HMS Cornwall (F99)

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RN Ensign
HMS Cornwall F99.jpg
Bau und Dienstzeit
Kiellegung: 14. Dezember 1983
Stapellauf: 14. Oktober 1985
Indienststellung: 23. April 1988
Außerdienststellung: 30. Juni 2011
Status: außer Dienst
Schäden:
Technische Daten
Verdrängung: 5300 t
Länge: 148,1 Meter
Breite: 14,8 Meter
Tiefgang: 6,4 Meter
Antrieb: 2 x Rolls-Royce Spey Gasturbine

2 x Rolls-Royce Tyne Gasturbine

Geschwindigkeit: 18 Knoten mit Tyne-Triebwerken (36,8 km/h)

30 Knoten mit Spey-Triebwerken (56 km/h) 32 Knoten mit beiden Antriebsarten kombiniert (59.2 km/h)

Reichweite: 8000 Kilometer
Besatzung: 250 (maximal 301)
Bewaffnung (Schiff): Harpoon Anti-Schiff-Raketen, Sea Wolf SAM, Torpedos, Goalkeeper Luftabwehrsystem, 114 mm MK8 Kanone, 20 mm Geschütze
Bewaffnung (Hubschrauber): Sea Skua Anti-Schiff-Raketen, Stingray Torpedos, Wasserbomben
Hubschrauber: 2 x Super Lynx oder 1 x Sea King oder Merlin
Motto: „unus et omnes“
lateinisch: „ein und alles“

Die sechste HMS Cornwall ist die erste Fregatte der dritten Bauserie der Broadsword-Klasse der britischen Marine und wurde von Yarrow Shipbuilders Limited (YSL) (heute BAE Systems) gefertigt. Sie wurde am 14. Dezember 1983 auf Kiel gelegt und am 14. Oktober 1985 zu Wasser gelassen. Am 23. April 1988 fand in Falmouth durch ihre Patin, Diana von Wales, die Indienststellungszeremonie statt.

Merkmale[Bearbeiten]

Die Schiffe dieser Klasse waren ursprünglich als U-Boot-Jäger und zur Schiffsbekämpfung konzipiert, wurden im Laufe der Jahre jedoch mehrfach umgerüstet. Sie sind inzwischen gleichermaßen für Gefechte an der Wasseroberfläche, zur U-Boot-Bekämpfung und zur Flugzeugabwehr ausgestattet und ausreichend mit Defensivwaffen bestückt.[1] Die Cornwall wird durch Rolls-Royce-Turbinen angetrieben und erreicht eine Geschwindigkeit von 18 Knoten bei Verwendung der RR-Tyne-Turbinen und 30 Knoten bei Verwendung der beiden RR-Spey-Turbinen. Bei Verwendung aller Antriebsaggregate zusammen, erreicht sie 32 Knoten. Das Schiff fährt regulär mit 250 Mann Besatzung.

Dienst[Bearbeiten]

Im Jahr 1993 war die HMS Cornwall das Flaggschiff bei der Flottenparade, die anlässlich des 50. Jahrestages des Endes der Atlantikschlacht abgehalten wurde.

Im Jahr 2001 nahm die HMS Cornwall an der britischen Entsendung nach Afghanistan im Rahmen der Operation Enduring Freedom teil. Im folgenden Jahr feuerte sie am Ende der Feierlichkeiten für das goldene Thronjubiläum von Königin Elisabeth II. die 21 Salutschüsse ab.

Erneut in den War on Terrorism war die Cornwall im Jahre 2003 eingebunden, als sie als Teil der Standing Naval Force Atlantic der Nato im Rahmen der Operation Active Endeavour im Mittelmeer operierte. Im Jahre 2004 übernahm sie die Aufgabe als Fleet Ready Escort. Sie ist das Flaggschiff des 2nd Frigate Squadron, das in der Marinebasis Devonport in Devon beheimatet ist.

Am 28. Januar 2006 wurde das Schiff neu gewidmet. Die Zeremonie fand unter Beteiligung ihrer neuen Patin, Lady Mary Holborow, Lord Lieutenant von Cornwall, in Falmouth statt.

Die Cornwall war das erste britische Kriegsschiff, das einen Besuch in Kroatien machte. Am 12. März 2007 traf die Cornwall im nördlichen Persischen Golf ein, wo sie internationale Wasserwege überwachen und irakische Ölplattformen schützen soll. An Bord des Schiffes ist auch der derzeitige Kommandeur der britischen Task Force, Kommodore Nick Lambert. Das Kriegsschiff ist mit 250 Mann Besatzung vor Ort und dient als Flaggschiff einer multinationalen Einsatzgruppe.

Am 23. März 2007 um 10:30 Uhr Ortszeit wurden acht Seeleute und sieben Marineinfanteristen in zwei Patrouillenbooten des Schiffes durch Marineeinheiten der Iranischen Revolutionsgarde gefangen genommen, als diese eine Durchsuchung eines des Schmuggels verdächtigten Schiffes durchführten. Nach britischen Angaben ereignete sich der Zwischenfall in irakischen Gewässern,[2] Iran gibt an, die britischen Seeleute hätten sich in iranischem Seegebiet befunden. Anschließend wurden sie nach Teheran gebracht und dort verhört, wobei sie nach Angaben des General Ali Resa Afschar die Grenzüberschreitung zugaben[3]. Die Marine der Iranischen Revolutionsgarde ist nicht in die reguläre Marine der Islamischen Republik Iran integriert.

Nach 13-tägiger Haft wurden die insgesamt 15 britischen Seeleute in einer perfekt inszenierten Pressekonferenz des Irans, schließlich von Staatspräsident Ahmadinedschad begnadigt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HMS Cornwall (F99) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BBC News: Frigate with formidable firepower, 23. März 2007
  2. BBC News: UK sailors captured at gunpoint, 23. März 2007
  3. Spiegel Online „Gezerre um gefangene Briten“