Gondelbahn Grindelwald-Männlichen

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Obere Sektion mit Blick zur Bergstation im Winter

Die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM), auch Männlichenbahn Grindelwald genannt, ist eine Gondelbahn im Berner Oberland in der Schweiz, die von Grindelwald auf den Berg Männlichen führt.

Lage und Strecke[Bearbeiten]

Blick ins Tal, im Hintergrund Wetterhorn und Schreckhorn

Die Talstation liegt in Grindelwald-Grund (937 m ü. M.) im Talboden. Über die Mittelstation Holenstein (1'624 m ü. M.) führt die Bahn zur Bergstation Männlichen (2'225 m ü. M.). Die obere Sektion ab Mittelstation verläuft leicht geknickt. Der Höhenunterschied beträgt insgesamt also 1288 Meter. Von der auf einem Sattel gelegenen Bergstation ist es noch ein rund zwanzigminütiger Spaziergang zum Berggipfel des Männlichen (2'343 m ü. M.). In der Nähe der Bergstation befindet sich diejenige der Luftseilbahn Wengen–Männlichen, die den Berg von Westen erschliesst.

Im Sommer dienen die Bergstation Männlichen und die Mittelstation Holenstein als Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Im Winter bringt die Männlichenbahn Skifahrer ins Skigebiet Männlichen/Kleine Scheidegg. 20 Bahnen und Lifte mit über 100 Kilometern Pisten stehen den Wintersportlern zur Verfügung.

Daten[Bearbeiten]

Obere Sektion mit Blick zur Bergstation

Bei der Eröffnung am 23. Dezember 1978 war die Bahn mit einer Gesamtlänge von 6,2 Kilometern die längste Gondelbahn der Welt. Sie war die „längste Gondelbahn der Welt“, wenn damit moderne Personen-Bergbahnen gemeint sind. Die Luftseilbahn Norsjö ist mit 13 Kilometern deutlich länger, ging aber aus einer stillgelegten Materialseilbahn hervor und verläuft in weitgehend flachem Gelände. Frühere Materialseilbahnen waren bis zu 96 Kilometer lang. Die 1995 eröffnete Skyrail Rainforest Cableway ist mit einer Sektion von 4,8 Kilometern und einer Gesamtlänge von 7,5 Kilometern länger.

Die Gondelbahn wurde von der Habegger Maschinenfabrik AG, Thun als vollautomatische Habegger-Einseil-Umlaufbahn gebaut. Die Anlage wurde in zwei Sektionen mit je einem 40-mm-Seil errichtet. In der Mittelstation werden die Vierergondeln automatisch von einem Seil auf das andere transportiert. Die horizontale Länge der ersten Sektion beträgt 3068 Meter, diejenige der zweiten 3003 Meter, die horizontale Länge beträgt somit 6071 Meter. In der Schräge sind die Sektionen 3167 Meter respektive 3073 Meter lang, insgesamt also 6240 Meter. Auf der ganzen Strecke gibt es 52 Stützen, von denen die höchste 38 Meter misst. Der Antrieb für beide Seile ist in der Mittelstation. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt maximal vier Meter pro Sekunde (14,4 Kilometer pro Stunde), die Förderleistung 900 Personen pro Stunde. Die Fahrt dauert rund eine halbe Stunde.

Seit der Inbetriebnahme wurden die Tal- und die Bergstation mehrfach umgebaut. Im Herbst 1989 wurden die Seile erneuert.

Die erste Sektion verfügt in Itramen über den Zwischenausstieg Egg, der aber kaum genutzt wird.[1]

Neubau[Bearbeiten]

Da die Konzession der Bahn im Jahr 2016 ausläuft, ist eine neue Gondelbahn geplant, die über moderne Achtergondeln verfügen soll. Dank grösserer Gondeln und einer auf 19 Minuten verkürzten Fahrzeit wird die Kapazität auf 1800 Personen pro Stunde verdoppelt. Die Zahl der Stützen wird auf 33 reduziert, wobei die Strecke um wenige Meter nach Norden verlegt wird. In Grindelwald-Grund soll ein neuer Terminal entstehen, der mit einer geplanten Gondelbahn zur Station Eigergletscher der Jungfraubahn geteilt und über einen Anschluss zu einer neuen Haltestelle Rothenegg der Berner Oberland-Bahnen verfügen wird.[1][2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gondelbahn Grindelwald-Männlichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Christoph Buchs: Itramen bereitet sich vor. In: Jungfrau-Zeitung. 13. August 2014, abgerufen am 5. November 2014.
  2. V-Bahn: die 8 Elemente. In: Jungfraubahnen. Abgerufen am 5. November 2014.