Amrum

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Amrum
NASA-Satellitenbild von Amrum mit dem westlich angelagerten Kniepsand und dem kleinen westlich vorgelagerten Jungnamensand
NASA-Satellitenbild von Amrum mit dem westlich angelagerten Kniepsand und dem kleinen westlich vorgelagerten Jungnamensand
Gewässer Nordsee
Inselgruppe Nordfriesische Inseln
Geographische Lage 54° 39′ 6″ N, 8° 20′ 11″ O54.6516666666678.336388888888932Koordinaten: 54° 39′ 6″ N, 8° 20′ 11″ O
Lage von Amrum
Länge 10 km
Breite 2,5 km
Fläche 20,46 km²
Höchste Erhebung A Siatler
32 m
Einwohner 2241
110 Einw./km²

Amrum (Öömrang: Oomram) ist eine Nordfriesische Insel. Sie liegt südlich von Sylt und westlich von Föhr und gehört zum Landkreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

Geographie[Bearbeiten]

Dünen, rechts im Bild der Kniepsand
Der Norden Amrums mit Norddorf und Odde – Ansicht von Südwesten

Amrum hat eine Größe von 20,46 km² und ist damit die zehntgrößte Insel Deutschlands. Sie gehört neben Sylt und Föhr zu den drei nordfriesischen Geestkerninseln. Der Geestkern von Amrum ist etwa 6 km lang und ungefähr 2,5 km breit. Er wird von einer flach gewölbten, saalekaltzeitlichen Moräne gebildet. Im Osten grenzt Amrum an das Wattenmeer.

Die fünf Orte der Insel liegen überwiegend im Osten der Insel – von Nord nach Süd – Norddorf, Nebel, Süddorf, Steenodde und Wittdün. Auf dem Geestrücken findet man ausgedehnte Wald- und Heidegebiete, die im Wesentlichen einen Streifen in Nord-Süd-Richtung bilden.

Nördlich von Norddorf liegt die Norddorfer Marsch. Zwischen Steenodde und Wittdün befindet sich ein weiteres, kleineres Marschgebiet. Beide Gebiete werden durch Deiche vor Überflutungen geschützt. Bei Niedrigwasser ist es möglich, die Nachbarinsel Föhr durch eine Wattwanderung zu erreichen.

Westlich dieses Streifens befindet sich über die gesamte Länge der Insel ein Dünengebiet. Die maximale Breite dieses Gebietes beträgt über einen Kilometer, die Länge etwa zwölf Kilometer. Insgesamt nimmt es etwa 700 Hektar ein. Dort finden sich Primär-, Weiß- und Graudünen. Mehrere frühere Wanderdünen wurden bepflanzt. Aufgrund ausgedehnter Schutzgebiete sind die Amrumer Dünen die einzigen der Westküste, die von Möwen und Enten zum Brüten genutzt werden; in anderen Dünengebieten der Nordsee wurden sie meist von Touristen in die Flucht geschlagen.[1] Die höchste Amrumer Düne ist mit 32 Metern Höhe die Düne A Siatler (deutsch: „Setzerdüne“) bei Norddorf. Nach Norden hin läuft das Dünengebiet zur Odde aus.

Auf dem südlichen Ende befindet sich Wittdün, der jüngste Ort der Insel. Westlich des Dünengürtels schließt sich auf ganzer Länge der Kniepsand an. Er stellt einen der breitesten Sandstrände Nordeuropas dar. Er ist weder geologisch Teil der Insel[2] noch gehört er mit seiner Fläche zu den Inselgemeinden, da er verwaltungstechnisch als Meeresgebiet gilt. Er war bis Mitte der 1960er Jahre von Amrum durch einen Priel getrennt und wandert langfristig um die Nordspitze der Insel herum.

Ortschaften[Bearbeiten]

Amrum hat etwa 2300 Einwohner und besteht verwaltungsmäßig aus den drei Gemeinden Norddorf auf Amrum, Nebel und Wittdün auf Amrum, die zum Amt Föhr-Amrum gehören.

Der nördlichste Ort der Insel ist das Nordseeheilbad Norddorf. Es wurde zusammen mit Süddorf als erstes Dorf der Insel urkundlich erwähnt. Ein bekanntes Norddorfer Bauwerk ist das Quermarkenfeuer.

Nebel, an der Wattseite gelegen, ist heute der größte Ort der Insel. Sehenswert sind dort vor allem die St. Clemens-Kirche, das Öömrang Hüs, die Windmühle sowie der Friedhof der Namenlosen am südlichen Ortseingang. Der westliche Teil des Ortes wird Westerheide genannt. Süddorf gehört zu den ältesten Dörfern Amrums und ist heute ein Ortsteil von Nebel. Hier steht der markante Amrumer Leuchtturm einige hundert Meter westlich des Ortes Wittdün. Steenodde, ebenfalls ein Ortsteil von Nebel und an der Wattseite gelegen, war über lange Jahre der einzige Hafenort der Insel, bis ihn Wittdün als wichtigsten Fährhafen ablöste. Großdün ist eine kleine Siedlung nördlich des Leuchtturms.

Das Nordseeheilbad Wittdün liegt an der Südspitze der Insel und ist am deutlichsten vom Tourismus geprägt.

Klima[Bearbeiten]

Amrum hat Seeklima. Die Durchschnittstemperaturen betragen im August zwischen 14 und 19 °C, im Januar und Februar zwischen −1 und 3 °C. Pro Tag scheint die Sonne im Mittel 4,7 Stunden; monatlich gibt es durchschnittlich elf Regentage.[3] Die gemittelte Niederschlagsmenge liegt zwischen 800 und 850 Millimetern.[4]

Auf Amrum herrscht aufgrund der salzhaltigen Luft und des relativ starken Windes Reizklima.[5]

Geschichte[Bearbeiten]

Die ältesten Besiedlungsspuren sind Großsteingräber wie das Hünenbett von Nebel. Sie stammen aus der Jungsteinzeit. Aus der Bronze- und Eisenzeit sind zahlreiche Grabhügel vorhanden, etwa der Esenhugh bei Steenodde. Im Dünengebiet westlich der Vogelkoje befinden sich Reste eines eisenzeitlichen Dorfes. Ob die Ambronen, die gemeinsam mit Kimbern und Teutonen um 100 v. Chr. Rom bedrohten, aus der Gegend der damals noch mit dem Festland verbundenen Insel stammten, ist umstritten.

Relikte aus der Wikingerzeit wie Wohn- und Feuerstätten wurden an mehreren Stellen der Insel freigelegt. Eine Turmburg aus dieser Zeit wird auf dem östlich von Norddorf gelegenen Hügel Borag (deutsch: „Burg“) vermutet. Der Krümwal, ein etwa eineinhalb Kilometer langer Erdwall zwischen Nebel und Steenodde, stammt vermutlich ebenfalls aus dieser Zeit.[6]

Die erste urkundliche Erwähnung der Insel datiert aus dem Jahr 1231 im sogenannten Erdbuch Waldemars II.[7]

Im frühen Mittelalter wurde die Insel von den Friesen besiedelt. Neben der Salzsiederei, der Landwirtschaft und dem Wal- und Fischfang gehörte die Handelsschifffahrt zu den Haupterwerbszweigen. Der Amrumer Seefahrer Hark Olufs, der 1724 in die algerische Sklaverei geraten war, stieg dort zum General auf, ehe er 1736 auf die Insel zurückkehrte. Im 18. und 19. Jahrhundert war das Bergen gestrandeter Schiffe eine wichtige Einnahmequelle der Insel. Erst mit dem Bau von Leuchttürmen ab 1875 und der Anwendung modernerer Navigationstechniken nahm die Zahl der Strandungen auf der Amrumer Westseite stark ab.[8] Am Ende des 19. Jahrhunderts nahm der Fremdenverkehr raschen Aufschwung und veränderte die wirtschaftliche Struktur auf der Insel nachhaltig.

Im Mittelalter gehörte Amrum zu den so genannten Uthlanden, die erst allmählich unter die Herrschaft des dänischen Königs bzw. Schleswiger Herzogs kamen. Das Erdbuch des dänischen Königs Waldemar berichtet von zwei Föhrer Harden (Føør voestæ mit Ambrum und Føør østær),[9] wobei Amrum zur Westerharde gehörte. Nach den Konflikten um das Herzogtum Schleswig zwischen den dänischen Königen und den Schauenburger Grafen in Holstein war Amrum ebenso wie Westerland-Föhr eine Enklave des dänischen Königreichs und gehörte – anders als die übrigen Nachbargebiete – nicht zum Herzogtum Schleswig. Dieser Zustand hielt bis 1864 an.

Nach dem Krieg von 1864 wurde Amrum, wie ganz Schleswig, von Österreich und Preußen gemeinsam regiert. Dann fiel Amrum an Preußen und wurde 1867 Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Zunächst bildete die Insel eine einheitliche Gemeinde im Kreis Tondern. 1890 öffnete sich Amrum mit der Errichtung von Hotels in Wittdün und dem Bau von Seehospizen bei Norddorf dem Tourismus. Es wurden am 13. Oktober 1912 aus dem südlichen Teil die Gemeinde Wittdün und am 25. Juli 1925 aus dem nördlichen Teil der Insel die Gemeinde Norddorf gebildet. Die Restgemeinde benannte sich am 23. Februar 1926 in Nebel um.[10]

Bei der Volksabstimmung 1920 über die staatliche Zugehörigkeit ergab sich eine klare Mehrheit für Deutschland, während ein großer Teil des Kreises Tondern zu Dänemark kam.

Insbesondere im 19. Jahrhundert wanderte mehr als ein Viertel der Amrumer Bevölkerung aus, zum überwiegenden Teil in die USA. Heute leben mehr Amrum-Stämmige in den USA als auf Amrum selbst. Die Verbindungen zwischen Amrum und den USA werden heute noch gut gepflegt.

Ab den 1950er Jahren kam es zu einer umfangreichen Bautätigkeit, besonders im Westen Nebels und Süddorfs. In der Sturmflut 1962 brachen die Deiche bei Norddorf und Steenodde, so dass beide Amrumer Marschgebiete überflutet wurden.[11] Als Teil der touristischen Infrastruktur wurden zwei Meerwasserschwimmbäder errichtet und die hölzerne Anlegebrücke in Wittdün durch eine große Hafenanlage aus Beton ersetzt. 1998 lief der brennende Holzfrachter Pallas vor der Insel auf Grund und sorgte damit für eine schwere Ölverschmutzung.

Sprache und Kultur[Bearbeiten]

Liedstrophe auf Öömrang

Auf Amrum wird heute vor allem Hochdeutsch gesprochen. Den Öömrang genannten Inseldialekt der Nordfriesischen Sprache beherrscht noch rund ein Drittel der Einwohner. Diese rund 800 Amrumer sind generell mehrsprachig. Die nordfriesischen Dialekte unterscheiden sich sehr stark. Das Öömrang ist dem Föhrer Friesisch noch recht ähnlich, aber selbst für Sprecher des zum selben Dialektzweig gehörenden Sylter Dialekts ist es bereits schwer zu verstehen. Viele Amrumer beherrschen auch Niederdeutsch, da dies die Sprache der küstennahen Seefahrer war. Dänisch wird nur von wenigen Amrumern gesprochen.

Die Amrumer Tracht hat die Farben schwarz und weiß und ist mit wertvollem Silberschmuck reich verziert. Sie wird von jungen Mädchen und Frauen vor allem zur Konfirmation und zu touristischen Anlässen getragen. Siehe auch: Trachten der Inseln Föhr und Amrum und der Halligen

Auf Amrum gibt es mehrere eigentümliche Bräuche. Am 21. Februar (Öömrang: Piadersinj, deutsch etwa: Petersabend) wird Biakin gefeiert. Dabei wird ein großes Feuer entzündet, um den Winter auszutreiben. Menschen schwärzen einander mit Ruß die Gesichter. Der Tag beruht auf dem alten Feiertag Petri Stuhlfeier (Öömrang: Piadersdai), der ursprünglich am 22. Februar begangen wurde und auch in anderen nordfriesischen Gemeinden gefeiert wird.

Am Altjahrsabend findet das Hulken statt, bei dem Gruppen von meist jungen, fantasievoll verkleideten Amrumern von Haus zu Haus laufen, ihre Identität erraten lassen und dann je nach Alter mit Süßigkeiten oder alkoholischen Getränken wie Korn belohnt werden.

Das Hualewjonken (deutsch: „Halbdunkeln“) ist eine Zusammenkunft meist männlicher Amrumer zur Zeit der Abenddämmerung, bei der sich die Teilnehmer im Halbdunkel unterhalten. Der Brauch hängt mit der Seefahrt zusammen, die in früheren Jahrhunderten der Haupterwerbszweig der Amrumer war. In der Winterzeit, als die Schiffe nicht fahren konnten, kamen insbesondere die unverheirateten Seeleute zum gemeinsamen Lernen regelmäßig am Nachmittag zusammen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Haupterwerbszweig ist der Tourismus. Amrum verfügte 2012 über rund 10.000 Gästebetten. Man zählte 2012 rund 150.000 Übernachtungsgäste und 1,5 Millionen Übernachtungen sowie 100.000 Tagesausflügler.[12] Ohne Gäste der Kinderklinik Satteldüne, der Kindererholungsheime, des Schullandheims Ban Horn und der Jugendherberge wurden 2012 133.913 Anreisen und 1.265.917 Übernachtungen gezählt. Davon entfielen 343.872 Übernachtungen auf Wittdün, 447.808 auf Nebel und 474.237 auf Norddorf.[13]

Auf dem Geestkern sowie in den beiden Marschgebieten wird auch Landwirtschaft betrieben. Des Weiteren ist ein Fischer auf der Insel beheimatet.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Fähre Uthlande der Wyker Dampfschiffs-Reederei
Der Amrumer Leuchtturm zwischen Nebel und Wittdün

Die Insel ist durch zwei Fährlinien (mit Fahrzeugbeförderung) mit Wyk auf Föhr und Dagebüll einerseits und Schlüttsiel und den Halligen Langeneß und Hooge andererseits verbunden. Fährhafen ist Wittdün. Die meisten Touristen reisen über Dagebüll an. Von dort braucht die Fähre der Wyker Dampfschiffs-Reederei (W.D.R.) bei einer direkten Verbindung Dagebüll–Amrum 90 Minuten, bei der häufigeren Verbindung über die Nachbarinsel Föhr etwa 120 Minuten.

Während der Sommermonate verbindet die Reederei Adler-Schiffe in einem regelmäßigen Fährplan (nur für Passagiere) mit den Schiffen Adler-Express Wittdün mit Hörnum auf Sylt, der Hallig Hooge und Strucklahnungshörn auf Nordstrand, sowie der Adler IV Hörnum mit Wittdün und Wyk auf Föhr. Vom Fährhafen aus finden im Sommerhalbjahr Ausflugsfahrten mit der Eilun statt.

Neben dem Fährhafen Wittdün gibt es ebenfalls in Wittdün den Seezeichenhafen, der von Schiffen wie dem Tonnenleger Amrumbank und dem Seenotrettungskreuzer Vormann Leiss sowie Sportbooten genutzt wird, und die Mole in Steenodde, auf der Heizöl und weitere Brennstoffe angelandet werden.

Auf der Insel selbst ist neben dem Pkw das Fahrrad Hauptverkehrsmittel für Touristen; das Radwegenetz ist gut ausgebaut. Zahlreiche Fahrradverleiher ermöglichen auch Touristen, die ohne Rad anreisen, mobil zu sein. Eine Buslinie verbindet Norddorf, Nebel, Süddorf und Wittdün im Stundentakt (in der Hauptsaison auch halbstündlich). Die Buslinie wird – wie die Autofährlinien – von der W.D.R. betrieben. Von 1893 bis 1939 war die Amrumer Inselbahn für den Verkehr auf der Insel zuständig.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Die Pflanzen- und Tierwelt der Insel Amrum ist durch die Nähe zum Meer, aber auch durch teils extreme Bedingungen mit hohem Schutzwert gekennzeichnet, die zur Ausbildung von seltenen, ökologisch sehr wertvollen Pflanzen- und Tiergesellschaften geführt haben. Dem wurde durch die Einrichtung von zwei Naturschutzgebieten (Amrumer Dünen und Amrumer Odde) sowie die Lage am Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer Rechnung getragen.

Flora[Bearbeiten]

Amrumer Dünenlandschaft
Waldweg auf Amrum

Die Amrumer Flora wird durch die Lage am Meer und die unterschiedlichen, meist nährstoffarmen Landschaften der Insel bestimmt. Auf Teilen des Kniepsands und im breiten Dünengürtel wachsen Dünengräser wie der Strandhafer, sowie Strandwermut und zahlreiche andere Sand liebende Pflanzen wie die Bergsandglöckchen, die im Sommer in geschützten Dünenlagen blühen. Auch einige vom Seewind gekrümmte, kleinwüchsige Kiefern sowie Kriechweiden sind in geschützten Lagen anzutreffen. Bis in die 1970er Jahre fand man dort noch die seltene Stranddistel.

Östlich davon liegen Heidegebiete, gemischt mit Nadel- oder Mischwald. Im August kommt es zur großflächigen Blüte der Besenheide, Calluna vulgaris. Hier, wie auch in manchen Dünentälern, finden sich kleine Sumpfgebiete, in denen man zum Beispiel den Rundblättrigen Sonnentau findet. Vorkommen des Lungenenzians, Gentiana pneumonanthe, sind in den 1990er Jahren erloschen.

Der Amrumer Wald wurde ab 1948 auf Heideflächen angelegt. Bis dahin gab es nur einige kleinere Anpflanzungen um die Vogelkojen. Mit 180 Hektar Wald hat Amrum den größten Waldanteil aller Nordseeinseln. Man findet hier vor allem Kiefern, Fichten und Birken. Den künstlichen Charakter nach der Aufforstung hat der Wald inzwischen weitgehend verloren. Seit dem Jahr 2001 finden zudem jährlich drei bis vier Arbeitswochen mit Freiwilligen des Bergwaldprojekts statt, die den Waldumbau hin zu einer standortsgerechten Bestockung durch Neuanpflanzungen von Laubbaumarten betreiben. Auch finden sich zahlreiche Pflanzen auf allen Ebenen, auch viele Pilzarten. Auf den Geestflächen östlich des Waldes wird meist extensive Landwirtschaft betrieben. Auf den Magerrasen der dortigen Wiesen wachsen zahlreiche Pflanzenarten wie Rundblättrige Glockenblume, Grasnelke, Karthäusernelke und verschiedene Habichtskräuter.

In den kleinen Marschgebieten fallen vor allem einige Sauergräser und die Kuckuckslichtnelke auf. Hier ist der Boden am fruchtbarsten. Die Böden der Amrumer Gärten sind eher nährstoffarm und lassen ohne spezielle Düngung nur bestimmte Gartenpflanzen wie Stockrosen gut gedeihen.

Auf den Salzwiesen am Ostrand der Insel findet man ähnliche Gesellschaften wie auf dem Kniepsand. Der Strandflieder und die Strandaster blühen dort oft in großer Zahl. Auch die Pionierpflanze Queller sowie das Andelgras sind häufig.

Fauna[Bearbeiten]

Die Amrumer Fauna wird wie die Flora durch die Insellage in der Nordsee bestimmt. So gibt es auf der Insel nur kleine wildlebende Säugetiere wie Hasen, Mäuse, Igel und Fledermäuse. Im 12. Jahrhundert wurden auf Amrum Wildkaninchen als Jagdwild eingeführt. Sie bevölkern auch heute noch die Insel. Eine trächtige Füchsin wurde um 2000 auf der Insel ausgesetzt. Sie und ihre Nachkommen richteten großen Schaden in der Tierwelt an, wurden aber seither erlegt. Im Meer und auf den Amrum vorgelagerten Sandbänken, also im Bereich des Nationalparkes, leben Seehunde, Kegelrobben und Schweinswale.

Im Januar und Dezember werden vereinzelt nach Sturmfluten junge Kegelrobben von der Insel im Westen vorgelagerten Jungnamensand an den Amrumer Strand getrieben und vom Weibchen versorgt.

Die Vogelwelt ist besonders reichhaltig. Amrum gehört zu den wichtigsten Brutgebieten für Seevögel in Deutschland. So ist es das Hauptbrutgebiet der Eiderente, aber auch Austernfischer, Brandgänse, Küstenseeschwalben, Möwen wie Silbermöwe, Sturmmöwe und Heringsmöwe und viele andere Arten brüten am Strand, in den Dünen oder am Wattenmeer. Dazu kommen zur Zeit des Vogelzugs riesige Schwärme von Vögeln wie Knutt, Ringelgans oder Sanderling, die an der Küste genügend Nahrung finden. Außerdem finden sich auf Amrum, vor allem im Osten der Insel, zahlreiche Singvogelarten. Fasane wurden ebenfalls als Jagdwild eingeführt und sind häufig anzutreffen.

Waldeidechsen sowie Amphibien wie Moorfrosch, Kreuzkröte und Teichmolch sind weitere Vertreter der landlebenden Wirbeltiere.

Amrum ist ebenfalls reich an Insekten- und Spinnenarten. Besonders fallen Schmetterlinge – nicht nur Tagfalter – auf.

Im Meer um Amrum herum finden sich zahlreiche nordsee- und wattenmeertypische Fischarten wie Scholle und Atlantischer Hering. Die Zahl der übrigen Meerestiere und ihre Vielfalt ist ebenfalls immens – stellvertretend seien der Einsiedlerkrebs, die Wellhornschnecke und der Pierwurm genannt. Kommerziell verwertet werden vor allem Sandgarnelen, die fälschlicherweise als „Krabben“ in den Handel kommen, sowie Miesmuscheln, die in großer Zahl durch Muschelkutter von den Sandbänken „geerntet“ werden.

Auf Amrum geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Auf Amrum wurden zahlreiche Kino- und Fernsehfilme gedreht, beispielsweise der Kinofilm Sommer.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Quedens, Hans Hingst, Gerhard Stück, Ommo Wilts: Amrum. Landschaft, Geschichte, Natur. Verlag Jens Quedens, Amrum 1991, ISBN 3-924422-24-9.
  • Georg Quedens: Amrum. Breklumer Verlag, Breklum 2004, ISBN 3-7793-1110-0.
  • Georg Quedens: Insel unter weitem Himmel. 3. Auflage. Breklumer Verlag, Breklum 2004, ISBN 3-7793-1120-8.
  • Georg Quedens: Das Seebad Amrum. „... und befürchten den Verderb der guten hiesigen Sitten ...“. Veränderte Neuauflage. Verlag Jens Quedens, Amrum 2006, ISBN 3-924422-79-6.
  • Susanne Wiedmann: Amrum. Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2012, ISBN 978-3-455-50231-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amrum – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Amrum – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neuhaus, Beinker, Bründel, Lange: Dünen an der Schleswig-Holsteinischen Westküste. In: Umweltbundesamt und Nationalparkverwaltungen Niedersächsisches Wattenmeer/Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (Hrsg.): Umweltatlas Wattenmeer. Bd. 1: Nordfriesisches und Dithmarsches Wattenmeer. Eugen Ulmer, Stuttgart 1998/1999, ISBN 3-8001-3491-8, S. 92–93.
  2. Georg Quedens, Hans Hingst, Gerhard Stück, Ommo Wilts: Amrum. Landschaft, Geschichte, Natur. Amrum 1991, S. 12.
  3. Klima Amrums bei klima.org, abgerufen am 22. August 2014
  4. Umweltatlas des Landes Schleswig-Holstein, Erhebungszeitraum 1961–1990, PDF-Seite 12 (PDF), abgerufen am 22. August 2014
  5. Informationen bei muko.info, abgerufen am 22. August 2014
  6. Georg Quedens: Amrum. Christian Jensen Verlag, Breklum 1971, DNB 999717413.
  7. Richard Pott: Farbatlas Nordseeküste und Nordseeinseln. Ulmer Verlag, Stuttgart 1995, ISBN 3-8001-3350-4, S. 259 ff.
  8. Georg Quedens: Schiff auf Strand! Amrumer Strandungsfälle. 2. Auflage. Jens Quedens, Wittdün 2002, ISBN 3-924422-69-9.
  9. Karte von Johannes Steenstrup Administrative Einteilung Dänemarks im Mittelalter
  10.  Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.): Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867 – 1970. Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein, Kiel 1972, ISBN ohne, S. 96f und 104f.
  11. Georg Quedens, Hans Hingst, Gerhard Stück, Ommo Wilts: Amrum. Landschaft, Geschichte, Natur. Verlag Jens Quedens, Amrum 1991, ISBN 3-924422-24-9, S. 285.
  12. Amrum – ein Naturparadies. In: Die Welt. 4. Juli 2012, abgerufen am 16. Dezember 2013.
  13. Georg Quedens: Amrum 2012. Quedens, Amrum 2013, ISBN 978-3-943307-10-8, S. 49.