Handelskammer Hamburg
| Handelskammer Hamburg | |
|---|---|
| Kammer | |
| Organisationsform | Körperschaft des öffentlichen Rechts |
| Gründungsjahr | 1665 |
| Sitz | Hamburg |
| Homepage | www.hk24.de |
| Präsident | Fritz Horst Melsheimer, Präses |
| Hauptgeschäftsführer | Hans-Jörg Schmidt-Trenz[1] |
| Mitglieder | |
| Zugehörige | ca. 160.000[1] |
| Vollversammlung | |
| Präsidium | 1 Präses + 6 Vizepräsides[1] |
| Wahlbeteiligung | |
| Kennzahlen | |
| Geschäftsführeranzahl | 1[1] |
| Mitarbeiteranzahl | 278[1] |
| Beitragssumme | 46,142 Mio. €[1] |
| Hebesatz | |
| Bilanzsumme | 129,776 Mio. €[1] |
Die Handelskammer Hamburg ist die Industrie- und Handelskammer für die Freie und Hansestadt Hamburg und wurde im Jahr 1665 (damals noch als Commerz-Deputation) gegründet. Sie vertritt als Kammer über 160.000 Mitgliedsunternehmen – vom Ein-Mann-Betrieb bis zum international aufgestellten Konzern. Die Handelskammer setzt sich vor allem für wirtschaftsfreundliche Standortbedingungen im Hamburger Wirtschaftsraum ein. Existenzgründern und Unternehmern unterstützt sie mit umfangreichen Beratungs- und Serviceangeboten. Außerdem übernimmt sie hoheitliche Aufgaben etwa im Bereich der dualen Berufsausbildung (Abnahme von Prüfungen etc.). [2]
Inhaltsverzeichnis |
Sitz [Bearbeiten]
Die Handelskammer Hamburg hat ihren Sitz direkt hinter dem Hamburger Rathaus am Adolphsplatz 1 im gleichen Gebäude wie die „Hamburger Börse“, deren Trägerin sie ist. Die heutige Wertpapierbörse Börsen AG hat ihren Sitz im Rathausmarkt-Hof.
Organisation [Bearbeiten]
An der Spitze der Handelskammer steht der Präses (seit März 2011 Fritz Horst Melsheimer). Der Präses vertritt die Handelskammer gemeinsam mit dem Hauptgeschäftsführer (seit 1996 Hans-Jörg Schmidt-Trenz). Das Präsidium besteht neben dem Präses aus sechs Vizepräsides. Es bestimmt die Arbeitsschwerpunkte der Handelskammer und bereitet die Beschlüsse des Plenums vor. Das Plenum ist das „Parlament der Wirtschaft“ und wird alle drei Jahre von den Mitgliedsunternehmen gewählt. Dafür werden die Unternehmen in 11 Wahlgruppen nach Branchen eingeteilt. Das Plenum hat bis zu 66 Mitglieder, die ehrenamtlich arbeiten. 54 Kandidaten werden unmittelbar gewählt, bis zu 12 zusätzliche Plenarier können in mittelbarer Wahl von den gewählten Plenarmitgliedern hinzugewählt werden. Zur Vorbereitung und Unterstützung der Arbeit des Plenums und Präsidiums werden Ausschüsse und Arbeitskreise gebildet (derzeit 30).[3]
Der Geschäftsbereich Bildungs-Service umfasst alle Aktivitäten der beruflichen und akademischen Bildung. Diese werden im Bereich der beruflichen Weiterbildung seit 1999 durch die Tochtergesellschaft HKBiS Handelskammer Hamburg Bildungs-Service gGmbH angeboten und durchgeführt.[4] Des Weiteren ist die Handelskammer Hamburg Trägerin der von ihr im Jahr 2004 gegründeten Wirtschaftshochschule HSBA Hamburg School of Business Administration.
Geschäftsfelder [Bearbeiten]
Die Handelskammer Hamburg hat 250 hauptamtliche Mitarbeiter. Die inhaltliche Arbeit der Handelskammer Hamburg gliedert sich in neun Geschäftsbereiche:
- Wirtschaftspolitik
- Infrastruktur
- Starthilfe & Unternehmensförderung
- Bildungs-Service
- Berufsbildung
- Börse (s. a. Hamburger Börse)
- Innovation & Umwelt
- International
- Recht & Fair Play
Geschäftszahlen [Bearbeiten]
Die Handelskammer Hamburg verfügt über Einnahmen von ca. 42 Mio. €, davon ca. 35 Mio. € aus Beiträgen der Mitgliedsunternehmen (2008). Die Mitgliedsbeiträge setzen sich aus einem Grundbeitrag zwischen 51 und 614 Euro (je nach Umfang des Gewerbes und nach Gewerbeertrag) und einem Umlagesatz von 0,31 Prozent des Gewerbeertrags zusammen. [5]
Geschichte [Bearbeiten]
Zeichnung von Wilhelm Kretschmer, 1879
Die Handelskammer Hamburg ist die älteste deutsche Handelskammer. Sie wurde 1665 als Commerz-Deputation von den Seehandel treibenden Hamburger Kaufleuten gegründet. Diese hatten bereits 1517 das Recht erhalten einen Vorstand zu wählen, wodurch der Zusammenschluss des gemeenen Kopmann entstand (die heutige Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg), auf dessen Initiative bereits die erste deutsche Börse 1558 in Hamburg entstand. 1710 erhielt die Commerzdeputation Sitz und Stimmrecht in der Bürgerschaft. 1735 bezog die Commerzdeputation Räume über der 1669 erbauten Stadtwaage, die zwischen Kran und Hamburger Börse am Nikolaifleet, nahe dem Rathaus an der Trostbrücke lag. Noch im gleichen Jahr entstand darin die Commerzbibliothek, die weltweit erste Wirtschaftsbibliothek. Das Commercium genannte Gebäude wurde 1767 noch erweitert. Während der Hamburger Franzosenzeit erfolgt vorübergehend eine Umbildung in eine Handelskammer nach französischem Vorbild.
1841 eröffnete die Börse im neuen Gebäude am Adolphsplatz, die damals nur aus dem mittleren Teil des heutigen Gebäudes bestand. Sie wurde gleichzeitig zum neuen Sitz der Commerz-Deputation, während im Jahr darauf das alte Gebäude beim Hamburger Brand zerstört wurde. Im Jahr 1867 benannte sich die Commerz-Deputation in Handelskammer um. 1907 erhielt die Handelskammer offiziell das Recht, auch die Industrie zu vertreten, was bereits seit 1900 über die von ihr gebildete Industriekommission praktiziert worden war. 1933 trat das Gesetz betr. Vorläufige Neubildung der Handelskammer in Kraft und das Plenum wurde neu konstituiert. 1934 wurde die nun sogenannte Industrie- und Handelskammer Hamburg Geschäftsstelle der Wirtschaftskammer Nordmark (Hamburg, Lübeck, Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Teile Nord-Hannovers). Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz erweiterte sich auch die Zuständigkeit der Hamburger Kammer 1937 um Altona, Harburg, Wandsbek und Wilhelmsburg. 1943 wurde die „Gauwirtschaftskammer Hamburg“ eingerichtet, die auch die Handwerkskammer und die Wirtschaftskammer Nordmark einschloss Nach Kriegsende erfolgte 1945 die Rückbenennung in Handelskammer Hamburg. Durch Bundes- und Landesgesetz erhielten die Kammern 1955/1956 wieder einheitlich den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. [6]
Die Präsides der Handelskammer Hamburg von 1665 bis heute [Bearbeiten]
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Hamburger Wirtschaft [Bearbeiten]
Das monatlich erscheinende Mitgliedermagazin Hamburger Wirtschaft (Eigenschreibweise: hamburger wirtschaft)[7] ist die offizielle Publikation der Handelskammer Hamburg. Das Wirtschaftsmagazin beleuchtet Konjunktur und Wirtschaftspolitik aus regionaler Sicht, kommentiert regionalpolitische Entscheidungen aus dem Blickwinkel der Wirtschaft und gibt Tipps für die tägliche Führungspraxis. Darüber hinaus erhalten die Leser Informationen über Steuern, Finanzen, Recht, Außenwirtschaft, Absatz, Handel, Verkehr, Berufsausbildung und Weiterbildung. Alle im Handelsregister eingetragenen Vollmitglieder der Handelskammer Hamburg bekommen das Wirtschaftsmagazin zugeschickt, Nichtmitglieder können das Heft bei der Handelskammer im Abonnement beziehen.
Niederlassungen [Bearbeiten]
- Brüssel (seit 1959)
- Berlin (seit 1992); zuvor Bonn (1956 bis 1992)
- St. Petersburg (seit 1993)
- Kaliningrad (seit 1994)
- Shanghai (seit 2002)
- Dubai (seit 2006)
Tochtergesellschaften [Bearbeiten]
- HKS Handelskammer Hamburg Service GmbH
- Handelskammer Hamburg Bildungs-Service gemeinnützige GmbH
- HSBA Hamburg School of Business Administration
Siehe auch [Bearbeiten]
- Animation Award
- Commerzbibliothek
- Finanzplatz Hamburg (Verein)
- Hamburg Summit: China meets Europe
- K und M – Konsulats- und Mustervorschriften
- Liste der Industrie- und Handelskammern in Deutschland
- Ostsee-Netzwerk[8]
Weblinks [Bearbeiten]
- Offizielle Website der Handelskammer Hamburg
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b c d e f g Jahresabschluss 2011. Abgerufen am 27. August 2012 (PDF; 554kb).
- ↑ Leitbild 2010–2015. (PDF; 3,1 MB).
- ↑ www.hk24.de Ausschüsse und Arbeitskreise. Aufgerufen am 8. Januar 2012.
- ↑ HKBiS Handelskammer Hamburg Bildungs-Service gGmbH
- ↑ Jahresabschluss 2008 (PDF)
- ↑ Kunstsinn und Kaufmannsgeist. Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2005.
- ↑ Homepage der Hamburger Wirtschaft
- ↑ Vgl.[1]von Netzwerk Europäische Bewegung Deutschland und des Auswärtiges Amt