Gornji Grad (Kroatien)

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Gornji Grad
Gornji Grad (Kroatien) (Kroatien)
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45.81611111111115.973888888889Koordinaten: 45° 48′ 58″ N, 15° 58′ 26″ O
Basisdaten
Staat: Kroatische Flagge Kroatien
Gespanschaft: Stadt Zagreb
Gemeinde: Zagreb
Einwohner: 4.711 (2001)
Telefonvorwahl: (+385) 01
Postleitzahl: 10 000
Struktur und Verwaltung
Gemeindeart: Stadtviertel (früher eine Kommune)
Zagreb Gornji grad.jpg
Ansicht von Gornji Grad

Gornji Grad (manchmal genannt Gradec) ist einer der zwei alten Stadtkerne von Zagreb in Kroatien. Das Stadtviertel befindet sich im Stadtbezirk Gornji Grad-Medveščak am Fuß des Medvednica-Gebirges. Seit 2008 ist der Straßenverkehr in Gornji Grad verboten, das Stadtviertel wurde dadurch eine Fußgängerzone.[1] Nach der Volkszählung im Jahr 2001 hatte die ehemalige Kommune Gornji Grad 3.120 Einwohner. Wenn man auch die kleine nahegelegene Kommune „August Cesarec“ (Tkalčić-Straße, die östliche Grenze der alten Stadt) mitzählt, hatte Gornji Grad 4.711 Einwohner.[2] Zusammen mit dem Stadtteil Kaptol ist Gornji Grad als die alte Stadt das Pendant zu Donji Grad, dem neueren Teil des Zagreber Stadtzentrums.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Gornji Grad findet sich erstmals in der Zagreber Goldenen Bulle des kroato-ungarischen Königs Béla IV. aus dem Jahr 1242. Er nannte die Stadt „eine freie königliche Stadt an den Bergen von Gradec, des Berges in Zagreb“ als Dank für den Schutz vor den Tataren, den die Einwohner ihm angeboten hatten. Damit wurde Gornji Grad kein feudales Land, sondern Besitz des Königs. Die Einwohner bekamen weitere Rechte, z. B. das Recht ihren eigenen Magistrat (kroatisch: gradski sudac) zu wählen sowie eine lokale Autonomie.[3]

Die Stadt wurde nach der tatarischen Invasion befestigt. Die Festung war zwischen 1242 und 1261 vollständig und ist noch immer eine touristische Sehenswürdigkeit. Die Mauern umgaben die Stadt in der Form eines Dreiecks, mit dem Popov-Turm am Ilirski-Platz als nördlichstem Winkel und der Strossmayer-Promenade an ihrer Basis, was auf das Geländeprofil zurückzuführen war. Auf der Festung gibt es einige drei- und viereckige Türme.[3]

Im Mittelalter gab es vier große Eingangstore: das westliche in der Mesnička-Straße, das nördliche auf der Opatička-Straße, das südliche so genannte Dverce und das östliche Kamenita vrata (deutsch: Steintor). Kamenita vrata ist das einzige noch erhaltene Tor von Gornji Grad.[3]

St.-Markus-Platz[Bearbeiten]

Das Zentrum von Gornji Grad ist die St.-Markus-Kirche, die sich auf der nördlichen Seite des St.-Markus-Platzes (kroatisch: Trg svetog Marka oder kurz Markov trg) befindet. Die St.-Markus-Kirche war die Pfarrkirche des alten Zagreb. An der Fassade der Kirche kann man Elemente der Romanik und auch der Gotik finden. Diese stammen vom Ausbau im 13. Jahrhundert und vom Umbau im 14. Jahrhundert. Das südliche Portal stellt ein bekanntes Kunstwerk dar. Es wurde im 14. Jahrhundert von Bildhauern aus Prag gestaltet.[3]

Der St.-Markus-Platz war seit dem 15. Jahrhundert Sammelplatz der Zunftgenossen. Dort befindet sich heute das Staats- und Regierungszentrum Kroatiens. Auf der südlichen Seite des Platzes (in der Basariček-Straße) befindet sich das Pfarramt von Gornji Grad. Die Gebäude wurden im 16. Jahrhundert erbaut, renoviert im 18. und vergrößert im 19. Jahrhundert. Das Gebäude auf der westlichen Seite heißt Banal-Hof (Banski dvori). Früher wohnte dort der kroatische Ban; heute ist es die Residenz der kroatischen Staatsregierung. Seit 1734 steht auf der östlichen Seite das kroatische Parlament (Sabor).

Museen und Galerien[Bearbeiten]

Gornji Grad gilt als das kulturelle Zentrum von Zagreb, weil sich hier mehrere Museen und Kunstgalerien befinden. Die bekanntesten Museen sind das Archäologische Museum, Zagrebs Stadtmuseum, das Museum für Naturgeschichte, das Museum der modernen Kunst, die Galerie „Klovićevi dvori“, das Museum der kroatischen Geschichte, das Museum der Naiven Kunst und die Stiftung „Ivan Meštrović“.

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  1. Jasmina Kekić: Gornji grad napokon postaje zona rezervirana za pješake. Vjesnik. 29. Mai 2008. Abgerufen am 22. November 2008.
  2. Stanovnici Grada Zagreba prema dobnim skupinama i spolu (kroatisch, PDF; 104 kB) In: Statistisches Büro der Republik Kroatiens. 2001. Abgerufen am 27. November 2008.
  3. a b c d Old Zagreb and history of it (englisch) In: Zagreb guide. Abgerufen am 2. Dezember 2008.