Gottesfurcht

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Gottesfurcht bezeichnet vor allem in den abrahamitischen Religionen den Respekt und die Ehrfurcht vor Gott.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Juden- und Christentum

Der Theologe Wolfhart Pannenberg beschreibt die Gottesfurcht folgendermaßen: „Gott fürchten – das heißt, Gott als Gott anzuerkennen in seiner Erhabenheit und Macht, als den Schöpfer, von dem unser Leben in jedem Augenblick abhängt, und als den Richter, vor dem nichts verborgen bleibt.“[1]

Die Gottesfurcht soll den Menschen dazu veranlassen, Gottes Gebote nicht zu übertreten. Das Vorbild eines gottesfürchtigen Menschen in der Hebräischen Bibel ist Ijob. Der Ausdruck „Gott fürchten“ gehört der deuteronomischen und Weisheitsliteratur an. Gottesfurcht wird nicht als Furcht im Sinn des Schreckens verstanden. Sie führt zur Befolgung der Gebote Gottes und wird als Anfang der Weisheit verstanden. Im alttestamentlichen Prediger-Buch heißt es: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.“[2] Salomo betont im Buch der Sprichwörter: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten [nur] die Narren.“[3]

Im NT tritt der Gedanke sehr zurück. Konkret werden lediglich der greise Prophet Simeon (Lk 2,25 LUT) und die Purpurhändlerin Lydia (Apg 16,14 LUT) als „gottesfürchtig“ bezeichnet. Ansonsten wird eher von den „Gottesfürchtigen“ gesprochen. Gemeint sind dann entweder jene, welche die jüdischen Gebote und Sitten strikt befolgen (Lk 1,50 LUT), oder jene, die in der Diaspora in losem Zusammenhang mit der Synagoge leben, doch nicht offiziell zum Judentum übergetreten bzw. noch nicht beschnitten sind, wie z. B. in Apg 13,16 LUT.

Als Gegenstück zur Gottesfurcht gilt in der christlichen Bibel und Tradition die Menschenfurcht: die Angst vor übler Nachrede, Nachteilen, Verfolgung und menschlichem, sozialen, finanziellem oder körperlichem Schaden bei einem offenen Bekenntnis zum Gottesglauben bzw. zu Gottes Geboten. Als Leitwort bei der christlichen Ablehnung der Menschenfurcht gilt das Wort des Petrus : "Man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen." ([[{{Apg (Bibel)}}|Apg]] 5,29 EU) Im Christentum gelten die Märtyrer als jene Menschen, die auf beispielhafte Weise die Gottesfurcht über die Menschenfurcht gestellt und dafür ihr Leben geopfert haben.

[Bearbeiten] Islam

Im Islam wird Gottesfurcht nach dem Quran als Taqwa bezeichnet. Bestimmte Sakralbauten wurden danach genannt (Taqwa-Moschee).

[Bearbeiten] Kritik durch den Atheismus

Von Atheisten wird häufig kritisiert, dass Religionen ein Angstbild aufbauen würden, das einem selbstbestimmten Leben entgegen stünde und zu einer ängstlichen Lebensweise führe.

[Bearbeiten] Literatur

  • Wolfhart Pannenberg: Systematische Theologie, Band 3; Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1993; ISBN 3-525-52190-1

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. Wolfhart Pannenberg: Systematische Theologie, Band 3, S. 216
  2. Prediger 12,13
  3. Sprüche 1,7 zitiert nach der Elberfelder Bibel
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