Hammamet

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Hammamet
Hammamet Medina.JPG
Verwaltung
Staat TunesienTunesien Tunesien
Gouvernement Nabeul
Postleitzahl 8050
Demographie
Bevölkerung 63.116 Einw. (2004[1])
Bevölkerungsdichte 1753 Einw./km²
Geographie
Fläche 36 km²
Hammamet (Tunesien)
Hammamet
Hammamet
Koordinaten 36° 25′ N, 10° 37′ O36.4210.61Koordinaten: 36° 25′ N, 10° 37′ O

Hammamet (arabisch ‏الحمامات‎, DMG al-Ḥammāmāt) ist ein Badeort im Norden Tunesiens. Er liegt im Südosten der Halbinsel Cap Bon am nördlichen Rand des Golfs von Hammamet und gehört zum Gouvernement Nabeul. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist Hammamet wegen seiner kilometerlangen Sandstrände ein beliebtes Ziel für Touristen. Heute ist die Stadt der meistbesuchte Badeort des Landes.

Die Stadt zählt rund 65.000 Einwohner (2004), allerdings vervierfacht sich diese Zahl im Sommer auf Grund des Tourismus. Hammamet befindet sich etwa auf halbem Weg zwischen der tunesischen Hauptstadt Tunis (etwa 65 Kilometer entfernt) und Sousse (rund 85 Kilometer entfernt).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Ausgrabungen des antiken Pupput.

In der Antike bestand in Hammamet eine kleine römische Siedlung namens Pupput. Die weitere Geschichte Hammamets ist unklar, bis im 13. Jahrhundert eine Festung gegründet wurde. Die Stadt selbst entstand wohl im 15. Jahrhundert. Hammamet, von den Europäern damals Mahomette genannt, war ein Stützpunkt der Korsaren und wurde mehrmals von den Spaniern angegriffen. Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckten Künstler und Intellektuelle wie Paul Klee, August Macke, Gustave Flaubert, Guy de Maupassant, André Gide oder Oscar Wilde das damals noch unbedeutende Fischerdorf. Es entwickelte sich zu einem Reiseziel für reiche Ausländer. In den 1960er Jahren setzte der Tourismus-Boom ein und Hammamet wurde zum größten Badeort Tunesiens.

Seit 2004 wurde bei archäologischen Grabungen eine umfangreiche Nekropole des antiken Pupput entdeckt.

Stadtbild[Bearbeiten]

Die Medina von Hammamet

Den Kern von Hammamet bildet die historische Medina (Altstadt) an der Spitze einer Halbinsel. Die nur etwa 200 × 200 Meter große Medina ist vollständig ummauert. An ihrer Westecke liegt die Kasbah (Festung). Die Große Moschee in der Medina stammt aus dem 15. Jahrhundert, die Sidi-Gailani-Moschee aus dem Jahr 1798. Zwischen dem Haupttor und der Kasbah befinden sich die teils überdachten Marktgassen der Souks, die heutzutage vollständig vom Souvenirhandel beherrscht werden.

Grabstätte von Bettino Craxi

Außerhalb der Medina, direkt am Meer, befindet sich der islamische Friedhof. Gegenüber an der historischen Stadtmauer befindet sich ein kleiner italienischer Friedhof. Hier befindet sich auch das Grab von Bettino Craxi, Ministerpräsident von Italien von 1983 bis 1987.

Verkehrsknotenpunkt Avenue de la Republique und Avenue Habib Bourguiba

Den Mittelpunkt des modernen Hammamet bildet der auf der Nordseite der Medina gelegene Place des Martyrs mit einem dem Eiffelturm nachempfundenen Denkmal, das an die „Märtyrer“ des tunesischen Unabhängigkeitskrieges erinnern soll. Der Platz ist der Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Hier beginnen die beiden Hauptstraßen der Stadt, die Richtung Norden verlaufende Avenue Habib Bourguiba und die Avenue de la République nach Osten. In der Umgebung dieser beiden Straßen befindet sich das moderne Zentrum von Hammamet mit Geschäften, Restaurants und Dienstleistungsgewerbe.

Die touristische Zone von Hammamet teilt sich in zwei Abschnitte, die sich westlich und östlich der Innenstadt kilometerweit am Strand entlangziehen. Östlich der Innenstadt beginnt die kleinere „Zone Touristique Hammamet Nord“. Die südliche Hotelzone reicht über 20 km bis zum neugebauten Touristenzentrum Yasmine Hammamet. In der südlichen Hotelzone, etwa 3 km vom Zentrum liegt auch das Kulturzentrum in der ehemaligen Villa des rumänischen Millionärs George Sebastian, in dem im Sommer ein internationales Festival mit Theater-, Musik- und Folklorevorstellungen stattfindet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hammamet – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Institut National de la Statistique - Tunisie: Volkszählung 2004. (französisch)