Gullfoss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Gullfoss
Die Schlucht des Gullfoss
Denkmal für Sigríður Tómasdóttir beim Wasserfall
Schlucht des Gullfoss im Winter; gegenüber dem Fall bilden sich aus Wassertropfen massive Eiswände
Der Gullfoss


Der Gullfoss ['kʏtl̥ˌfɔsː] (isl. gull = Gold, foss = Wasserfall) ist ein Wasserfall des Flusses Hvítá (Ölfusá) im Haukadalur im Süden Islands.

Der Fluss Hvítá bildet die Gemeindegrenze zwischen Hrunamannahreppur und Bláskógabyggð.

Gullni hringurinn: Goldener Ring[Bearbeiten]

Der Wasserfall gehört mit Þingvellir und den benachbarten Geysiren zum sogenannten Gullni hringurinn (Golden Circle, dt. wörtlich: Goldener Ring oder Goldene Rundfahrt) der berühmtesten Sehenswürdigkeiten Islands.

Wichtigste Daten[Bearbeiten]

Seine durchschnittliche Wasserführung beträgt etwa 109 m³/s, im Sommer etwa 130 m³/s. Die bisher größte Flut betrug 2000 m³/s.

Der Wasserfall rauscht über zwei Stufen (11 m und 21 m hoch). Die beiden breiten Kaskaden stehen etwa in einem 90°-Winkel zueinander. Das Wasser stürzt in eine Schlucht, die vom Wasserfall bis zur Verbreiterung zum Tal 2,5 km lang ist und eine Tiefe von 70 Metern erreicht. Die Wasser der Hítá und nicht zuletzt die bisweilen auftretenden Gletscherläufe haben diese Schlucht seit der Eiszeit vor 10.000 Jahren um durchschnittlich 25 cm im Jahr ausgefräst. Zwei Gletscherläufe im 20. Jahrhundert sind bekannt, 1930 und 1948. Bei diesen wurde die Schlucht völlig mit Wasser gefüllt, so dass die niedrigere Wasserfallstufe zeitweilig darunter verschwand.[1]

Sigríður Tómasdóttir und die Rettung des Gullfoss[Bearbeiten]

Dass es diesen Wasserfall noch gibt, ist dem Einsatz von Sigríður Tómasdóttir vom nahegelegenen Hof Brattholt zu verdanken, die um 1920 gegen den Bau eines Elektriziätswerks am Wasserfall anging. Eine englische Gesellschaft hatte den Wasserfall gekauft, die einen Staudamm errichten und Elektrizität gewinnen wollte. An Sigríður, die schließlich mit Hilfe des Rechtsanwalts und späteren Präsidenten von Island Sveinn Björnsson durchsetzte, dass der Wasserfall an den isländischen Staat ging, erinnert eine Hinweistafel aus Stein in der Nähe des Wasserfalles. [2]

Ein Projekt von 1977, das 2444 Gigawattstunden pro Jahr Strom hätte liefern sollen und drei Viertel der Wassermenge abgezweigt hätte, wurde ebenfalls abgelehnt.

Der Wasserfall gehört nach wie vor dem isländischen Staat und steht seit 1979 unter Naturschutz. [3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gullfoss – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 2. bindi. Hg. T. Einarsson, H. Magnússon. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, S.792f.
  2. http://www.nat.is/travelguideeng/gullfoss_sigridur_tomasdottir.htm nat.is; Zugriff: 4. September 2012
  3. Friðlýst svæði:Suðurland, Gullfoss, Umhverdisstofnun; Zugriff: 4. September 2012

64.326-20.121Koordinaten: 64° 19′ 34″ N, 20° 7′ 16″ W