Grundsegler

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Grundsegler-Windmühle in Aagtekerke, Seeland

Grundsegler (von ndl. grondzeiler), in weiten Bereichen Deutschlands meist Erdholländer genannt, sind ebenerdig stehende Holländerwindmühlen. Ihre mit Segeln versehbaren Flügel reichen nahe an das Bodenniveau (bis ca. 0,60 m - 1 m) heran, was den Namen ergab (ndl. vanaf de grond opgezeild). Die Flügel überstreichen somit annähernd die volle Gebäudehöhe. Auch Erdholländer auf leichten Anschüttungen werden als Grundsegler bezeichnet.

Erdholländer Waldfeucht

Erdholländer bieten die Möglichkeit, dass die Flügel zur Wartung vom Boden aus erklettert werden können. Gleichzeitig entsteht hier die Gefahr, dass Menschen und Gegenstände von den drehenden Flügeln erfasst werden, meist in Folge mit erheblichen Verletzungen oder gar Todesfolge. Zahlreiche Mühlennamen („Jungfernmühle“ in Berlin-Neukölln) verweisen auf diese Art von Unfällen. Das Mühlengebäude kann aus Holz (sechs-, achtkantig) oder Stein (achtkantig, rund) gebaut sein. Die Flügelnachführung erfolgt in den Niederlanden meist mit dem Steert, in Deutschland z. B. die Wasserschöpfmühle „Wynhamsterkolk“ (Rheiderland), die Windmühle „Amrum“ (Nebel auf Amrum) auch mit Windrose.

Man findet Grundsegler vornehmlich im Norden und Westen der Niederlande in den Poldergebieten, in denen nur wenige Hindernisse vorhanden waren, die den Wind beeinträchtigten, ebenso in Ost- und seltener in Nordfriesland, in den Ebenen Mecklenburg-Vorpommerns, Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens, vereinzelt auch in England, Frankreich und Tschechien.

Die 18 Grundsegler von Kinderdijk gehören heute zum Weltkulturerbe.

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