Hans Reck

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Hans Reck (* 24. Januar 1886; † 4. August 1937 in Lourenço Marques, Portugiesisch Ost-Afrika, heute Mosambik) war ein deutscher Geologe mit Spezialisierung auf die Vulkanologie.

Leben[Bearbeiten]

Reck reiste im Sommer 1908 mit Ina von Grumbkow an den Öskjuvatn in Island. Beide führten mit dem Isländer Sigurdur Sumarlidarson als kundigen Landesführer eine Suchexpedition durch, um das Schicksal des am 10. Juli 1907 unter mysteriösen Umständen auf dem Kratersee des mächtigen Vulkanmassivs Askja verschollenen, wahrscheinlich ertrunkenen, deutschen Geologen Dr. Walther von Knebel - er war Ina v. Grumbkows Verlobter - und seines Freundes, des Berliner Landschaftsmalers Max Rudloff, aufzuklären. Ihre Suche blieb jedoch erfolglos. Ihnen zu Ehren errichteten die drei Expeditionsteilnehmer am Westufer des Öskjuvatn eine etwa 4 m hohe Steinpyramide und meißelten in Lavagestein die Inschrift: " + 1907, Walther von Knebel, Max Rudloff " ein, die in jüngerer Zeit durch eine Metalltafel ersetzt wurde. Hans Reck gelang bei der Suche zugleich die Erstbesteigung des majestätischen Vulkans Herdubreid. Hans Reck und Ina v. Grumbkow heirateten am 9. Februar 1912. Zusammen mit seiner Frau reiste er aus Forschungszwecken nach Afrika. Am Berg Tendaguru im damaligen Deutsch-Ostafrika machten sie Ausgrabungen für das Berliner Museum für Naturkunde. 1913 entdeckte er in der Olduvai-Schlucht das erste Hominini-Fossil, einen rund 20.000 Jahre alten Schädel von Homo sapiens (Archivnummer OH 1 = Olduvai hominid 1).

Im Ersten Weltkrieg blieb Reck bei der deutschen Truppe in Afrika und wurde von den Briten vier Jahre lang interniert. Reck wurde später zum ao. Professor am Geologisch-Paläontologischen Institut der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin berufen. Nach seiner vorzeitigen Pensionierung starb Reck auf einer Forschungsreise im heutigen Mosambik.

Werke[Bearbeiten]

Reck war ab dem Jahre 1923 Mitherausgeber der Zeitschrift für Vulkanologie. Sein Hauptwerk war die Erforschung des Vulkans von Santorin, wofür er die Ehrendoktorwürde der Universität Athen erhielt. Folgende Monographien sind unter seiner Autorenschaft erschienen:

  • Die Hegau-Vulkane (Berlin, 1923)
  • Oldoway. Die Schlucht des Urmenschen (Leipzig, 1933)
  • Santorin. Der Werdegang eines Inselvulkans und sein Ausbruch (3 Bände, Berlin, 1936)
  • gemeinsam mit Ludwig Kohl-Larsen: Erster Überblick über die jungdiluvialen Tier-und Menschenfunde Dr. Kohl-Larsens im nordöstlichen Teil des Njarasa-Grabens (Ostafrika). In: Geologische Rundschau 27, 1936, S. 401–441

Literatur[Bearbeiten]