Thun

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Thun, für weitere Bedeutungen siehe Thun (Begriffsklärung).
Thun
Wappen von Thun
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Thunw
BFS-Nr.: 0942i1f3f4
Postleitzahl: 3600–3609 Thun
3624 Goldiwil
3645 Gwatt
UN/LOCODE: CH THU (Thun)

CH GWT (Gwatt)

Koordinaten: 614620 / 17866446.7597.63560Koordinaten: 46° 45′ 32″ N, 7° 37′ 48″ O; CH1903: 614620 / 178664
Höhe: 560 m ü. M.
Fläche: 21.7 km²
Einwohner: i42'735 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 1969 Einw. pro km²
Ausländeranteil: 11,3 % (2009)[2]
Arbeitslosenquote: 2,9 % (2010)[3]
Stadtpräsident: Raphael Lanz (SVP)
Website: www.thun.ch
Luftaufnahme der Stadt Thun

Luftaufnahme der Stadt Thun

Karte
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Über dieses Bild
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Thun (französisch Thoune) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Verwaltungskreises Thun des Kantons Bern in der Schweiz.

Thun wird als Tor zum Berner Oberland bezeichnet. Die Stadt liegt am Ausfluss der Aare aus dem Thunersee. Thun ist die grösste Garnisonsstadt der Schweizer Armee und die elftgrösste Stadt der Schweiz. Die Agglomeration Thun umfasst etwa 90'000 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten]

Der historische Stadtkern liegt nicht direkt am Thunersee, sondern etwa einen Kilometer davon entfernt an der Aare. Die Innenstadt besteht aus dem Schlossberg, der Unterstadt, der oberen Hauptgasse und dem Bälliz. Auf dem Schlossberg steht das Schloss und die Stadtkirche. Das Bälliz ist eine Insel in der Aare beim Abfluss aus dem Thunersee und gehört seit dem 14. Jahrhundert zur Stadt. Seit 1988 ist das Bälliz eine Fussgängerzone. Heute ist es nicht nur die wichtigste Einkaufs- und Marktgasse der Stadt, sondern auch die kulturelle Insel und Zentrum sowie eine beliebte Flaniermeile.

Die neuen Stadtquartiere liegen auf der Schwemmebene am Nordwestende des Thunersees, welche von der Kander aufgeschüttet wurde, bevor diese 1714 in den See umgeleitet wurde.

Während im Norden die Nachbargemeinde Steffisburg mit dem Ortsteil Schwäbis direkt an die Innenstadt grenzt, reicht das Thuner Gemeindegebiet im Süden wesentlich weiter und umfasst entlang des linken Seeufers die ehemaligen Dörfer Dürrenast und Teile von Gwatt, welche heute zum geschlossenen Siedlungsgebiet der Stadt gehören. Im Westen der Gemeinde liegen das Quartier Lerchenfeld, die Allmend, welche heute vor allem als Truppenübungsplatz genutzt wird, sowie der Stadtteil Allmendingen. Im Osten reicht das Gemeindegebiet ins Hügelland hinein und umfasst das Dorf Goldiwil. Der mit der Stadt zusammengewachsene Ortsteil Hünibach am rechten Seeufer gehört nicht mehr zu Thun, sondern zur Gemeinde Hilterfingen.

Stadtquartiere[Bearbeiten]

Quartier BFS-Code Quartiere von Thun
Bälliz-Freienhofgasse 942002
Goldiwil 942003
Hohmad 942005
Lauenen-Hofstetten-Ried 942006
Lerchenfeld 942007
Militärgebiet 942008
Seefeld 942009
Westquartier 942011
Allmendingen 942036
Buchholz 942037
Dürrenast 942038
Gwatt 942039
Neufeld 942040
Schoren 942041
Aarefeld 942047
Altstadt 942074

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Thun wird vom keltischen Wort dunum abgeleitet, was soviel wie „Palisadenwerk“ oder „befestigter Ort“ heisst (siehe auch: Dun).

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Siedlungen[Bearbeiten]

Bereits in der Jungsteinzeit (ca. 2500 v. Chr.) gab es im Stadtgebiet eine Siedlung an der heutigen Marktgasse. Zudem existieren reiche Funde aus der Bronzezeit von 1800 bis 800 v. Chr. aus den Gebieten Strättligen und Allmendingen. Als die römischen Legionen 58 v. Chr. fast das ganze Gebiet der heutigen Schweiz einnahmen, wurde auch das Gebiet des heutigen Thun ins Imperium eingegliedert. Daraufhin wurde es das Zentrum der administrativen Region im Römischen Reich. So stand (von 58 v. Chr. bis ca. 400 n. Chr.) in Allmendingen ein Tempelbezirk mit einem gallo-römischen Heiligtum, acht von einer Mauer umgebene kleine Tempel, und daneben ein Wirtschaftsbezirk. Um 400 n. Chr. vertrieben die Burgunder die Römer aus dem Gebiet und die Aare wurde die Grenze zwischen den christlichen Burgunder und den alemannischen Völkern im Norden.

Zeit der Zähringer und Kyburger[Bearbeiten]

Rathaus mit mittelalterlichem Rundgang

Im 7. Jahrhundert wird Thun in der Chronik des fränkischen Mönchs Fredgar erwähnt. Im Jahre 1033, als Konrad II. den Titel als König von Burgund verliehen bekommt, wird Thun ins Heilige Römische Reich eingegliedert. Vor 1200 bauten die Herzöge von Zähringen das heutige Schloss und erweiterten die Stadt um die Hauptgasse bis zum Rathausplatz. Im Mittelalter stand auf dem Schlossberg eine Kirche und eine Burg und an der Aare eine Siedlung mit einem Flussübergang. Gegen Mitte des 12. Jahrhunderts gehörte die Gegend zum zähringischen Rektorat Burgund. Als das Geschlecht der Zähringer 1218 ausstarb, erbten die ostschweizerischen Grafen von Kyburg die Stadt. Im 12. und 13. Jahrhundert bestanden zudem zwei Adelsfamilien, die sich von Thun nannten, eine freien Standes und die andere als kyburgische Ministerialen. 1264 erhielt Thun das Stadtrecht.[4] Auseinandersetzungen um die Herrschaft im Hause Kyburg führten 1322 zum Brudermord im Schloss Thun. Graf Eberhard, der Brudermörder, musste Hilfe bei Bern suchen und Thun 1323 an Bern verkaufen. Er erhielt die Stadt als Lehen zurück, musste sie aber 1384 zusammen mit Burgdorf endgültig an Bern abtreten. 1476 erhielten die Thuner als Auszeichnung für ihre Leistungen in der Schlacht bei Murten an Stelle des schwarzen Sterns einen goldenen in ihr Wappen.

Entstehung als regionales Marktzentrum[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert blühten in Thun das Handwerk und die Wirtschaft. Die Stadt wurde zu einem regionalen Marktzentrum. In der Mitte der Stadt wurde ein neues Rathaus mit einem Kaufhaus im Erdgeschoss erstellt und davor ein grosser Marktplatz, der Rindermarkt, geschaffen. Etwa um 1528 fand in Thun die Reformation statt. 1585 wurde der Archivturm, der als Schatz- und Rüstungskammer diente, erbaut.

Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt kontinuierlich weiter und es erfolgten erste Versuche zur Einführung von Industrie. Thun blieb aber stets nur ein regionales Wirtschaftszentrum. Der Fernhandel spielte eine untergeordnete Rolle. 1641 begannen die Bauernunruhen, der sogenannte Thunerkrieg. Das städtische Kornhaus wurde 1699 erbaut. 1714 wird die Kander in den Thunersee geleitet. Die Stadtbibliothek wurde 1785 gegründet. Nach dem Einmarsch der Franzosen, zur Zeit der Helvetik war Thun Hauptstadt des von 1798 bis 1802 existierenden Kantons Oberland.

Thun in den 1830er Jahren.

Thun als Tourismusdestination und Militärstadt[Bearbeiten]

Anfangs des 19. Jahrhunderts begann durch das Aufkommen des Fremdenverkehrs und mit der Eröffnung der Eidgenössischen Militärschule 1819 eine neue Epoche. Mit dem Bau von Hotels und Pensionen und der Eröffnung der Dampfschifffahrt auf dem Thunersee 1835, wurde Thun zu einem bedeutenden Touristenort. Die Militärschule entwickelte sich im Laufe der Zeit zum grössten Waffenplatz der Schweiz und brachte 1861/63 auch die eidgenössischen Militärbetriebe nach Thun. 1859 wird Thun ans Eisenbahnnetz angeschlossen. Die Auflösung der fünf Thuner Zünfte erfolgte 1865. Mit dem frei werdenden Kapital gründen die ehemaligen Mitglieder der Metzgern-, Pfistern- und Schmiedenzunft die Spar- & Leihkasse Thun. Die "Baugesellschaft Thun" erstellt das "Grandhotel Thunerhof" die Eröffnung erfolgte 1875. Die erste Thuner Tageszeitung, der Tägliche Anzeiger, wurde 1877 gegründet. Der Industrielle Gustav Selve eröffnete 1895 in Thun eine Fabrik zur Herstellung von Munitionsnäpfchen.

Bevölkerungszunahme und Stadterweiterung[Bearbeiten]

Blick Richtung Aare und Burg um 1900

Im 20. Jahrhundert erfolgte eine starke Bevölkerungszunahme und damit auch eine grosse bauliche Ausdehnung der Stadt. Zudem wurden die Vorortsgemeinden Goldiwil 1913 und Strättligen 1920 eingemeindet. Die neue Gemeindeordnung schaffte 1919 die Gemeindeversammlung ab und führte als Legislative den Stadtrat ein. Ein neuer Bahnhof wurde am 1. Juni 1923 eröffnet. 1925 wurde der Schifffahrtskanal vom oberen Inseli bis zum neuen Bahnhof eröffnet. Die Einführung des Frauenstimm- und -wahlrechts in Gemeinde – Angelegenheiten geschah 1969. Seit 1971 ist die Stadt an die Autobahn A6 (Schweiz) angeschlossen. Ab 1981 Planung und teilweise Realisation von Stadterweiterungen: Aarestrasse, Aarfeld-und Bahnhofareal, Scheibenstrasse. Die Spar- & Leihkasse Thun brach 1991 zusammen und die Metallwerke Selve kündeten die Schliessung an.

Heute[Bearbeiten]

Im 21. Jahrhundert erfolgten erneut einige Erweiterungen der Stadt: Neuüberbauung Aarefeld, Bau des Kultur-und Kongress Zentrum Thun (KKT), des neuen Fussballstadions Arena Thun, Neugestaltung des Selve-Areals. Denen sollen weitere Projekte wie z. B. ein Wirtschaftspark im Gebiet Schoren, der ESP Thun-Nord – der eine neue Aareüberquerung sein wird – sowie die Umgestaltung des Emmi-Areals, folgen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungszusammensetzung[Bearbeiten]

(Stand 31. Dezember 2010):
Total Einwohner: 43'327 (100%)
davon Stimmberechtigte: 30'799 (72%)
Ausländer: 5'157 (11.9%)

  • 0 - 19 7'773 (17,9%)
  • 20 - 39 11'435 (26,4%)
  • 40 - 59 12'288 (28,4%)
  • 60 - 79 9'428 (21,8%)
  • 80 + 2'403 (5,5%)

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten]

(Stand 31. Dezember 2011):

  • evangelisch 26'281 (60,4 %)
  • römisch-katholisch 6'109 (14,0 %)
  • christkatholisch 58 (0,1 %)
  • konfessionslos 8'228 (18,9 %)
  • andere 2'860 (6,6 %)

Politik[Bearbeiten]

Zusammensetzung des Thuner Stadtrates[5]
Partei 2010 2006 2002 1998
SVP 12 10 10 8
SP 8 11 14 14
BDP 6 - - -
FDP 4 7 6 7
Grüne (bis 2006 GFL) 4 5 3 2
EVP 2 2 2 2
EDU 2 2 2 3
glp 1 - - -
CVP 1 2 2 2
SD - 1 1 2
TOTAL 40

Organe[Bearbeiten]

  • Die Stimmberechtigten (rund 31'000)
  • Der Stadtrat (Parlament, Legislative, 40 Mitglieder)
  • Der Gemeinderat (Exekutive, 5 Mitglieder)
  • Die Mitglieder des Gemeinderates, soweit sie entscheidbefugt sind
  • Die zur Vertretung der Stadt befugten Angestellten
  • Die ständigen Kommissionen mit Entscheidbefugnis
  • Das Rechnungsprüfungsorgan

Stadtrat[Bearbeiten]

4
8
2
1
1
6
4
12
2
12 
Von 40 Sitzen entfallen auf:

Der Stadtrat gibt Impulse für die städtische Politik und übt die politische Aufsicht über die Tätigkeit des Gemeinderates und der Verwaltung aus. Das Stadtparlamant konzentriert sich hauptsächlich auf die übergeordneten und längerfristigen Ziele. Der Stadtrat besteht aus 40 Mitgliedern. Er wird gleichzeitig zum Gemeinderat ebenso im Proporzverfahren vom Volk gewählt, wobei die ganze Stadt einen einzigen Wahlkreis bildet. Seine Sitzungen sind öffentlich und finden im Rathaus statt. Über die Mitglieder und Sitzungen gibt www.thun.ch Auskunft. Die Traktanden und Beschlüsse werden im Thuner Amtsanzeiger veröffentlicht. Der Stadtrat hat die Oberaufsicht über die Verwaltung und behandelt unter anderem folgende Geschäfte:

  • Genehmigung der Legislaturplanung, der Jahresrechnung und des Jahresberichtes
  • Genehmigung des Voranschlags (endgültig, falls keine Änderung der Steueranlage vorgesehen ist)
  • Finanzbeschlüsse:
  • endgültig: neue Ausgaben von 201'000 bis 2 Millionen Franken
  • unter Vorbehalt des fakultativen Referendums: Neue Ausgaben von 2 bis 4 Millionen Franken
  • Wahl von Kommissionen mit Entscheidbefugnis
  • Erlass von Reglementen

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die oberste Vollzugs,- Planungs-, Verwaltungs- und Polizeibehörde der Stadt und besteht aus fünf Mitgliedern, darunter der vom Volk direkt gewählte Stadtpräsident. Der Gemeinderat wird alle vier Jahre im Proporzverfahren vom Volk gewählt. Er organisiert und leitet die Stadtverwaltung und vertritt die Gemeinde nach aussen. Massgebend sind die durch Gesetz vorgegebenen Aufgaben sowie die Aufträge des Stadtrates. Ihm obliegen weiter u. a. die Anstellung des Kaders und der Erlass von Verordnungen und Vorschriften. Auch kann er neue einmalige Ausgaben bis zu 200'000 Franken bewilligen. Die Sitzungen finden in der Regel einmal pro Woche statt und sind nicht öffentlich.

Gericht[Bearbeiten]

Das erstinstanzliche Gericht der Stadt ist das Regionalgericht Berner Oberland, welches seinen Sitz in Thun hat.

Nationale Wahlen[Bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 25.5 %, SP 19.5 %, BDP 16.1 %, GPS 9.0 %, FDP 8.4 %, glp 6.3 %, EVP 5.3 %, EDU 3.8 %, CVP 2.2 %.[6]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Blechwarenfabrik Hoffmann & Söhne in Thun. Gamellenproduktion, Kriegstechnische Abteilung, 1914-1918

Neben dem Tourismus sind der Maschinen- und Apparatebau, das Verlagswesen und das Militär von wirtschaftlicher Bedeutung. Die Blütezeit des Fremdenverkehrs in Thun ist zwar vorbei, doch trotzdem ist der Tourismus immer noch eine wichtige wirtschaftliche Einnahmequelle. Jährlich übernachten über 120.000 Gäste in Thun und rund 1,8 Millionen Tagesgäste besuchen die Stadt (Zahlen für 2010).

Thun ist heute der grösste und bedeutendste Marktort im Berner Oberland. Einheimische und Gäste schätzen das vielfältige Angebot der Geschäfte und der verschiedenen Märkte in der Innenstadt. Das "Bälliz" zwischen der inneren und äusseren Aare gilt als die grösste Einkaufsinsel der Schweiz. Ganztägige Märkte am Mittwoch und Samstag im Bälliz. Frischproduktemarkt am Samstagvormittag auf dem Rathausplatz. Periodisch Pelzfellmarkt (2. Samstag im Februar), Grossmärit (2. Samstag im Juni), Flohmärkte auf dem Mühleplatz, Handwerkermärkte, Weihnachtsmarkt u. a. mehr.

In Thun sind insgesamt 4'500 Firmen ansässig. Neben dem Tourismus sind u. a. der Handel, das Gesundheits- und Sozialwesen, das Baugewerbe (Frutiger AG, Duscholux AG), die Verwaltung, der Maschinenbau(Ruag) und das Militär von wirtschaftlicher Bedeutung. Mit der EMPA ist Thun auch Standort einer Forschungs- und Dienstleistungsinstitution für Materialwissenschaften und Technologieentwicklung innerhalb des ETH-Bereichs.

Zudem ist Thun Mitglied in mehreren Wirtschaftsorganisationen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Thuner Altstadt
Blick auf das Schloss

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Thun

Autoverkehr[Bearbeiten]

Thun gilt als das «Tor zum Oberland». Die wichtigsten Verkehrsverbindungen ins Berner Oberland führen hier durch. Mit dem schweizerischen Nationalstrassennetz ist Thun seit 1971 durch die A6 mit den Ausfahrten Thun Nord und Thun Süd verbunden. Umfahrungen der Innenstadt aufgrund zu dichten Verkehrs sind bereits geplant. Der Bypass Thun Nord soll eine Verlängerung und Umgestaltung des Autobahnzubringers Thun Nord Steffisburg (A6) und eine neue Aarequerung beinhalten. Im August 2011 wurde als Übergangslösung zwischen Guisanplatz und Sternenplatz eine "Blaue Zone" eingerichtet, in der die Fussgänger keinen Vortritt mehr haben, dafür dürfen sie die Strasse – mit gegenseitiger Rücksichtnahme – auf der ganzen Länge der Welle überqueren.

Bahn-/Linienbusverkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenverkehr verfügt der Bahnhof Thun über eine hervorragende Anbindung ans nationale Netz. In Richtung Mittelland (BernOltenBasel/Bern–ZürichRomanshorn) und Oberland (SpiezInterlaken/Spiez–LötschbergBrig) führen zwei Intercity-Linien, ausserdem bestehen direkte Verbindungen nach Mailand und Berlin. Regionallinien existieren durchs Aaretal (S1 Thun–Bern–Freiburg), durchs Gürbetal (S4 Thun–Belp–Bern–Burgdorf–Langnau, S44 Thun–Belp–Bern–BurgdorfSumiswald oder Wiler) und durchs Emmental (Thun–KonolfingenHasle-Rüegsau–Burgdorf–Solothurn).

Nahverkehr[Bearbeiten]

Im öffentlichen Nahverkehr existiert ein dichtes Netz von Buslinien, betrieben durch die Verkehrsbetriebe STI und das Postauto. Nach Angaben der Stadt Thun Zwischen 1952 und 1982 verkehrte ausserdem der Trolleybus Thun–Beatenbucht in der Stadt. Seit 2012 ist Thun zudem auch an das Moonlinernetz angeschlossen.

Dampfschiff auf dem Thunersee

Schifffahrt[Bearbeiten]

Der Schiffsverkehr auf dem Thunersee hatte bis anfangs des 20. Jahrhunderts eine wichtige Funktion für den Personen- und Warentransport Richtung Oberland. Lange war Thun Endstation der Bahn und die Weiterfahrt war nur per Schiff möglich. Mit der Eröffnung der Thunerseebahn (TSB) verlor Thun diese Schnittstellenfunktion und die Schifffahrt hat hauptsächlich noch eine touristische Bedeutung. Die Thunersee-Schifffahrt wird von der BLS betrieben.

Kultur[Bearbeiten]

Wichtigstes Datum im lokalen Festkalender ist der Ausschiesset, der vom letzten Sonntag im September bis zum folgenden Dienstag dauert. Im Zentrum dieses Volksfestes stehen das Armbrustschiessen der Kadetten und die Narrenfigur «Fulehung».

Jährlich findet am Wochenende, welches dem Monatswechsel Januar-Februar am nächsten steht, die Thuner Fasnacht statt. Nach der Reformation verschwand der Fasnachtsbrauch während ca. 300 Jahren aus der Region. Der am 1. September 1998 gegründete Verein Fasnachtsfreunde Thun schaffte es, eine neue Fasnacht mit Ichüble am Donnerstag, Schnitzelbank-Soirée am Freitag, Kinder- und Gassenfasnacht am Samstag sowie einem Umzug am Sonntag als neuem Kulturevent zu gestalten.

Im Sommer finden seit 2003 alljährlich die „Thunerseespiele“ statt. Auf einer Bühne, die jedes Jahr neu im See aufgestellt wird, werden Musicals dargeboten.

Die Thuner Schlosskonzert-Wochen bieten jedes Jahr im Juni hochstehende klassische und zeitgenössische musikalische Darbietungen. Während der Ferienzeit im Sommer sorgen die wöchtenlichen Altstadtkonzerte auf dem Rathausplatz für volkstümliche Unterhaltung und das mehrtägige Openairfestival "Am Schluss" für rockige Stimmung auf dem Mühleplatz.

An der 4-tägigen Schweizerischen Künstlerbörse (ktv) stellt sich jeweils im Frühjahr alles vor, was in der schweizerischen Kabarettszene Rang und Namen hat.

Das Thuner Stadtorchester führt jährlich vier Sinfoniekonzerte sowie ein Kammerkonzert durch. Seit 1998 steht es unter Leitung des Freiburger Dirigenten Laurent Gendre.

Das Internationale Drehorgelfestival mit nahezu 200 Instrumenten findet alle zwei Jahre statt.

Wichtige kulturelle, wichtige Zentren sind das Kultur-und Kongress Zentrum (KKT) mit dem Schadau-und dem Lachensaal, in welchem auch laufend Konzerte und Vorführungen dargeboten werden. Zudem ist auch die Café Bar Mokka, welche schon über 20 Jahre besteht, ein wichtiger Ort, vor allem für Jugendliche, da sie sich dort treffen können.

Riesenrad und Schloss im Hintergrund

Museen[Bearbeiten]

Das Kunstmuseum Thun wurde 1948 gegründet. Der Schwerpunkt seiner Ausstellungen liegt bei der Gegenwartskunst. Einmal pro Jahr wird eine Ausstellung mit Werken aus der Sammlung präsentiert. Ein Sammlungsschwerpunkt bildet die Schweizer Pop Art.

Das Schlossmuseum präsentiert neben Exponaten zur Lokalgeschichte und zur Schweizer Militärgeschichte unter anderem auch bedeutende Sammlungen von Thuner Majolika und antikem Spielzeug.

In einem Pavillon im Schaudapark ist das Thun-Panorama von Marquard Wocher zu besichtigen, das älteste erhaltene Rundpanorama der Welt aus dem 19. Jahrhundert.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Wellenreiten im Kielwasser auf der Oberen Schleuse

Das sportliche Aushängeschild der Stadt ist der FC Thun. Der Verein spielte von 2002 bis 2008 in der obersten Schweizer Fussballliga, der Super League und qualifizierte sich 2005 überraschend für die Champions League. Nach zwei Jahren in der Challenge League stieg der FC Thun auf die Saison 2010/11 wieder in die oberste Spielklasse auf. Weitere erfolgreiche Sportvereine sind Wacker Thun (Herren) und DHB Rotweiss Thun (Frauen) im Handball und der SC Thunerstern im Rollhockey. Zudem hat Thun einen American Football Club, die Thun Tigers.

Die Thunerin Tanja Frieden gewann an den Olympischen Winterspielen 2006 Gold im Snowboardcross. Der Thuner Ernst Fivian gewann an den Olympischen Spielen in Helsinki Silber im Kunstturnen.

Die Region rund um Thun war Austragungsort der Orientierungslauf-Weltmeisterschaft 1981.

Thun ist seit 1997 auch der Austragungsort der River Jam, ein Kanu-Freestyle-Event, welches in der Scherzligschleuse stattfindet. Highlights waren 2002 die Europameisterschaften und 2009 die Kayak Freestyle Weltmeisterschaften.

Die beliebteste Freizeitanlage im Sommer ist das Strandbad am Thunersee, «der Strämu», wie die Einheimischen sagen. Mit seiner Aussicht auf die Berner Alpen gilt es als eines der schönsten in der Schweiz. Es bietet neben direktem Zugang zum Thunersee auch beheizte künstliche Becken mit 50-m-Schwimmbahnen und einem Zehn-Meter-Sprungturm. Auch die Aare lockt Schwimmer an, entweder im Flussbad Schwäbis oder auch mitten in der Altstadt, wo Mutige von Brücken aus in den Fluss springen. Ein besonderes Erlebnis ist zudem die äusserst beliebte Schlauchbootfahrt auf der Aare bis in die Bundesstadt Bern.

Einen wichtigen Platz im Thuner Nachtleben nahm das Selve-Areal ein. Es handelt sich um ein ehemaliges Industriegelände, auf welchem nach dem Niedergang der Metallwerke Selve AG anfangs der Neunzigerjahre Bars, Discos und Clubs einzogen. 2007 mussten diese Betriebe zum Teil einer Neuüberbauung weichen. Über die Stadt hinaus bekannt ist zudem das Kulturlokal Café Bar Mokka mit seinen regelmässigen Konzertveranstaltungen. Im Sommer treffen sich die Thuner an Abenden und Wochenenden auf dem Mühleplatz direkt an der Aare im Zentrum von Thun. Auf diesem Platz, auf welchem früher die Mühle stand, haben sich diverse Kaffees eingerichtet.

Stadtentwicklung[Bearbeiten]

Thun ist eine der grösseren Städte (elftgrösste Stadt der Schweiz) der Schweiz und wächst immer noch. So steigt die Einwohnerzahl seit Jahren. Aber auch städtebaulich sind einige Projekte mehr oder weniger weit in der Realisierung fortgeschritten.

Im Jahr 2009 wurde der Hochwasserstollen in Betrieb genommen, der die Stadt besser vor Überschwemmungen schützen soll. Dieser führt vom Ende des Schiffskanals beim Bahnhof der Bahnlinie entlang bis unterhalb des Flusskraftwerkes Schwäbis, wo das Wasser wieder in die Aare eingeleitet wird.

Im ehemaligen Industrieareal der Selve entsteht seit 2008 ein neuer Stadtteil mit Verwaltungs-, Geschäfts- und Wohnüberbauungen. Auch rund um den Güterbahnhof weichen ebenfalls alte Fabrikareale modernen Neuüberbauungen. Im Dürrenast wird der Schadausaal zu einem Kongresszentrum ausgebaut und am Lachenkanal ein neues Hotel geplant.

An der Autobahnausfahrt Thun-Süd wurde ein Fussballstadion mit Einkaufszentrum 2011 eröffnet.

Im Strassenbau stehen einige Projekte an. Der Verkehr wird heute immer noch weitgehend durch die Innenstadt geschleust. Neue Umfahrungen sind geplant.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Thun verfügt über ein öffentliches Spital mit 24-Stunden-Notfallversorgung. Es gehört zum Klinikverbund der Spitäler STS. Des Weiteren bieten die Apotheken der Stadt Thun einen 24 Stunden Notfalldienst an. Ebenfalls in Thun ansässig ist die Spitex, eine Non-Profit-Organisation, welche im Bereich Pflege und Hausbetreuungsdienst tätig ist.

Bildungswesen[Bearbeiten]

In der Stadt Thun gibt es total:

Kindergarten,Primar-und Oberstufe(Sekundarstufe I)

  • 34 Kindergärtnen
  • 13 Primarschulhäuser (erste bis sechste Klasse)
  • 4 Oberstufenschulen (siebte bis neunte Klasse) mit Real-, Sekundar-und speziellen Sekundarklassen.

Gymnasien, Fach- und Berufsmittelschulen etc. (Sekundarstufe II)

Zudem gibt es weitere Angebote wie z. B. private oder ergänzende Bildungsangebote, sowie Tagesschulen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Zähringerstädte[Bearbeiten]

Seit 30 Jahren besuchen sich die Behörden, Vereine und andere Bevölkerungsgruppen der Zähringerstädte. Zu dieser Gemeinschaft gehören die deutschen Städte Freiburg im Breisgau, Villingen-Schwenningen, Neuenburg am Rhein, Bräunlingen, St. Peter im Schwarzwald, und Weilheim an der Teck sowie die Schweizer Städte Bern, Freiburg im Üechtland, Burgdorf, Murten und Rheinfelden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten mit zeitweiligem Wohnsitz in Thun:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Thun – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Mitarbeiter: Thun Kennzahlen. Bevölkerung. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch).
  3. Mitarbeiter: Thun Kennzahlen. Arbeit. In: Offizielle Webseite. Bundesamt für Statistik, 2011, S. 1, abgerufen am 28. August 2011 (HTML, deutsch, Jahresdurchschnitt).
  4. Ernst Theodor Gaupp: Deutsche Stadtrechte des Mittelalters, mit rechtsgeschichtlichen Erläuterungen. Zweiter Band, Breslau 1852, S. 107–111, online.
  5. http://wahlen.thun.internetgalerie.ch/
  6. http://www.wahlarchiv.sites.be.ch/wahlen2011/target/NAWAInternetAction.do@method=read&sprache=d&typ=21&gem=942.html abgerufen am 14. Juli 2012
  7. www.armeemuseum.ch (PDF; 2,4 MB)
  8. thun-gabrovo.ch: Aktuell – Städtepartnerschaft Thun-Gabrovo, Zugriff am 7. Juni 2011
  9. togothun.ch: Gadjagan, Zugriff am 7. Juni 2011