Denunziation
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Unter Denunziation (Herkunft: lat. denuntiare = absprechend berichten, Anzeige/Meldung machen, lat. denuntiatio = Ankündigung, Anzeige, Androhung) versteht man die (häufig anonyme und/oder öffentliche) Beschuldigung oder Anzeige einer Person. Ähnliche Begriffe: Verrat, brandmarken, bloßstellen.
Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nicht freiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muss, dass er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt. (Siehe beispielsweise: Heimtückegesetz)
Eine Denunziation unter Kindern oder Schülern wird umgangssprachlich als Petzen bezeichnet.
[Bearbeiten] Andere Wortbedeutung
Im älteren Diplomatendeutsch war die „Denunziation“ auch der Widerruf eines Vertrages.
[Bearbeiten] Literatur
- Karol Sauerland: Dreissig Silberlinge : Denunziation: Gegenwart und Geschichte. Verl. Volk und Welt, Berlin 2000, ISBN 3-353-01097-1.
- Inge Marszolek, Olaf Stieglitz (Hrsg.): [1] (= Special Issue von Historical Social Research / Historische Sozialforschung, HSR Vol. 26, 2001, Nr. 2/3; free download: [2] HSR-Retro)
- Bernward Dörner: NS-Herrschaft und Denunziation : Anmerkungen zu Defiziten in der Denunziationsforschung. In: Historical Social Research. 26, Nr. 2/3, 2001, S. 55-69 (http://hsr-trans.zhsf.uni-koeln.de/hsrretro/docs/artikel/hsr/hsr2001_519.pdf).
[Bearbeiten] Weblinks
- "Denunciation" in der Catholic Encyclopedia zum kirchenrechtlichen Hintergrund
- Christian Bommarius, Der Bürger als Denunziant ("Berliner Zeitung", 09.03.2006 - vgl. Falsche Verdächtigung)

