Shanghai

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Dieser Artikel befasst sich mit der chinesischen Stadt Shanghai; zu dem gleichnamigen Asteroiden siehe Shanghai (Asteroid).
上海市
Shànghǎi Shì
Abkürzung: oder (Pinyin: Hù oder Shēn)
Das moderne Shanghai
Staat Volksrepublik China
Verwaltungstyp Regierungsunmittelbare Stadt
Zeitzone China Standard Time (CST) UTC+8 (keine Sommerzeit)
Koordinaten 31° 14' N, 121° 28' O Koordinaten: 31° 14' N, 121° 28' O
Höhe 4 m ü. NN
Fläche 6.340,5 km² (31.)
Bevölkerung 18.403.769 (25.) (2007)
Bevölkerungsdichte 12.946 Einwohner/km² in der Innenstadt; 2.903 Einwohner/km² im administrativen Stadtgebiet
Postleitzahlen 200000-202100
Gliederung auf Kreisebene 18 Stadtbezirke, 1 Kreis
Gliederung auf Gemeindeebene 106 Großgemeinden, 104 Straßenviertel, 3 Gemeinden
ISO 3166-2:CN CN-31
Offizielle Website www.shanghai.gov.cn/
Politik
Bürgermeister: Han Zheng

Die Hafenstadt Shanghai (chin. 上海,  Shànghǎi ?/i, seltener auch Schanghai, Shanghaiisch: Zanhe /zɑ̃'he/), ist die bedeutendste Industriestadt der Volksrepublik China.

Das gesamte Verwaltungsgebiet Shanghais hat 18,4 Millionen Einwohner (2007)[1]. Davon sind 13,7 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz (戶口 / 户口, hùkǒu) und 4,7 Millionen temporäre Einwohner (流動人口 / 流动人口, liúdòng rénkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (暫住證 / 暂住证, zànzhùzhèng). Wird das geographische Stadtgebiet (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) als Grundlage genommen, leben in Shanghai 9,7 Millionen Menschen mit Hauptwohnsitz (2007). Der Ballungsraum (einschließlich Vororte) hat 15,1 Millionen Einwohner (2007)[2].

Shanghai ist eine Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt, sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und ihr Status entspricht dem einer Provinz. Das z. Z. 6.340,5 Quadratkilometer große Verwaltungsgebiet Shanghais stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, sondern wäre – mit seiner außerhalb der eigentlichen Stadt dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur – eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar. Durch permanente Landgewinnungsmaßnahmen am seichten Bankett des Yangtse-Trichters (insbesondere im südöstlichen Zipfel) dürfte bereits die 6.400 Quadratkilometer-Marke erreicht sein.

In Shanghai liegt mit über 21,71 Millionen TEU pro Jahr der drittgrößte Containerhafen der Welt. Nach Gesamtumschlag ist der Hafen mit 537 Millionen Tonnen Waren im Jahre 2006 sogar der größte[3]. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutendes Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern und Museen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Der Name der Stadt

In der lokalen shanghaiischen Sprache (Wu) wird der name /zɑ̃'he/ ausgesprochen. Im Deutschen wird auch seltener die Schreibweise Schanghai verwendet. Die Stadt wird „Tor zur Welt“, „Paris des Ostens“, „Drachenkopf-Metropole“ (chin. 龍頭 / 龙头, lóngtóu) oder „Perle des Orients“ (chin. 東方明珠 / 东方明珠, dōngfāng míngzhū) genannt.

Die offiziellen Abkürzungen von Shanghai im Chinesischen sind ( / ) und Shēn (). Der Kurzname – nach einem im 3. Jahrhundert verwendeten Fischereigerät (einer Art Kelle) – wird auch an Autokennzeichen verwendet.

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Satellitenaufnahme von Shanghai mit stark verschmutzten Flüssen
Satellitenaufnahme von Shanghai mit stark verschmutzten Flüssen
Der Bund
Der Bund

Shanghai liegt im Mündungsgebiet des Jangtse am Huangpu-Fluss auf 31°14' nördlicher Breite und 121°28' östlicher Länge. Die Nachbarprovinzen sind Jiangsu im Nordwesten und Zhejiang im Südwesten. Die Topografie der Provinz ist flach. Die durchschnittliche Höhe über dem Meeresspiegel beträgt vier Meter. Der höchste Berg ist der She Shan mit einer Höhe von 100 Meter (mit Seilbahn).

Im Jahre 1949 hatte das Verwaltungsgebiet der Stadt eine Fläche von 636 Quadratkilometer. 1958 wurden zehn Landkreise mit einer Fläche von 5.274 Quadratkilometern (Baoshan, Chongming, Chuansha, Fengxian, Jiading, Jinshan, Nanhui, Qingpu, Shanghai, Songjiang, alle in der Provinz Jiangsu gelegen) an Shanghai angegliedert.

Heute hat die Regierungsunmittelbare Stadt eine Fläche von 6.340,5 Quadratkilometern, davon gehören nur 746 Quadratkilometer (11,8 Prozent) zur eigentlichen Stadt – dem geographischen Stadtgebiet – und 5.594,5 Quadratkilometer (88,2 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Sie ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland und hat eine Ausdehnung von ungefähr 120 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 100 Kilometer in Ost-West-Richtung. Innerhalb der Stadtgrenzen befinden sich die Insel Chongming (die zweitgrößte Insel in China: 1.041,21 Quadratkilometer) und andere Inseln wie Changxing und Hengsha.

Das Verwaltungsgebiet Shanghais ist mit zahlreichen Flüssen, Kanälen und Seen reich an Wasserressourcen (122 Quadratkilometer Wasserfläche). Darunter der berühmte Bereich Jiangnan, wie man die Schwemmebene des Jangtse-Deltas nennt. Das Gebiet umfasst Teile der Regierungsunmittelbaren Stadt Shanghai und der ostchinesischen Provinzen Jiangsu und Zhejiang. Jiangnan ist durch ein dichtes Flussnetz gekennzeichnet und hat eine Fläche von 697 Quadratkilometer in Shanghai, was einen Anteil von elf Prozent an der Gesamtfläche Shanghais ausmacht.

Die größten Flüsse in Shanghai sind der Huangpu, der Suzhou, der Chuanyang und der Dingpu. Der 113 Kilometer lange Huangpu (sein Ursprung ist der Tai-See), teilt die Stadt in zwei Hälften (Puxi und Pudong); er ist zwischen 300 und 700 Meter breit, im Durchschnitt 360 Meter. Der eisfreie Fluss ist die Hauptwasserstraße Shanghais.

Der Fluss Suzhou durchfließt Shanghai auf einer Länge von 54 Kilometer und ist im Durchschnitt 45 Meter breit. Die meisten Seen befinden sich im Westteil Shanghais, der größte ist der Dianshan mit 62 Quadratkilometer Fläche. Weitere Stadtgebiete (Urban Areas) im Verwaltungsgebiet Shanghais sind unter anderem Anting, Baoshan, Jiading, Jinshan, Qingpu und Songjiang.

Der lokale Dialekt (Shanghaiisch) ist eine der Varianten des ostchinesischen Wu-Dialektes.

[Bearbeiten] Geologie

Pudong
Pudong

Shanghai befindet sich in einem gewaltigen Delta, das der Jangtse bei seiner Mündung in das Ostchinesische Meer bildet. Das gesamte Tiefland zu beiden Seiten des Stromes besteht aus dunkelerdigem, lößfreiem Alluvialboden, dessen Schöpfer der Jangtse ist. Die aus seinem Schlick aufgebaute, ebene, von Kanälen und Dämmen durchzogene Deltalandschaft, die in vielem an die Niederlande erinnert, ist eines der fruchtbarsten Gebiete Chinas und gleichzeitig sein Hauptbaumwolllieferant.

Das Jangtsemündungsland ist wahrscheinlich die Ausfüllung eines alten Meeresteiles, und die vielen kleinen Inselberge des Gebietes waren ursprünglich wirkliche Inseln. Die Deltabildung rückte die Hafenstadt Shanghai, ursprünglich am Meer gegründet, bereits 30 Kilometer landeinwärts.

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Die Regierungsunmittelbare Stadt Shanghai gliedert sich in 18 Stadtbezirke und einen Kreis.

Innenstadt

Das administrative Stadtgebiet Shanghais – Im Norden das geographische Stadtgebiet Shanghais
Das administrative Stadtgebiet Shanghais – Im Norden das geographische Stadtgebiet Shanghais

Die Innenstadt (Puxi) unterteilt sich in neun Stadtbezirke, die westlich vom Huangpu-Fluss liegen. Dabei handelt es sich um Huangpu (黃浦區 / 黄浦区, Huángpǔ Qū), Luwan (盧灣區 / 卢湾区, Lúwān Qū), Xuhui (徐匯區 / 徐汇区, Xúhuì Qū), Changning (長寧區 / 长宁区, Chángníng Qū), Jing’an (靜安區 / 静安区, Jìng’ān Qū), Putuo (普陀區 / 普陀区, Pǔtuó Qū), Zhabei (閘北區 / 闸北区, Zháběi Qū), Hongkou (虹口區 / 虹口区, Hóngkǒu Qū) und Yangpu (楊浦區 / 杨浦区, Yángpǔ Qū).

Peripherie

In der nahen Umgebung des Stadtzentrums befinden sich vier weitere Stadtbezirke, die zum städtischen Siedlungsgebiet (urban area) der Kernstadt gehören. Diese wurden zwischen 1988 und 1992 von Kreisen in Bezirke umgewandelt. Dazu gehört der östlich vom Huangpu-Fluss gelegene Stadtbezirk Pudong (浦東新區 / 浦东新区, Pǔdōng Xīn Qū). Letzterer war bis 1992 Kreis und trug den Namen Chuansha. 1988 ist Baoshan (寶山區 / 宝山区, Bǎoshān Qū) in einen Bezirk geändert worden, 1992 Jiading (嘉定區 / 嘉定区, Jiādìng Qū) und Minhang (閔行區 / 闵行区, Mǐnháng Qū).

Weitere Umgebung

Fünf Bezirke, diese wurden zwischen 1992 und 2001 von Kreisen in Bezirke umgewandelt, und ein Kreis liegen weiter entfernt von der Innenstadt in den ländlichen Gebieten außerhalb der Kernstadt. 1992 ist Jinshan (金山區 / 金山区, Jīnshān Qū) in einen Bezirk geändert worden, 1997 Songjiang (松江區 / 松江区, Sōngjiāng Qū), 1999 Qingpu (青浦區 / 青浦区, Qīngpǔ Qū) und 2001 Nanhui (南匯區 / 南汇区, Nánhuì Qū) sowie Fengxian (奉賢區 / 奉贤区, Fèngxián Qū). Der Landkreis Chongming (崇明縣 / 崇明县, Chóngmíng Xiàn) und die gleichnamige Insel in der Mündung des Jangtse sind identisch.

[Bearbeiten] Klima

Klimadiagramm Shanghai
Klimadiagramm Shanghai

Shanghai hat ein subtropisch maritimes Monsunklima mit vier ausgeprägten Jahreszeiten, wobei Frühjahr und Herbst vergleichsweise kurz ausfallen.

Im Winter ist es feuchtkalt, die Temperaturen liegen bei durchschnittlich 3,4 bis 5,6 Grad Celsius. Gelegentlich gibt es auch stärkere Fröste. Früher waren diese niedrigen Temperaturen für die Bewohner südlich des Jangtse sehr unangenehm, weil er die „Heizlinie“ markierte, was heißt, dass südlich des Jangtse nicht geheizt werden durfte. Weil es aber auch dort sehr kalt werden kann, wurde diese Regelung abgeschafft.

In den schwülheißen Sommermonaten werden Temperaturen von durchschnittlich 23,1 bis 27,2 Grad Celsius und eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 100 Prozent erreicht. Die Tageshöchsttemperaturen erreichen gelegentlich bis zu 40 Grad Celsius. Außerdem suchen in den Sommermonaten zahlreiche Taifune die Stadt heim, mit häufig sehr starken Niederschlägen in kürzester Zeit.

Die höchste Temperatur wurde offiziell am 12. Juli 1934 mit 40,2 Grad Celsius gemessen, die tiefste am 19. Januar 1893 mit -12,1 Grad Celsius.[4][5] Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 15,3 Grad Celsius. Die Jahresniederschlagssumme liegt bei 1.112 Millimeter, davon fallen 50 Prozent in die Zeit von Mitte Mai bis Mitte September (Flutsaison). In diesem Jahresabschnitt gibt es drei ausgeprägte Regenperioden: Die „Frühlingsregen“, die „Pflaumenregen“ und die „Herbstregen“. Insgesamt fallen durchschnittlich 130 Regentage an.

Klimatabelle[6]
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Durchschnittliche
Höchsttemperatur (°C)
7,7 8,6 12,7 18,6 23,5 27,2 31,6 31,5 27,2 22,3 16,7 10,6 19,9
Durchschnittliche
Tiefsttemperatur (°C)
0,5 1,5 5,1 10,6 15,7 20,3 24,8 24,7 20,5 14,7 8,6 2,4 12,5
Durchschnittlicher
Niederschlag (mm)
39 59 81 102 115 152 128 133 156 61 51 35 1112
Durchschnittliche
Regentage
9 10 13 13 13 14 12 10 12 9 8 7 130

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Ursprung und weitere Entwicklung

Die ersten Spuren der Besiedelung in der Region reichen bis etwa 4000 v. Chr. zurück. Im Jahre 960 wurde Shanghai erstmals als Dorf erwähnt. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung des Jangtse-Deltas wuchs auch Shanghai. 1074 erhielt Shanghai ein eigenes Steuerbüro. 1264 wurde es mit drei anderen Dörfern zusammengelegt. Die Stadt besaß zu dieser Zeit einen wichtigen Handelshafen, von dem die stattliche Baumwollernte der Region nach Peking, ins Hinterland und nach Japan verschifft wurde. Bis zur Qing-Dynastie (1644–1911) hatten sich große, durch den Handel organisierte und äußerlich den niederländischen Gilden ähnelnde Kaufmannszünfte gebildet, die sich die wirtschaftliche und teilweise auch politische Kontrolle über die Stadt teilten.

[Bearbeiten] Ausländische Konzessionen

Historische Karte von Shanghai aus Meyers Konversationslexikon 1888
Historische Karte von Shanghai aus Meyers Konversationslexikon 1888

Nach den Opiumkriegen erzwang Großbritannien 1842 unter dem Vertrag von Nanking die Öffnung Shanghais für den Handel mit den europäischen Mächten. Die Wahl der Briten fiel auf Shanghai als Vertragshafen, weil die Stadt, wie der Repräsentant der Ostindien-Kompanie, Hugh Lingsey, es formulierte, seit den 1840er Jahren zum „wichtigsten Marktplatz Ostasiens“ geworden war. Mit dem Handel wurde auch die christliche Mission freigegeben, Kaufleute und Missionare genossen Freizügigkeit und Immunität.

Nach den Briten folgten 1847 die Franzosen, und diese beiden Mächte richteten die ersten ausländischen Konzessionen in Shanghai ein – die Briten entlang des Bundes und im Gebiet nördlich Alt-Shanghais, der Chinesenstadt, die Franzosen im Südwesten in der Gegend einer Kathedrale, die ein französischer Missionar 200 Jahre zuvor gegründet hatte. In der Folgezeit bildete sich in der Stadt auch eine größere jüdische Gemeinde.

1863 kamen die US-Amerikaner, 1895 die Japaner und gliederten ihre eigenen Gebiete der britischen Konzession an, die sich zum so genannten „International Settlement“ ausgedehnt hatte. In einer Reihe privilegierter Enklaven, die auf unbestimmte Zeit gepachtet waren, fielen Händler unter die Gerichtsbarkeit ihres eigenen Landes, oder gemischter Gerichte. Es gab auch eigene Polizeikräfte.

Durch die günstige Lage nahe der Haupthandelsroute der großen Seide und Tee produzierenden Regionen entwickelte sich Shanghai bis 1900 zu einem wichtigen Hafen und Industriezentrum, das weitgehend durch die „Grüne Gang“, ein berüchtigtes, im 18. Jahrhundert durch arbeitslose Seeleute gegründetes Syndikat kontrolliert wurde. Bis zum Beginn der 1920er Jahre hatte es auch die weitverzweigte Unterwelt unter seine Herrschaft gebracht. An Kaufleuten und Kriminellen, die den strengen Verhaltenskodex missachteten, wurden grausame Exempel statuiert – man trennte ihnen mit einem Messer sämtliche hervorstehende Sehnen durch, bevor man sie im lebendigen Treiben am Straßenrand verenden ließ.

Während des Taiping-Aufstands (1851–1864) flohen viele vor den Massakern in die ausländischen Ansiedlungen und vermehrten die billigen Arbeitskräfte Shanghais, aber auch Bauern wurden vom sichtbaren Reichtum der Stadt angelockt. Es bildete sich das erste städtische Proletariat Chinas heraus, und die erbärmlichen Lebensbedingungen schufen im Zusammenspiel mit immer stärker grassierender Arbeitslosigkeit und der Ausbeutung chinesischer Arbeitskräfte durch die ausländischen Investoren den natürlichen Nährboden für revolutionäre Kräfte. Die Einwohnerzahl und die wirtschaftliche Bedeutung Shanghais wuchsen beträchtlich. Auch später beim Boxeraufstand (1900) und dem Sturz des letzten Kaisers (1911) flüchteten viele Menschen in die internationalen Konzessionen.

[Bearbeiten] Shanghai als Weltstadt

Shanghai 1933
Shanghai 1933

Mit Ende des 19. Jahrhunderts bis in die 1920er Jahre entwickelte sich Shanghai zur Weltstadt. Anfang des 20. Jahrhunderts erreichte Shanghais Bevölkerungszahl die Millionengrenze. Ab 1918 war die Stadt der Wirkungsort des Revolutionsführers und Staatsmannes Dr. Sun Yat-sen. Der britische Schriftsteller Aldous Huxley hatte 1926 in keiner Stadt je einen solchen Eindruck von einem dichten Morast üppig verflochtenen Lebens wie hier. Shanghai wurde zum Synonym für Sünde, Abenteurertum und Reichtum. Auch der Kommunismus in China fand in Shanghai seine Wurzeln. 1915 begann Chen Duxiu mit der Herausgabe der Zeitschrift 'Jugend', die später unter dem Namen 'Neue Jugend' (Xin Qingnian) großen Einfluss auf die Bevölkerung ausübte.

Die Chinesen entwickelten zunehmendes Interesse für Politik und erlangten ihr Nationalbewußtsein zurück. Mit dem Versailler Vertrag fielen nach dem Ersten Weltkrieg alle deutschen Besitztümer des Landes an Japan, anstatt an China zurückgegeben zu werden. Dies führte 1919 zur „Bewegung des 4. Mai“. Chen Duxiu war einer der Organisatoren der Proteste. In Shanghai schlossen sich Studenten mit Arbeitern zusammen, Streiks wurden organisiert. Höhepunkt war der Generalstreik am 5. Juni 1919. Im Jahre 1921 gründete sich in Shanghai die Kommunistische Partei Chinas. Die 'ausländischen Imperialisten' wurden zunehmend zum Gegner für die Proteste.

Am 30. Mai 1925 erschossen britische Soldaten in Shanghai demonstrierende Studenten. Die Nationale Revolution wurde ausgerufen. Im Jahre 1927 eroberte die Nationalarmee unter der Führung von Chiang Kai-shek mit Hilfe der Kommunisten die Stadt und unterstellte die chinesische Sektion der Regierung der Kuomintang. Im gleichen Jahr wurden Massenaufstände durch die Regierung brutal niedergeschlagen (Massaker von Shanghai) und innerhalb weniger Wochen über 5.000 Menschen ohne Gerichtsverhandlung exekutiert.

Im Verlauf der Mandschurei-Krise im Jahre 1931 kam es zu einem Boykott japanischer Waren. Am 28. Januar 1932 griff die Japanische Armee mit etwa 70.000 Soldaten die Stadt an, um den Boykott zu brechen. Vorwand für den Angriff war ein Zwischenfall, bei dem in Shanghai fünf japanische Mönche misshandelt wurden, ein Mönch erlag später seinen Verletzungen. Im Verlauf der Ersten Schlacht um Shanghai hielten die chinesischen Truppen dem Angriff nahe der Küste zunächst stand, mussten dann aber in den folgenden Wochen bis in die Stadt zurückweichen. Der Handelsboykott wurde schließlich fallengelassen und eine demilitarisierte Zone um Shanghai eingerichtet. Der Konflikt endete am 31. Mai 1933 mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Tanggu.

[Bearbeiten] Japanisch-Chinesischer Krieg

Schlacht um Shanghai 1937
Schlacht um Shanghai 1937

Während des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges kam es zur Zweiten Schlacht um Shanghai. Nach einem verlustreichen Häuserkampf nahmen am 9. November 1937 japanische Streitkräfte die Stadt bis auf die exterritorialen Gebiete ein, in denen sich daraufhin zahlreiche chinesische Flüchtlinge ansiedelten. Diese Gebiete blieben jedoch von den Kriegshandlungen nicht verschont – zerschossene Häuser und zerstörte Wasserleitungen prägten auch hier das Bild. In der Stadt herrschten in dieser Zeit Willkürjustiz und Drogenkartelle.

Shanghai ist auch ein Ort deutscher und österreichischer Geschichte. Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland und den Novemberpogromen, flohen zwischen 1938 und 1941 circa 18.000 Juden aus Deutschland und Mitteleuropa nach Shanghai. Weil hier kein Visum benötigt wurde, war es der letzte Zufluchtsort vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Zu den in die Stadt geflüchteten 6.000 Österreichern gehörte auch der Arzt Jakob Rosenfeld. Ein bekannter deutscher Flüchtling ist der spätere Finanzminister der USA Michael Blumenthal. Auch Fritz Levy, bekannt durch den Dokumentarfilm Fritz lebt!, gehörte zu den deutschen Juden, die in Shanghai vor der nationalsozialistischen Verfolgung Zuflucht fanden.

Kurz nach ihrem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941, der den Krieg im Pazifik auslöste, internierten die Japaner die in Shanghai ansässigen Staatsangehörigen der Alliierten. Im Mai 1943 zwangen die Japaner alle seit 1938 angekommenen jüdischen Flüchtlinge in einen kleinen Distrikt („Designated Area“) des Stadtbezirks Hongkew zu ziehen und beschränkten ihre Bewegungsfreiheit außerhalb dieses Distrikts. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fiel die Stadt an China zurück, da die USA, Großbritannien und Frankreich auf ihre Ansprüche verzichteten.

[Bearbeiten] Kommunistische Machtübernahme

Exhibition Center
Exhibition Center

Als die Kommunisten am 27. Mai 1949 unter Führung Mao Zedongs in Shanghai einmarschierten, übernahmen sie die Kontrolle über das wichtigste Wirtschafts- und Handelszentrum Asiens und damit gleichzeitig über einen internationalen Hafen, in dem wahre Vermögen gemacht wurden. Während die ausländische Gemeinde erwartete, wie immer ihren Geschäften nachgehen zu können, war das neue Regime entschlossen, auch Shanghai seine Rolle in der radikalen Umgestaltung Chinas zuzuweisen. Viele ausländische Firmen verlegten nach der kommunistischen Machtübernahme ihre Einrichtungen nach Hongkong. Die schlimmsten Elendsviertel wurden niedergerissen, um durch Wohnblöcke ersetzt zu werden. Die Kriminellen und Prostituierten schaffte man zur „Umerziehung“ fort. Ausländisches Kapital wurde erheblich besteuert oder konfisziert.

Der Kuomintang unter Chiang Kai-shek gelang es allerdings, bei ihrer Flucht die Goldreserven der Bank of China für sich zu sichern, sie nach Taiwan transportieren zu lassen und so eine bankrotte Stadt zu hinterlassen. Über einen Zeitraum von 35 Jahren wurden westliche Einflüsse unterdrückt. Shanghai blieb aber eine Hochburg des radikalen Denkens. Von dort nahm die Kulturrevolution Mao Zedongs, der von der Zentralregierung in Peking ausgeschaltet worden war, 1966 ihren Lauf. Einige Rote Garden proklamierten sogar eine eigene Kommune Shanghai, bevor die Ereignisse die Züge hemmungsloser Zerstörung und Rachefeldzüge annahmen. Die Stadt wurde zum Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Splitterparteien. Nach Maos Tod im Jahre 1976 war Shanghai die letzte Bastion der Viererbande im Kampf um die Nachfolge, allerdings ohne Erfolg.

Bis in die 1980er Jahre betrieb die Zentralregierung in Peking bewusst den Niedergang Shanghais, als sie die hier erwirtschafteten Überschüsse für andere Landesteile bis zu einem Grad abschöpfte, dass die Stadt zusehends einem lebendigen Museum glich, einer Stadt, die mit ihrer weltweit größten Ansammlung von Art-déco-Gebäuden in den 1940er Jahren stehen geblieben zu sein schien. Trotz allem hat die Bevölkerung der Stadt unter erschwerten Bedingungen durchgehalten, und seit einiger Zeit dominieren Persönlichkeiten aus der Region Shanghai, die wohlwollend auf den Wiederaufbau der alten Metropole blicken, sogar die chinesische Zentralregierung.

[Bearbeiten] Wirtschaftlicher Aufschwung

Pudong
Pudong

Mitte der 1980er Jahre fiel der Entschluss, Shanghai ein weiteres Mal die Vorreiterrolle für die Modernisierung Chinas zuzuweisen, dies führte zu einem enormen Anstieg der Industrieproduktion und der ausländischen Investitionen. 1990 wurde die Sonderwirtschaftszone Pudong gegründet und der Grundstein für einen „Neuen Bund“ gelegt.

Die Stadt profiliert sich als Standort für die Entwicklung von Bio-, IT- und Mikroelektroniktechnologien. Sie ist Sitz zahlreicher internationaler finanzieller Institutionen. In Shanghai steht das höchste Gebäude Chinas, das 492 Meter hohe Shanghai World Financial Center. Die Stadt ist der weltweit einzige Ort, den eine Magnetschwebebahn – der Transrapid Shanghai – im öffentlichen Verkehr befährt.

Einige Probleme bleiben jedoch nach wie vor ungelöst, allen voran die hoffnungslose Überbevölkerung und schwere Umweltprobleme wie Smog, Lärmbelastung und die Verschmutzung der Flüsse. 1996 ist Shanghai zu einer der am stärksten umweltgeschädigten Städte weltweit erklärt worden. Shanghai lag auf der Skala der am meisten von Luftverschmutzung betroffenen Städte der Welt auf Platz vier. Eine Renaissance erleben aber auch viele soziale Probleme, von denen gedacht wurde, die Kommunisten hätten sie nach 1949 für immer beseitigt. Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch und Prostitution weisen ein starkes Wachstum auf.

[Bearbeiten] Einwohnerentwicklung

Jin-Mao-Gebäude
Jin-Mao-Gebäude

Der wirtschaftliche Erfolg Shanghais übt auf Millionen Chinesen eine große Anziehungskraft aus. Um den Zustrom von Menschen in die Stadt kontrollieren zu können, wird der Zuzug durch ein streng gehandhabtes Melde- und Registrierungssystem für Einwohner mit ständigem Wohnsitz bis in die Gegenwart kanalisiert. Die Einwohnerzahl blieb trotz der Tatsache, dass Shanghai die wirtschaftlich dominierende Stadt in China war, nach einem schnellen Anstieg in den 1950er Jahren bis in die 1980er Jahre bemerkenswert konstant. Seit Anfang der 1990er Jahre ist wieder ein langsamer Anstieg zu verzeichnen.

Lebten 1957 noch 6,9 Millionen Menschen in der eigentlichen Stadt – dem geographischen Stadtgebiet – sind es 2007 rund 9,7 Millionen. Die Bevölkerungsdichte beträgt dort 12.946 Einwohner je Quadratkilometer. In Berlin sind es zum Vergleich 3.800. Im administrativen Stadtgebiet liegt die Bevölkerungsdichte bei 2.903 Einwohner je Quadratkilometer. Dort leben 18,4 Millionen Menschen. In der zuletzt genannten Zahl ist auch die Bevölkerung der ländlichen Gebiete außerhalb der eigentlichen Stadt mit eingerechnet. Davon sind 13,7 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz ( / 户口, hùkǒu) und 4,7 Millionen temporäre Einwohner (流動人口 / 流动人口, liúdòng rénkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (暫住證 / 暂住证, zànzhùzhèng).

Wer sich länger als drei Tage in der Stadt aufhalten möchte, muss sich bei einer Behörde melden und wird dort registriert. Der Antragssteller erhält dann eine zeitweilige Aufenthaltgenehmigung für drei Monate, die nach Ablauf der Frist verlängert werden muss. Beim Amt muss eine Bescheinigung vom Heimatort vorgelegt werden, die bestätigt, dass die Person dort gemeldet ist.

Das offizielle Bevölkerungswachstum Shanghais wird zurzeit ausschließlich durch Zuwanderung gesteuert, denn der natürliche Zuwachs der registrierten Dauereinwohner wird seit mehreren Jahren durch einen Geburtenrückgang geprägt, der bislang in allen Städten Chinas einmalig ist. Lag das jährliche natürliche Wachstum der Einwohner mit dauerhaftem Wohnsitz 1957 noch bei etwa 4,0 Prozent, so sank diese Rate schnell unter 1,0 Prozent und schließlich auf einen negativen Wert von -0,19 Prozent im Jahre 2000. Das natürliche Wachstum betrug 2005 -0,146 Prozent, Geburtenrate: 6,08 pro 1000 Einwohner, Sterberate: 7,54 per 1000 Einwohner.

In der Zukunft könnte die Stadt wieder ein natürliches Wachstum verzeichnen, da die Einkindpolitik im April 2004 gelockert wurde: in Shanghai dürfen seitdem Geschiedene und wiederverheiratete Partner Nachwuchs bekommen, auch wenn sie schon ein Kind aus einer früheren Ehe haben. Schätzungen gehen von 10,856 Millionen Einwohnern mit Hauptwohnsitz im Jahre 2010 und 13,25 Millionen im Jahre 2015 aus.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt ohne Vorortgürtel. Aufgeführt sind die Bewohner mit Hauptwohnsitz in Shanghai.

Einwohnerzahlen 1851–2005
Einwohnerzahlen 1851–2005
        Jahr         Einwohner
1800 200.000
1851 250.000
1864 500.000
1879 276.000
1890 375.000
1901 651.000
1910 832.500
1918 1.000.000
1926 1.500.000
1931 3.124.000
1940 3.595.000
        Jahr         Einwohner
1948 4.423.000
1950 4.927.300
1953 6.204.417
1958 6.977.000
1970 7.000.000
1982 6.320.829
1987 7.220.000
1990 7.649.688
1995 8.507.354
2000 8.954.435
2007 9.696.600

[Bearbeiten] Entwicklung der Wohnsituation

Wohngebäude
Wohngebäude
Wohngebäude
Wohngebäude

Die jahrzehntelange Vernachlässigung der Infrastruktur und des Wohnungsbaus, aber auch die schnelle Entwicklung in den letzten Jahren haben viele Engpässe für die weitere Entwicklung der Stadt offenkundig werden lassen.

Nach wie vor prekär ist die Versorgung mit Wohnraum, wenn sich auch nach offiziellen Angaben der Stadtregierung die Netto-Wohnfläche pro Kopf in der Zeit zwischen 1957 (drei Quadratmeter) und heute (neun Quadratmeter) verdreifacht hat. Die kommunistische Stadtregierung war keineswegs untätig gewesen, bereits seit Anfang der 1950er Jahre wurden die Wohn- und Lebensverhältnisse in rund 300 Stadtvierteln mit unzureichendem Standard verbessert und viele neue Wohngebiete errichtet. Zum Vergleich: in den für den Mittelstand und ausländische Beschäftigte propagierten Wohnungen und Eigenheimen, z.B. in der „Autostadt“ Anting, wird mit einem Bedarf von 30 Quadratmeter pro Kopf gerechnet.

Trotzdem kam der Bau von Wohnungen dem wachsenden Bedarf aus Mangel an Kapital über Jahrzehnte nur ungenügend nach. Shanghai galt früher in China traditionell als eine der Städte mit großer Wohnungsnot. Erst seit Beginn der Wirtschaftsreformen fand eine Belebung des Wohnungsbaus statt: Seit Anfang der 1980er Jahre wurde die gesamte Wohnfläche in Shanghai mehr als verdoppelt. Die Verbesserung des Angebots an Wohnraum war verbunden mit einer begrenzten Wohnungsreform, die unter anderem durch Förderung des Wohnungseigentums und die Einrichtung von öffentlichen Akkumulationsfonds die Investitionsmittel zu vergrößern suchte.

So sank der Anteil von Haushalten in akuter Wohnungsnot, das heißt mit weniger als vier Quadratmetern Wohnfläche pro Kopf bis heute auf knapp unter zehn Prozent aller Haushalte. In Shanghai sind es vor allem die Altstadtviertel, die zudem von zahlreichen Industriebetrieben durchsetzt sind, in denen immer noch sehr beengte Wohnverhältnisse herrschen. Da der Baugrund in den älteren Wohngegenden im Stadtzentrum sehr teuer ist, hat die Stadtregierung den Grund und Boden teilweise an ausländische Investoren verkauft, die Büro- Geschäfts- und Hotelkomplexe errichteten.

Als Folge dieser Praxis kam es in Verbindung mit zahlreichen Verkehrsprojekten zu großflächigen Sanierungen in der Altstadt und Zwangsumsiedlungen von mehreren Hunderttausend Menschen in Neubausiedlungen am Stadtrand mit unzureichender Infrastruktur. Die genannten Wohnungsdaten beziehen sich nur auf die Bewohner mit Hauptwohnsitz in Shanghai, die Wohnsituation der rund 4,7 Millionen Einwohner mit beschränkter Aufenthaltsgenehmigung ist deutlich schlechter. Zahlreiche Migranten, überwiegend frühere Bauern aus den ländlichen Regionen Chinas, leben auf den Baustellen, in einfachen Betriebs-Wohnheimen oder sie mieten sich einen Raum bei Bauern an der Peripherie der Stadt. Ein großer Teil der temporären Einwohner lebt am Stadtrand, weil dort eher Platz für selbstgebaute Hütten vorhanden ist und die Polizeikontrollen weniger scharf sind. Slumähnliche Siedlungen sind seit den 1990er Jahren auch in Shanghai zu finden.

Die Bedeutung der Migranten für die Wirtschaft und das Leben in Shanghai wird unterschiedlich beurteilt. Einerseits sind die Zuwanderer fast unentbehrlich als Bauarbeiter, Handwerker, Kleinhändler oder Arbeiter bei der Straßenreinigung und in den Textilfabriken, andererseits wird ihr Druck auf den Wohnungsmarkt, die Infrastruktur und ihr Anteil an kriminellen Delikten in der Stadt mit Sorge betrachtet.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Stadtregierung

Chen Yi, erster kommunistischer Bürgermeister von Shanghai
Chen Yi, erster kommunistischer Bürgermeister von Shanghai

Bürgermeister von Shanghai ist Han Zheng. Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger Chen Liangyu am 21. Februar 2003. Han Zheng, Jahrgang 1954, war bei seiner Amtsübernahme der jüngste Bürgermeister Shanghais seit 1949. Er besitzt einen Master in Ökonomie von der Shanghai East China Normal University.

Weitere Mitglieder der Stadtregierung von Shanghai sind der Sekretär des Parteikomitees Chen Liangyu, der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Volkskongresses Gong Xueping und der Vorsitzende der Politischen Konsultativkonferenz des Chinesischen Volkes (PKKCV) Jiang Yiren. Die PKKCV setzt sich aus dem Nationalkomitee und den örtlichen Komitees verschiedener Ebenen zusammen.

Der Stadtregierung unterstehen die Regierungen von 18 Stadtbezirken und einem Kreis. Die Stadtbezirke gliedern sich wiederum in Straßenviertel, zum Teil auch in Großgemeinden. Der Kreis setzt sich hingegen aus Gemeinden und Großgemeinden zusammen. Am unteren Ende der Verwaltungspyramide Shanghais befinden sich in den urbanen Gebieten die sogenannten Einwohnergemeinschaften (社區), die von den Einwohnerkomitees (居民委員會 / 居民委员会, jūmín wěiyuánhùi) verwaltet werden und in den ländlichen Regionen die Dörfer (), die von Dorfkomitees (村民委員會 / 村民委员会, cūnmín wěiyuánhùi) verwaltet werden.

Shanghai ist im Vergleich zu Peking seit vielen Jahren durch eine besonders liberale Politik geprägt. Nachdem die Stadt nach der Machtübernahme der Kommunisten im Jahre 1949 von der politischen Führung in Peking lange Zeit vernachlässigt wurde, stiegen in den 1980er und 1990er Jahren viele Politiker Shanghais in höchste Partei- und Regierungsämter auf.

Dazu gehören der ehemalige Bürgermeister und spätere Staatspräsident Jiang Zemin, der während seiner Amtszeit (1985–1988) den wirtschaftlichen Wiederaufstieg der Stadt einleitete. Nach ihm kam Zhu Rongji, der nach seiner erfolgreichen Tätigkeit als Bürgermeister von Shanghai (1988–1991) zwischen 1998 und 2003 Ministerpräsident der Volksrepublik China war.

Siehe auch: Liste der Bürgermeister der Stadt Shanghai

[Bearbeiten] Städtepartnerschaften

Shanghai unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:[7][8]

JapanJapan seit 30. November 1973: Yokohama, Japan
JapanJapan seit 18. April 1974: Ōsaka, Japan
ItalyItaly seit 25. Juni 1979: Mailand, Italien
the Netherlandsthe Netherlands seit 23. November 1979: Rotterdam, Niederlande
the United Statesthe United States seit 28. Januar 1979: San Francisco, USA
CroatiaCroatia seit 18. Juni 1980: Zagreb, Kroatien
North KoreaNorth Korea seit 18. Juni 1982: Hamhung, Nordkorea
PakistanPakistan seit 15. Februar 1984: Karatschi, Pakistan
BelgiumBelgium seit 27. Mai 1984: Antwerpen, Belgien
CanadaCanada seit 14. Mai 1985: Montreal, Kanada
GreeceGreece seit 24. Juni 1985: Piräus, Griechenland
GermanyGermany seit 29. Mai 1986: Hamburg, Deutschland
MoroccoMorocco seit 8. September 1986: Casablanca, Marokko
FranceFrance seit 26. Oktober 1987: Marseille, Frankreich
BrazilBrazil seit 7. Juli 1988: São Paulo, Brasilien
RussiaRussia seit 15. Dezember 1988: Sankt Petersburg, Russland
TurkeyTurkey seit 23. Oktober 1989: Istanbul, Türkei
EgyptEgypt seit 15. Mai 1992: Alexandria, Ägypten
IsraelIsrael seit 21. Juni 1993: Haifa, Israel
South KoreaSouth Korea seit 24. August 1993: Busan, Südkorea
VietnamVietnam seit 14. Mai 1994: Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam
VanuatuVanuatu seit 8. Juni 1994: Port Vila, Vanuatu
New ZealandNew Zealand seit 21. Oktober 1994: Dunedin, Neuseeland
UzbekistanUzbekistan seit 15. Dezember 1994: Taschkent, Usbekistan
PortugalPortugal seit 15. April 1995: Porto, Portugal
YemenYemen seit 14. September 1995: Aden, Jemen
NamibiaNamibia seit 1. November 1995: Windhoek, Namibia
ArgentinaArgentina seit 17. Juni 1997: Rosario, Argentinien
FinlandFinland seit 14. September 1998: Espoo, Finnland
the United Kingdomthe United Kingdom seit 18. Oktober 1999: Liverpool, Großbritannien
MozambiqueMozambique seit 25. Oktober 1999: Maputo, Mosambik
the United Arab Emiratesthe United Arab Emirates seit 30. Mai 2000: Dubai, Vereinigte Arabische Emirate
EcuadorEcuador seit 6. Juli 2001: Guayaquil, Ecuador
ChileChile seit 10. Juli 2001: Valparaíso, Chile
SpainSpain seit 31. Oktober 2001: Barcelona, Spanien
NorwayNorway seit 10. November 2001: Oslo, Norwegen
Sri LankaSri Lanka seit 11. August 2003: Colombo, Sri Lanka
SwedenSweden seit 23. Oktober 2003: Göteborg, Schweden
IrelandIreland seit 19. Mai 2005: Cork, Irland
the United Statesthe United States seit 18. Dezember 2006: Winston-Salem, USA
SwitzerlandSwitzerland seit 19. November 2007: Basel, Schweiz

[Bearbeiten] Regionenpartnerschaften

Shanghai unterhält mit folgenden Regionen Partnerschaften:

JapanJapan seit 21. November 1980: Präfektur Ōsaka, Japan
the Philippinesthe Philippines seit 15. Juni 1983: Metro Manila, Philippinen
PolandPoland seit 4. Juli 1985: Woiwodschaft Pommern, Polen
AustraliaAustralia seit 24. Mai 1989: Bundesstaat Queensland, Australien
ChileChile seit 28. August 1996: Provinz Santiago, Chile
MexicoMexico seit 18. November 1998: Bundesstaat Jalisco, Mexiko
ThailandThailand seit 2. April 2000: Provinz Chiang Mai, Thailand
South AfricaSouth Africa seit 16. Mai 2001: Provinz KwaZulu-Natal, Südafrika
RomaniaRomania seit 15. April 2002: Bezirk Constanţa, Rumänien
SlovakiaSlovakia seit 10. November 2003: Bratislavský kraj, Slowakei
DenmarkDenmark seit 10. November 2003: Region Midtjylland, Dänemark
IndonesiaIndonesia seit 30. August 2006: Provinz Jawa Timur, Indonesien

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Theater

Opernhaus
Opernhaus

Die Stadtväter von Shanghai ließen am Platz des Volkes (人民廣場 / 人民广场, Rénmín guǎngchǎng „People’s Square“), der zu Kolonialzeiten eine Pferderennbahn war, ein extravagantes Opernhaus (Shanghai Grand Theater) bauen, ein beeindruckendes Gebäude mit 40 Meter Höhe. Baubeginn war 1994 und Einweihung im Jahre 1998. Es gibt drei Aufführungsräume: Der Hauptraum bietet 1.800 Sitzplätze, daneben ein mittelgroßer Raum mit 600 Plätzen und ein Raum mit 250 Sitzplätzen für Kammermusikaufführungen.

Die Designer waren: France’s Arte Jean-Marie Charpentier & Associates. Die hochmoderne Akustik und große zentrale Konzerthalle wurden so konzipiert, dass alle möglichen Kunstformen, angefangen bei westlichen Theaterstücken, Opern und Kammermusikkonzerten bis hin zu Chinesischer Oper und Lesungen klassischer Werke, dort aufgeführt werden können.

Das Shanghai Centre in der Nanjing Xi Lu beherbergt ein riesiges, neues Mehrspartenhaus für Konzerte, Ballett, Oper und Akrobatik-Shows von internationalem Rang. Der allabendliche Auftritt der berühmten Akrobatentruppe Shanghais ist ein grandioses Spektakel aus Bodenakrobatik, Jonglierkunst, Clowneinlagen, Zaubervorführungen und Tiernummern. Einige der Kunststücke wie Schwertschlucken, Feuerspeien und die beiendruckenden Balanceakte wurden bereits zu Zeiten der Han-Dynastie (206 v. Chr. bis 220 n. Chr) entwickelt.

Das Lan Xin Theater in der Changle Lu stammt noch aus der Kaiserzeit und zeigt westliche sowie chinesische Opern, mitunter finden auch Magier-Shows statt. Als Außenposten kolonialer Kultur und Sitz der British Amateur Dramatic Society war das Theater bis 1933 Aufführungsort überaus beliebter Revuen.

[Bearbeiten] Museen

Shanghai Museum
Shanghai Museum
Straße in der Altstadt
Straße in der Altstadt

Von den vielen Museen der Stadt sind unter anderem das „Museum für Kunst und Geschichte“ mit seinen umfangreichen Sammlungen chinesischer Kunst (Keramik, Porzellan und Gemälde) und das „Naturwissenschaftliche Museum“ mit seinen zahlreichen zoologischen Exponaten sehenswert.

Das „Shanghai Museum“ ist eines der kulturellen Zentren der Stadt. Gegründet 1952 an der Nanjing-West-Straße und zunächst im ehemaligen Pferderennklub angesiedelt, wurde es 1959 in die Henan-Süd-Straße ausgelagert. 1992 wurde beschlossen, das Museum am Platz des Volkes anzusiedeln. Der Architekt des Neubaus war Xing Tonghe. Baubeginn war 1993, das Gebäude wurde 1996 fertiggestellt. Es ist das viertgrößte in China und über 30 Meter hoch. Das Museum hat zehn Galerien, die einen vollständigen Überblick über die chinesische Kunst und Kultur bieten.

Zu den Hauptattraktionen gehören eine siebenmal täglich gezeigte Live-Demonstration altertümlicher Töpfertechniken, eine Sammlung farbenprächtig lackierter Nuo-Ritualmasken aus der Provinz Guizhou, sowie ein Anzug aus Lachshaut, wie er von dem Volk der Hezhen in der Provinz Heilongjiang getragen wird. Eine aufschlussreiche Ausstellung über die Geschichte chinesischer Malerei zeigt Bilder von der Zeit der Streitenden Reiche über die Song-Periode bis zu den westlichen Einflüssen unter den Qing.

Im Südwesten Shanghais liegt der „Longhua-Friedhof der Märtyrer“, dessen Name an jene erinnern soll, die während der Jahrzehnte vor dem endgültigen Sieg im Jahre 1949 im Kampf für den chinesischen Kommunismus ihr Leben ließen. Im Besonderen wird der Arbeiter, Aktivisten und Studenten gedacht, die in den 1920er Jahren von Chiang Kai-sheks Truppen niedergemetzelt wurden – das Friedhofsgelände soll die zentrale Exekutionsstätte gewesen sein.

Inmitten des Geländes befindet sich eine verglaste Ausstellungshalle in Pyramidenform mit einem großen Ehrenmal für 250 kommunistische Märtyrer, die sich Chiangs Soldaten entgegenstellten. Zahllose steinerne Gedenkskulpturen, viele davon mit Fotos und Namen versehen, stehen über den Park verstreut, eine davon mit einer ewigen Flamme direkt hinter der Ausstellungshalle. Die frischen Blumen, die täglich niedergelegt werden, zeugen von der Bedeutung, die diese Ereignisse bis heute besitzen.

[Bearbeiten] Bauwerke

Long-Hua-Pagode
Long-Hua-Pagode

Zu den größten Attraktionen Shanghais zählen die siebenstöckige „Long-Hua-Pagode“ aus der Zeit der Song-Dynastie (960-1279) und das Long-Hua-Kloster mit einer drei Meter hohen Buddha-Statue.

Der waterbund, kurz Bund, wurde nach dem ersten chinesischen Staatspräsidenten Sun Yat-sen in Zhong-Shan-Straße umbenannt. Der Bund wurde zunächst von Niederländern als Deich zum Huangpu-Fluss, einem Zufluss des Jangtse, errichtet. Dort befinden sich eine Uferpromenade sowie im europäischen Stil errichtete Gebäude. Sie sind zwischen dem Ende des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden. Das ehemalige Zentralgebäude des chinesischen Seezolls mit seinem 33 Meter hohen Turm ist eines der bekanntesten, lange Zeit das höchste Gebäude Chinas. Berühmt ist auch das Peace Hotel.

Südlich dieses Straßenzuges erstreckt sich die durch meist zweistöckige Holzhäuser und enge Gassen geprägte Altstadt. Im Herzen dieses historischen Zentrums Shanghais befinden sich ein Basar und der Yu-Garten (Yu Yuan) aus dem 16. und 17. Jahrhundert, einer der berühmtesten Gärten in China. Die Anlage umfasst etwa 30 Hallen und Pavillons sowie mehrere Seen. Sehenswert ist auch das astronomische Observatorium der Stadt. Die alten Li Longs in den ehemaligen französischen und englischen Bezirken, wo drei Generationen in einem Apartment lebten, wurden abgerissen. Sie waren oft aus einer Kombination Holz/Ziegel/Gips oder Beton/Stahl gebaut.

Etwas südlich des Suzhou-Kanals befindet sich im Nordwesten der Stadt eine der wichtigsten religiösen Stätten Shanghais, der 1882 eigens für zwei kostbare Buddha-Statuen aus Myanmar errichtete Jadebuddha-Tempel (Yufo Si). Die Buddhen wurden jeweils aus einem einzigen Block weißer Jade geschnitzt. Zwischen 1949 und 1980 war der Tempel geschlossen, inzwischen wird er wieder sehr aktiv genutzt. Heute bewohnen ungefähr 100 Mönche den Tempel und bilden Schüler aus, um die überall im Land wieder eröffnenden Klöster mit neuem Leben zu füllen.

Die meisten Wolkenkratzer werden in Pudong errichtet, dort steht auch das Shanghai World Financial Center, das am 14. September 2007 seine Endhöhe von 492 Meter mit 101 Stockwerken erreichte. Damit ist das Gebäude höher als der daneben stehende Jin Mao Tower (421 Meter) und der Oriental Pearl Tower (468 Meter), und somit das höchste Gebäude und Bauwerk der Volksrepublik China und (nach dem Burj Dubai und dem Taipei 101) das dritthöchste Gebäude der Welt.

Shanghai ist heute die modernste und dem Westen ähnlichste Stadt in der Volksrepublik China. Der historische Kern ist nur noch als Touristenattraktion vorhanden, während der Bau von Wolkenkratzern bei 24-stündiger Bautätigkeit zunimmt.

[Bearbeiten] Parks

Yu-Garten
Yu-Garten

Direkt am Zusammenfluss des Huangpu und des Suzhou-Kanals befindet sich eine Schöpfung aus britischer Kolonialzeit, der Huangpu-Park, dessen Untergrund aus angeschwemmtem Schlamm und Schluff entstand, die sich um ein Schiffswrack aufhäuften. Dort waren während der britischen Herrschaft Sikh-Soldaten anzutreffen, die der Einhaltung der Regel, wonach Hunden und Chinesen der Zutritt zum Park verboten war – es sei denn, es handelte sich um Bedienstete in Begleitung ihrer Herrschaft – achteten.

Nach Protesten erging eine Änderung dieser Praxis, so dass „gut gekleidete“ Chinesen den Park betreten durften, sofern ihrem Antrag auf entsprechende Sondergenehmigung stattgegeben wurde. Inzwischen steht im Park ein Denkmal für die „Volkshelden“ und wird gern von den Einheimischen zum frühmorgendlichen Taijiquan besucht. Unter dem Denkmal ist ein kleines Museum angesiedelt, das einen informativen Abriss der Stadtgeschichte präsentiert.

Der Botanische Garten ist eine von üppig grünen Bäumen bestandene und von Vögeln bevölkerte Oase abseits des Großstadtlärms. Unter den mehr als 9.000 dort gedeihenden Pflanzen befinden sich zwei Granatapfelbäume, die bereits im 18. Jahrhundert während der Herrschaft des Kaisers Qianlong gepflanzt worden sein sollen und trotz ihres Alters noch heute Früchte entwickeln. Interessant ist auch die Orchideensammlung, die mehr als hundert verschiedene Arten umfasst. Im Frühjahr 1999 fand auf dem Gelände die Weltausstellung für Pflanzen statt.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Formel 1-Rennstrecke in Anting
Formel 1-Rennstrecke in Anting
Platz des Volkes
Platz des Volkes

In Shanghai finden das ganze Jahr über zahlreiche Veranstaltungen und Festivitäten statt. Die meisten der chinesischen Feiertage und Feste richten sich nach dem beweglichen Mondkalender. Deshalb weichen im westlichen Kalender die Daten in jedem Jahr um bis zu mehrere Wochen voneinander ab.

Das im Frühjahr jeden Jahres stattfindende Tempelfest in Longhua Old Town hat eine über dreihundertjährige Tradition. Nach einer Legende wurde der Lachende Buddha unter einem Longhuabaum geboren. Er verkündete dort die Lehre des Buddhismus und heilte Menschen. Daraus entstand später das Tempelfest. Weitere Feste und Veranstaltungen im Frühjahr sind das Pfirsichfest in Nan Hui, das „Shanghai International Fashion Festival“, das „Shanghai International Music Festival“ sowie das „Shanghai International Tea Culture Festival“. Letztere Veranstaltung ist der Kultur des Teetrinkens gewidmet.

Beim Drachenbootfest im Juni – am fünften Tag des fünften Monats nach dem Mondkalender wird des chinesischen Nationalhelden Qu Yuan erinnert, der sich im 3. Jahrhundert n. Chr. aus Protest gegen ein korruptes Herrscherhaus im Fluss ertränkte. Nach einer Legende versuchten die Menschen die Fische vom Verzehr seines Körpers abzuhalten, indem sie in Bambusblätter gehüllte Reisklöße ins Wasser warfen und die Fische durch lautes Trommeln zu verjagen versuchten. Während Wettfahrten beim Drachenbootfest jagen heute angefeuert vom Schlag der Trommeln die Mannschaften in ihren schmalen Booten über das Wasser. Am Feiertag wird natürlich in Bambusblätter eingewickelter Reis gegessen.

Zwei weitere Veranstaltungen im Juni sind das „Shanghai International Film Festival“ und das „Shanghai International TV Festival“. Der „Große Preis von China im Formel 1-Rennsport (The Sinopec Formula One Car Race) findet im September auf dem Shanghai International Circuit in Anting, 30 Kilometer nordwestlich von Shanghai, statt. Am 1. Oktober jedes Jahres gedenken die Bewohner Shanghais mit dem Nationalfeiertag der Gründung der Volksrepublik China. Meistens Anfang Oktober – am 15. Tag des achten Mondes – wird das Mondfest veranstaltet (auch Herbstfest genannt). Nach alter Tradition beobachten die Einwohner der Stadt an diesem Abend den Vollmond und beschenken sich mit „Mondkuchen“, einem mit Eigelb, Bohnenpaste, Zucker und vielen anderen Köstlichkeiten gefüllten Gebäck.

Im Herbst finden des Weiteren das „Shanghai Sweet-Osmanthus Festival“, das „Shanghai International Fireworks Festival“, das „Shanghai Oranges Festival“ und das „Shanghai International Tourist Festival“ statt, im November das „Shanghai International Art Festival“ und im Dezember jedes Jahres wird der „Shanghai International Marathon“ ausgetragen. Ebenfalls im November wurde bereits zum dritten Mal der Tennis Masters Cup im Qi-Zhong-Stadium in Shanghai abgehalten. 2006 konnte sich Roger Federer als Sieger verewigen.

[Bearbeiten] Kulinarische Spezialitäten

Obst- und Gemüseladen
Obst- und Gemüseladen
Fischmarkt in Shanghai
Fischmarkt in Shanghai

Die Restaurantszene der Stadt erfährt zahlreiche Veränderungen. In den letzten Jahren wurden neue raffinierte und vornehme Lokale eröffnet. Dem Gast bietet sich eine große Auswahl an Restaurants, die indische, koreanische, französische oder eine andere Küche anbieten. Die chinesische Küche der Stadt bildet hier keine Ausnahme.

Ein Wiederaufleben des Shanghai Chic der 1930er Jahre brachte viele elegante, moderne Lokale mit sich, die Hausmannskost aus Shanghai servieren. Des Weiteren gibt es zahlreiche kantonesische Restaurants, die du