Hôtel de Lauzun

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Hôtel de Lauzun
Hôtel de Lauzun, Aufnahme aus dem 19. Jahrhundert

Das Hôtel de Lauzun (auch als Hôtel Pimodan bezeichnet) auf der Île Saint-Louis, einer Flussinsel der Seine im Zentrum von Paris, ist ein Hôtel particulier im 4. Arrondissement. Das im 17. Jahrhundert erbaute Gebäude befindet sich 17, quai d'Anjou. Das Hôtel de Lauzun ist seit 1906 als Baudenkmal (Monument historique) geschützt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Hôtel de Lauzun wurde zwischen 1650 und 1658 nach den Plänen des Architekten Louis Le Vau für Carles Gruyn, Seigneur des Bordes, errichtet. Über dem Portal ist auf schwarzem Marmor die Inschrift „Hôtel de Lausun 1657“ angebracht. Die Bemalung der Räume stammt von den Künstlern Sébastien Bourdon, Charles Le Brun, Eustache Le Sueur und Pierre Patel. 1682 kaufte Antonin Nompar de Caumont, Herzog von Lauzun, das Gebäude, das nach ihm benannt wurde.

Der Dichter Charles Baudelaire wohnte von 1843 bis 1845 in einer kleinen Dachwohnung des Hauses „mit Blick auf den Innenhof“. Sein Freund Théophile Gautier wohnte im selben Haus.

Zwischen 1844 und 1849 trafen sich im Hôtel de Lauzun zahlreiche Wissenschaftler, Literaten und Künstler.

Théophile Gautier und Jacques-Joseph Moreau hatten dort 1844 den „Club des Hachichins“ gegründet, dem u. a. Charles Baudelaire, Alexandre Dumas, Eugène Delacroix, Honoré de Balzac und Gérard de Nerval angehörten.

Im Rahmen einer monatlichen Zusammenkunft bei dem Maler Fernand Boissard, der ebenfalls im Hôtel de Lauzun wohnte, führten die Mitglieder des Clubs unter der Anleitung von Dr. Moreau Selbstversuche mit Haschisch durch.

Das Hôtel de Lauzun ist seit 1928 im Besitz der Stadt Paris, die es für offizielle Empfänge nutzt. Die renovierten prachtvollen Räume können besichtigt werden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Olivier Blanc, Joachim Bonnemaison: Paris und seine Stadtpaläste. Terrail, Paris 1998, ISBN 2-87939-179-2, S. 58–71.
  • Jean Colson, Marie-Christine Lauroa (Hrsg.): Dictionnaire des monuments de Paris. Hervas, Paris 2003, ISBN 2-84334-001-2, S. 415–416.
  • Claude Frégnac: Belles demeures de Paris. Hachette, Paris 1977, ISBN 2-01-003868-1, S. 64–73.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hôtel de Lauzun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.8516666666672.3591666666667Koordinaten: 48° 51′ 6″ N, 2° 21′ 33″ O