Grenzprodukt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Grenzertrag (blaue Linie): Zunächst nimmt der zusätzliche Nutzen jeder neuen Einheit zu, ebbt dann irgendwann ab und wird bei übermäßigem Einsatz negativ

Ein Grenzprodukt oder auch Grenzertrag ist in der Produktionstheorie der Zuwachs des Ertrags (oder des Nutzens, vgl. dazu Grenznutzen), der durch den Einsatz einer jeweils weiteren Einheit eines Produktionsfaktors erzielt wird. Mathematisch ausgedrückt handelt es sich lediglich um die Ableitung einer Funktion, z. B. der Produktionsfunktion (vgl. ähnliche Konzepte für Kosten- oder Nutzenfunktionen, siehe Grenzkosten und Grenznutzen).

Im neoklassischen Teil des Ertragsgesetzes nimmt der Grenzertrag eines Produktionsfaktors unter sonst gleichen Bedingungen (ceteris paribus) stetig ab (Abb. Phase 2 und 3). In der Cobb-Douglas-Produktionsfunktion ist das Grenzprodukt eines variablen Faktors immer positiv, aber kontinuierlich fallend.

Beispiel[Bearbeiten]

Jemand bewirtschaftet einen Acker, wobei unterschiedliche Produktionsfaktoren wie Boden, Arbeit, Saatgut und Dünger eingesetzt werden. Erhöht er nun den Faktor Dünger, steigt zunächst der Ertrag (Menge des Ernteguts pro Fläche) und dadurch der Grenzertrag des Düngers. Setzt er nun immer mehr Dünger ein, so stellt er fest, dass Pflanzenwachstum nicht beliebig steigerbar ist: das Grenzprodukt (= der zusätzliche Ertrag) wird immer geringer. Bei Überdüngung sinkt der Ertrag des Ernteguts pro Fläche sogar wieder, was dann zu einem negativen Grenzertrag des Düngers führt (extreme Überdüngung kann bis hin zum Totalausfall der angebauten Frucht führen).

Negative Grenzerträge treten also auf, weil ein Faktor in ein immer größeres Missverhältnis zu den anderen Faktoren gerät.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernhard Beck: Volkswirtschaft verstehen: Ausgabe Deutschland, 5. Aufl. 2008, S. 65 (online) ISBN 3728130362