gut an Carl Hermann Theodor Haase, der das heutige Gutshaus von Martin Haller errichten ließ.[3] Den Landschaftspark des Gutes ließ Carl von Haases Sohn und Erbe Curt von Haase 1908/1909 durch Leberecht Migge neu gestalten.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Roggendorf (Mecklenburg)

  • Über 800 Jahre alte Roggendorfer Kirche
  • Bauernmuseum im Ortsteil Breesen
  • Herrenhaus mit Park


Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Zu den ansässigen Unternehmen gehören eine Firma, die Spezialanhänger und Fahrzeugaufbauten herstellt, ein Agrarbetrieb, sowie einige Handwerksbetriebe. Bemerkenswert ist, dass es mehr Ein- als Auspendler im Ort gibt – eine Seltenheit im ländlichen Mecklenburg.

In den Mooren um Breesen und Lützowhorst wurde und wird zum Teil bis heute Torfabbau betrieben.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 208 von Gadebusch ins lauenburgische Ratzeburg führt durch die Gemeinde Roggendorf. Der nächste Bahnhof befindet sich in der sieben Kilometer entfernten Stadt Gadebusch.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Mecklenburgisches Urkundenbuch 9991.
  3. Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992. ISBN 3-910179-06-1 S. 517–519.
  4. David Haney: When Modern was Green: Life and Work of Landscape Architect Leberecht Migge. Routledge, London/ New York 2010, ISBN 978-0-415-56139-6, S. 49ff. Siehe dazu auch die Machbarkeitsstudie Parkanlage Roggendorf (PDF; 3,7 MB) von 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Roggendorf (Mecklenburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien