Gruppe des Periodensystems

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter einer Gruppe des Periodensystems versteht man in der Chemie jede Spalte des Periodensystems. Alle Elemente einer Gruppe besitzen die gleiche Anzahl an Valenzelektronen und haben daher ähnliche chemische Eigenschaften. Gruppen mit besonders ähnlichen Eigenschaften werden auch als Elementfamilien bezeichnet; dies betrifft hauptsächlich die Alkali- und Erdalkalimetalle sowie die Halogene.

Innerhalb jeder Gruppe steigt von oben nach unten die Atommasse und der metallische Charakter der Elemente, die Elektronegativität nimmt ab.

Es gibt insgesamt 18 Gruppen, wovon acht (Gruppen 1, 2 und 13–18) Hauptgruppen und zehn (Gruppen 3–12) Nebengruppen genannt werden; in den Nebengruppen befinden sich die Übergangsmetalle. Mehrere Gruppen werden zu Blöcken zusammengefasst.

Namen der Gruppen[Bearbeiten]

Gruppenname[Bearbeiten]

Da die Elemente einer Gruppe ähnliche chemische Eigenschaften vorweisen, haben einige Gruppen spezielle Namen. Die bekanntesten Gruppen stehen in der ersten und zweiten Spalte: Alkalimetalle und Erdalkalimetalle. In der siebten und achten Spalte sind die Halogene und Edelgase zu finden.

CAS-Konvention[Bearbeiten]

Vom Chemical Abstracts Service (CAS) bis 1986 angewandte Benennung, die sich auf das Kurzperiodensystem bezieht. Sie ist in Europa heute noch weit verbreitet. A steht für Haupt- und B für Nebengruppenelemente.

IUPAC-Konvention (alt)[Bearbeiten]

Die alte IUPAC-Nummer (International Union of Pure and Applied Chemistry) bezog sich auf das Langperiodensystem. Sie war in Amerika verbreitet; A stand für die linke und B für die rechte Seite des Periodensystems.

IUPAC-Konvention (aktuell)[Bearbeiten]

Die Nummerierung der Gruppen mit arabischen Ziffern (1 bis 18) folgt der gültigen IUPAC-Konvention und sollte die Verwendung der CAS- und der alten IUPAC-Konvention ablösen.

Vergleichstabelle[Bearbeiten]

Die Gruppen des Periodensystems
IUPAC (aktuell) Gruppenname Hauptgruppe / Nebengruppe CAS IUPAC (alt)
Gruppe 1 Alkalimetalle 1. Hauptgruppe IA IA
Gruppe 2 Erdalkalimetalle 2. Hauptgruppe IIA IIA
Gruppe 3 Scandiumgruppe 3. Nebengruppe IIIB IIIA
Gruppe 4 Titangruppe 4. Nebengruppe IVB IVA
Gruppe 5 Vanadiumgruppe 5. Nebengruppe VB VA
Gruppe 6 Chromgruppe 6. Nebengruppe VIB VIA
Gruppe 7 Mangangruppe 7. Nebengruppe VIIB VIIA
Gruppe 8 Eisengruppe 8. Nebengruppe VIIIB VIIIA
Gruppe 9 Kobaltgruppe 8. Nebengruppe VIIIB VIIIA
Gruppe 10 Nickelgruppe 8. Nebengruppe VIIIB VIIIA
Gruppe 11 Kupfergruppe 1. Nebengruppe IB IB
Gruppe 12 Zinkgruppe 2. Nebengruppe IIB IIB
Gruppe 13 Borgruppe / Erdmetalle 3. Hauptgruppe IIIA IIIB
Gruppe 14 Kohlenstoff-Silicium-Gruppe 4. Hauptgruppe IVA IVB
Gruppe 15 Stickstoff-Phosphor-Gruppe / Pnictogene 5. Hauptgruppe VA VB
Gruppe 16 Chalkogene / Sauerstoffgruppe / Erzbildner 6. Hauptgruppe VIA VIB
Gruppe 17 Halogene / Fluorgruppe / Salzbildner 7. Hauptgruppe VIIA VIIB
Gruppe 18 Edelgase / Heliumgruppe 8. Hauptgruppe VIIIA VIIIB

Weiterhin werden wegen ihrer ähnlichen chemischen Eigenschaften oft auch die Lanthanoide und die Actinoide als Gruppe betrachtet. Bei ihnen wird sukzessive das f-Orbital gefüllt.

Die noch nicht gefundenen Elemente mit der Ordnungszahl 122 bis 153 bilden eine Gruppe, die nach Glenn T. Seaborg Superactinoide genannt wird. Bei ihnen werden die 5g- und 6f-Orbitale aufgefüllt.[1] Alle diese Elemente sind wahrscheinlich instabil und radioaktiv.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. J. Huheey: Anorganische Chemie. 2. Auflage, 1995.