Gottesfurcht

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Unter Gottesfurcht (auch: Eusebie) versteht man den Respekt und die Ehrfurcht vor Gott.

Christentum[Bearbeiten]

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Der Theologe Wolfhart Pannenberg beschreibt die Gottesfurcht folgendermaßen: „Gott fürchten – das heißt, Gott als Gott anzuerkennen in seiner Erhabenheit und Macht, als den Schöpfer, von dem unser Leben in jedem Augenblick abhängt, und als den Richter, vor dem nichts verborgen bleibt.“[1]

Die Gottesfurcht bezeichnet die rechte Haltung der Gottheit und seinem Willen gegenüber; sie soll den Menschen dazu veranlassen, Gottes Gebote nicht zu übertreten. Das Vorbild eines gottesfürchtigen Menschen in der Hebräischen Bibel ist Ijob. Gottesfurcht wird nicht als Furcht im Sinne des Schreckens oder ängstlichen Eingeschüchtertseins verstanden. Sie führt zur Befolgung der Gebote Gottes und wird als Anfang der Weisheit verstanden. Im alttestamentlichen Prediger-Buch heißt es: „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen.“ (Koh 12,13 LUT). Salomo betont im Buch der Sprichwörter:

„Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Weisheit und Zucht verachten [nur] die Narren.“

Spr 1,7 ELB

Der Ausdruck „Gott fürchten“ gehört der deuteronomischen und Weisheitsliteratur an.

Im NT tritt der Gedanke zurück. Lediglich der greise Prophet Simeon (Lk 2,25 LUT) und die Purpurhändlerin Lydia (Apg 16,14 LUT) werden ausdrücklich als „gottesfürchtig“ bezeichnet. Ansonsten wird eher von den „Gottesfürchtigen“ gesprochen. Gemeint sind dann entweder jene, welche die jüdischen Gebote und Sitten strikt befolgen (Lk 1,50 LUT), oder jene, die in der Diaspora in losem Zusammenhang mit der Synagoge leben, doch nicht offiziell zum Judentum übergetreten bzw. noch nicht beschnitten sind, wie z. B. in (Apg 13,16 LUT) oder auch einer griechischen jüdischen Inschrift in Aprodisias.[2]

Als Gegenstück zur Gottesfurcht gilt in der christlichen Bibel und Tradition die Menschenfurcht: die Angst vor übler Nachrede, Benachteiligung, Verfolgung und menschlichem, sozialen, finanziellem oder körperlichem Schaden bei einem offenen Bekenntnis zum Gottesglauben bzw. zu Gottes Geboten. Als Leitwort bei der christlichen Ablehnung der Menschenfurcht gilt das Wort des Petrus: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen." ((Apg 5,29 LUT)) Im Christentum gelten die Märtyrer als jene Menschen, die auf beispielhafte Weise die Gottesfurcht über die Menschenfurcht gestellt und dafür ihr Leben geopfert haben.

Islam[Bearbeiten]

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Im Islam wird Gottesfurcht nach dem Koran als Taqwa bezeichnet[3]. Bestimmte Sakralbauten wurden danach genannt (Taqwa-Moschee).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfhart Pannenberg: Systematische Theologie, Band 3, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-52190-1, S. 216.
  2. Vgl. J. Reynolds, R. Tannebaum: Jews and Godfearers at Aphrodisias. Greek Inscriptions with Commentary. Cambridge Philological Society, Supplementary Volume 12. Cambridge 1987.
  3. Vgl. Leonard Lewisohn: Artikel "Taḳwā, in: Encyclopaedia of Islam, Second Edition, Brill, Leiden 2004, Supplementband (12), 781-785, bei Brill Online.