Hans-Jürgen von Arnim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Generaloberst von Arnim (Bildmitte) im Mai 1943 in Nordafrika kurz vor dem Abflug nach Großbritannien

Hans-Jürgen Theodor von Arnim (* 4. April 1889 in Ernsdorf, Landkreis Reichenbach (Eulengebirge) / Provinz Schlesien; † 1. September 1962 in Bad Wildungen) war ein deutscher Heeresoffizier (seit 1942 Generaloberst) und während des Zweiten Weltkrieges Divisions-, Korps- und Armeekommandeur.

Hans-Jürgen von Arnim (rechts), Mai 1943

Leben[Bearbeiten]

Kaiserreich und Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Er entstammte einem alten märkischen Adelsgeschlecht, das im 16. Jahrhundert auf Schlössern in der Uckermark ansässig war. Seine Eltern waren der königlich preußische Generalmajor Hans von Arnim (1861–1931) und Martha Honrichs (1865–1953).

Von Arnim heiratete am 26. März 1917 in Berlin Annemarie von Dechend (* 7. Juli 1895 in Küstrin; † 16. Dezember 1982 in Bad Wildungen), die Tochter des königlich preußischen Oberstleutnants Max von Dechend und der Marianne Koch.

Von Arnim trat 1908 in das 1. Garde-Regiment zu Fuß in Potsdam ein und wurde am 19. August 1909 zum Leutnant befördert. Am Ende des Ersten Weltkriegs war er Hauptmann und Bataillonskommandeur.

Weimarer Republik und erste Jahre im Dritten Reich[Bearbeiten]

Am 1. Oktober 1920 wurde er zum Kompaniechef im 5. Infanterie-Regiment in Angermünde ernannt und erhielt ab dem 1. Oktober 1921 eine einjährige Führergehilfenausbildung im Stab der 2. Division. Von Arnim wechselte dann in den Stab des Gruppenkommandos 2 nach Kassel, bzw. am 1. Oktober 1924 in das Truppenamt des Reichswehrministeriums nach Berlin. Nach dem Wechsel in den Stab des Gruppenkommandos 1 am 1. Oktober 1925, kam er am 1. Dezember 1926 in den Stab der 7. Division nach München, wo er am 1. April 1928 zum Major befördert wurde. Zugleich erhielt er dort eine Ausbildung bei der Kraftfahrzeug-Abteilung 7.

Er wechselte am 1. Oktober 1929 in den Stab des Artillerieführers VII, wurde dort am 1. April 1932 zum Oberstleutnant befördert und erhielt am 1. Oktober 1932 die Ernennung zum Kommandeur des I. Bataillons des 2. Infanterie-Regiments. Von dort wechselte von Arnim am 15. März 1934 als Erster Generalstabsoffizier (Ia) in den Stab des Artillerieführers VI, der auch als Division „Bremen“ bezeichnet wurde, wo er am 1. Juli 1934 zum Oberst befördert wurde.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1938 wurde er zum Generalmajor befördert und am 8. September 1939 zum Kommandeur der 52. Infanterie-Division ernannt. Am 1. Dezember 1939 erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant. Mit seiner Division nahm er 1940 am Westfeldzug teil. Seit dem 5. Oktober 1940 war von Arnim Kommandeur der 27. Infanterie-Division, die wenig später zur 17. Panzer-Division umgegliedert wurde.

Kurz nach Beginn des Deutsch-Sowjetischen Krieges, bei dem seine Division im Rahmen der Panzergruppe 2 der Heeresgruppe Mitte eingesetzt wurde, wurde er am 28. Juni bei Stolpce in Weißrussland verwundet, worauf ein längerer Lazarettaufenthalt in Deutschland folgte. Nachdem er am 4. September das Ritterkreuz erhalten hatte, übernahm er ab Mitte September wieder seine Division. Während der folgenden Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk gelang seiner Division im Oktober die handstreichartige Eroberung von Brjansk, worauf ein Vorstoß auf Tula erfolgte.

Der 1943 bei der Heeresgruppe Afrika erbeutete Stabswagen von Arnims: ein Steyr 1500 A im Museum der Festung Eastbourne (Eastbourne Redoubt).

Am 11. November 1941 wurde von Arnim mit der Führung des bei Tichwin im Rahmen der Heeresgruppe Nord eingesetzten XXXIX. Armeekorps (mot.) (1942 umbenannt in XXXIX. Panzerkorps) beauftragt. Unter schweren sowjetischen Angriffen während der Schlacht um Tichwin musste sich sein Korps im Dezember zum Wolchow zurückziehen. Am 17. Dezember erfolgte von Arnims Beförderung zum General der Panzertruppe. Im Mai 1942 gelang seinem Korps nach mehreren erfolglosen Versuchen der Entsatz des Kessels von Cholm. Es folgte die Unterstellung des Korps unter die 9. Armee, die in schweren Abwehrkämpfen im Rahmen der Schlacht von Rschew stand. Am 13. Dezember 1942 wurde er vom Oberbefehlshaber der 9. Armee, Generaloberst Walter Model, so beurteilt:

„In Abwehrschlachten voll bewährter Kommandierender General. Energisch und verantwortungsfreudig. Setzte sich bedingungslos ein und zeigte auch in Krisenlagen unerschütterlich zuversichtliche Haltung. Lebt und führt im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung.“

Generaloberst Hans-Jürgen von Arnim (links) und General der Panzertruppe Hans Cramer (Mitte) im britischen Gefangenenlager Trent Park am 16. Mai 1943

Mit der Beförderung zum Generaloberst am 3. Dezember 1942 wurde er zum Oberbefehlshaber der in Tunesien aufgestellten 5. Panzerarmee ernannt. Mit dieser gelangen ihm mehrere Abwehrerfolge während der Schlacht um Tunesien. Nach der Abberufung Erwin Rommels wurde er am 9. März 1943 dessen Nachfolger als Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Afrika. Am 13. Mai 1943 ging er mit dem Stab der Heeresgruppe Afrika bei Tunis in alliierte Kriegsgefangenschaft.

Kriegsgefangenschaft[Bearbeiten]

Von Arnim war vom 16. Mai 1943 bis zum 16. Juni 1944 zunächst im englischen „Generalslager“ Trent Park und wurde anschließend in die USA in ein dortiges Lager gebracht und am 1. Juli 1947 aus der Gefangenschaft entlassen.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.124
  2. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939-1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S.194